Dill Pflanzenschutz

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Blattlaus Befall Schadbild an Dill. (Josef Schlaghecken)
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Beim Anbau von Dill (Anethum graveolens), dem Küchenkraut aus der Familie der Doldenblütler können verschiedene Krankheiten und Schädlinge auftreten, die sogar zu einem Gesamtausfall führen können.

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Dill Anbauplanung

Dill Anbau im Freiland. (Josef Schlaghecken)
Dill Topfkräuter Anbau im Gewächshaus. (Joachim Ziegler)
  • Dabei berücksichtigen, um welche Art des Anbaus es sich handelt.
  • Weitere Information dazu im Hauptartikel Dill Erwerbsanbau.

Dill Anbau als Bodenkultur im Freiland

  • Fruchtfolge bedenken, Fruchtwechsel optimieren.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung, Humusgehalt, pH-Wert usw. kontrollieren.
  • Wenn möglich, robuste bzw. resistente Sorten nutzen.
  • Hochwertiges, krankheitsfreies Saatgut verwenden.
  • Feldhygiene optimieren, Bestandsreste nach der Ernte alsbald zur Verrottung bringen.

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

Dill Anbau als Topfkräuter Kultur im Gewächshaus

  • Hygienisch saubere Gewächshäuser
  • Krankheitsfreie Töpfe.
  • Substrate mit ein für Dill angepasstes Nährstoffangebot.
  • Krankheitsfreie Substrate.
  • Krankheitsfreies Saatgut.
  • Robuste Sorten.
  • Optimierte Klimaführung.

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

Nichtparasitäre Ursachen

An Dill können nichtparasitäre Probleme auftreten, die zu Qualitätsmängel oder Ausfällen führen können.
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Kälte Schäden

Kälteschaden an Dill Pflanze. (Joachim Ziegler)

Insbesondere bei einem im Frühjahr unter Folientunnel sehr schnell und "weich" gewachsenen Dill kann es bei einem Kälteeinbruch zu Kälteschäden kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Schäden sind bei Spätfröste im Frühjahr zu erwarten.
  • Insbesondere nicht abgehärtete Sämlinge sind gefährdet
  • Auch erntefertige Bestände im Herbst sind durch Frühfröste gefährdet.

Vorbeugemaßnahmen

  • Für frühe Pflanzungen gut abgehärtete Pflanzen verwenden.
  • Erste Pflanzen im Frühjahr nicht bei Nachfrostgefahr.
  • Erste Direktsaaten in Freiland erst wenn keine Fröste mehr erwartet werden.
  • Frühkulturen können durch eine Vliesbedeckung vor leichte Kälteeinbrüche geschützt werden.

Quellen

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Virus Krankheiten

An Dill Bestände können Viruskrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Gurkenmosaikvirus (Cucumber mosaic virus, CMV)

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Cucumber mosaic virus. (Vijayinformatics)

Viruskrankheit, die insbesondere bei länger stehenden Dill-Kulturen, Schaden anrichten kann.

Synonyme( bei EPPO)

  • Cucumber mosaic cucumovirus, Cucumber virus 1.

Schadbild und Lebensweise

  • Gehört zur Familie der Bromoviridae.
  • Eine der gefährlichsten Pflanzenvirosen weltweit.
  • Es entwickeln sich sehr unterschiedliche Schadsymptome.
  • Auf den Blättern zeigen sich eine Mosaikscheckung.
  • Eine Übertragung erfolgt nicht persistent durch mehr als 80 Blattlausarten.
  • Es genügt weniger als eine Minute für eine Übertragung.
  • Das Virus verbreitet sich systemisch in den Dill Pflanzen.

Wirtspflanzen

  • Es werden mehr als 100 Pflanzenfamilien und dabei rund 1.200 Pflanzenarten befallen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bestandsreste abgeernteter Bestände alsbald zur Verrottung bringen.
  • Keine Beikräuter und andere Wirtspflanzen im Nahbereich erlauben.
  • Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich.
  • Jeglichen Blattlausbefall ausschließen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.
  • Insbesondere einen Frühbefall ausschließen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Bakterien Krankheiten

An Dill Bestände können Bakterienkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Blattspitzen Welke (Pseudomonas viridiflava)

Datei:Starr-080812-9702-Anethum graveolens-leaves-Makawao-Maui (24925054055).jpg
Verdacht auf Blattspitzen Welke. ( Forest and Kim Starr)

Bakterien Krankheit, die Schaden am Dill Laub hervorrufen kann.

Schadbild und Lebensweise

  • Es bilden sich gelbliche bis braun verfärbte Blattspitzen.
  • Einige Blätter welken und vergilben.
  • An den Stängeln bilden sich strichförmige gelb bis braun gefärbte Flecke und Läsionen.
  • Bei der Samenproduktion bilden sich an den jungen Früchten Verbräunungen.
  • Diese Krankheit wurde erstmal 1930 beschrieben.
  • 1974 fand man sie auch an Dill.
  • Feucht warmes Wetter und Temperaturen von 10-15° begünstigt die Erreger Entwicklung.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens.
  • Es bilden sich unterschiedliche Stämme, die evtl. auch die folgenden Arten befallen.
  • Brassica oleracea, Chrysanthemum, Cucumis, Cucurbita, Petroselium, Phaseolus, Pisum, Solanum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden
  • Bei der Bewässerung die Blatt Feuchtzeiten minimieren.
  • Möglichst kein Anbau neben Baumbestände, die eine längere Blattnässe begünstigen.
  • Eine direkte Bekämpfung der Erreger ist nicht möglich.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Pilzkrankheiten

An Dill Bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Botrytis cinerea (Grauschimmel)

Datei:Dill (Anethum graveolens) Topfpflanze mit einem Grauschimmel (Botrytis cinerea) Befall.jpg
Dill Topfpflanze mit einem starken Botrytis Befall.
(Josef Schlaghecken)

Bedeutende Pilzkrankheit, die immer wieder zu Ausfällen führt.

Synonyme (laut EPPO

  • Botryotinia fuckeliana.
  • Sclerotinia fuckeliana.

Schadbild und Lebensweise

  • Auf allen befallenen Pflanzenteilen bildet sich ein grauer, stäubender Konidien Trägerrassen.
  • Oft beginnt der Befall über geschwächte, vergilbende Blätter in zu dichten Beständen.
  • Eine Pilzkrankheit, die auch die Pflanzen Stängel zerstört.
  • In der Anzucht kann es zum Verbräunen und Umfallen der Keimlinge kommen.
  • Im fortgeschrittenen Stadium sterben ganze Pflanzenteile ab.
  • Der Pilz lebt saprophytisch auf abgestorbenem Pflanzenmaterial, auf Pflanzenresten oder als Parasit auf geschwächten Pflanzen.
  • Der Erreger ist nicht in der Lage, in gesundes Pflanzengewebe einzudringen (Schwächeparasit).
  • Eine lange Blattnässe über mehrere Stunden fördert den Befall.
  • Kühle Nachttemperaturen können die Infektion ebenfalls begünstigen.
  • Temperaturen von 15-25°C sind für die Pilzentwicklung bes. günstig.
  • Weitere Risikofaktoren sind überhöhte Stickstoffdüngung und schlechte Kalziumversorgung sowie Lichtmangel durch zu dichte Bestände.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anethum, Beta, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis, Cucumis, Cucurbita, Cynara, Daucus, Helianthus, Lactuca, Lens, Ocimum, Phaseolus, Pisum, Rumex, Solanum, Solanum, Valerianella, Vicia und viel andere Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei der Pflanzkultur auf befallsfreie Jungpflanzen achten.
  • Zu dichte Bestände vermeiden.
  • Blattnässezeiten minimieren.
  • Auf eine gute Kalziumversorgung achten und eine Stickstoff Überversorgung vermeiden.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.
  • Eine vorbeugende Bekämpfung bei der Jungpflanzen Anzucht ist überlegenswert.
  • Beim Fungizid Einsatz die mögliche Resistenzbildung bedenken.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Fusiodiella anethi (Blattflecken) Syn. Cercosporidium punctum

Fusiodiella anethi Befall an Dill. (Cesar Calderon)

Eine Pilzkrankheit, die Blattschäden verursachen kann.

Synonyme (laut EPPO)

  • Azosma punctum.
  • Cercospora anethi, Cercospora foeniculi, Cercospora petroselini, Cercosporidium punctum.
  • Mycosphaerella anethi.
  • Passalora puncta, Passalora punctum.
  • Ramularia foeniculi.
  • Sphaeria anethi.

Schadbild und Lebensweise (Bedlan)

  • Die befallenen Pflanzenteile verfärben schwärzlich.
  • Feuchte Witterung fördert die Ausbreitung der Pilzkrankheit.
  • Die Konidien werden durch Wind und verspritzende Wassertropfen verbreitet.
  • Im Herbst bildet der Pilz seine Hauptfruchtform aus, mit der er an Pflanzenresten überwintert.
  • Ab Mitte April bis Ende Mai werden aus den Pseudothecien der Hauptfruchtform Ascosporen entlassen, die für die ersten Infektionen der neuen Saison sorgen.
  • Der Pilz kann auch mit dem Saatgut übertragen werden.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Foeniculum, Petroselium crispum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtwechsel optimieren.
  • Kein direkter Nachbau nach einem Wirtspflanzen Anbau.
  • Befalle Bestandsreste alsbald zur Verrottung bringen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutz Mitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Itersonilia perplexans (Blattspitzendürre)

Verdacht auf Blattspitzendürre. (David J. Stang)

Krankheit, die schnell dazu führt, dass die Ware unverkäuflich wird.

Schadbild und Lebensweise

  • Zunächst kommt es zu gelblichen Aufhellung an den Blattspitzen, mitten in den Blättern oder auch an den Stängeln.
  • Später welken ganze Blattbereiche ab und sterben.
  • Zum Schluss werden die befallenen Bereiche hellbraun bis schwarz.
  • Teilweise entsteht zwischen dem befallenen Bereich und dem gesunden ein dunkler Streifen.
  • Die befallenen Pflanzen verfärben sich teilweise gelblich bis rötlich.
  • Bei Nässe können die befallenen Pflanzenteile auch faulen.
  • Die Schadbilder ähneln z.T. denen von einem Alternaria Befall.
  • Sekundär können sich auch Bakterien Krankheiten ansiedeln.
  • Feuchtwarmes Wetter fördert die Pilz Entwicklung.
  • Kühle Temperaturen im Bereich von 10-15°C begünstigt die Krankheits Entwicklung.
  • Trockene, heiße Perioden stoppen die Krankheits Entwicklung.
  • Der Befall tritt meist nesterweise auf.
  • Die Pilz Verbreitung sich im Bestand erfolgt u.a. durch Wind.
  • Eine Überwinterung im Boden ist möglich.
  • Eine Saatgutübertrag wurde bei der verwandten Pastinake nachgewiesen.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Pastinaca, Foeniculum,

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Kein Anbau nach einer Wirtspflanze.
  • Bei der Bewässerung die Blattnässe Zeiten minimieren
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Pythium-Arten (Pythium)

Pythium Befall an den Wurzeln der jungen Dill Pflanzen.
(Jochen Kreiselmaier)

Pythium kann insbesondere als Auflaufproblem bei der Topfanzucht sowie im Feld großen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Pythium mastophorum.
  • und weitere.

Schadbild und Lebensweise

  • Junge Dill Pflanzen kümmern bei Topfkultur Anzucht bzw. bei einer Direktsaat Kultur im Feld.
  • Die Keimblätter vergilben.
  • Die jungen Pflanzen Stängel verfärben sich z.T. violett.
  • Meist kommt es zu einer Stängel Einschnürung.
  • Später verfärben sich die befallenen Stängel bräunlich und die jungen Pflanzen sterben.
  • Anzucht Substrate mit einem pH-Wert um die 7 begünstigen die Pythium Entwicklung.
  • Der Pilz wurde erstmal 1977 von der BBA an Petersilie entdeckt.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens, Apium graveolens, Petroselium crispum und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Substrate wählen.
  • Substrate mit einem pH-Wert um die 5 verringern das Schadensrisiko enorm.
  • Beim Bodenanbau stärker befallene Parzellen meiden.
  • Fruchtfolge optimieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quelle

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Schädlinge

An Dill Bestände können Schädlinge auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.
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Blattläuse (Cavariella aegopodii und andere)

Gierschblattlaus-Schaden an Dill Pflanzen.
(Josef Schlaghecken)

Blattläuse können schnell einen großen Schaden an Dill verursachen und das Marktprodukt unverkäuflich machen.

Aktuelle Arten

  • Gierschblattlaus (Cavariella aegopodii)
  • Grünen Pfirsichlaus (Myzus persicae)

Schadbild und Lebensweise

  • Es kommt zu Kräuselungen an den Blättern.
  • Schnell übersieht man den Befalls Beginn.
  • Insbesondere Gierschblattläuse und die Grüne Pfirsichblattläuse können in kurzer Zeit, insbesondere junge Bestände, unverkäuflich machen.
  • Blattläuse Können auch Viruskrankheiten übertragen.
  • Myzus persicae dagegen kann Potyviren auf Dill übertragen.
  • Cavariella aegopodii kann das Luteovirus (Carrot red leaf virus) übertragen

Neben dem direkten Schaden durch die Saugtätigkeit der Läuse können sie auch noch verschiedene Viren übertragen. So wird das an Dill vorkommende Luteovirus (Carrot red leaf virus) von C. aegopodii in persistenter Weise übertragen, d.h. virustragende Läuse können zeitlebens das Virus abgeben und damit immer neue Pflanzen infizieren. Mit Carrot red leaf virus infizierte Pflanzen bleiben im Wuchs zurück und zeigen eine auffällige Rotfärbung der Blätter. Myzus persicae dagegen kann Potyviren auf Dill übertragen. Diese führen zu einer Gelbverfärbung der Blätter und Wuchsdepressionen. Da Viren nicht direkt bekämpft werden können und zu fatalen Ertragsausfällen führen können, ist eine effektive Vektorenbekämpfung wichtig. Neben dem Einsatz von Kulturschutznetzen stehen hierfür verschiedene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung (z.B. Calypso, Fastac SC Super Contact, Karate Zeon, Pirimor Granulat, Plenum 50 WG

Wirtspflanzen

  • Gierschblattlaus: Anethum graveolens, Apium graveolens, Daucus carota, Foeniculum vulgare, Petroselinum crispum sowie Doldenblütler Beikräuter.
  • Grüne Pfirsichblattlaus: An sehr viel Gemüse- und Pflanzenarten

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Laufende Bestandskontrollen sind sehr wichtig.
  • Insbesondere wenn geflügelte Blattläuse auftreten besteht ein großes Befalls Risiko.
  • Nützlings Vorkommen in der Region fördern.
  • Insektenschutznetze können helfen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Raupenfraß (verschiedene Arten)

Schwalbenschwanz-Raupe an Dill

Aktuelle Arten

  • Kälberkropfmotte: Depressaria chaerophylli, frißt an Blüten und Samenständer
  • Kleinschmetterling: (Epermenia chaerophyllela)
  • Kümmelmotte: Depressaria daucella, frißt an Blüten und Samenständer
  • Lähmender Walzenrüssler: Lixus paraplectius
  • Wicklerart: Cnephasia incertana, fressen an Blätter und Stängel

Schadbild und Lebensweise

  • Es entstehen Fraßschäden an den Dill Pflanzen.
  • Bei genauer Bestands Kontrolle finden man Raupen.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens und viele andere Pflanzenarten.

Videos

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Regelmäßige Bestandskontrollen.
  • Hinweise der Pflanzenschutz Beratung nutzen.
  • Achtung: Die auch vorkommenden Schwalbenschwanz Falter bzw. Raupen sind geschützt.
  • Normalerweise ist ein geringes Raupen vorkommen zu verkraften und keine Bekämpfung nötig.
  • Bei Bedarf und großer Vorsicht den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.
  • Insektizide wirken am besten bei jungen Raupen mit hoher Fressaktivität.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quelle

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Schneckenfraß

Die Schnecke hat schon einige Dill Keimlinge abgefressen. (Josef Schlaghecken)

Schnecken können, insbesondere im Keimstadium, schnell einen großen Fraßschaden anrichten.

Wichtige Arten

  • Agris Arten (Wegschnecken).
  • Derocera teticulatum und agreste (Ackerschnecken).

Schadbild und Lebensweise

  • Besonders beliebt sind sehr schnell gewachsene, weiche Blätter wie z.B. von jungen Dill Pflanzen.
  • Durch ihren Fraß können Schnecken schnell junge Keimlinge total zerstören.
  • Schnecken haben eine mit Zähnen besetzte Raspelzunge.
  • Gefährdet sind vor allem Dill Bestände neben Grasraine, Gräben, Hecken usw.
  • Zur Befalls Kontrolle sind bes. Zeiten der Taubildung, z.B. abends um 11 Uhr, geeignet.
  • Wegschnecken sind Zwitter und befruchten sich gegenseitig.
  • Je nach Art legen sie einhundert und mehr Eier im Boden ab.
  • Je nach vorhandener Temperatur schlüpfen z.B. die Garten-Wegschnecken innerhalb von 20-40 Tagen.
  • Eine Überwinterung aller Stadien ist. z.B. bei der Garten Wegschnecke, möglich.

Wirtspflanzen

  • Die meisten Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei der Feldauswahl prüfen ob ein starker Schneckenbesatz von der Vorkultur vorhanden ist.
  • Bei der Saat bzw. Pflanzung evtl. einen Schutzstreifen neben Gräben usw. frei lassen.
  • Bei einem Zuwanderungsrisiko, sofort nach einer Dill Pflanzung Schneckenkorn z.B. am Feldrand ausbringen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.
  • Schneckenmittel nie auf die Pflanzen, sondern immer nur in den Reihen ausbringen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Thripse (Thrips tabaci u.a.)

Thripsschaden an Dill Sämlinge. (Jochen Kreiselmaier)

Thripse können bei Dill Anbau, insbesondere im Jugendstadium, schnell einen großen Schaden anrichten.

Schadbilder und Lebensweise

  • Die geschädigten Pflanzen verlieren ihre übliche grüne Farbe.
  • Stärker befallen Blätter werden gräulich und später beim Absterben bräunlich.
  • Es kommt zu einer starken Wuchshemmung und evtl. sogar zu einem Totalausfall.
  • Bein näheren Hinsehen, am besten mit einer guten Lupe, sieht man die Thripse.
  • Besonders gefährdet sind frisch aufgelaufene Dill Bestände.
  • Die Thripse sind kleiner als 1 mm.
  • Ihre Farbe kann sich je nach Temperatur im Bereich von gelb bis braun verändern.
  • Thrips tabaci kommt an verschiedenen Pflanzenarten vor.
  • Junges Pflanzengewebe beliebt bei den Thripsen.
  • Die Thripse ernähren sich von den Säften der besuchten Pflanzen.
  • Ein stärkerer Befall durch Thripse erkennt man an dem silbrigen Aussehen der Porree Blätter.
  • Stark befallene Pflanzen wachsen langsamer und die grüne Blattfarbe verändert sich in gräulich.
  • Thripse legen ihre Eier ins Pflanzengewebe.
  • Pro Saison sind etwa 4-6 Generationen möglich.
  • Ein Lebenszyklus dauert bei 20°C etwa 21-28 Tage und bei 30°C etwa 10-14 Tage.
  • Die Tiere überdauern auf den Wirtspflanzen, auf Pflanzenreste aber auch im Boden.
  • Die Verbreitung der Thripse erfolgt bevorzugt durch Wind.
  • Das größte Befalls Risiko besteht bes. von Juni bis August.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anethum graveolens, Armoracia rusticana, Asparagus officinalis, Avena sativa, Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Cucumis sativus, Cucurbita, Glycine max, Lactuca, Phaseolus, Pisum sativum, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Triticum, Zea mays und viele andere Zierpflanzen usw.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Möglichst kein Anbau neben Kulturen, die gerne von Thripse befallen werden wir z.B. Porree und Zwiebeln.
  • Wöchentliche Kontrollen der Bestände.
  • Nutzung der örtlichen Pflanzenschutz-Warndienste.
  • Häufiges Beregnen mit kleinen Wassergaben mindert den Befall.
  • Eine Auflage von Schutznetzen kann helfen, hat sich aber in der Praxis nicht durchgesetzt.
  • Natürlich vorkommende Nützlinge können im Idealfall größere Thripsschäden verhindern.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Trauermücken (Bradysia, Lycoriella) und andere

Totalausfall durch Trauermücken Larven
(Frank Korting, DLR Neustadt/Wstr.)
Trauermücken Larve. (Rainer Wahl, DLR Neustadt/Wstr.)

Trauermücken Larven können bei der Topfkräuter Kultur großen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Bradysia coprophila, Bradysia impatiens, Bradysia praecox, Bradysia paupera und weitere.
  • Lycoriella ingenua.
  • Sciara militaris.

Schadbild und Beschreibung

  • Befallene Pflanzen welken.
  • Es kommt zu einer Wuchshemmung.
  • Die Pflanzen Stängel im Bodenbereich werden zerstört und verfärben braun.
  • Im Wurzelbereich findet man die beinlosen Larven.
  • Stark befallene Pflanzen sterben.
  • Normal leben die Trauermücken Larven von Pilzmyzelien sowie von sich zersetzendem organischen Material.
  • Pflanzenschädigende Trauermücken Arten fressen jedoch auch an den verschiedenen Topf-Küchenkräutern.

Trauermücken Merkmale (Beispiel Bradysia)

  • Die Familie der Trauermücken (Sciaridae) gehört zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera).
  • Ebenso wie zum Beispiel bei Fliegen oder Stechmücken ist das zweite Flügelpaar der Trauermücken zu sog. Schwingkölbchen oder Halteren umgebildet, mit deren Hilfe das Insekt die Schwerkraft wahrnehmen kann.
  • Viele aktuelle Trauermückenarten gehören zur Gattung Bradysia an.
  • Die Mücken sind etwa 1-8 mm groß und haben längliche und dunkel gefärbt.
  • An den rel. kleinen Köpfen befinden sich fadenförmigen Antennen.
  • Die Augen sind oberhalb der Fühler durch einen schmalen Steg miteinander verbunden.
  • Fühler und Beine sind lang und zart gebaut.
  • Die weiß gefärbten, beinlosen Larven sind schlank und haben eine dunkle Kopfkapsel.
  • Die Larven sind z.T. durchsichtig, so dass der Verdauungstrakt sichtbar ist.
  • Die Larven werden bis zu sechs mm groß.
  • Viele Trauermückenarten gehören der Gattung Bradysia an, die auf allen Kontinenten vertreten ist.
  • Für einen ganzen Entwicklungszyklus brauchen Trauermücken der Gattung etwa drei Wochen.
  • Bei günstigen Bedingungen kann eine Trauermücke 70 oder mehr Eiser ablegen.
  • Ein Entwicklungszyklus von Bradysia impatiens dauert etwa 25-30 Tagen.

Vorbeugemaßnahmen und Bekämpfung

  • Da sich Trauermücken nur im feuchten Substrat gut entwickeln können jegliche Übernässung und Wasserstau vermeiden.
  • Bei Topfkulturen kann eine Bewässerung von unten den Befalls Druck mindern.
  • Die Anbauflächen frei von Algen und Unkraut halten.
  • Unvollständig verrottetes organischem Material begünstigen das Auftreten von Trauermücken.
  • Substratvorräte durch eine Bedeckung vor eine Besiedlung schützen.
  • Die Aktivitäten der fliegenden Trauermücken kann man mit Hilfe von gelben Leimtafeln überwachen.
  • Bekämpfung von Trauermücken im Larvenstadien kommen Bacillus thuringiensis, Nematoden (Steinernema feltiae) und Raubmilben (Hypoaspis sp.) in Frage. Der Wirkungsgrad ist sehr unterschiedlich.
  • Die umherfliegenden adulten Trauermücken können mit Hilfe von gelben Leimtafeln (sog. Gelbfallen) kontrolliert werden.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Wanzen (verschiedene Arten)

Dill Pflanze mit Wanze und dem angerichteten Schaden.
(Jochen Kreiselmeier)

Wanzen können Schaden an Dill Pflanzen anrichten.

Aktuelle Arten

  • Lygus pratensis (Gemeine Wiesenwanze)
  • Nezara viridula (Grüne Reisewanze)
  • Spilostethus saxatilis (Knappe)
  • und andere.

Schadbild und Lebensweise

  • Die Wanzen saugen an dem Dill Pflanzen Gewebe.
  • An den Saugstellen bilden sich kleine, weiße Fleckchen.
  • Durch diesen Befall kommt es zu Wuchsverzögerungen und gekräuselten Blättern.
  • Blüten Triebe können deformiert sein.
  • Trockene und warme Wetterperioden fördern eine Verbreitung der Wanzen
  • Eine Überwinterung der Wanzen erfolgt im ausgewachsenen Stadium.

Wirtspflanzen

  • Anethum graveolens und viele anderen Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Wiederholte Bestandkontrollen.
  • Schutznetze können helfen aber weniger praktikabel.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

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Autoren und Mitwirkende

Forschen für eine erfolgreiche, umweltfreundliche Lebensmittel Produktion. G. Brändle. Agroscope
  • Bedlan Gerhard, Dr., Institut für Pflanzenschutz, BOKU, Tulln, Österreich.
  • Gerlach Wolfgang W.P, Prof., Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising.
  • Groos Ulrich, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Griesheim
  • Kröber Heinz, BBA Berlin-Dahlem.
  • Mahler Kerstin, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Mondani Willi, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Wiesbaden.
  • Kreiselmaier Jochen, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Laun Norbert, Dr., Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Lutz Frieder, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.
  • Sauthoff Heinz, BBA Berlin-Dahlem.
  • Schlaghecken Josef, Neustadt/Wstr.
  • Ulrich Roswitha, Pflanzenschutzdienst, Hessen.
  • Ziegler Joachim, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum, Neustadt/Wstr.

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Siehe auch in Hortipendium

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Quellen Offline

Buch-Pflanzenschutz-im-Gemüsebau-Crüger.jpg
  • Bedlan Gerhard (2012): Gemüsekrankheiten. Österreichischer Agrarverlag. Wien. ISBN 10=3704-0114-95
  • Crüger Gerd (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-4
  • Hoffman Günter, Nienhaus Franz, Schönbeck Fritz, Weltzien Heinrich, Wilbert Hubert (2002): Lehrbuch der Phytomedizin (2.Auflage). Paul Parey. Berlin. ISBN 3-8001-3191-4
  • Krug Helmut (1986): Gemüseproduktion. Paul Parey. Berlin. ISBN 3-489-54222-3
  • Schlaghecken Josef (2019): Rund um das Saatgut. Zeitschrift Gemüse, Nr. 10, Seite 45-46.
  • Vogel Georg (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-489-60626-4

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Quellen Online

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