Bohnenkraut Pflanzenschutz

Aus Hortipendium
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Bohnenkraut Pflanze mit einem Gurkenmosaikvirus Befall.
(Dr. Jan Hinrichs-Berger, LTZ Augustenberg)
Vorbeugen ist besser als heilen.jpg

Beim Anbau von Bohnenkraut (Satureja hortensis) und (Satureja montana) als Küchenkraut oder Heilpflanze können Krankheiten und Schädlinge zu Qualitätsmängel oder sogar zu einem Totalausfall führen. Satureja hortensis ist offensichtlich anfälliger für Krankheiten und Schädlinge als Saturea montana. Die Pflanzenart gehört zur Familie der Lippenblütler. (Lamiaceae).

Vorbeugender Pflanzenschutz schon beim Thymian Bodenanbau

Datei:Satureja pilosa kz01.jpg
Ziel: Erfolgreicher Bohnenkraut Anbau.
(Krzysztof Ziarnek, Kenraiz)
  • Bedenken, dass Bohnenkraut eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) ist.
  • Dabei berücksichtigen, um welche Art des Anbaus es sich handelt.
  • Grundsätzlich ist der Bodenanbau von der Küchenkräuter Topfpflanzen Kultur zu unterscheiden.

Bohnenkraut Anbau als Bodenkultur im Freiland

  • Hier sind vor allem die Folgenden Dinge zu beachten.
  • Fruchtwechsel optimieren. Siehe weiter unten und Hortipendium Artikel.
  • Grundsätzlich kein Bohnenkraut Anbau nach Lippenblütler Kulturen.
  • Keine Parzellen mit einer größeren Belastung an aktuellen, bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen (z.B. Nematoden).
  • Keine Böden mit größeren Verdichtungen wählen.
  • Keine Parzelle mit größeren Bodensenken (Wasserstaugefahr) wählen.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung (P, K, Mg, B, pH-Wert usw.) kontrollieren.
  • Auf eine gute Humusversorgung des Bodens achten.
  • Keine Parzellen mit einem stärkeren Besatz an Wurzelunkräutern wählen.
  • Hochwertige, krankheitsfreies Saatgut verwenden.
  • Feldhygiene optimieren.
  • Weitere Information dazu siehe im Hauptartikel Majoran Erwerbsanbau

Fruchtwechsel optimieren
Grundsätzlich haben sehr eng verwandte Gemüsearten gleiche Krankheiten und Schädlinge. So ist es auch bei der hier behandelten Gemüseart, dem Majoran, der zu der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae). gehört. Einige Schaderreger sind bodenbürtig, das heißt, sie überdauern im Boden. Aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, innerhalb der Fruchtfolge möglichst weniger als 20% Arten aus der gleichen Pflanzenfamilie anzubauen. Auf jeden Fall, wenn irgend möglich, so eng verwandte Pflanzenarten nie nacheinander anbauen. Im Folgenden die wichtigsten Arten der Familie der Lippenblütler.

Quellen

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Bohnenkraut Anbau als Topfkräuter Kultur im Gewächshaus

Ziel: Erfolgreicher Bohnenkraut Topfkräuter Anbau.
(Josef Schlaghecken)
  • Hygienisch saubere Gewächshäuser.
  • Krankheitsfreie Töpfe.
  • Substrate mit ein für Bohnenkraut angepasstes Nährstoffangebot.
  • Krankheitsfreie Substrate.
  • Krankheitsfreies Saatgut.
  • Optimierte Klimaführung.

Welche zugelassenen Pflanzenschutzmittel stehen zur Verfügung?

Quellen

TTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTT

Viren

Viruskrankheiten können Bohnenkraut Pflanzen schädigen. oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Gurkenmosaikvirus (Cucumovirus) CMV

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Bohnenkraut Pflanze mit einem Gurkenmosaikvirus Befall.
(Dr. Jan Hinrichs-Berger, LTZ Augustenberg)

Die Viruskrankheit kann Bohnenkraut stark schädigen.

Synonyme (laut EPPO)

  • Cucumber mosaic cucumovirus.
  • Cucumber mosaic virus.
  • Cucumber virus 1.

Schadbild und Beschreibung (Bedlan und Hinrichs Berger)

  • Befalle Blätter verändern ihre Form und verkrüppelten
  • Oft verschmälerten die Blätter
  • Auf den Blättern bilden sich dunkle Flecken.
  • Die Blätter sind auch oft steil nach oben gerichtet.
  • Das Gurkenmosaikvirus ist allgemein verbreitet.
  • Den überwinternden Pflanzen und Pflanzenresten kommt für die Übertragung des Virus große Bedeutung zu.
  • Das Virus ist nichtpersistent. Blattläuse sind Hauptüberträger dieses Virus.
  • Etwa 50 bis 60 Blattlausarten kommen hierfür in Frage, wobei vor allem die Grüne Pfirsichblattlaus, die Grüne Gurkenblattlaus und die Bohnenblattlaus eine große Rolle spielen.
  • Die Blattlausübertragung ist besonders bei Freilandgurken von Bedeutung.
  • Dieser Zusammenhang lässt sich leicht beobachten, wenn durch Zunahme der Blattläuse die Anzahl der Infektionen gestiegen ist.
  • Man muss dabei eine Inkubationszeit von 10 bis 14 Tagen berücksichtigen.
  • Da das Virus nichtpersistent ist, sind die Blattläuse fähig, das Virus schon nach sehr kurzer Saugzeit von kranken Pflanzen auf neue Wirtspflanzen zu übertragen.
  • Auch eine Berührungsübertragung der Virose wurde nachgewiesen, doch spielt sie für die Ausbreitung des Virus eine unbedeutende Rolle.

Vorbeugemaßnahmen (Bedlan und Hinrichs Berger)

  • Bohnenkraut nicht in der Nähe von Gurken, Paprika und Tomaten und Kulturen anbauen, die als Überwinterungswirte des Virus in Frage kommen (z. B. Luzerne sowie verschiedene Zierpflanzen).
  • Virusverdächtige Jungpflanzen sind auszusortieren.
  • Es ist auf ein rasches Jugendwachstum und damit auf ein schnelles Schließen der Bestände zu achten.
  • Die Saat- oder Pflanztermine sind sorgfältig zu wählen, damit das Jugendstadium abgeschlossen ist oder erst beginnt, bevor die Hauptblattlausperiode einsetzt.
  • Bei Bedarf zur Regulierung eines Blattlaus Befall den einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

TTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTT

Pilze

Pilzkrankheiten können Bohnenkraut Pflanzen schädigen. oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Alternaria Blattflecken (Alternaria alternata u.a.)

Die Alternaria Pilz Krankheit kann Bohnenkraut Pflanzen stark schädigen.

Synonyme

  • Alternaria destruens, Alternaria fasciculatat, Alternaria rugosa, Alternaria tenuis.
  • Torula alternata.

Schadbild und Lebensweise

  • An den Blättern bilden sich zu Beginn punkförmige Flecken an den Pflanzen.
  • Die Befalls Flecken werden dann größer mit einem helleren Zentrum oft mit einem dunklen Hof.
  • Später bilden sich in den Flecken schwarze Konidien.
  • Bei Stress Situationen verfärben sich die Blätter rötlich.
  • Bei einem sehr starken Befall fließen die Befalls Flecken zusammen und ganze Blätter sterben ab.
  • Als Stressreaktion können die Blätter auch eine Rotfärbung aufweisen.
  • Die Pilz Infektion erfolgt über Stomata, Wunden oder direkt durch die Kutikula.
  • Die dunklen Konidien können durch Wind und Wasserspritzer verbreitet werden.
  • Feuchtwarme Witterung sowie größere Tag-/Nacht-Temperaturschwankungen fördern die Pilzentwicklung.
  • Die Pilz Krankheit ist durch Saatgut übertragbar.
  • Alternaria überdauert an Pflanzenmaterial im Boden bis zu 2 Jahre.
  • Es kommen Mischinfektionen mit anderen Alternaria Arten vor.

Wirtspflanzen

  • Allium, Amaranthus, Armoracia rusticana, Brassica oleracea, Capsicum, Cynara, Cichorium, Citrullus, Cucumis sativus, Cucurbita, Cucumis melo, Eruca, Origanum vulgare, Raphanus sativus, Satureja, Spinacia oleracea, Solanum melongena, Solanum lycopersicum und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Kein Anbau neben Kulturen mit einem Befall.
  • Kein Anbau auf Parzellen in denen in den letzten zwei Jahren ein Befall vorkam.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Blattnässezeiten minimieren.
  • Vorsicht bei Verwendung einer Vlies- oder Schutznetz Bedeckung. Die können den Befall verstärken.
  • Bedeckung und Abnahme nur bei total trockenen Pflanzen, da es oftmals unter Kulturschutznetzen zu einem verstärkten Befall kommt!
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Falscher Mehltau (Peronospora lamii)

Diese Pilzkrankheit kann insbesondere Sommer Bohnenkraut (Satureja hortensis) stark schädigen.

Schadbild und Beschreibung

  • An den Blättern entstehen fahlgrüne oder graue bis leicht violette Farbveränderungen.
  • An den befallenen Stellen bildet sich an der Blattunterseite ein grauer Konidien Träger Rasen.
  • Die Blattflecken werden häufig von den Hauptblattadern begrenzt.
  • Stärker befallene Blätter rollen sich ein und sterben ab.
  • Wenn die Stängel befallen werden sterben die Triebe ab.
  • Der Pilz bildet als Oosporen, die an den Pflanzenresten und im Boden überdauern.
  • Nach dem Auskeimen der Oosporen werden Sporen freigesetzt, die über Wind oder Wasserspritzer verbreitet werden.
  • Auf der Blattoberfläche keimen die Sporen und können auch durch die Stomata in die Pflanze eindringen. I
  • Interzellulär bildet der Erreger ein Myzel aus.
  • Die Konidien Träger wachsen aus den Spaltöffnungen heraus und sind als grauer Konidien Träger Rasen erkennbar.
  • Die Massenverbreitung im Bestand erfolgt über die Konidien.

Wirtspflanzen

  • Satureja, vor allem auch Basilikum sowie andere Lippenblütler

Vorbeugemaßnahmen

  • Kein Anbau neben Wirtspflanzen Bestände.
  • Blattnässe Zeiten minimieren.
  • Soweit möglich, erste befallene Pflanzen sicher entsorgen.
  • Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln (Phosphorige Säure, VICare, Zulassung beachten!) erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Fleckenkrankheit (Boeremia exigua var. exigua) früher Phoma exigua

Typische Fleckenkrankheit, hier an einem Bohnenblatt.
(Nancy Gregory)

Diese Pilzkrankheit kann auch beim Anbau von Bohnenkraut zum Problem werden.

Synonyme (laut EPPO)

  • Ascochyta hortorum, Ascochyta hydrangeae, Ascochyta nicotianae, Ascochyta phaseolorum.
  • Phoma exigua, Phoma exigua var. exigua, Phoma exigua var. solanicola, Phoma solanicola, Phoma tuberosa.
  • Phyllosticta hortorum, Phyllosticta hydrangeae.

Weitere Arten

  • Die folgenden Arten wurden auch schon, in geringerem Maße an Satureja festgestellt: Phoma capitulum, Phoma glomerata.

Schadbild und Lebensweise

  • Es gibt verschiedene Subspecies.
  • Der Pilz befällt die ganz Pflanze und schädigt vor allem durch den Hülsenbefall.
  • Es bilden sich z.B. auf den Blättern bräunliche Flecken.
  • In den Befalls Regionen bilden sich kreisförmig angeordnete Pygnidien.
  • An den Stängel werden ganze Partien befallen.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben ganze Pflanzenpartien oder auch die ganzen Pflanzen ab.
  • Die Krankheit kann mit dem Saatgut übertragen werden.
  • Länge Feuchtperioden fördern die Pilzentwicklung.
  • Günstige Temperaturen liegen im Bereich von 15-20°C.

Wirtspflanzen

  • Cynara, Fragaria, Glycine max, Humulus lupulus, Ipomoea batatas, Lactuca, Medicago sativa, Phaseolus, Pisum sativum, Satureja, Solanum tuberosum, Triticum, Vicia faba.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Befallsfreie Parzellen wählen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Fusarium-Welke (Fusarium ssp.)

Datei:Basilikum Fusarium--Roswitha Ulrich.jpg
Typische Fusarium Befalls Symptome. Hier an dem verwandten Basilikum. (Roswitha Ulrich)

Die Fusarium Welke ist weltweit gesehen eine wichtige Pilzkrankheit, die auch insbesondere Satureja hortensis Bestände befallen und schädigen kann.

Aktuelle Arten

  • Fusarium avenaceum.
  • Fusarium culmorum.
  • Fusarium equiseti.
  • Fusarium oxysporum.

Schadbild und Lebensweise

  • Befallene Pflanzenteile verfärben gelblich, kümmern und sterben ab.
  • Befallene Pflanzen Stiele verfärben oft rosa-orange und sterben mit der Zeit ab.
  • Die Leitungsbahnen verfärben und die befallenen Pflanzenteile welken.
  • Der Krankheitsbefall tritt oft einseitig an den Pflanzen auf.
  • Der Pilz braucht zur Entwicklung Temperaturen von über 16°C.
  • Pilz fördernde Bodentemperaturen liegen im Bereich von 25-30°C.
  • Eine Verbreitung der Krankheit ist möglich über befallene Pflanzenteile, mit dem Boden oder durch Luftbewegung.
  • Der Pilz überdauert für viele Jahre im Boden.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.

Wirtspflanzen

  • Satureja und viel andere Pflanzenarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Flächen bzw. Substrate auszuwählen.
  • Beim Bodenanbau Fruchtfolge optimieren.
  • Konsequente Kultur- und Feldhygiene.
  • Biologische Bekämpfung mit Trichoderma viride erwägen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Pythium Wurzel- und Stängelfäule (Pythium spp.)

Typischer Pythium Befalls Beginn einer Pflanzenwurzel. (Jochen Kreiselmaier)

Die Pythium Krankheit kann Bohnenkraut Pflanzen stark schädigen.

Aktuelle Arten

  • Pythium aphanidermatum.

Schadbild und Lebensweise

  • Schon die Keimpflanzen können befallen und zerstört werden.
  • An den Stängeln, in Bodennähe, kommt es zu Verbräunungen und Einschnürungen, so dass die Pflänzchen umknicken und absterben.
  • Bei einem späteren Befall zeigt sich zu zunächst ein Welken der jungen Pflanzens Triebe.
  • Nach und nach vergilben dann die Blätter und sterben ab.
  • Im Boden sieht man, dass die Wurzeln von der Spitze her verbräunen und später ganz absterben.
  • Teilweise ist der Wurzelbefall auch fleckig und die Pflanzen versuchen sich durch eine verstärkte Weitenwurzel zu retten.
  • Mit zunehmendem Fortschreiten der Krankheit wächst der Pilz auch in den Stängel nach oben und die Blätter verfärben schwarz und sterben ab.
  • Zum Überdauern bildet der Pilz Sporangien aus denen sich später Sporen bilden um damit weitere Pflanzen zu infizieren.
  • Pythium Pilze entwickeln sich besonders gut bei Staunässe und Temperaturen im Bereich von 20-35°C.

Wirtspflanzen

  • Satureja und viele und andere Pflanzenarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Substrate und Jungpflanzen verwenden.
  • Beim Bodenanbau kein Anbau auf belasteten Parzellen.
  • Mehrjähriger Fruchtwechsel mit Wirtspflanzen.
  • Staunässe vermeiden.
  • Keine Stickstoff Überversorgung.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Rhizoctonia (Rhizoctonia solani)

Datei:Ocimum basilicum mit Rhizoctinia solani, Gerhard Bedlan-2.jpg
Typischer Rhizoctonia solani Befall an einem Keimling.
(Dr. Gerhard Bedlan)
Datei:Mycelium and hyphae of the fungus Rhizoctonia solani.jpg
Rucola solani mit typischen Hyphen.
(Tashkoskip)

Eine weitverbreitete Pilzkrankheit, die auch Bohnenkraut Pflanzen schaden kann.

Formen

  • Rhizoctonia solani: Nebenfruchtform.
  • Thanatephorus cucumeris: Hauptfruchtform.

Schadbild und Lebensweise

  • Keimlinge und Jungpflanzen fallen um, die befallenen Stängel verfärben bräunlich.
  • Rhizoctonia solani entwickelt sich bes. bei feuchtwarmen Bedingungen.
  • Gelegentlich werden die Blätter vor allem in Bodennähe von einem grauweißen, dichten, dünnen Myzel überzogen (durch die Hauptfruchtform Thanatephorus cucumeris hervorgerufen)
  • Bei Temperaturen unter 10°C findet kaum eine Infektion statt.
  • Bei 20°C und ausreichender Feuchte entwickelt sich der Pilz rasant.
  • Die optimale Temperatur zur Entwicklung dieses Pilzes liegt zwischen 25 und 30 °C.
  • Rhizoctonia solani bildet kleine Sklerotien aus, die jahrelang im Boden überdauern können.
  • Der Pilz kommt in verschieden angepassten Pathotypen vor. Infektionen erfolgen durch direkte Penetration des Pflanzengewebes.

Wirtspflanzen

  • Allium, Anethum, Apium, Artemisia, Beta, Brassica, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Coriandrum, Cucumis, Cucurbita, Daucus, Diplotaxis, Eruca, Glycine, Helianthus, Lactuca, Lens, Ocimum, Origanum, Phaseolus, Physalis, Pisum, Raphanus, Rosmarinus, Solanum, Spinacia, Thymus, Valerianella, Vicia und viele Weitere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Krankheitsfreies Substrat bei der Topfkultur
  • Befallsfreie Parzellen (ohne Sklerotien im Boden) beim Bodenanbau.
  • Fruchtfolge optimieren mit Nicht Wirtspflanzen
  • Optimierte Feldhygiene zur Minimierung der Sclerotienbildung, z.B. sofort nach der Ernte Bestandsreste zerkleinern und einarbeiten.
  • Bei Bedarf den Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Rost Krankheit (Puccinia menthae)

Typisches Puccinia menthae Befalls Schadbild.
(Peter de Lange)

Pilzkrankheit, die Bohnenkraut Pflanzen schaden kann.

Schadbild und Lebensweise (Ökolandbau.de)

  • Schäden treten etwa ab Ende April auf.
  • Es bilden sich unregelmäßige hellbraune Blattflecke mit gelbem Hof.
  • Später bilden sich kleine, schwarzbraune, Pyknidien.
  • Die an den Pflanzen sichtbaren violetten Rostpusteln sind die Fruchtkörper des Pilzes.
  • Daraus freiwerdende Sporen keimen auf den Pflanzen aus und bilden andere Sporen, welche weitere Pflanzen infizieren können.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben die Blätter ab.
  • Puccinia menthae ist nicht wirtswechselnd und schließt seinen vollständigen Entwicklungszyklus auf nur einer Wirtspflanze ab.
  • Im Frühjahr erfolgt die Infektion der Pflanzen über Sporen, die durch Wind und Wasserspritzer verbreitet werden.
  • Im Spätsommer entstehen dunkel gefärbte Sporen, die den Winter an den Pflanzen überdauern.
  • Im Frühjahr entstehen neue Sporen gebildet, welche die Bestände bei ausreichend feuchten Blättern erneut infizieren.
  • Feuchte Witterungsperioden fördern den Befall.

Wirtspflanzen

  • Satureja, weitere Lippenblütler und andere Pflanzenarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Blattnässe Zeiten minimieren.
  • Sehr dichte Bestände vermeiden.
  • Fruchtfolge optimieren.
  • Kein Freilandanbau neben befallenen Beständen.
  • Soweit möglich, Erstbefall und befallene Bestandreste sicher entsorgen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quelle

Suche aktuelle Forschungsberichte

TTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTT

Schädlinge

Schädlinge können Bohnenkraut Pflanzen schädigen. oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Blattläuse (verschiedene Arten)

Datei:Aphids May 2010-3.jpg
Schwarze Bohnenläuse an einem Pflanzenstängel (Alvesgaspar)

Durch einen Blattlaus Befall können insbesondere Satureja hortensis Pflanzen geschädigt werden.

Aktuelle Arten

  • Aphis fabae (Schwarze Bohnenlaus), wohl wichtigste Art.
  • und andere.

Synonyme (laut EPPO)

  • Aphis papaveris.
  • Doralis fabae.

Schadbild und Lebensweise

  • Blattläuse besiedeln Bohnenkraut Pflanzen.
  • Die Blattläuse saugen an den Pflanzen.
  • Durch ihre Ausscheidungen findet man auf den Blättern den sogenannten Honigtau.
  • Auf dem Honigtau könne sich Schwärzepilze ansiedeln.
  • Nach einiger Zeit siedeln sich auch Nützlinge an.
  • Eine der wichtigsten Nützlings Arten sind die Marienkäfer.

Wirtspflanzen

  • Alle Küchenkräuter und Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nützlings Vorkommen im Betrieb fördern.
  • Beim Insektizid Einsatz im Betrieb nur nützlingsschonende Mittel verwenden.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Trauermücken (Bradysia, Lycoriella) und andere

Totalausfall durch Trauermücken Larven
(Frank Korting, DLR Neustadt/Wstr.)
Trauermücken Larve. (Rainer Wahl, DLR Neustadt/Wstr.)

Trauermücken Larven können bei der Topfkräuter Kultur großen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Bradysia coprophila, Bradysia impatiens, Bradysia praecox, Bradysia paupera und weitere.
  • Lycoriella ingenua.
  • Sciara militaris.

Schadbilder Beschreibung

  • Befallene Pflanzen welken.
  • Es kommt zu einer Wuchshemmung.
  • Die Pflanzen Stängel im Bodenbereich werden zerstört und verfärben braun.
  • Im Wurzelbereich findet man die beinlosen Larven.
  • Stark befallene Pflanzen sterben.
  • Normal leben die Trauermücken Larven von Pilzmyzelien sowie von sich zersetzendem organischen Material.
  • Pflanzenschädigende Trauermücken Arten fressen jedoch auch an den verschiedenen Topf-Küchenkräutern.

Trauermücken Merkmale (Beispiel Bradysia)

  • Die Familie der Trauermücken (Sciaridae) gehört zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera).
  • Ebenso wie zum Beispiel bei Fliegen oder Stechmücken ist das zweite Flügelpaar der Trauermücken zu sog. Schwingkölbchen oder Halteren umgebildet, mit deren Hilfe das Insekt die Schwerkraft wahrnehmen kann.
  • Viele aktuelle Trauermückenarten gehören zur Gattung Bradysia an.
  • Die Mücken sind etwa 1-8 mm groß und haben längliche und dunkel gefärbt.
  • An den rel. kleinen Köpfen befinden sich fadenförmigen Antennen.
  • Die Augen sind oberhalb der Fühler durch einen schmalen Steg miteinander verbunden.
  • Fühler und Beine sind lang und zart gebaut.
  • Die weiß gefärbten, beinlosen Larven sind schlank und haben eine dunkle Kopfkapsel.
  • Die Larven sind z.T. durchsichtig, so dass der Verdauungstrakt sichtbar ist.
  • Die Larven werden bis zu sechs mm groß.
  • Viele Trauermückenarten gehören der Gattung Bradysia an, die auf allen Kontinenten vertreten ist.
  • Für einen ganzen Entwicklungszyklus brauchen Trauermücken der Gattung etwa drei Wochen.
  • Bei günstigen Bedingungen kann eine Trauermücke 70 oder mehr Eiser ablegen.
  • Ein Entwicklungszyklus von Bradysia impatiens dauert etwa 25-30 Tagen.

Vorbeugemaßnahmen und Bekämpfung

  • Da sich Trauermücken nur im feuchten Substrat gut entwickeln können jegliche Übernässung und Wasserstau vermeiden.
  • Bei Topfkulturen kann eine Bewässerung von unten den Befalls Druck mindern.
  • Die Anbauflächen frei von Algen und Unkraut halten.
  • Unvollständig verrottetes organischem Material begünstigen das Auftreten von Trauermücken.
  • Substratvorräte durch eine Bedeckung vor eine Besiedlung schützen.
  • Die Aktivitäten der fliegenden Trauermücken kann man mit Hilfe von gelben Leimtafeln überwachen.
  • Bekämpfung von Trauermücken im Larvenstadien kommen Bacillus thuringiensis, Nematoden (Steinernema feltiae) und Raubmilben (Hypoaspis sp.) in Frage. Der Wirkungsgrad ist sehr unterschiedlich.
  • Die umherfliegenden adulten Trauermücken können mit Hilfe von gelben Leimtafeln (sog. Gelbfallen) kontrolliert werden.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Zikaden (Empoasca, Eupteryx Arten u.a.)

Zikaden Schaden an einer Bohnenkraut Pflanze.
(Josef Schlaghecken)

Zikaden können an Bohnenkraut Pflanzen Schaden anrichten.

Aktuelle Arten

  • Emelyanoviana mollicula (Schwefelblattzikade).
  • Empoasca decipiens (Gemüse Blattzikade oder Grüner Blatthüpfer).
  • Eupteryx atropunctata (Bunte Kartoffelblattzikade) .
  • Eupteryx decemnotata (Ligurische Blattzikade).
  • Eupteryx florida (Gartenblattzikade).
  • Eupteryx melissa (Kräuter Blattzikade).

Schadbild und Lebensweise

  • Etwa ab Mitte Mai können die auftretenden Zikaden Bohnenkraut Pflanzen schädigen.
  • Beim Annähern und berühren der Pflanzen, springen kleine Insekten weg.
  • Die Zikaden saugen an ihren Wirtspflanzen.
  • An den Blättern entstehen weiße Saugstellen mit silbergrauem Glanz.
  • Besonders bei milder und trockener Witterung ist mit einem Schaden zu rechnen.
  • Die Blätter wirken weiß gesprenkelt, später fahl grün, bis hin zum vollständigen Verschwinden des Blattgrüns.
  • Nach stärkerer Saugtätigkeit entstehen größere, weißliche Flecken auf den Blättern.
  • Die erwachsenen Tiere haben nur eine Länge von 3-4 mm.
  • Nach 2-4 Tagen schlüpfen die Larven.
  • Empoasca decipiens durchläuft 5 Nymphen Stadien.
  • Erst im letzten Nymphen-Stadium bilden sich Flügel.
  • Günstige Temperaturen sind 20-25°C.
  • Ein ganzer Lebenszyklus erfolgt je nach Umständen in 2-5 Wochen.

Wirtspflanzen

  • Saturea, andere Lippenblütler und viele andere Pflanzenarten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Beim Freilandanbau kein Anbau anlegen neben befallene Altbestände.
  • Mit Gelbtafeln lässt sich der Befall kontrollieren.
  • Der Eiparasitoid Anagrus atomus kann als Nützling helfen.
  • Die Pilze Metarhizium anisopliae, Paecilomyces fumosoroseus und Beauveria bassiana können evtl. bei der Bekämpfung helfen.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln erwägen.

Möglicher Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Quellen

Suche aktuelle Forschungsberichte

TTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTT

Siehe auch in Hortipendium

Logo-hortipendium.jpg

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Quellen Offline

Buch-Pflanzenschutz-im-Gemüsebau-Crüger.jpg
  • Bedlan Gerhard (2012): Gemüsekrankheiten. Österreichischer Agrarverlag. Wien. ISBN 10=3704-0114-95
  • Crüger Gerd (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-4
  • Hoffman Günter, Nienhaus Franz, Schönbeck Fritz, Weltzien Heinrich, Wilbert Hubert (2002): Lehrbuch der Phytomedizin (2.Auflage). Paul Parey. Berlin. ISBN 3-8001-3191-4
  • Krug Helmut (1986): Gemüseproduktion. Paul Parey. Berlin. ISBN 3-489-54222-3
  • Vogel Georg (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Eugen Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-489-60626-4

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

Quellen Online