Knoblauch im Hausgarten

Aus Hortipendium
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Knoblauch

Beim Knoblauch handelt es sich um eine sehr alte, aus Asien stammende Kulturpflanze. Heute erfreut sie sich großer Beliebtheit und wird weltweit angebaut. In China und Japan wurde der Knoblauch als Arzneipflanze angebaut. Die Ägypter, Griechen und Römer nutzten ihn als billige Volksnahrung.

Standort

Ideal sind tiefgründige, gut bearbeitete und etwas schwerere Böden in offener und sonniger Lage. Ungeeignet sind Böden, die zu Staunässe neigen, da Knoblauch im nassen Boden leicht fault. Am besten gedeiht Knoblauch in wärmeren Lagen mit monatlichen Durchschnittstemperaturen von 12 bis 24 °C. Bei Durchschnittstemperaturen über 30 °C wird die Zwiebelbildung gänzlich verhindert.

Pflanzung

Winterknoblauch sollte Ende September bis Anfang Oktober, Sommerknoblauch im März gepflanzt werden. Es ist zu beachten, dass Winterknoblauch generell höhere Erträge als Sommerknoblauch bringt. Als Pflanzmaterial sollten keine Zehen aus dem Lebensmittelhandel verwendet werden. Es ist empfehlenswert spezielles Pflanzgut zuzukaufen. Es sollte ein Reihenabstand von etwa 20 cm eingehalten werden. Innerhalb der Reihe sollten die Pflanzen in einem Abstand von 15 cm zueinander stehen. Die Pflanztiefe sollte 5 bis 6 cm betragen. Es sollten etwa 30 bis 40 Zehen pro m2 gepflanzt werden.
Für eine Vermehrung durch Brutzwiebeln sollte entweder im Herbst oder im Frühjahr eng gepflanzt werden. Im ersten Jahr entwickeln sich einfache, runde Zwiebeln, sogenannte "Rundlinge". Diese werden entweder noch im Herbst des ersten Jahres im Endabstand gepflanzt oder über den Winter aufbewahrt. Erst im zweiten Anbaujahr entwickeln sich die bekannten, zusammengesetzten Zwiebeln.

Kultur

Um den Befall mit Krankheiten und Schädlingen zu vermeiden, ist vor und nach dem Knoblauchanbau eine Anbaupause von etwa 5 Jahren einzuhalten. Diese Pause sichert auch gleichbleibend hohe Erträge. In dieser Zeit sollten keine anderen Liliengewächse, wie zum Beispiel Zwiebeln, Porree oder Schnittlauch angebaut werden. Es ist außerdem empfehlenswert im Frühjahr etwa 5 l Kompost pro m2 auszubringen. Der Düngung sollte allerdings eine Bodenprobe vorausgehen.
Um die Ertragssicherheit zu gewährleisten, sollte zusätzlich beregnet werden.


Ernte

Winterknoblauch sollte ab Anfang Juli geerntet werden, wenn das obere Laub abgestorben ist. Die Hüllschale der Zwiebel sollte zum Erntezeitpunkt noch fest, die Zehen jedoch schon zu erkennen sein. Erntet man zu spät, löst sich der Stängel vom Zwiebelboden und die Zwiebel verfällt. Die Ernte von Sommerknoblauch findet später statt. Zum Frischverbrauch kann der Knoblauch auch schon vor der Zehenbildung geerntet werden. Am besten funktioniert die Ernte, indem man die Erde mit einer Grabgabel lockert, sodass man den Knoblauch an den Blättern herausziehen kann.
Bei trockenem Wetter sollte man die geernten Knoblauchzwiebeln noch ein paar Tage auf dem Beet oder an einer überdachten Stelle nachreifen lassen. Anschließend sollte das Laub auf eine Länge von 5 bis 10 cm eingekürzt werden. Die Knoblauchzwiebeln sind zum Trocknen luftig aufzuhängen oder auszulegen. Für die Lagerung eignen sich kühle, trockene Orte. Am besten hält sich Knoblauch bei einer Temperatur um 0 °C.
Winterknoblauch kann meist bis Dezember verwendet werden, ab Januar beginnt er zunehmend auszutreiben. Der Vorteil der Frühjahrsernte liegt darin, dass die Zehen aufgrund der späteren Ernte länger gelagert werden können.


Weblinks


Quellen

  • Bayerische Gartenakademie
  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaues. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1