Rosmarin Pflanzenschutz

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Echter Mehltau Befall an einer Rosmarin Pflanze.
(Josef Schlaghecken)
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Beim Anbau von Rosmarin (Salvia rosmarinus; Synonym: Rosmarinus officinalis) können Krankheiten und Schädlinge den Anbauerfolg in Frage stellen. Ein größerer Anbau erfolgt im Freiland. Von Bedeutung ist aber auch der Bodenanbau in Kalthäusern sowie die Produktion von Rosmarin Topfkräuter.

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Dill Anbauplanung

Datei:Rosmarin, Rosmarinus officinales.jpg
Rosmarin Anbau im Freiland. (Plenuska)
Rosmarin Topfkräuter Anbau im Gewächshaus.
(Josef Schlaghecken)
  • Dabei berücksichtigen, um welche Art des Anbaus es sich handelt.

Rosmarin Anbau als Bodenkultur im Freiland

  • Kein direkter Nachbau nach Rosmarin.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Mehrjähriger Fruchtwechsel mit Vertreter der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung, Humusgehalt, pH-Wert usw. kontrollieren.
  • Kein Anbau auf Parzellen mit Wurzel Beikraut Problemen.
  • Kein Anbau auf Parzellen mit großen Bodensenken. (Wasserstau Gefahr)
  • Krankheitsfreies Saatgut bzw. gesundes Stecklings Gewinnung.
  • Feldhygiene optimieren, Bestandsreste nach der Kulturende alsbald zur Verrottung bringen.

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

Rosmarin Anbau als Topfkräuter Kultur im Gewächshaus

  • Hygienisch saubere Gewächshäuser.
  • Krankheitsfreie Töpfe.
  • Substrate mit ein für Rosmarin angepasstes Nährstoffangebot.
  • Krankheitsfreie Substrate.
  • Krankheitsfreies Saatgut bzw. gesundes Stecklings Gewinnung.
  • Optimierte Klimaführung.
  • Blattnässezeiten minimieren.

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

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Bakterien Krankheiten

An Rosmarin Bestände können Bakterienkrankheiten auftreten. Besonders gefährliche ist das Feuerbakterium. oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Feuerbakterium (Xylella fastidiosa)

Eine gefährliche Bakterien Krankheit aus der Familie Lysobacteraceae (früher Xanthomonadaceae), die über 700 Pflanzenarten befallen kann. Das Feuerbakterium sollte nicht mit dem Feuerbrand-Bakterium Erwinia amylovora verwechselt werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Zu Befalls Beginn werden die Blatt Spitzen gelblich.
  • Später werden die Blattspitzen braun.
  • Mit der Zeit sterben ganze Triebe ab.
  • Befallene Pflanzen können über Monate noch keine Symptome zeigen.
  • Eine Übertragung der Krankheit erfolgt u.a. durch saugende Insekten.
  • Die Bakterium Art hat mehrere Unterarten gebildet.

Mögliche Überträger

Wirtspflanzen

Vorbeugemaßnahmen

  • Befallene Pflanzen sicher entsorgen.
  • Eine Eindämmung der Krankheit ist extrem schwierig.
  • Xylella fastidiosa ist in der EU in der Richtlinie 2000/29/EG des Rates als Quarantäne Schadorganismus gelistet und Schutzmaßnahmen müssen ergriffen werden, um seine Einschleppung in die EU bzw. Verschleppung innerhalb der EU zu unterbinden.
  • Eine Bekämpfung der Insekten, die als Überträger in Frage kommen ist anzuraten.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel zur Überträger Regulierung

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Quellen

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Pilzkrankheiten

An Rosmarin Bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Botrytis (Botrytis cinerea)

Pilzkrankheit, die Rosmarin Pflanzen schädigen kann.

Schadbild und Beschreibung

  • Pilzkrankheit, die insbesondere bei der Stecklings Vermehrung gefährliche werden kann.
  • Ein Pilz, der tote, absterbende und verletzte Pflanzenteile besiedelt.
  • Von diesen Infektionen aus können diese Pilze gesundes Gewebe angreifen.
  • Ein feuchtes, nasses Umfeld ist ideal für die Sporenbildung und Ausbreitung des Erregers.
  • Symptome Nekrosen, die sich an den Stängeln nach oben und unten ausbreiten.
  • Teile oberhalb der Befalls Regionen verwelken und sterben ab.
  • Es kommt es zu einem Blattfall.
  • Die Wurzeln bleiben gesund.

Vorbeugemaßnahmen und Bekämpfung

  • Beim Anbau im Boden aber auch bei der Topfkultur eine Staunässe und Übernässung vermeiden.
  • Abgestorbene Triebe entfernen und sicher entsorgen.
  • Blattnässe Zeiten minimieren.
  • Beim Anbau im Gewächshaus die rel. Luftfeuchtigkeit unter 90% halten.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Echter Mehltau (Golovinomyces biocellatus)

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Echter Mehltau Befall an einer Rosmarin Pflanze.
(Josef Schlaghecken)

Pilzkrankheit, die schnell Rosmarin Topf Pflanzen bzw. Rosmarin Zweige unverkäuflich macht.

Synonyme (laut EPPO)

  • Erysiphe biocellata.
  • Oidium erysiphoides.

Schadbild und Lebensweise

  • Auf den Blättern bildet sich zunächst dünne weißliche Kolonien.
  • Später entsteht ein dichter ein weißer Mycel Belag an beiden Seiten der Blätter.
  • Auch können sich die Blätter verformen.
  • Bei einem sehr starken Befall verlieren die Blätter ihre Funktion und altern vorzeitig.

Wirtspflanzen

  • Salvia rosmarinus (Rosmarin) und andere Arten der Lippenblütler Familie.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quelle

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Falscher Mehltau (Peronospora Arten)

Falsche Mehltau kann Rosmarin Pflanzen befallen und schädigen. Mehr bekannt ist die Krankheit durch ihre großen Schäden an dem verwandten Basilikum.

Aktuelle Arten

  • Peronospora belbahrii.
  • Peronospora lamii.

Schadbild und Lebensweise

  • Vergilbung der Blätter
  • Weiß-grauer Flaum oder auf den Blättern.
  • Das Auftreten der Krankheit wird durch kühles, feuchtes Wetter und anhaltende Nässe der Blätter begünstigt.
  • Die Sporen des zu den Oomyceten gehörenden Pilzes keimen nach drei bis fünf Tagen und dringen direkt durch die Epidermis in das Blatt ein.
  • Die Sporenkeimung findet bei Temperaturen zwischen 5 und 28,5°C und bei einer Luftfeuchte über 85% statt.
  • Die höchste Keimrate wird bei 20°C und hoher Feuchte erreicht.
  • Bei niedrigeren Temperaturen wird eine längere Blattnässedauer benötigt.
  • Bei höheren Temperaturen wird das Maximum der Sporenproduktion bereits bei kürzeren Feuchteperioden erreicht.
  • Zu Schäden kommt es meist zwischen Juli und September, wenn in kühlen Nächten in schlecht oder nicht optimal klimatisierten Gewächshäusern bei hoher Luftfeuchte und Temperaturabsenkungen in der Nacht der Taupunkt unterschritten wird.
  • Die Verbreitung im Bestand und in benachbarte Gewächshäuser erfolgt durch die Luft, mit Wasserspritzern und bei Kulturarbeiten.
  • Die schnelle weltweite Verbreitung des Erregers ist auf die Übertragung und Verbreitung mit dem Saatgut zurückzuführen.

Wirtspflanzen

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Blattnässe Zeiten minimieren.
  • Tropfbewässerung bzw. Anstaubewässerung bevorzugen.
  • Bei Pflanzkultur, nur befallsfreie Jungpflanzen setzen.
  • Trockenheit und trockene Bestände verhindern oder reduzieren die Weiterentwicklung der Erkrankung.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Phytophthora (Phytophthora nicotianae)

Eine Pilzkrankheit, die Keimlinge zerstört aber auch einzelne Zweige oder sogar ganze Pflanzen zum Verbräunen und damit zum Absterben bringt.

Schadbild und Lebensweise

  • Krankheits Symptome treten vor allem bei der Keimung aber auch später bei den größeren Pflanzen auf.
  • Befallen Keimlinge welken und sterben ab.
  • An älteren Pflanzen vergilben, verbräunen und welken einzelne Zweige und sterben ab.
  • An den befallenen Pflanzen verfärben die Wurzeln braun bis Schwarz und sterben ab.
  • Bei einem starken Befall sterben ganze Pflanzen ab.
  • Die Pilzkrankheit kann mit dem Substrat, mit den Töpfen, aber auch mit Arbeitsgeräten übertragen werden.

Wirtspflanzen

  • Salvia rosmarinus, und andere

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Substrate verwenden.
  • Desinfizierte bzw. saubere Töpfe verwenden.
  • Übernässung bei Topf- und Bodenkultur vermeiden.
  • Kranke Pflanzen sofort sicher entsorgen.
  • Jegliche Übertragungs-Risiken minimieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quelle

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Rhizoctonia (Rhizoctonia solani)

Pilzkrankheit, die ganze Rosmarin Pflanzen zerstören kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Einzelne Blätter verfärben sich.
  • An den Pflanzen Stängel bilden sich braune Stellen.
  • Zunächst sterben einzelne Triebstücke ab.
  • Bei zunehmendem Befall verbräunen ganze Pflanzenteile.
  • Später stirbt die ganze Pflanze ab.
  • Temperaturen um die 25-27°C fördern bes. die Pilzentwicklung.
  • Nach mehreren Wochen bilden sich kleine Mikrosklerotien.

Wirtspflanzen

  • Salvia rosmarinus und viele andere Kräuter und Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Beim Bodenanbau befallsarme Parzellen wählen.
  • Generell Hygiene Maßnahmen optimieren.
  • Befallen Pflanzen entsorgen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

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Sclerotinia (Sclerotinia sclerotiorum)

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Sclerotinia sclerotiorum Sklerotie. (Kmcleveland)

Eine bekannte Pilzkrankheit, die bisher jedoch beim Anbau von Rosmarien kaum einer Rolle spielt.

Schadbild und Beschreibung

  • Befalls Beginn zeigen sich als Chlorosen an den Trieben.
  • Zu den ersten Symptomen gehörten Stängelnekrosen am Boden und eine Verdunkelung der Blätter.
  • Mit dem Fortschreiten der Stängelnekrose verwelkten die infizierten Pflanzen und starben ab.
  • Die Welke, die durch das Vorhandensein von weichem und wässrigem Gewebe gekennzeichnet ist, tritt innerhalb weniger Tage vor allem an jungen Pflanzen auf.
  • Das nekrotische Gewebe wird von einem weißlichen Myzel bedeckt in dem sich das dunkle Sklerotien entwickeln.

Wirtspflanzen

  • Salvia rosmarinus und viele andere.

Vorbeugemaßnahmen

  • Beim Bodenanbau befallen Parzellen meiden.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Schädlinge

An Rosmarin Pflanzen können Schädlinge auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Blattläuse (verschiedene Arten)

Datei:Rosmarin Blattläuse-1-DLR-NW-jk.jpg
Blattläuse an Rosmarin. (Jochen Kreiselmaier)

Durch einen Blattlaus Befall können Rosmarin Pflanzen geschädigt werden. Generell sind Schäden eher selten.

Aktuelle Arten

  • Aphis gossypii (Grüne Gurkenblattlaus), wohl wichtigste Art.
  • und andere.

Schadbild und Lebensweise

  • Blattläuse besiedeln Rosmarin Pflanzen.
  • Die Blattläuse saugen an den Pflanzen.
  • Nach einiger Zeit sieht auch Nützlinge an den Pflanzen.
  • Eine der wichtigsten Nützlings Arten sind die Marienkäfer.

Wirtspflanzen

  • Alle Küchenkräuter und Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nützlings Vorkommen im Betrieb fördern.
  • Beim Insektizid Einsatz im Betrieb nur nützlingsschonende Mittel verwenden.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Rosmarin Gallmücke (Asphondylia rosmarini)

Datei:Asphondylia rosmarini-gall.jpg
Gallmücken Schaden an Rosmarin. (H.Dumas)
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Gallmücke an Rosmarin. (H.Dumas)

Die Gallmücken können Rosmarin Pflanzen schädigen. Starke Schäden sind erher selten.

Synonym

  • Ischnonyx rosmarini.

Schadbild und Lebensweise

  • An den Blättern und Stängeln entstehen kleine Gallen.
  • In den Gallen bildet sich der Nachwuchs.
  • Bei einem stärkeren Befall vergilben einzelne Blätter.
  • Bei einem sehr starken Befall sterben ganze Pflanzentriebe ab.
  • Asphondylia rosmarini gehört zur Familie der Gallmücken.
  • Allein von der Gattung Asphondylia gibt es ca. 300 Arten.

Wirtspflanzen

  • Salvia rosmarinus und andere Lippenblütler.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine Bekämpfung ist bisher kaum nötig.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Rosmarinkäfer (Chrysolina americana)

Datei:Chrysolina americana larve 02.jpg
Rosmarinkäfer Larvenfraß. (Cyrille Delon)

Weniger bekannter, neuer Schädling, der 2017 in der Schweiz entdeckt wurde. Die Larven der Rosmarinkäfer können Rosmarin Pflanzen stark schädigen.

Synonym (laut EPPO)

  • Chrysomela americana, Chrysomela barbarica, Chrysomela striata.

Schadbild und Lebensweise

  • Der Rosmarinkäfer und seine Larven schädigt durch ihren Fraß an den Pflanzen.
  • Der Hauptschaden entsteht durch den Larvenfraß.
  • Am 29.09.2025 wurden Rosmarinkäfer an Salbei in der Pfalz beobachtet.
  • Die Käferart stammt trotz des Namens "americana" aus dem Mittelmeerraum.
  • Die Käfer haben metallisch glänzende, dunkel-grünlich und rot/violett gestreifte Deckflügeln.
  • Die Larven sind etwa 8 mm lang und haben 5 dunkle Längsstreifen.
  • Die Begattung erfolgt im Spätsommer oder später.
  • Die etwa 2 mm großen Eier werden an den Blattunterseiten abgelegt.
  • Die Larvenentwicklung erfolgt während der Wintermonate.
  • Die entstehenden Larven vergraben sich für ca. 3 Wochen im Boden, um sich dann zu verpuppen.
  • Im Frühling schlüpfen dann die Käfer.

Wirtspflanzen

  • Lavandula, Salvia officinalis, Salvia rosmarinus, Thymus und andere Lippenblütler.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zu einer erfolgreichen Bekämpfung gibt es bisher wenig Erfahrungen.
  • Im Kleinanbau kann das Einsammeln der Käfer und Lerven helfen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Trauermücken (Bradysia, Lycoriella) und andere

Totalausfall durch Trauermücken Larven
(Frank Korting, DLR Neustadt/Wstr.)
Trauermücken Larve. (Rainer Wahl, DLR Neustadt/Wstr.)

Trauermücken Larven können bei der Topfkräuter Kultur großen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Bradysia coprophila, Bradysia impatiens, Bradysia praecox, Bradysia paupera und weitere.
  • Lycoriella ingenua.
  • Sciara militaris.

Schadbild und Beschreibung

  • Befallene Pflanzen welken.
  • Es kommt zu einer Wuchshemmung.
  • Die Pflanzen Stängel im Bodenbereich werden zerstört und verfärben braun.
  • Im Wurzelbereich findet man die beinlosen Larven.
  • Stark befallene Pflanzen sterben.
  • Normal leben die Trauermücken Larven von Pilzmyzelien sowie von sich zersetzendem organischen Material.
  • Pflanzenschädigende Trauermücken Arten fressen jedoch auch an den verschiedenen Topf-Küchenkräutern.

Trauermücken Merkmale (Beispiel Bradysia)

  • Die Familie der Trauermücken (Sciaridae) gehört zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera).
  • Ebenso wie zum Beispiel bei Fliegen oder Stechmücken ist das zweite Flügelpaar der Trauermücken zu sog. Schwingkölbchen oder Halteren umgebildet, mit deren Hilfe das Insekt die Schwerkraft wahrnehmen kann.
  • Viele aktuelle Trauermückenarten gehören zur Gattung Bradysia an.
  • Die Mücken sind etwa 1-8 mm groß und haben längliche und dunkel gefärbt.
  • An den rel. kleinen Köpfen befinden sich fadenförmigen Antennen.
  • Die Augen sind oberhalb der Fühler durch einen schmalen Steg miteinander verbunden.
  • Fühler und Beine sind lang und zart gebaut.
  • Die weiß gefärbten, beinlosen Larven sind schlank und haben eine dunkle Kopfkapsel.
  • Die Larven sind z.T. durchsichtig, so dass der Verdauungstrakt sichtbar ist.
  • Die Larven werden bis zu sechs mm groß.
  • Viele Trauermückenarten gehören der Gattung Bradysia an, die auf allen Kontinenten vertreten ist.
  • Für einen ganzen Entwicklungszyklus brauchen Trauermücken der Gattung etwa drei Wochen.
  • Bei günstigen Bedingungen kann eine Trauermücke 70 oder mehr Eiser ablegen.
  • Ein Entwicklungszyklus von Bradysia impatiens dauert etwa 25-30 Tagen.

Vorbeugemaßnahmen und Bekämpfung

  • Da sich Trauermücken nur im feuchten Substrat gut entwickeln können jegliche Übernässung und Wasserstau vermeiden.
  • Bei Topfkulturen kann eine Bewässerung von unten den Befalls Druck mindern.
  • Die Anbauflächen frei von Algen und Unkraut halten.
  • Unvollständig verrottetes organischem Material begünstigen das Auftreten von Trauermücken.
  • Substratvorräte durch eine Bedeckung vor eine Besiedlung schützen.
  • Die Aktivitäten der fliegenden Trauermücken kann man mit Hilfe von gelben Leimtafeln überwachen.
  • Bekämpfung von Trauermücken im Larvenstadien kommen Bacillus thuringiensis, Nematoden (Steinernema feltiae) und Raubmilben (Hypoaspis sp.) in Frage. Der Wirkungsgrad ist sehr unterschiedlich.
  • Die umherfliegenden adulten Trauermücken können mit Hilfe von gelben Leimtafeln (sog. Gelbfallen) kontrolliert werden.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Zikaden (Eupteryx sp. u.a.)

Datei:Rosmarin Zikaden-2-DLR-NW-jk.jpg
Zikade an Rosmarin mit weißen Saugstellen.
(Jochen Kreiselmaier)

Zikaden können Rosmarin Pflanzen schädigen und vor allem die Vermarktungsqualität beeinträchtigen.

Aktuelle Arten

  • Eupteryx decemnotat (Ligurischer Blattzikade).
  • und andere.

Schadbild und Lebensweise

  • Viele kleine, gelblich-weiße Fleckchen auf den Blättern deuten auf einen Zikaden Befall hin.
  • Da die Zikaden gleich weg hüpfen, sind sie nur schwer zu identifizieren.
  • Durch die Saugtätigkeit entstehen die Fleckchen.
  • Bei einem sehr starken Befall wird der Rosmarin unverkäuflich.
  • Etwa ab 1983 wandere die Zikaden Art von Italien über die Schweiz und Österreich nach Norden.
  • Im Jahre 1989 wurde die Ligurischer Blattzikade zum ersten Mal in Deutschland beschrieben.
  • Erwachsene Weibchen legen ihre 0,85 mm langen und 0,17 mm breiten, durchscheinende, weiße Eier in das Pflanzengewebe.
  • Bei 20 °C schlüpfen die Ligurischen Blatt Hüpfer innerhalb von 20 bis 26 Tagen aus den Eiern.
  • Die geschlüpften Tiere durchlaufen fünf Nymphen Stadien wobei der ganze Lebenszyklus ca. 20 Tage dauert.
  • Wie die adulten Tiere, sind auch die Nymphen in der Lage, zu hüpfen.

Wirtspflanzen

  • Melissa officinalis, Ocimum basilicum, Origanum majorana, Origanum vulgare, Salvia officinalis, Salvia rosmarinus, Thymus vulgaris.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befalls Kontrollen mit Hilfe von Gelbtafeln.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Immer aktualisierte Pflanzenschutzempfehlung zum Anbau von Rosmarin

  • Integrierte Anbau: (PS-Info Gewächshaus)
  • Aktuelle Zulassungssituation zur Bekämpfung.
  • Freiland Anbau: In der obigen Anwendung die Einstellung "Freiland Anbau" aktivieren.
  • Ökologischer Anbau: In der obigen Anwendung den Button: "Ökologischer Anbau" aktivieren.

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Autoren und Mitwirkende

Datei:Forscher im Feld.jpg
Forschen für eine erfolgreiche, umweltfreundliche Lebensmittel Produktion. G. Brändle. Agroscope
  • Barbi Martina, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Bedlan Gerhard, Dr., Institut für Pflanzenschutz, BOKU, Tulln, Österreich.
  • Bomme Ulrich, Dr., Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising.
  • Gabler Jutta, Dr., Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) - Institut für Resistenzforschung und Pathogendiagnostik (IRP), Quedlinburg.
  • Gärber Ute, Dr., JKI, Quedlinburg.
  • Groos Ulrich, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Griesheim.
  • Hedrich Tino, FiBL, Frick, Schweiz.
  • Mahler Kerstin, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Lutz Frieder, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Mondani Willi, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Wiesbaden.
  • Nennmann, Holger, Pflanzenschutzdienst NRW, Unna.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Schneller, Harald, LTZ Augustenberg.
  • Schrader Gritta, Dr., JKI, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Quedlinburg.
  • Schrage Rainer, Dr., LWK NRW.
  • Ulrich Roswitha, Pflanzenschutzdienst Hessen.
  • Vietmeier Andreas, Landwirtschaftskammer NRW, Bonn.
  • Wilstermann Anne, Dr., JKI, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Quedlinburg.

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Siehe auch in Hortipendium

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Quellen Offline

Buch-Pflanzenschutz-im-Gemüsebau-Crüger.jpg
  • Bedlan Gerhard (2012): Gemüsekrankheiten. Österreichischer Agrarverlag. Wien. ISBN 10=3704-0114-95
  • Crüger Gerd (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-4
  • Hoffman Günter, Nienhaus Franz, Schönbeck Fritz, Weltzien Heinrich, Wilbert Hubert (2002): Lehrbuch der Phytomedizin (2.Auflage). Paul Parey. Berlin. ISBN 3-8001-3191-4
  • Krug Helmut (1986): Gemüseproduktion. Paul Parey. Berlin. ISBN 3-489-54222-3
  • Vogel Georg (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-489-60626-4

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Quellen Online