Indianerbanane

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Indianerbanane
Asimina triloba
(L.) Dunal
Synonyme
PawPaw, Dreilappige Papau
Baum.jpg
Habitus Indianerbanane
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Ordnung Magnolienartige
Magnoliales
Familie Annonengewächse
Annonaceae
Gattung Papau
Asimina


Systematik

Die Indianerbanane kommt aus Nordamerika. Das Obstgehölz gehört der Familie der Annonengewächse (Annonaceae) an. Die botanische Bezeichnung lautet Asimina triloba. Sie ist die einzige Pflanze dieser tropischen Gattung, welche auch in Deutschland gedeiht.


Namensgebung

Für die Asimina triloba (deutsch: dreilappiger Papau) gibt es eine Vielzahl an sonstigen Bezeichnungen: Indianerbanane, Papau, PawPaw, Michigan Banane, Poor Men´s Banana. Aufgrund der Ähnlichkeit zur Papaya erhielt sie den Namen „PawPaw“, welcher heute noch in den USA gebräuchlich ist. Der Name „Indianerbanane“ beruht auf der Ähnlichkeit der Konsistenz und Farbe des Fruchtfleisches zur Banane. Allerdings weist die PawPaw keine Verwandtschaft zur Bananenpflanze auf. Der botanische Speziesname (triloba) ist zurückzuführen auf die dreilappige wirbelartige Anordnung der Blüte.


Herkunft & Verbreitung

Die Indianerbanane ist im südöstlichen Amerika eine Auwaldpflanze, die häufig im Schwemmland von Flüssen oder Seen angesiedelt ist. Sämlinge entwickeln sich im Schatten größerer Bäume. Die Pflanzen sind vor allem im südöstlichen Nordamerika und im südlichen Teil Kanadas verbreitet. In Europa findet man sie in Italien, Schweiz, Deutschland, Österreich und vereinzelt auch in den Niederlanden, Frankreich, Tschechien und Spanien.


Pflanze

Habitus

Der pyramidenförmige Baum wird durchschnittlich zwischen 3 bis 12 m hoch. Der eintriebige Baum wächst zunächst sehr langsam, zeigt eine gute Verzweigung (überwiegend im 45°-Winkel) und entwickelt jährlich kurze Neutriebe von 15 bis 30 cm Länge. Nach der Anwuchsphase können die jährlichen Austriebe circa 30 bis 40 cm betragen. In seiner ursprünglichen Umgebung wächst die Indianerbanane vorrangig ausgebreitet und gedrungen. Innerhalb ihrer natürlichen bevorzugten Wachstumsbedingungen (Schattenpflanze) wächst sie strauchförmig mit Größen bis zu 4 m. In Kulturform können Größen bis zu 12 m erzielt werden.

Wurzel

Die Indianerbanane ist ein Pfahlwurzler. Die Hauptwurzel ist stark ausgeprägt und ragt tief in den Boden, wodurch die Versorgung mit Nährstoffen und Wasser sichergestellt wird.

Blatt

Die Blätter sind grün, zwischen 17 und 26 cm groß, elliptisch bis lanzettförmig und in ihrer Anordnung wechselständig. Ihnen wird nachgesagt streng nach Tomaten und grünem Pfeffer zu riechen, wenn die Blattstruktur zerstört wird.

Blüten

Die Pflanze blüht zwischen März und Mai bis zu 6 Wochen lang am diesjährigen Holz. Die Blüten sind zunächst grün und wechseln ihre Farbe in einen tiefrot-violetten Bereich. Sie sind kelchförmig und werden bis zu 5 cm groß. Angeordnet sind sie in drei grünen Septalen und sechs rot-violetten Petalen. Jede Blüte besitzt mehrere Ovarien, sodass sich aus einer einzelnen Blüte mehrere Früchte bilden können. Die Blüten sind stark riechend. Sämlinge blühen frühestens nach 4 Jahren und spätestens nach 8 Jahren.

Befruchtung

Die Indianerbanane ist selbststeril und somit auf eine Fremdbestäubung angewiesen (außer die Sorten Prima 1216 und Sunflower). In der Blüte befinden sich mehrere Fruchtknoten, die nach erfolgreicher Bestäubung eine Fruchttraube (Cluster) von bis zu 7 oder mehr Früchten bilden. Die natürliche Befruchtung kann durch Wind (eher selten) oder durch Fliegen und Käfer erfolgen. Jedoch fehlen die für die Bestäubung notwendigen Insekten meist im mitteleuropäischen Raum. Bienen und Hummeln meiden die Blüten. Daher sollte die Bestäubung wenn möglich manuell erfolgen.

Frucht

Die Frucht wächst in sogenannten Clustern, sofern sich mehrere Blüten an einem Fruchttrieb bilden. Sie ist länglich-oval bis keulenförmig, je nach Sorte rund 5 bis 14 cm lang und etwa 3 bis 7 cm im Durchmesser. Das Gewicht variiert bis zu 400 g und mehr. Äußerliche Ähnlichkeiten zu Mangos oder Papayas sind nicht abzuweisen. Die Haut ist grün-gelb gefärbt in einem ausgeprägten Farbspektrum. Das Fruchtfleisch ist weißlich gelb bis gelborange und besitzt eine weiche cremige Konsistenz. Durch Wind und physikalische Einflüsse entstehen oft braune Stellen an den Früchten, welche jedoch meistens äußerlich sind und den Geschmack nicht beeinträchtigen. Für das Ausreifen der Früchte ist eine lange Vegetationsperiode von 7 bis 8 Monaten notwendig.Die Zeit der Fruchtreife liegt zwischen Ende September und Mitte Oktober. Die Reife erstreckt sich über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen. Die Zeit bis die Pflanze das erste Mal fruchtet hängt davon ab, ob die Pflanze veredelt ist oder nicht. Veredelte Pflanzen tragen meist schon im 2. Jahr nach Kauf. Bei Sämlingspflanzen muss man bis zu 9 Jahren auf die ersten Früchte warten.

Samen

Die Anzahl der Samen variiert je nach Sorte und Fruchtgröße zwischen 4 und 12 Samen. In der Regel sind die Samen etwa 1 bis 2,5 cm groß, bohnenförmig und von hell- bis dunkelbrauner Farbe. Die Keimung der Samen erfolgt sehr langsam. Die Samen müssen dafür ständig feucht gehalten und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.


Standort & Klima

Die Indianerbanane weist ein gutes Wachstum im Mitteleuropäischen Raum auf. Ein Weinbauklima bietet für eine erfolgreiche Kultivierung die besten Voraussetzungen. Indianerbananen werden auf vollsonnigen Standorten angebaut, obwohl sie im natürlichen Ursprung auf schattige Standorte im Unterholz oder in geschützten Täler und Waldgebieten zurückzuführen sind. Mit zunehmendem Alter ist ein sonniger Standort für eine gute Ausreifung der Früchte begünstigend. Die Indianerbanane bevorzugt tiefgründige, fruchtbare und wasserdurchlässige Böden. Sie weist eine Empfindlichkeit gegenüber windigen Standorten auf, wodurch die Erntemenge beeinflusst werden kann. Auch eine geringe Luftfeuchtigkeit, ausgeprägte Trockenperioden oder Staunässe hemmen das Wachstum. Jungpflanzen sollten vor starkem Frost geschützt werden. Ausgewachsene Pflanzen sind winterhart und tolerieren Frost bis zu -30°C. Für einen guten Fruchtertrag ist eine frostfreie Periode von mindestens 6 bis 7 Monaten und ein sonniger Standort notwendig. In kühleren Regionen sind frühreifende Sorten empfehlenswert. Die Indianerbanane besitzt eine hohe Anpassungsfähigkeit an den Boden. Optimal ist ein pH-Wert von 5,5 bis 7, allerdings wird auch ein Wert bis pH 8 toleriert.


Pflanzenzüchtung

Die Züchtung von Indianerbananen erfolgt in den USA seit mehr als 100 Jahren. In Europa, vor allem in Italien, begann die züchterische Bearbeitung erst vor einigen Jahrzehnten.
Auswahlkriterien und Qualitätsmerkmale in der Züchtung sind:
  • eine gleichmäßige, mittelgroße Frucht (ca. 200 g)
  • wenige Samen
  • Fruchtfleisch: gold-gelb bis leicht orangefarben
  • Aroma: süß und mild
  • Textur: ähnlich wie Mango oder reife Avocado
  • Schale: grün-gelb, empfindlich


Sortenangebot

In Baumschulen in den USA gibt es ein großes Angebot an Sorten. Im deutschsprachigen Raum beschränkt sich jedoch das Angebot zurzeit auf die Sorten, Prima 1216, Sunflower, Overleese und Davis. Pflanzen werden vereinzelt in Gartencentern oder Baumschulen angeboten. Sie sind in der Regel Containerware, wodurch auch eine gute Weiterkultivierung garantiert wird. Auch im Internet gibt es eine Vielzahl an Angeboten. Eine veredelte Jungpflanze im Alter von etwa 4 Jahren kostet durchschnittlich 50 Euro (Stand 2015).


Sorte Beschreibung
Davis Die Früchte dieser Sorte können bis zu 12 cm groß werden. Das Fruchtfleisch ist gelb, die Schale grün. Insgesamt wird der Geschmack als gut bezeichnet. Die Frucht enthält relativ viele große Samen, die leicht zu entfernen sind. Benannt ist die Sorte nach ihrem Züchter, der ca. 1960 eine Selektion von in der Natur entnommenen Früchten vornahm. Die Früchte reifen nachkalter Lagerung gut nach. Erntezeit ist Anfang September bis Anfang Oktober. Als durchschnittliches Fruchtgewicht werden rund 100 g angegeben.
Golden 1-4 Von diesen Sorten ist nur wenig bekannt. Die Bäume sollen viele Früchte tragen.
Mango Diese Sorte stammt ebenfalls aus den USA und wurde aus der freien Natur etwa im Jahr 1970selektiert. Die Früchte sind groß, das Fruchtfleisch gelb-orange. Der Geschmack ist sehr intensiv und umfasst viele Aromen. Die Fruchtreife setzt etwa Mitte September ein.
Mary Foos Johnson Die Sorte wurde aus der freien Natur selektiert. Die Früchte sind bis zu 250 g schwer.Die Schale ist gelb, das Fruchtfleisch elfenbeinfarbig. Sie enthält nur wenige Samen. Die Fruchtreife beginnt Anfang Oktober.
Mitchell Diese Sorte wurde aus der freien Natur selektiert. Sie ist früh-reifend, die Früchte sind mittelgroß und enthalten nur wenige Samen. Das Fruchtfleisch ist orange-golden-gelb und intensiv im Geschmack. Die Ernte beginnt schon Mitte September. Bei dieser Sorte ist nur wenig Alternanz festzustellen. In den USA ist die Sorte weit verbreitet.
NC-1 Diese Sorte ist eine Kreuzung aus Davis und Overleese. Die Frucht ist mittelgroß bis groß und enthält nur wenige Samen. Das Fruchtgewicht beträgt durchschnittlich 200 g. Die Schale sowie das Fruchtfleisch ist gelb.
Overleese Die Früchte werden relativ groß und enthalten nur wenige Samen. Das Aroma wurde als exzellent eingestuft. Das Fruchtfleisch und die Schale sind gelb. Die Fruchtreife beginnt vorwiegend Anfang Oktober. Die Sorte hat bei Anbauversuchen der LWG Bayern in Veitshöchheim gut abgeschnitten.
Pennsylvania Golden Die Sorte ist früh-reifend und mittelmäßig im Ertrag. Die Früchte werden als sehr süß charakterisiert. Die Schale ist gelb, das Fruchtfleisch gelb-gold-orange. Von dieser Sorte gibt es unterschiedliche Varietäten.
Prima 1216 Die Sorte wurde in Europa gezüchtet. Sie ist selbstbefruchtend. Die Früchte sind schmackhaft, relativ einheitlich in der Größe und im Aussehen.
Prolific Die Sorte wurde ca. 1985 selektiert. Die Frucht ist groß (ca. 220-260 g) und hervorragend im Geschmack. Die Schale und das Fruchtfleisch sind gelblich. Die Ernte beginnt ab Oktober.
Rebeccas Gold Die Sorte wurde 1974 in Kalifornien selektiert. Sie trägt eine nierenförmige, mittelgroße Frucht mit gelbem, süßen Fruchtfleisch. Die Ernte erfolgt ab Oktober.
Ruby Keenan Die Sorte entwickelt mittelgroße Früchte mit sehr gutem Geschmack.
Sunflower Die Sorte ist selbstfertil. Die Früchte sind mittelgroß, variieren aber stark (50-400 g). Das Fruchtfleisch ist cremig und hat einen hervorragenden Geschmack. Die Schale ist sehr dünn und empfindlich. Die Reife setzt je nach Region ab Mitte September ein.
Sweet Alice Die Sorte wurde 1934 selektiert. Sie ist kleinwüchsig mit einer kompakten Kronenform. Die Früchte sind groß. Das Fruchtfleisch ist gelb-orange. Die Fruchtreife beginnt Ende September bis Anfang Oktober.
Taylor Die Sorte bildet kleine Früchte an einem Cluster aus, das meist mehr als 7 Früchte beinhaltet. Die Schale ist grün und das Fruchtfleisch gelb. Die Fruchtreife beginnt Ende September.
Taytwo Die Sorte wurde circa 1968 in den USA selektiert. Die Frucht ist mittelgroß bis groß und besitzt eine grünlich gelbe Schale sowie gelbliches Fruchtfleisch mit einem intensiven Geschmack. Die Fruchtreife beginnt meistens Ende September. Die Sorte ist, trotz der unterschiedlichen Fruchtgröße, nahe verwandt mit der Sorte Taylor.
Unterlagensorten Bislang gibt es keine regulierten Unterlagensorten. Die verwendeten Sämlinge besitzen zum Teil stark variierende Eigenschaften.
Wells Die Sorte wurde 1990 aus der freien Natur selektiert. Sie bildet große Früchte mit meist mehr als 350 g aus. Die Schale ist weitestgehend grün, das Fruchtfleisch ist orange. Die Fruchtreife beginnt Anfang Oktober.
Wilson Die Sorte wurde 1985 in den USA selektiert. Sie entwickelt mittelgroße Früchte.


Kulturführung

Aussaat

Die Samen der Indianerbanane sind frostempfindlich und auch vor Austrocknung zu schützen. Hierdurch kann der dormante Embryo empfindlich beeinflusst werden. Das Saatgut benötigt zur Brechung der Saatruhe 90-120 Tage kalte Temperaturen (Stratifizierung). Es sollte deshalb vor dem Winter ausgesät werden. Die Aussaat sollte nicht tiefer als 25 mm erfolgen.

Keimung

Die Keimung des Keimblattes erfolgt hypogäisch und somit unterirdisch. In der Abfolge durchbricht zunächst die Keimwurzel (Radicula) die Samenhülle. Mit einer deutlichen Verzögerung entwickelt sich die Sprossachse (Hypokotyl). Für den Prozess benötigt die Pflanze höhere Temperaturen.

Pflanzung

Die beste Pflanzzeit ist Ende September bis Anfang Oktober, so können die Pflanzen noch vor dem Frost Faserwurzeln bilden. Alternativ kann die Indianerbanane auch im März ausgepflanzt werden. Wichtig ist, dass beim Aus- bzw. Umpflanzen ein gutes Wurzelwerk vorhanden ist. Jungpflanzen benötigen nach dem Auspflanzen eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Mulchen mit organischem Material verhindert zum Einen die Verdunstung von Wasser und zum Anderen werden dem Boden bzw. der Pflanze Nährstoffe zugeführt. Jedoch sollte auf Rindenmulch verzichtet werden. Jüngere Pflanzen und vor allem Sämlinge benötigen eine Beschattung. In Kultur werden die Pflanzen in einem Pflanzabstand in der Reihe von 5,5 m und zwischen den Reihen von 2 m kultiviert. Die Ausrichtung sollte dabei von Nord nach Süd erfolgen.Im Privatgarten wird sie als Solitär gepflanzt. Auch eine Kübelbepflanzung ist möglich. Eine ausreichende Topfhöhe ist obligat, da Sie ein Pfahlwurzler ist.

Düngung

Der Anbau erfolgt auf nährstoffreichen und wasserdurchlässigen Böden. Mit Kompost, ggf. durchgegorenem Mist oder Hornspänen sind die Früchte im Frühjahr gut versorgt. Kaliumbetonter Dünger während der Wachstumsperiode fördert die Fruchtbildung. Als Volldünger sollte grundsätzlich nur organischer Dünger eingesetzt werden. Als unterstützende Maßnahme kann eine Blattdüngung in der ersten Hälfte der Wachstumsperiode erfolgen.

Bewässerung

Im gewerblichen Anbau in den USA wird in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung eine ausreichende Wasserversorgung für den Verlauf der Anbausaison sichergestellt. Regelmäßiges Wässern, insbesondere bei Kübelpflanzen, ist unabdinglich. Dabei kann auch abgestandenes Leitungswasser verwendet werden, die Verwendung von Regenwasser ist jedoch vorzuziehen.

Pflanzenschutz

Indianerbananen unterliegen dem Druck von Konkurrenzwuchs wie Unkräuter und Gräser. Diese sollten im Bereich der Baumscheibe entfernt werden. Sie gilt als robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. In Europa sind bislang keine wirtschaftlich bedeutenden Schadorganismen bekannt. Was jedoch auch auf den extensiven Anbau zurückzuführen ist. Ein Behandeln mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht notwendig. Jungpflanzen sollten jedoch vor Schneckenfraß geschützt werden.

Schnittmaßnahmen

Ein eigentlicher Erziehungsschnitt ist grundsätzlich nicht notwendig. Der Baumschnitt beschränkt sich hauptsächlich auf das Entfernen von totem oder krankem Holz. Die Schnittmaßnahmen fördern dabei die Ausprägung des Habitus und regen das Wachstum der Pflanze an. Es bietet sich an, zu steil stehende Triebe und bei älteren Bäumen des abgetragenen Fruchtholzes zu entfernen. Zur Erziehung der Pflanze hat sich die zudem die Spindelform bewährt. Ein Frühjahrsschnitt ist für die Pflanze nicht erforderlich und kann zu Blütenausfall bzw. -verzögerung führen. Zur Anregung des Wachstuzms der Pflanzen kann nach einem Jahr mit reichlichem Fruchtertrag auch die Krone ausgelichtet werden. Im August können im Blätter, die Schatten auf den Früchten bilden, entfernt werden (vgl. Laubschnitt im Weinbau). Diese Maßnahme kann sich positiv auf die Fruchtzuckerbildung auswirken. Eine Fruchtausdünnung ist in der Regel nicht notwendig.

Laubkompostierung

Die Indianerbanane ist laubabwerfend. Das Laub verrottet im Wesentlichen langsam. Eine Bearbeitung (Häckseln) beschleunigt jedoch den Prozess.

Ernte & Lagerung

Die Erträge variieren je nach klimatischen Bedingungen, Sorte und Jahr. In der Regel wird bei einem vollem Ertrag mit 10 kg Früchten pro Baum und mehr gerechnet.Versuche der LWG Bayern in Veitshöchsheim haben Erträge für Bäume in Buschform zwischen dem 7. und 10. Standjahr von 6 bis 10 kg pro Baum ergeben. Basierend auf Erfahrungen der LWG Bayern sind im ca. dreiwöchigen Reifefenster 2 bis 3, ggf. auch 4 Pflückdurchgänge möglich. Eine Aussage zum Erntezeitpunkt ist dabei nicht zu konkretisieren. Als Orientierungsmöglichkeit wird die Färbung der Schale angegeben, wenn die Schalenfarbe von grün nach leicht gelbgrün umschlägt. Ein weiteres Merkmal kann sein, dass sich die Haut leicht eindrücken lässt. Der Beginn der Reife ist oft von Weitem durch einen Duft zu vernehmen. Die Ernte erfolgt vom September bis Oktober, teilweise auch erst im November. Dabei ist die Ernte behutsam durchzuführen, da die Schalen sehr leicht Druckstellen bekommen können. Ebenso wie beim Pflücken ist bei der Lagerung aufgrund der hohen Druckempfindlichkeit ein sorgsamer Umgang mit den Früchten notwendig. Die Früchte sind leicht verderblich. Reife Früchte können bei Raumtemperatur circa 3 Tage gelagert werden. Die Früchte der Indianerbanane sind klimakterisch, das heißt sie reifen nach. Halbreif geerntete Früchte können im Kühlhaus oder Kühlschrank bis zu 4 Wochen gelagert werden.

Vermehrung

Meristematische Vermehrung Die Meristemvermehrung ist nur bei Sämlingen und nicht bei Edelsorten erfolgreich. Kleine Stücke von frischen Trieben werden desinfiziert und auf einem sterilen Nährboden ausgelegt (Meristem, botanisch: pflanzliches Bildungsgewebe). Unter diesen Bedingungen entwickeln sich nach einigen Wochen kleine Pflanzen. Diese Methode ist äußerst aufwändig, wird kaum praktiziert und ist nur für Fachleute mit entsprechender Ausstattung geeignet. Vorteil dieser Methode ist, dass nur sortenreine Pflanzen gewonnen werden.

Chippen Beim Chippen werden Augen von der Edelsorte in die Unterlagen eines Sämlings eingesetzt. Chippen ist der Okulation sehr ähnlich, jedoch ist man bei dieser Methode nicht auf die Löslichkeit von Edelsorte und Unterlage angewiesen. Kambiumgewebe, jedoch nicht das Holz, wird an der Unterlage sowie an der Knospe freigelegt. Das Auge wird passend eingelegt und mit Baumharzen o. ä. geschützt. Danach verwachsen die Veredelungspartner miteinander. Diese Methode kann fast ganzjährig, in Abhängigkeit von Unterlagen und reifem Edelauge, (regelmäßig von März bis Oktober) angewendet werden und ist abhängig von der Tatsache, dass verwachsungsfähige Unterlagen zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Das Chippen setzt ein absolut sauberes Arbeiten voraus und hat sich insbesondere bei der Veredelung von Wildlingen bzw. Sämlingen bewährt.




Wirtschaftliche Bedeutung

Ein kommerzieller Anbau ist in Mitteleuropa nicht vorhanden. Angebote an Früchten beschränken sich meist auf private Initiativen oder vereinzelt auf spezialisierte Gartenbaubetriebe.


Verwendung

Ziergehölz

Die PawPaw ist jedoch nicht nur als Nutzpflanze bekannt, sondern auch für den sehr schönen dichten Wuchs. Die Blätter können bis zu 35 cm lang werden und verfärben sich im Herbst in einem sehr schönen goldfarbenen Ton. Die purpurfarbenen Blüten mit ihrer außergewöhnlichen Form sowie die goldgelbe Herbstfärbung des Laubes machen die Indianerbanane zu einem interessanten Gartengehölz. Die Pawpaw ist, wenn man die Schnitttechniken beherrscht, sogar im Vorgarten eine Solitärpflanze, die viel Beachtung findet.

Herbstfärbung

Nahrungsmittel

Als Nahrungsmittel besitzt die Frucht nur eine saisonale Bedeutung. Aufgrund der hohen Druckempfindlichkeit und der eingeschränkten Lagerfähigkeit eignet sich die Frucht nur zum direkten Absatz und zur sofortigen Weiterverarbeitung. Der exotische Geschmack der Indianerbanane erinnert an Mango, Ananas, Banane und Vanille. Die Früchte werden grundsätzlich roh verzehrt, eignen sich jedoch auch zur Weiterverarbeitung. Sie finden Einsatz in der Kuchen-, Eis- oder Sorbetherstellung. Die Frucht der Indianerbanane besitzt einen hohen Nährwert mit circa 800 kcal pro kg Fruchtfleisch. Der Fett- und der Proteingehalt beträgt jeweils rund 1,2 %, der Gehalt an Kohlenhydraten etwa 19 %. Die Früchte haben einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin C, Vitamin E, Eisen, Calcium, Phosphor, Magnesium und Kalium. Das im Samen enthaltene Alkaloid Asimin, kann zu Beeinträchtigungen im Magen- und Darmbereich führen.

Holznutzung

In den USA wird das Holz der Indianerbanane zu kommerziellen Zwecken genutzt. Aus den Fasern des Holzes werden in ländlichen Regionen Seile, Netze und Gewebe hergestellt.

Sonstige Nutzung

Aus den USA ist bekannt, dass dort aus der Indianerbanane Öl für Hautcremes gewonnen werden. Insbesondere in den USA dienen Extrakte für die Herstellung von Shampoos gegen Kopfläuse. Im deutschsprachigen Raum sind Pflegeprodukte der Indianerbanane nicht bekannt. Die Früchte der Indianerbanane werden zurzeit von amerikanischen Forschern auf ihre krebshemmende Wirkung untersucht. Die Farbstoffe der reifen Frucht können zum Färben eingesetzt werden. Die Inhaltsstoffe des weiß-wachsigen Milchsaftes besitzen eine pestizide Wirkung.


Videos

https://www.youtube.com/watch?v=k5UWIQO-RD4


Quellen

Rettig K.: Indianerbanane (PawPaw) – Das ultimative Lexikon. 1. überarbeitete Auflage Januar 2016, Neustadt a.d. Weinstraße


Rettig K.: Die Indianerbanane (PawPaw) – Erfahrungsberichte aus der Pfalz 2011 – 2015, Neustadt a.d. Weinstraße


http://www.worldagroforestry.org/treedb/AFTPDFS/Asimina_triloba.pdf


www.Pawpaw-info.de


http://www.worldagroforestry.org/treedb/AFTPDFS/Asimina_triloba.pdf


http://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/gartenbau/dateien/2013-g4-3aa.pdf