Salbei Pflanzenschutz

Aus Hortipendium
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Salbei Topfpflanze: Totalausfall durch einen Phytophthora Befall.
(Frank Korting, DLR-Rheinpfalz)
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Beim Anbau von Salbei (Salvia officinalis) als Küchenkraut oder Heilpflanze können Krankheiten und Schädlinge zu Qualitätsmängel oder sogar zu einem Totalausfall führen. Die Pflanzenart gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Vorbeugender Pflanzenschutz schon beim Salbei Bodenanbau

Ziel: Erfolgreicher Salbei Anbau. (Josef Schlaghecken)
  • Bedenken, das der Salbei eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) ist.
  • Dabei berücksichtigen, um welche Art des Anbaus es sich handelt.

Salbei Anbau als Bodenkultur im Freiland

  • Hier sind vor allem die Folgenden Dinge zu beachten.
  • Fruchtwechsel optimieren. Siehe weiter unten und Hortipendium Artikel.
  • Grundsätzlich kein Salbei Anbau nach Doldenblütler.
  • Keine Parzellen mit einer größeren Belastung an aktuellen, bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen (z.B. Nematoden).
  • Keine Böden mit größeren Verdichtungen wählen.
  • Keine Parzelle mit größeren Bodensenken (Wasserstaugefahr) wählen.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung (P, K, Mg, B, pH-Wert usw.) kontrollieren.
  • Auf eine gute Humusversorgung des Bodens achten.
  • Keine Parzellen mit einem stärkeren Besatz an Wurzelunkräutern wählen.
  • Hochwertige, krankheitsfreies Saatgut verwenden.
  • Weitere Information dazu siehe im Hauptartikel Salbei Erwerbsanbau

Fruchtwechsel optimieren
Grundsätzlich haben sehr eng verwandte Gemüsearten gleiche Krankheiten und Schädlinge. So ist es auch bei der hier behandelten Gemüseart, dem Salbei, der zu der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae). gehört. Einige Schaderreger sind bodenbürtig, das heißt, sie überdauern im Boden. Aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, innerhalb der Fruchtfolge möglichst weniger als 20% Arten aus der gleichen Pflanzenfamilie anzubauen. Auf jeden Fall, wenn irgend möglich, so eng verwandte Pflanzenarten nie nacheinander anbauen. Im Folgenden die wichtigsten Arten der Familie der Lippenblütler.

Quellen

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

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Salbei Anbau als Topfkräuter Kultur im Gewächshaus

Ziel: Erfolgreicher Salbei Topfkräuter Anbau.
(Josef Schlaghecken)
  • Hygienisch saubere Gewächshäuser.
  • Krankheitsfreie Töpfe.
  • Substrate mit ein für Salbei angepasstes Nährstoffangebot.
  • Krankheitsfreie Substrate.
  • Krankheitsfreies Saatgut.
  • Optimierte Klimaführung.

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

Quellen

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Bakterien Krankheiten

An Salbei Bestände können Bakterienkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Pseudomonas Fäule (Pseudomonas cichorii)

Datei:Salvia - Pseudomonas cichorii - Mary Ann Hansen, Virginia Polytechnic Institute.jpg
Pseudomonas cichorii Fäule an Salbei Pflanze.
(Mary Ann Hansen, Virginia Polytechnic Institute)

Gefährliche Bakterien Krankheit mit vielen Wirtspflanzen.

Synonyme (laut EPPO)

  • Phytomonas cichorii.
  • Pseudomonas endiviae.
  • Pseudomonas papaveris.

Schadbild und Lebensweise

  • Zu Befalls Begin entstehen kleine bräunliche Fleckchen.
  • Mit der Zeit werden die Befalls Flecken größer oder fließen zusammen.
  • Befallene Stängel verbräunen und sterben ab.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben ganze Pflanzen Triebe und evtl. auch die ganzen Pflanzen ab.

Wirtspflanzen (laut EPPO)

  • Capsicum annuum, Cichorium endivia, Cichorium endivia var. crispum, Cichorium endivia var. latifolia, Ficus benghalensis, Lactuca sativa, Nicotiana tabacum, Perilla frutescens, Pinellia ternata, Solanum lycopersicum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Feldhygiene optimieren.
  • Blattnässezeiten minimieren.
  • Eine direkte Bekämpfung ist schwierig.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Xanthomonas (Xanthomonas campestris)

Datei:Salvia officinalis - Xanthomonas campestris-2-Hinrichs-Berger.jpg
Xanthomonas campestris an einer Salbei Pflanze.
(Dr. Hinrichs-Berger)

Die Xanthomonas Krankheit kann Salbei Pflanzen empfindlich schädigen.

Schadbild und Lebensweise (Gerhard Bedlan, Hinrichs-Berger)

  • Auf den Blättern zunächst kleine tupfenartige gelbe Flecken, die sich schließlich braun (bis grau) verfärben.
  • Diese braunen Flecken können sich bis zu mehreren Millimeter im Durchmesser vergrößern.
  • Die Bakterien sind gerade stäbchenförmig und messen 0,2–1 × 0,6–4 μm.
  • Zur Fortbewegung sind sie polar, meist monotrich, begeißelt.
  • Die Bakterien dringen in die Blätter über die Stomata oder Wunden ein.
  • Sie besiedeln die Interzellularräume und lösen schließlich teilweise die Mittellamellen der Zellwände ihrer Wirtspflanze auf.

Wirtspflanzen

  • Salvia officinalis unsd viele andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bem Topfkräuteranbau Hygienemaßnahmen otimieren.
  • Verdächtige und sie umgebende Pflanzen aus den Beständen entfernen und vernichten.
  • Flächen, auf denen ein Befall festgestellt wurde, desinfizieren.
  • Blatt- und Stängel Verletzungen (durch Schädlinge usw.) minimieren.
  • Blattnässezeiten minimieren.
  • Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich.

Quellen

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Pilzkrankheiten

An Salbei Bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Echter Mehltau (Golovinomyces biocellatus)

Datei:Salvia officinalis Echter Mehltau-3- Josef Schlaghecken.jpg
Echter Mehltau Befall an Salbei Blatt. (Josef Schlaghecken)

Eine Pilzkrankheit, die recht häufig auftritt.

Synonyme (bei EPPO)

  • Erysiphe biocellata.
  • Oidium erysiphoides.

Schadbild und Lebensweise

  • Auf den Blättern, meist an der Oberseite, bildet sich kleine Flecken mit einem weißlichen Mycel Belag.
  • Es können aber auch die Pflanzen Stängel befallen werden.
  • Mit zunehmendem Befall werden die ganzen Blätter befallen und werden gelb, trocknen eine und sterben ab.
  • Im Myzel werden die Fruchtkörper des Pilzes als gelbliche, später dunkelbraune Punkte sichtbar.
  • Die Pilz-Hyphen sind septiert mit einer Breite von 4 bis 7 μm.
  • Die Konidiophoren sind zylindrisch, septiert und 40 bis 90 × 9 bis 12 μm groß.
  • Die in Ketten gebildeten Konidien (drei bis vier Konidien pro Kette) sind hyalin und doliform, bei einer Größe von 27 bis 35 × 14 bis 20 μm.
  • Temperaturen über 15°C und eine rel. Luftfeuchtigkeit sind für die Pilzentwicklung bes. förderlich.

Wirtspflanzen

  • Salvia-Arten

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Häufigere Niederschläge reduzieren das Befalls- und Verbreitungs-Risiko.
  • Häufiges Bewässern Überkopf kann das Befalls Risiko vermindern.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Falscher Mehltau (Peronospora Arten)

Datei:Salbei (Salvia officinalis) mit einem Peronospora salviae-officinalis Befall - Hinrichs-Berger-1.jpg
Falscher Mehltau Befall an einer Salbei Pflanze.
(Dr. Jan Hinrichs-Berger, LTZ Augustenberg)
Datei:Salbei (Salvia officinalis) mit einem Peronospora salviae-officinalis Befall - Hinrichs-Berger-2.jpg
Falscher Mehltau Befall an einem Salbei Blatt.
(Dr. Jan Hinrichs-Berger, LTZ Augustenberg)

Der Falscher Mehltau ist weltweit eine bedeutende Salbei Krankheit. Er kann Salbei Bestände stark schädigen.

An Salvia vorkommende Arten

  • Peronospora lamii.
  • Peronospora salivae-officinalis.
  • Peronospora swinglei.

Schadbild und Lebensweise (Gerhard Bedlan und Jan Hinrichs-Berger)

  • Vor allem an den unteren Blättern entstehen blassgrüne Flecken.
  • Später verfärben sich diese schließlich gelbbraun.
  • Die Befalls Flecken werden durch die Blattadern begrenzt
  • Im Laufe der Krankheitsenteicklung vergrößern sich die Flecken und färben sich dunkelbraun.
  • An den Blattunterseiten bildet der Pilz einen grauvioletten Sporangienträger Rasen.
  • Der Pilz bildet als Überdauerungsorgane Oosporen aus.
  • Nach dem Auskeimen der Oosporen werden Sporangien freigesetzt, die über Wind oder Wasserspritzer verbreitet werden.
  • Der Erstbefall erfolgt meist durch zufliegende Sporangien, aber auch durch eine Saatgutübertragung.
  • Infektionen finden bei Temperaturen über 15 bzw. 20 bis 25° C und ausreichender Feuchtigkeit über die Stomata statt.
  • Der Pilz bildet Sporangienträger aus, die auf den Blattunterseiten aus den Stomata wachsen und auf denen die Sporangien gebildet werden.
  • Ein Krankheitsbefall erscheint bes. in ungeheizten Folienhäusern möglich.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.

Wirtspflanzen

  • Lamium spp., Ocimum basilicum, Rosmarinus officinalis, Salvia spp.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Blattnässe Zeiten (Bewässerung und Taubildung) minimieren.
  • Stickstoff Überversorgung vermeiden.
  • Befallen Pflanzenteile alsbald sicher entsorgen.
  • Feldhygiene optimieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Phytophthora Wurzelfäule (Phytophthora-Arten)

Salbei Topfpflanze: Totalausfall durch einen Phytophthora Befall. (Frank Korting, DLR-Rheinpfalz)

Eine gefährliche Pilzkrankheit, die zu einem Totalausfall führen kann.

Aktuelle Arten

  • Phytophthora cryptogea.
  • Phytophthora pseudocryptogea.

Schadbild und Lebensweise

  • Zu Beginn welken einzelne Triebe.
  • Es zeigen sich nekrotische Rindenläsionen am Wurzelhals und am unteren Stamm.
  • Es entsteht eine Wurzelfäule.
  • Das Wachstum wird gestört
  • Bei einem stärkeren Befall sterben einzelne Triebe oder die ganzen Pflanzen ab.
  • Günstige Pilzwachstum etwa bei 20-30°C.
  • Kein Pilzwachstum bei über 35°C.

Wirtspflanzen

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Anzucht in krankheitsfreiem Substrat.
  • Freiland Anbau nicht auf befallenen Parzellen.
  • Kein Anbau nach einer Wirtspflanzenkultur.
  • Befalle Pflanzenteile und Bestandsreste sicher entsorgen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Schädlinge

An Salbei Bestände können Schädlinge auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Blattläuse (Aphis-arten u.a.)

Datei:Blattlausmutter (14608783481).jpg
Schwarze Bohnenlaus Mutter mit ihren Jungen.
(Rolf Dietrich Brecher)
Link zu einem Aphis passeriniana Befall an Salbei.)

Blattläuse können, insbesondere bei einem größeren Auftreten, die Verkaufsfähigkeit der Ware reduzieren.

Aktuelle Arten

  • Aphis passeriniana (Salbei Blattlaus).
  • Eucarazzia elegans (Minze Blattlaus)
  • Aphis craccivora (Kundebohnenblattlaus).
  • Aphis fabae (Schwarze Bohnenlaus).

Schadbild und Lebensweise

  • Insbesondere die jüngsten Triebe werden von den Blattläusen bevorzugt.
  • Bei Befalls Kontrollen insbesondere die Vegetations Spitzen der Pflanzen untersuchen.

Wirtspflanzen

  • Salvia officinalis und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nützlings Vorkommen im Betrieb fördern.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.
  • Nur nützlingsschonende Mittel verwenden.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Raupen (Diachrysia chrysitis)

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Raupe mit Fraßschaden an einem Salbei Blatt.
(Josef Schlaghecken]

Durch Raupen Fraß können Salbei Pflanzen geschädigt werden.

Wichtige Arten

  • Diachrysia chrysitis (Messingeule).
  • Heliothis peltigera.

Schadbild und Lebensweise (Messingeule)

  • Etwa ab Mai bis Juli/Aug. kann es zu Fraßschäden durch die Raupen der Messingeule kommen.
  • Man findet Rand- und Lochfraß an den Blättern.
  • Bei einem starken Auftreten der Raupen kann es zu einem Kahlfraß bzw. zu einer Skelettierung kommen.
  • Die Larven werden 40 mm lang und sind hellgrün mit grünem Kopf und feinen weißen Rücken- und Nebenrückenlinien sowie dunkleren, weiß eingefassten Seitenlinien.
  • Die Raupen haben drei Paar Bauchbeine, sie bewegen sich wie Spanner.
  • Die Falter sind tagaktiv und haben ca. 18 mm lange, violett braune Vorderflügel mit zwei breiten, glänzend goldgrünen Querbinden und braun umrandeten Makeln.
  • Auf dem Kopf und der Thorax Oberseite tragen sie rostbraune Haarbüschel.
  • Die Messingeule fliegt in Mitteleuropa in zwei Generationen von Mai bis Anfang Juli und von Ende Juli bis Ende September.
  • Ihre grünlichen, runden Eier legen sie an die Blattunterseiten.
  • Die Überwinterung erfolgt als Raupe.
  • Die Raupen der zweiten Generation erscheinen im Juni und Juli.
  • Die Verpuppung erfolgt in einem Gespinst am Boden.
  • Die Larven werden 40 mm lang und sind hellgrün mit grünem Kopf und feinen weißen Rücken- und Nebenrückenlinien sowie dunkleren, weiß eingefassten Seitenlinien.

Wirtspflanzen

  • Salvia officinalis und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vermehrte Bestands Kontrollen, bes. ab Ende April.
  • Schutznetze können vor einen Raupenfraß schützen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Rosmarinkäfer (Chrysolina americana)

Datei:Rosmarinkäfer-Chrysolina americana--Josef Schlaghecken.jpg
Rosmarinkäfer an Salbei. (Josef Schlaghecken)

Weniger bekannter, neuer Schädling, der 2017 in der Schweiz entdeckt wurde. Die Larven der Rosmarinkäfer können Salbei Pflanzen schädigen.

Synonym (laut EPPO)

  • Chrysomela americana, Chrysomela barbarica, Chrysomela striata.

Schadbild und Lebensweise

  • Der Rosmarinkäfer und seine Larven schädigt durch ihren Fraß an den Pflanzen.
  • Der Hauptschaden entsteht durch den Larvenfraß.
  • Am 29.09.2025 wurden Rosmarinkäfer an Salbei in der Pfalz beobachtet.
  • Die Käferart stammt trotz des Namens "americana" aus dem Mittelmeerraum.
  • Die Käfer haben metallisch glänzende, dunkel-grünlich und rot/violett gestreifte Deckflügeln.
  • Die Larven sind etwa 8 mm lang und haben 5 dunkle Längsstreifen.
  • Die Begattung erfolgt im Spätsommer oder später.
  • Die etwa 2 mm großen Eier werden an den Blattunterseiten abgelegt.
  • Die Larvenentwicklung erfolgt während der Wintermonate.
  • Die entstehenden Larven vergraben sich für ca. 3 Wochen im Boden, um sich dann zu verpuppen.
  • Im Frühling schlüpfen dann die Käfer.

Wirtspflanzen

  • Lavandula, Salvia officinalis, Salvia rosmarinus, Thymus und andere Lippenblütler.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zu einer erfolgreichen Bekämpfung gibt es bisher wenig Erfahrungen.
  • Im Kleinanbau kann das Einsammeln der Käfer und Lerven helfen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Schnecken (Arion, Derocera u.a.)

Datei:Salbei Schnecken Fraß-4-Josef Schlaghecken.jpg
Schneckenfraß an Salbei Pflanze. (Josef Schlaghecken)

Schnecken können durch ihren Fraß an Salbei Pflanzen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Ackerschnecken wie Derocera teticulatum und D. agreste.
  • Wegschnecken wie Arion-Arten.

Schadbild und Lebensweise

  • an den Salbei Blättern zeigt sich ein z.T. sehr unregelmäßer Lochfraß.
  • Schnecken ernähren sich gerne von sehr schnell gewachsenen (weiche) Blätter.
  • Schnecken haben eine mit Zähnen besetzte Raspelzunge.
  • Schnecken Schaden durch Fraß, durch Kot oder durch Besatz im Erntegut.
  • Beim Feldanbau sind vor allem Bestände neben Grasraine, Gräben, Hecken usw. gefährdet.
  • Zur Befallskontrolle sind bes. Zeiten der Taubildung, z.B. abends um 11 Uhr, geeignet.
  • Wegschnecken Zwitter und befruchten sich gegenseitig.
  • Je nach Art legen sie einhundert und mehr Eier im Boden ab.
  • Je nach vorhandener Temperatur schlüpfen z.B. die Garten-Wegschnecken innerhalb von 20-40 Tagen.
  • Eine Überwinterung aller Stadien ist. z.B. bei der Garten Wegschnecke, möglich.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei der Feldauswahl prüfen ob ein starker Schneckenbesatz von der Vorkultur vorhanden.
  • Bei der Pflanzung einen Schutzstreifen neben Gräben usw. frei lassen.
  • Bei Zuwanderungsrisiko, sofort nach der Pflanzung Schneckenkorn z.B. am Feldrand ausbringen.
  • Bei Bedarf Molluskizide, sofern zugelassen, ausbringen.
  • Schneckenmittel nie auf die Pflanzen, sondern immer nur in und zwischen den Reihen ausbringen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Trauermücken (Bradysia, Lycoriella) und andere

Totalausfall durch Trauermücken Larven
(Frank Korting, DLR Neustadt/Wstr.)
Trauermücken Larve. (Rainer Wahl, DLR Neustadt/Wstr.)

Trauermücken Larven können bei der Topfkräuter Kultur großen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Bradysia coprophila, Bradysia impatiens, Bradysia praecox, Bradysia paupera und weitere.
  • Lycoriella ingenua.
  • Sciara militaris.

Schadbild und Beschreibung

  • Befallene Pflanzen welken.
  • Es kommt zu einer Wuchshemmung.
  • Die Pflanzen Stängel im Bodenbereich werden zerstört und verfärben braun.
  • Im Wurzelbereich findet man die beinlosen Larven.
  • Stark befallene Pflanzen sterben.
  • Normal leben die Trauermücken Larven von Pilzmyzelien sowie von sich zersetzendem organischen Material.
  • Pflanzenschädigende Trauermücken Arten fressen jedoch auch an den verschiedenen Topf-Küchenkräutern.

Trauermücken Merkmale (Beispiel Bradysia)

  • Die Familie der Trauermücken (Sciaridae) gehört zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera).
  • Ebenso wie zum Beispiel bei Fliegen oder Stechmücken ist das zweite Flügelpaar der Trauermücken zu sog. Schwingkölbchen oder Halteren umgebildet, mit deren Hilfe das Insekt die Schwerkraft wahrnehmen kann.
  • Viele aktuelle Trauermückenarten gehören zur Gattung Bradysia an.
  • Die Mücken sind etwa 1-8 mm groß und haben längliche und dunkel gefärbt.
  • An den rel. kleinen Köpfen befinden sich fadenförmigen Antennen.
  • Die Augen sind oberhalb der Fühler durch einen schmalen Steg miteinander verbunden.
  • Fühler und Beine sind lang und zart gebaut.
  • Die weiß gefärbten, beinlosen Larven sind schlank und haben eine dunkle Kopfkapsel.
  • Die Larven sind z.T. durchsichtig, so dass der Verdauungstrakt sichtbar ist.
  • Die Larven werden bis zu sechs mm groß.
  • Viele Trauermückenarten gehören der Gattung Bradysia an, die auf allen Kontinenten vertreten ist.
  • Für einen ganzen Entwicklungszyklus brauchen Trauermücken der Gattung etwa drei Wochen.
  • Bei günstigen Bedingungen kann eine Trauermücke 70 oder mehr Eiser ablegen.
  • Ein Entwicklungszyklus von Bradysia impatiens dauert etwa 25-30 Tagen.

Vorbeugemaßnahmen und Bekämpfung

  • Da sich Trauermücken nur im feuchten Substrat gut entwickeln können jegliche Übernässung und Wasserstau vermeiden.
  • Bei Topfkulturen kann eine Bewässerung von unten den Befalls Druck mindern.
  • Die Anbauflächen frei von Algen und Unkraut halten.
  • Unvollständig verrottetes organischem Material begünstigen das Auftreten von Trauermücken.
  • Substratvorräte durch eine Bedeckung vor eine Besiedlung schützen.
  • Die Aktivitäten der fliegenden Trauermücken kann man mit Hilfe von gelben Leimtafeln überwachen.
  • Bekämpfung von Trauermücken im Larvenstadien kommen Bacillus thuringiensis, Nematoden (Steinernema feltiae) und Raubmilben (Hypoaspis sp.) in Frage. Der Wirkungsgrad ist sehr unterschiedlich.
  • Die umherfliegenden adulten Trauermücken können mit Hilfe von gelben Leimtafeln (sog. Gelbfallen) kontrolliert werden.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Wanzen (Lygus, Orthops u.a.)

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Wanze (Poecilocapsus lineatus) auf geschädigtem Blatt.Link zu einem Wanzenbefall an Salbei.

Wanzen (Heteroptera) können Salbei Pflanzen empfindlich schädigen.

Wichtige Arten

  • Lygus spp. (Weichwanzen).
  • Orthops spp. (Weichwanzen).
  • Platypax salviae (Salbei Wanze).

Schadbild und Lebensweise

  • Etwa ab Mai ist mit Wanzen Schäden zu rechnen.
  • Regenarme und warme Perioden fördern das Auftreten von Wanzen.
  • Durch die Saugtätigkeit an den Blättern und Stängeln entstehen gelblich weiße Fleckchen.
  • Die Einstichstellen verfärben sich im Laufe der Zeit leicht bräunlich und z.T. auch rötlich.
  • Letztendlich kann ein stark geschädigtes Gewebe absterben, vertrocknen und herausbrechen.
  • Ein starker Befall führt auch zu einer Wuchshemmung und Blattverformungen.

Wirtspflanzen

  • Salvia officinalis und viele andere

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Freiland Pflanzungen nicht neben befallene Pflanzen Bestände.
  • Bestände unkrautfrei halten.
  • Für ein zügiges, optimiertes Wachstum der Salbei Bestände sorgen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln bedenken.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quelle

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Zikaden (Eupteryx und andere)

Datei:Erythroneura octonotata P1570943a.jpg
Erythroneura octonotata (Robert Webster)

Insbesondere verschiedene Blattzikaden Arten können Schäden an den Salbei Blättern hervorrufen.

Wichtige Arten

  • Emelyanoviana mollicula (Schwefelblattzikade).
  • Empoasca decipiens (Gemüseblattzikade).
  • Empoasca pteridis (Europäische Kartoffelzikade).
  • Eupteryx atropunctata (Schwarzpunkt-Blattzikade).
  • Eupteryx aurata (Gold-Blattzikade)
  • Eupteryx decemnotata (Ligurische Blattzikade).
  • Eupteryx florida (Gartenblattzikade)
  • Eupteryx melissae (Kräuter-Blattzikade).

Schadbild und Lebensweise

  • Etwa ab April ist mit einem Auftreten der Zikaden zu rechnen.
  • Auf den befallenen Blättern entstehen kleine, punktförmige Aufhellungen.
  • Die Zikaden bevorzugen die jungen Blätter der Salbei Pflanzen.
  • Die etwa 3-4 mm großen Tiere saugen mit ihren Stechrüsseln den Pflanzensaft aus den Blättern.
  • Warme, sonnige Witterung fördert das Schädlings Auftreten.
  • Zikaden sind schwer zu beobachten. Bei der Annäherung springen sei gleich weg.
  • Die Eier werden auf den Pflanzen abgelegt und können dort sogar überwintern.
  • Es gibt verschiedene Larvenstadien.

Wirtspflanzen

  • Melissa, Mentha, Oregano, Salvia, Satureja, Thymus, und andere Lippenblütler Gewächse.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Mit Insekten Schutznetzen lassen sich Pflanzens schützen.
  • Eine Schutzwirkung ist nur möglich, wenn nicht schon vor der Schutznetz Auflage die Eier an den Pflanzen abgelegt wurden.
  • Bei Bedarf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Autoren und Mitwirkende

Datei:Forscher im Feld.jpg
Forschen für eine erfolgreiche, umweltfreundliche Lebensmittel Produktion. G.Brändle. Agroscope
  • Bedlan, Gerhard, Dr., Wien.
  • Blum Hanna, DLR-Rheinpfalz.
  • Carron Claude-Alain Carron, Agroscope, Conthey, Schweiz.
  • Gabler Jutta, Dr., Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ), Quedlinburg.
  • Gärber Ute, Dr., JKI Quedlinburg.
  • Groos Ulrich, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Griesheim.
  • Hinrichs-Berger, Jan, Dr., Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg.
  • Hommes Martin, Dr., JKI, Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau und Forst, Braunschweig.
  • Jung Kerstin, JKI Quedlinburg.
  • Koller Martin, FiBL, Frick, Schweiz.
  • Korting Frank, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Lutz Frieser, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Maler Kerstin, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Mondani Willi, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Wiesbaden.
  • Nickel Herbert, UNI Göttingen.
  • Pude Ralf, Dr., UNI Bonn (INRES).
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Schneller, Harald, Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), Karlsruhe.
  • Ulrich Roswitha, Pflanzenschutzdienst Hessen.

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Siehe auch in Hortipendium

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Quellen Offline

Buch-Pflanzenschutz-im-Gemüsebau-Crüger.jpg
  • Bedlan Gerhard (2012): Gemüsekrankheiten. Österreichischer Agrarverlag. Wien. ISBN 10=3704-0114-95
  • Crüger Gerd (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-4
  • Hoffman Günter, Nienhaus Franz, Schönbeck Fritz, Weltzien Heinrich, Wilbert Hubert (2002): Lehrbuch der Phytomedizin (2.Auflage). Paul Parey. Berlin. ISBN 3-8001-3191-4
  • Krug Helmut (1986): Gemüseproduktion. Paul Parey. Berlin. ISBN 3-489-54222-3
  • Schlaghecken Josef (2021): Rund um das Saatgut: Echter Salbei, Artikel der Zeitschrift Gemüse, Heft 3, Basiswissen.
  • Vogel Georg (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-489-60626-4

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Quellen Online