Liebstöckel Pflanzenschutz

Aus Hortipendium
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Blattläuse an Liebstöckel. (Josef Schlaghecken)

Liebstöckel (Levisticum officinale), das Küchenkraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) kann von einigen Krankheiten und verschiedenen Schädlingen befallen werden. Erhebliche Qualitätsmängeln oder auch zu Ertragsausfälle sind möglich. Es ist deshalb zu empfehlen, schon vor Beginn des Anbaus, über eventuell notwendige und sinnvolle Vorbeugemaßnahmen nachzudenken. Kommt es während des Anbaus zu Problemen, so gibt es hier umfassende Informationen zu allen wichtigen Schadursachen.

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Anbauplanung

Liebstöckel als Topf Küchenkraut. (Josef Schlaghecken)

Zur Marktversorgung mit Liebstöckel gibt es sehr unterschiedliche Marktprodukte mit ganz speziellen Anbaumethoden.
Neben dem Frischwaren Angebot spielt die Produktion von getrocknetem Blattgut eine größere Rolle.
Beachten

  • Bei den hier aufgeführten Schadensursachen wird jeweils ein Link zur der Pflanzenschutzmittel Datenbank "PS-Info" angeboten. Die Voreinstellung geht von einem Liebstöckel Anbau im Freiland aus. Sucht man die für den Gewächshaus Anbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel, so ist nach Aufruf des Links nur der "Anwendungsbereich" Gewächshaus durch Freiland zu ersetzen.

Pflanzenproduktion und Topfkräuter Anbau

  • Hochwertige, krankheitsfreies Saatgut verwenden.
  • Krankheitsfreie Substrate verwenden.
  • Nur gut gereinigte, krankheitsfreie Kisten bzw. Töpfe verwenden
  • Optimal zusammengesetzte Substrate benutzen.
  • Vorsicht vor überhöhte Nitratangebote im Winterhalbjahr.
  • Strenge Hygiene Vorkehrungen in den Anzuchträumen.
  • Bedarfsgerechte, jahreszeitig angepasster Klimaführung
  • Bedarfsgerechte Bewässerung.

Bodenanbau für Frischmarkt und industrielle Verarbeitung

Anbau für die industrielle Verarbeitung. (J. Schlaghecken)
  • Fruchtwechsel optimieren. Siehe Hortipendium Artikel.
  • Grundsätzlich kein direkter Liebstöckel Anbau nach Doldenblütler.
  • Keine Parzellen mit bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen (z.B. Nematoden).
  • Keine Böden mit größeren Verdichtungen wählen.
  • Keine Parzelle mit größeren Bodensenken (Wasserstaugefahr) wählen.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung (P, K, Mg, B, pH-Wert usw.) kontrollieren.
  • Auf eine gute Humusversorgung des Bodens achten.
  • Keine Parzellen mit einem stärkeren Besatz an Wurzelunkräutern wählen.
  • Hochwertige, krankheitsfreies Saatgut verwenden.
  • Feldhygiene ernst nehmen.
  • Weitere Information dazu siehe im Hauptartikel
  • Liebstöckel Erwerbsanbau in Hortipendium.

Die Möglichkeiten eines Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in PS INFO prüfen.

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Jungpflanzenanzucht und Topfkultur

Bei der Liebstöckel Jungpflanzenanzucht, z.B. im Erdpresstopf oder bei der Topfkultur für den Küchenkräuter Markt, können einige der im Feld auftretenden Erreger, auch schon hier Probleme bereiten.

Anzuchtprobleme (Auflaufkrankheiten, Keimlingskrankheiten usw.)

So ein Keimlings Befall kann auch bei einem Liebstöckel Topfanbau auftreten. (Roswitha Ulrich)

Die wichtigsten Schadursachen

  • Alternaria ssp., Botrytis cinerea, Fusarium ssp., Pythium ssp., Rhizoctonia solani, Sclerotinia oxysporum, Trauermücken.

Schadbilder Beispiele

  • Keimlinge sterben ab, Keimlinge haben bräunliche Wurzeln, Weißer Belag an den Blättern, Grauer Pilzbelag an Stängel oder Blätter.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Krankheitsfreies Substrat.
  • Krankheitsfreies Saatgut.
  • Gereinigte bzw. desinfizierte Anzuchträume.
  • Saubere Jungpflanzenkisten und Töpfe.
  • Optimierte Klimaführung im Anzuchthaus.
  • Längere Taubildung vermeiden.
  • Bei Bedarf zugelassene Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Nichtparasitäre Ursachen

An Liebstöckel Bestände können nichtparasitäre Probleme auftreten, die sogar zu einem Gesamtausfall führen können.
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Frostschäden

Frühfrost Schaden an einem Liebstöcke Bestand.
(Josef Schlaghecken)

Die eigentlich frostharten Liebstöckel Rhizome können bei extrem früher Saat oder Pflanzung sowie im Herbst leicht durch Fröste Schaden erleiden.

Schadbild und Beschreibung

  • Die erfrorenen Blätter und Blattstiele lassen "Kopf hängen".
  • Die erfrorenen Pflanzenteile verlieren das Blattgrün.
  • Die abgestorbenen Blattpartien verfärben sich bräunlich.
  • Bei einem stärkeren Schaden sterben frisch gepflanzte Liebstöcke Pflanzen ab.
  • Kahlfröste bei starker Sonneneinstrahlung, bes. im Frühjahr sind bes. gefährlich.
  • Alle oberirdischen Pflanzenteile der Liebstöcke Pflanzen frieren bei den ersten Frühfrösten im Herbst ab.
  • Mehrjährige Liebstöcke Pflanzen treiben nach dem oberirdischen Absterben im Frühjahr problemlos wieder aus
  • Mit zunehmender Klimaveränderungen kommt es voraussichtlich öfter zu solchen kritischen Situationen.

Vorbeuge Maßnahmen

  • Im Frühjahr nicht zu früh pflanzen.
  • Übermäßige N-Düngung vermeiden.
  • Frühkulturen evtl. mit einem Vlies oder einer Folien Bedeckung schützen.
  • Vor einer N-Düngung den Nmin-Bodenvorrat messen und bei der Düngung berücksichtigen.

Quellen

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Hagelschäden

Hagelkörner. (Josef Schlaghecken)

Durch Hagel können Liebstöckel Bestände stark geschädigt oder auch vernichtet werden.

Schadensbeschreibung

  • Bei leichtem Hagel wird das Laub verletzt und geschädigt.
  • Bei einem starken Hagel kann das Laub extrem reduziert werden.
  • Liebstöckel Bestände verlieren durch Hagel relativ schnell ihre Vermarktungsfähigkeit.
  • Bei einem starken Hagel können evtl. auch die Schultern der Wurzelpetersilie verletzt werden.
  • Hagelschläge gehen oft einher mit starken Niederschlägen, die zu einer Nitrat Verlagerung im Boden führen.

Vorbeugung und Maßnahmen

  • Möglichst nicht den gesamten Liebstöckel Anbau in einer Gemarkung durchführen.
  • Nach Hagel ohne größere Schäden an den Liebstöckel Beständen Pflegemaßnahmen ergreifen.
  • Nach einem Hagelschlag verstärkte Kontrollen auf einen Krankheitsbefall durchführen.
  • Wegen der möglichen N-Auswaschung die N-Versorgung überprüfen.
  • Abschluss einer Hagelversicherung erwägen.

Quellen

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Herbizid Schäden

Herbizid Schaden an einer Kräuter Kultur.
(Jochen Kreiselmaier)

Liebstöckel Pflanzen sind empfindlich bezüglich einer falschen Herbizid Anwendung bzw. einer Herbizid Abdrift.

Ursachen

  • Abdrift eines Herbizides vom Nachbarfeld.
  • Überdosierung bei einer Herbizid Spritzung.
  • Starkniederschläge.
  • Falsches Stadium der Liebstöckel Pflanzen.

Schadbilder

  • Die Schadbilder sind sehr unterschiedlich.
  • Jeder Herbizid-Wirkstoff verursacht spezielle Schadbilder.
  • Bei einer Abdrift bilden sich meist nur leichte Schäden.
  • Einen Abdrift Schaden erkennt man unter anderem an dem Gradienten der Schadsymptome.

Vermeidungsstrategien

  • Nur zugelassene Herbizide in der vorgesehenen Menge ausbringen.
  • Keine Herbizid Ausbringung bei Abdrift verursachendem Wind.
  • Sicherheitsabstand zu empfindlichen Kulturen einhalten.

Quellen

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Starkregen und Erosion

Starkregen Schaden. (Jochen Kreiselmaier)

Starke Niederschläge können, insbesondere bei nicht ebenen Flächen, zu einer Erosion und damit zu großen Ausfällen führen.

Schadensbeschreibung

  • Der Boden wird verlagert und in tiefere Region geschwemmt.
  • Je mehr Gefälle desto größer der Erosionseffekt.
  • Je geringer die Regenverdaulichkeit desto eher eine Erosion.
  • Insbesondere unbewachsene Parzellen in hängigem Gelände sind betroffen.
  • Insbesondere frisch ausgebrachte Düngemittel werden verlagert.
  • Eine verstärkte Gewässereutrophierung mit Nitrat ist zu befürchten.
  • Insbesondere neue Pflanzungen sind gefährdet.
  • Beetbauweise mit Hangneigung erhöhen das Erosionsrisiko.
  • Im Rahmen der Klimaveränderung ist mit einem vermehrten Auftreten von Extremwetterlagen zu rechnen.

Vorbeugemaßnahmen

  • Parzellen mit größeren Bodensenken vermeiden.
  • Beet Pflanzungen quer zur Feldneigung anlegen.
  • Regenverdaulichkeit des Bodens erhöhen.
  • Bodenverdichtungen beseitigen.
  • Warnwetter APP´s nutzen
  • Vor einer Beregnung die angekündigten Niederschläge berücksichtigen.

Quellen

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Virus Krankheiten

An Liebstöckel Bestände können Viruskrankheiten auftreten, die Schaden anrichten können.
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Bakterien Krankheiten

Liebstöckel Bestände können von Bakterienkrankheiten befallen werden, die einen beachtlichen Schaden anrichten können.
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Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae)

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Pseudomonas syringae an einem Liebstöckel Blatt.
(Dr. Jan Hinrichs-Berger, LTZ Augustenberg)
Datei:Levisticum officinale - Bakterielle Blattfleckenkranheit - Pseudomonas syringae-2-Hinrichs Berger.jpg
Pseudomonas syringae an einem Liebstöckel Blatt. (Dr. Jan Hinrichs-Berger, Augustenberg)

Bakterielle Blattfleckenkrankheit, die Schäden an den Blättern hervorrufen kann. Es kann auch Pseudomonas viridiflava auftreten.

Schadbild und Lebensweise (Gerhard Bedlan)

  • Zunächst winzig kleine hellgelbe bis hellbraune Tupfen auf den Blättern, die oft gelb umrandet sind.
  • Die Flecken vergrößern sich und verbräunen.
  • Die Flecken können schließlich die gesamte Blattspreite bedecken.
  • Die Bakterien werden mit den Samen übertragen bzw. sie überwintern in infizierten pflanzlichen Rückständen im Boden.
  • Die Bakterien dringen durch Verletzungen, Stomata und die Hydatogen, die sich an den Blatträndern befinden, in das Blattgewebe ein.
  • Die Bakterien besitzen 1 bis 5 Geißeln, mit deren Hilfe sie sich zwischen den Zellen der Blatt- und Fruchtgewebe bewegen.
  • Bei günstigen Bedingungen vermehren sich die Bakterien sehr rasch.
  • Die optimale Wachstumstemperatur liegt bei 25 bis 28 °C.
  • Es muss aber auch eine höhere Luftfeuchtigkeit vorhanden sein.

Wirtspflanzen

  • Levisticum officinale

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gesundes Saatgut verwenden.
  • Wiederholte Bestandskontrollen.
  • Bei Bodenanbau kein direkter Nachbau nach einem Wirtspflanzen Anbau.
  • Fruchtfolge optimieren.
  • Soweit möglich Erstbefall sorgfältig entsorgen.
  • Bestandsreste alsbald zur Verrottung bringen.
  • Eine direkte Bekämpfung ist kaum möglich.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Pilzkrankheiten

An Petersilie Bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Ascochyta-Blattfleckenkrankheit (Ascochyta levistici)

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Ascochyta-Blattfleckenkrankheit an Liebstöckel Blatt. (Bedlan Gerhard, Dr., Wien)

Eine Pilzkrankheit, die großen Schaden an den Blättern verursachen kann.

Schadbild und Lebensweise (Dr. Gerhard Bedlan)

  • Auf den Blättern entstehen hell- bis dunkelbraune Flecken, die manchmal schwache konzentrische Zonierungen aufweisen können.
  • Auf diesen Flecken werden braune Fruchtkörper (Pyknidien) des Pilzes gebildet.
  • Die Pyknidien befinden sich auf den Blattoberseiten verteilt oder zusammen, manchmal zwei bis drei auch zusammengewachsen, rundlich zusammengepresst bis linsenförmig.
  • Die zylindrischen Konidien sind an beiden Enden abgerundet, manchmal in der Mitte schmäler, gerade bis leicht gebogen, nicht oder nur schwach beim Septum eingeschnürt.

Wirtspflanzen

  • Angelica sylvestris; Heracleum; Levisticum officinale.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei einer Bodenkultur kann ein Schnitt mit Entfernung des Blattmaterials helfen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.
  • Ein vorteilhafter Behandlungstermin ist nach einem Zwischenschnitt.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Blattflecken (Ramularia levistici)

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Ramularia levistici Blattflecken an Liebstöckel.
(Dr. Gerhard. Bedlan, Wien)

Eine Pilzkrankheit, die Liebstöckel Pflanzen schädigen kann.

Synonym

  • Ramularia heraclei.

Schadbild und Lebensweise (Gerhard Bedlan u.a.)

  • An den Blättern entstehen braune Flecken.
  • Die Infektionen beginnen an den unteren Blättern.
  • Es sind zunächst braune, unregelmäßige oder rundliche Flecken auf beiden Blattseiten sichtbar.
  • Größere Flecken haben ein weißliches bis hellgraues Zentrum und sind von einem hellbraunen, breiten Rand umgeben.
  • Bei fortschreitender Krankheit fließen die Flecken zusammen und ganze Blattteile, aber auch Triebspitzen können absterben.
  • Unter feuchten Bedingungen ist blattunterseits auf den Flecken ein grauer Sporenrasen zu sehen.
  • Es können bereits Jungpflanzen in der Anzucht befallen werden.
  • Bei hoher Feuchtigkeit kommt es zu einer schnellen Ausbreitung im Bestand und zu großen wirtschaftlichen Schäden.
  • Das Myzel des Erregers kann in abgestorbenem Pflanzenmaterial überdauern und im darauffolgenden Frühjahr wird der Neuaustrieb der Pflanzen infiziert.
  • Die Konidien werden durch Luftbewegung und verspritzende Wassertropfen verbreitet.
  • Bei ausreichender Feuchtigkeit keimen die Konidien auf den Blättern und dringen in das Pflanzengewebe ein.
  • Nach einer Wachstumsphase in den Pflanzen bildet der Pilz Konidien Träger aus, die entweder durch die Stomata auf den Blattunterseiten oder direkt durch die Epidermis wachsen.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Coriandrum sativum, Levisticum officinale und andere Vertreter der Doldenblütler Familie.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Beim Bodenanbau kein direkter Nachbau nach einem befallenen Bestand.
  • Befallene Bestandsreste alsbald sorgfältig zerkleinern und einarbeiten.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

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Echter Mehltau (Erysiphe heraclei)

Eine Pilzkrankheit, die an Liebstöckel Pflanzen Schaden anrichten kann.

Synonyme (bei EPPO)

  • Erysiphe communis f. umbelliferarum.
  • Erysiphe umbelliferarum.

Schadbild und Lebensweise

  • Der sogenannte Schönwetterpilz findet vor allem im Sommer und Früherbst günstige Bedingungen.
  • Bei einem Befall bildet sich auf den infizierten Blättern ein puderiger, weißlicher Überzug.
  • Auch die Blattstiele bekommen den weißlichen Überzug.
  • Pilzkrankheit, die oftmals an Topfpetersilie auftritt.
  • Im Binokular sieht man das feine Myzel und die Sporenträger mit den Konidien oder Oidien.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben die Blätter ab und vergilben.
  • An befallenen Petersilien Beständen kann der Pilz überwintern.
  • Der Pilz überdauert auch auf Pflanzenresten mit Hilfe seiner Kleistothecien.
  • Im Frühjahr bilden sich in den Kleistothecien Ascosporen.
  • Die Sporen werden mit Luftbewegungen verbreitet.
  • Bei günstigen Bedingungen wächst der Pilz in das Pflanzengewebe ein.

Wirtspflanzen

  • Doldenblütler Arten, jedoch unterschiedliche Empfindlichkeit.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Häufiges bewässern hemmt die Pilzentwicklung.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

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Falscher Mehltau (Plasmopara crustosa)

Falscher Mehltau an der eng verwandten Petersilie, Blattunterseite. (Jochen Kreiselmaier)

Pilzkrankheit, die durch ihren Befall an Möhren und Petersilie bekannt ist, kann auch Liebstöckel Pflanzen befallen.

Synonyme (laut EPPO)

  • Peronospora crustosa.
  • Plasmopara nivea.
  • Plasmopara umbelliferarum.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Pilzart gehört zur Familie der Peronosporaceae.
  • Der Pilz dringt mit seinen Haustorien in die Wirtszellen ein.
  • Befalls Beginn meist an den älteren Blättern.
  • Sehr dichte Bestände fördern den Befall.
  • Erstbefall vor allem an den feuchteren Stellen in Bodennähe.
  • Weißer Sporenrasen, vor allem an der Blattunterseite.
  • Weißer Sporenrasen evtl. auch an den Blattstielen.
  • Eventuell auch ein weißer Sporenrasen an der Blattoberseite.
  • Nach einem längeren Befall sieht man an der Blattoberseite gelbe Flecken.
  • Bei einem starken Befall sterben die ganzen Pflanzen ab.
  • Wird seit 2000 in der Pfalz an Petersilie beobachtet.

Wirtspflanzen

  • Anthriscus, Carum, Daucus, Foeniculum, Levisticum, Pastinaca, Petroselium. (vorläufige Zuordnung)

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Wenn möglich, weniger empfindliche Sorten bevorzugen (Siehe Sortenempfehlungen).
  • Befallenen Bestände nach der Ernte bzw. sobald möglich, beenden.
  • Kein Anbau in einem Gewanne mit einem befallenen Bestand.
  • Blattnässe Perioden im Rahmen der Bewässerung minimieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.
  • Pflanzenstärkungsmittel können helfen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Rost (Puccinia bornmuelleri)

Rost an Liebstöckel. (Björn Sothmann)

Die Rost Pilzkrankheit kann Liebstöckel Bestände schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • Mit einem ersten Befall ist, je nach Region, etwa ab Mai zu rechnen.
  • Auffallend sind die orange-braunen Uredosporen Lager und die schwarzen Teleutosporenlager.
  • Beide Formen der Sporenlager kommen an den Blättern, den Blattstielen sowie den Stängeln vor.
  • Zunächst sind die Sporen Lager erst klein und elliptisch-rundlich, später aber auch einige cm lang.
  • Bei einem starken Befall sterben ganz Blätter ab.
  • Zu Erreger Bestimmung die Form der Konidien (siehe Foto) beachten.

Wirtspflanzen

  • Levisticum officinale.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Beim Feldanbau kein direkter Nachbau auf befallenen Parzellen.
  • Beim Feldanbau notfalls Rückschnitt, Entfernung des befallenen Laube und Neuaustrieb.
  • Befallen Bestandsreste bald zur Verrottung bringen.
  • Bei Topfkulturen erste Befalls Stellen sorgfältig entfernen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Schädlinge

Eine beachtliche Anzahl an Schädlingsarten können Liebstöckel Bestände schädigen.
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Blattläuse (Aphis, Cavariella und andere)

Blattläuse an Liebstöckel.
(Josef Schlaghecken)

Durch die Saugtätigkeit verschiedener Blattlausarten kann es zu Schäden an Liebstöckel Kulturen kommen.

Bedeutende Arten sind u.a.

  • Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae).
  • Gierschblattlaus (Cavariella aegopodii).??

Schadbild und Lebensweise der Gierschblattlaus ???

  • Es entsteht eine Kräuselung am Petersilien Laub.
  • Gierschblattläuse sind etwa 1-3 mm groß.
  • Sie treten vor allem von Mai bis September an den Petersilien Pflanzen auf.
  • Man findet sie bes. an den jungen Blättern in Kolonien.
  • Die Gierschblattläuse überwintern in Eiform an Weidenbäume (Salix fragilis).
  • Die Blattläuse können auch an Doldenblütler Pflanzen überwintern.
  • Etwa Mitte Mai entstehen geflügelte Formen, die ihre Sommerwirte aufsuchen.
  • Sommerwirte sind Doldenblütler Arten wie Möhren, Dill, Fenchel, Giersch, Pastinaken, Petersilie, Sellerie usw.

Wirtspflanzen der Gierschblattlaus

  • Anethum graveolens, Daucus carota, Foeniculum vulgare, Pastinaca sativa, Petroselinum crispum, Salix, Vicia faba u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Blattlausfreie Jungpflanzen verwenden.
  • Wiederholt Bestandskontrollen durchführen.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Insektizide erwägen.
  • Die eingesetzte Insektizide sollten nützlingsschonend sein.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Sellerie Fliegen Blattschäden (Euleia heraclei)

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Sellerie Fliege (Euleia heraclei) von (Wikimedia)

Sellerie Fliegen können mit ihren Larven die Blätter minieren und so großen Schaden hervorrufen.

Synonyme

  • Acidia heraclei.
  • Philophylla heraclei.

Schadbild und Lebensweise

  • Etwa ab Mai ist mit Schäden zu rechnen.
  • Die Fliegen legen ihre Eier auf den Wirtspflanzen ab.
  • Die nach etwa einer Woche entstehenden Larven minieren die Blätter.
  • Es entstehen breitflächige gelbbraun gefärbte Minengänge.
  • Nach etwa 4 Wochen verlassen die Larven die Blätter, um sich im Boden zu verpuppen.
  • Pro Jahr gibt es zwei Generationen.
  • Etwa ab Juli erscheint die zweite Generation.
  • Die Überwinterung erfolgt im Boden.

Wirtspflanzen

  • Apium graveolens, Heracleum, Levisticum officinale, Pastinaca und andere Doldenblütler.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Kein Anbau direkt nach einem Doldenblütler Anbau.
  • Bei einem starken Befall in einer mehrschnittigen Kultur, den Blattbereich schlägeln un einen gesunden Neuaustrieb zu erhalten.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Trauermücken (Bradysia, Lycoriella) und andere

Totalausfall durch Trauermücken Larven
(Frank Korting, DLR Neustadt/Wstr.)
Trauermücken Larve. (Rainer Wahl, DLR Neustadt/Wstr.)

Trauermücken Larven können bei der Topfkräuter Kultur großen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Bradysia coprophila, Bradysia impatiens, Bradysia praecox, Bradysia paupera und weitere.
  • Lycoriella ingenua.
  • Sciara militaris.

Schadbild und Beschreibung

  • Befallene Pflanzen welken.
  • Es kommt zu einer Wuchshemmung.
  • Die Pflanzen Stängel im Bodenbereich werden zerstört und verfärben braun.
  • Im Wurzelbereich findet man die beinlosen Larven.
  • Stark befallene Pflanzen sterben.
  • Normal leben die Trauermücken Larven von Pilzmyzelien sowie von sich zersetzendem organischen Material.
  • Pflanzenschädigende Trauermücken Arten fressen jedoch auch an den verschiedenen Topf-Küchenkräutern.

Trauermücken Merkmale (Beispiel Bradysia)

  • Die Familie der Trauermücken (Sciaridae) gehört zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera).
  • Ebenso wie zum Beispiel bei Fliegen oder Stechmücken ist das zweite Flügelpaar der Trauermücken zu sog. Schwingkölbchen oder Halteren umgebildet, mit deren Hilfe das Insekt die Schwerkraft wahrnehmen kann.
  • Viele aktuelle Trauermückenarten gehören zur Gattung Bradysia an.
  • Die Mücken sind etwa 1-8 mm groß und haben längliche und dunkel gefärbt.
  • An den rel. kleinen Köpfen befinden sich fadenförmigen Antennen.
  • Die Augen sind oberhalb der Fühler durch einen schmalen Steg miteinander verbunden.
  • Fühler und Beine sind lang und zart gebaut.
  • Die weiß gefärbten, beinlosen Larven sind schlank und haben eine dunkle Kopfkapsel.
  • Die Larven sind z.T. durchsichtig, so dass der Verdauungstrakt sichtbar ist.
  • Die Larven werden bis zu sechs mm groß.
  • Viele Trauermückenarten gehören der Gattung Bradysia an, die auf allen Kontinenten vertreten ist.
  • Für einen ganzen Entwicklungszyklus brauchen Trauermücken der Gattung etwa drei Wochen.
  • Bei günstigen Bedingungen kann eine Trauermücke 70 oder mehr Eiser ablegen.
  • Ein Entwicklungszyklus von Bradysia impatiens dauert etwa 25-30 Tagen.

Vorbeugemaßnahmen und Bekämpfung

  • Da sich Trauermücken nur im feuchten Substrat gut entwickeln können jegliche Übernässung und Wasserstau vermeiden.
  • Bei Topfkulturen kann eine Bewässerung von unten den Befalls Druck mindern.
  • Die Anbauflächen frei von Algen und Unkraut halten.
  • Unvollständig verrottetes organischem Material begünstigen das Auftreten von Trauermücken.
  • Substratvorräte durch eine Bedeckung vor eine Besiedlung schützen.
  • Die Aktivitäten der fliegenden Trauermücken kann man mit Hilfe von gelben Leimtafeln überwachen.
  • Bekämpfung von Trauermücken im Larvenstadien kommen Bacillus thuringiensis, Nematoden (Steinernema feltiae) und Raubmilben (Hypoaspis sp.) in Frage. Der Wirkungsgrad ist sehr unterschiedlich.
  • Die umherfliegenden adulten Trauermücken können mit Hilfe von gelben Leimtafeln (sog. Gelbfallen) kontrolliert werden.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln

In der Datenbank PS-INFO findet man einfach und schnell, für die jeweils ausgewählte Gemüsekultur, die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel.

Logo PS Info.jpg



Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel beim Liebstöckel Anbau im Freiland

Siehe auch in Hortipendium

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Autoren und Mitwirkende

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Forschen für eine erfolgreiche, umweltfreundliche Lebensmittel Produktion. G. Brändle. Agroscope
  • Bedlan Gerhard, Dr., Institut für Pflanzenschutz, BOKU, Tulln, Österreich.
  • Fischer-Klüver, Gisela, Dr., Hannover.
  • Gerlach Wolfgang W.P, Prof., Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising.
  • Groos Ulrich, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Griesheim.
  • Heller Werner, Agroscope, Schweiz.
  • Hinrichs-Berger, Jan, Dr., Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg.
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Leinhos Gabriel, Dr., Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Mahler Kerstin, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR-Rheinpfalz), Neustadt/Wstr.
  • Marschall Daniela, Agroscope, Schweiz.
  • Mondani Willi, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Wiesbaden.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Thesing-Herrler, Marina, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising.

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Quellen Offline

Buch-Pflanzenschutz-im-Gemüsebau-Crüger.jpg
  • Crüger Gerd (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-4
  • Hoffman Günter, Nienhaus Franz, Schönbeck Fritz, Weltzien Heinrich, Wilbert Hubert (2002): Lehrbuch der Phytomedizin (2.Auflage). Paul Parey. Berlin. ISBN 3-8001-3191-4
  • Krug Helmut (1986): Gemüseproduktion. Paul Parey. Berlin. ISBN 3-489-54222-3
  • Schlaghecken Josef (2019): Rund um das Saatgut: Liebstöckel.. In: Zeitschrift "Gemüse". 55. Nr. 1. Seite Basiswissen. 
  • Vogel Georg (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-489-60626-4


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Quellen Online