Zwiebel

Aus Hortipendium
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Zwiebel
Allium cepa Cepa-Gruppe
Linné
Synonyme
Allium cepa var. cepa, Trockenzwiebel, Bolle, Gartenzwiebel, Küchenzwiebel, Schalotten, Sommerzwiebel, Winterzwiebel, Speisezwiebel
Trockenzwiebel.JPG
Trockenzwiebel
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Monokotyledonen
Ordnung Spargelartige
Asparagales
Familie Lauchgewächse
Alliaceae
Gattung Lauch
Allium

Die Zwiebeln (Allium cepa Cepa-Gruppe, früher Allium cepa var. cepa )oder auch Trockenzwiebeln genannt sind Gemüsearten, die zur Familie der Lauchgewächse gehören.


Botanik

Die Speisezwiebel ist eine zweijährige oder ausdauernde Pflanzenart. Nach der Entwicklung von Blättern (Schlotten) beginnt das Stadium der Zwiebelbildung. Zum Schluß, in der generativen Phase, bilden die Pflanzen bis zu einem Meter oder noch höhere Schäfte mit den Blüten. Diese sind in kugeligen Scheindolden angeordnet. Die Speisezwiebel ist ein Frendbestäuber.
Die Zwiebeln selber sind, weltweit gesehen, wohl eines der am beliebstesten Würzmittel.
Speisezwiebeln werden vorwiegend als Säkultur im Freiland angebaut. Man unterscheidet dabei zwei Gruppen.

  • Sommerzwiebeln: Saat im Frühjahr und Ernte im Herbst
  • Winterzwiebeln: Saat im Herbst, Überwinterung und Ernte im Frühsommer

Bilder zur Zwiebel Botanik


Saatgut und Keimung

Daten zum Zwiebelsaatgut

TKG Korngröße 1 Gramm Keimfähigkeit Keimtemperatur Keimdauer Saatgutangebot
1,5 - 2,5 g Länge: 2,0 - 3,0 mm
Breite: 1,5 - 2,5 mm
Kalibrierung
auf 0,75 mm
400 - 650 Korn Mindestkeimfähigkeit: 70%
Präzisionssaatgut: 90%
5 - 12°C bei 5°C: 61 Tage
bei 12°C: 21 Tage
bei 20°C: 12 Tage
Normalsaatgut
Präzisionssaatgut
Insektizidbehandeltes Saatgut

Anbau Bilder


Nährstoffversorgung und Düngung

Pflanzenschutz

Speisezwiebel Bestände können von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen und empfindliche geschädigt werden. Vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen sind unbedingt nötig. Ansosnten sind Totalausfälle zu befürchten.

Krankheiten:
Botrytis Blattflecken (Botrytis squamosa)
Bedeutende Pilzkrankheit. Vorallem im Frühjahr und Herbst gefährlich.
Falscher Mehltau (Peronospora destructor)
Der Falsche Zwiebelmehltau gehört zur großen Gruppe der Falschen Mehltaupilze, in der eine Vielzahl verwandter Pilzarten zusammengefasst ist, die besonders gut bei feuchtkühler Witterung - also im Frühjahr und Herbst - gedeihen. In trockenen Jahren tritt er weniger auf. Er befällt hauptsächlich Zwiebeln und Schalotten, seltener ist er an Schnittlauch oder Porree zu finden. Falsche Mehltauerkrankungen an Kopfsalat oder Gurke werden durch andere Vertreter aus dieser Gruppe verursacht. Befallene Zwiebeln stellen somit keine Gefahr für benachbarte Gemüsekulturen dar. Da alle Falschen Mehltaupilze Feuchtigkeit benötigen, kann die Krankheit in Regenperioden verstärkt auftreten. Der Schaden am Zwiebellaub zeigt sich vor allem während feuchter Witterungsphasen duch längliche, ovale grünbraune Flecken und ebenso gefärbte Blattspitzen an. Zum Teil ist auf diesen Stellen ein violettgrauer Sporenrasen zu finden. Das Zwiebellaub kann bei stärkerem Befall ganz absterben. Gelegentlich wird auch Schnittlauch von diesem Krankheitserreger befallen. Da der Pilz Dauersporen bilden kann, die über Jahre im Boden aktiv bleiben, ist eine weitgestellte Fruchtfolge empfehlenswert. Befallenes Zwiebellaub gehört aus dem selben Grund nicht auf den Kompost. Dichte Pflanzabstände schaffen ein günstiges Kleinklima für die Krankheit, so dass auf einen lockeren Pflanzenbestand zu achten ist.
Iris Yellow spot virus (IYSV)
Unregelmäßige Flecken. Neuartige Viruskrankheit. Übertragung durch Thripse. Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)
Bodenbürtige Pilzkrankheit. Weiter Fruchtfolge einplanen. Befallene Flächen meiden.
Rost (Puccinia allii)
Samtfleckenkrankheit (Cladosporium allii-cepae)

Schädlinge:
Erdraupen (Agrotis -Arten)
Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella)
Es schädigen die Raupen des Falters
Lauchminierfliege (Napomyza gymnostoma)
Da zwei Generationen möglich, Schäden im April/Mai und im Aug./Sep.
Nematoden (Ditylenchus und andere)
Zwiebeln können von verschiedenen Nematodenarten befallen werden, von denen Ditylenchus dipsaci der wirtschaftlich bedeutendste ist. Oberirdisch sichtbare Symptome sind gestörtes Wachstum bis hin zu Absterben der Pflanzen, Verdrehungen und Verformungen des Stängels können auf einen Nematodenbefall hinweisen. Nähere Details siehe unter Zwiebel: Nematodenschäden
Thripse (Thrips tabaci)
In wärmeren und trockneren Region wohl der bedeutendste Schädling.
Zwiebelfliege (Delia antiqua)
Die Maden der Fliegen schädigen in der Zwiebel.


Bilder zum Pflanzenschutz


Unkrautbekämpfung

Beispiel Restunkräuter

Die Unkrautbekämpfung beim Anbau von Zwiebeln erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand und kostet viel Geld. Eine große Hilfe bietet in jedem Falle die optimierte Feldhygiene sowie das "Falsche-Saatbeet". Diese beiden Verfahren sind zu ergänzen mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und im konventionellen Anbau durch den Einsatz von Herbiziden.

Feldhygiene

Falsches Saatbeet

Hierbei geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dauerunkräuter möglichst schon beim ersten Auftreten ausschalten und nicht warten bis sich schon große Bestände gebildet haben. Zur Eindämmung des Samenunkräuter Drucks, diese nie Samen bilden lassen. Wird das konsequent durchgeführt, verringert sich der Unkrautdruck von Jahr zu Jahr. Nähere Infos zur Feldhygiene gibt es unter den folgenden Links.

Falsches-Saatbeet

Beispiel Hackgerät

Eine sofortige, große Erleichterung bei der Unkrautbekämpfung bringt das "Falsche-Saatbeet". Nähere Infos zur Anwendung gibt es unter dem folgenden Link.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Bei den üblicherweise direkt ins Feld gesäten Zwiebeln kann eine mechanische Unkrautbekämpfung hilfreich und sinnvoll sein.

  • Hilfreich ist es, den Reihenabstand der vorhandenen Hacktechnik anzupassen
  • Lieber in den Reihen enger säen und dafür weitere Reihenabstände wählen
  • Je jünger die Unkräuter, desto leichter die mechanische Bekämpfung
  • In niederschlagsarmen Regionen und auf leichteren Böden ist die mechanische Unkrautbekämpfung am ehesten erfolgreich

Herbizideinsatz

Herbizid Effekt Unkraut

In konventionell arbeitenden Betrieben ist der Einsatz bzw. die Nutzung von Herbiziden üblich. Um damit langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind die Zulassungsbedingungen zu beachten und ein ist sachgerechte Anwendung nötig. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Anwendungen innerhalb einer Fruchtfolge, um so die Selektion von nicht erfassten Unkrautarten zu verhindern. Nähere Infos zu Herbiziden und deren Einsatz gibt es unter den folgenden Links.

Link zur Indikationssuche im Gemüsebau 


Speisezwiebeln Anbau in Deutschland und Holland

Speisezwiebeln in Deutschand

Wie sich die Anbauflächen von Speisezwiebeln in Deutschland entwickelt haben, zeigt die folgende Tabelle. Die Anbaufläche stieg von 8.942 ha im Jahre 2008 auf 11.781 ha im Jahre 2017

Speisezwiebeln Anbauflächenentwicklung
in Deutschland in ha
Jahr ha
2008
  
8942
2009
  
8632
2010
  
8732
2011
  
9432
2012
  
9532
2013
  
9691
2014
  
10224
2015
  
11108
2016
  
11293
2017
  
11781
2018
  
11368
Quelle: Statistisches Bundesamt


Speisezwiebeln in Holland

Holland hat einen beachtlichenTrockenzwiebelanbau. Die Anbau- und Lagertechnik erfolgt in großen, spezialisierten Betrieben auf einem hohen Niveau.

Speisezwiebeln Anbauflächenentwicklung
in Holland in ha
Jahr ha
2000
  
19979
2005
  
22520
2008
  
26140
2009
  
26027
2010
  
28867
2015
  
23890
2016
  
24487
2017
  
26123
Quelle: Centraal Bureau voor de Statistiek, Den Haag/Heerlen


Markt

Speisezwiebeln am Markt gibt es in unterschiedlicher Form. Das Hauptangebot besteht aus braunschaligen, runden Sorten, die meist in kleinen Netzen abgepackt angeboten werden. Ein kleineres Angebot stellen die rotschaligen Sorten dar.


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Zwiebeln kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.

Zwiebel Saisonkalender

Gemüse aus der Region kaufen und saisonal verzehren ist meist für den Verbraucher preislich vorteilhaft und bringt ökologische Vorteile. Die Transporte bleiben kurz und die Ware ist im Normalfall nach der Ernte schnell beim Verbraucher. In einem speziellen Saisonkalen der Gemüsearten sieht man an Hand einer großen Grafik, wann einheimische Zwiebeln, auch im Vergleich zu anderen Gemüsearten, am Markt angeboten wird.


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Speisezwiebel, Küchenzwiebel, Sommerzwiebel
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch onion, brown onion, common onion
Flag of China.png Chinesisch (Mandarin) contou
Flag of Denmark (WFB 2004).gif Dänisch kepa-leg
Flag of Finland.png Finnisch ruokasipuli
Flag of France.png Französisch oignon
Flag of Greece.png Griechisch krmmydi
Flag of India.png Hindi piaj
Flag of India.png Indisch bawang lampoeng
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch cipolla
Japan flag - variant.png Japanisch tamane
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch ui, ajuin, droogui
Flag of Norway.svg Norwegisch lek
Flag of Poland.svg Polnisch cebula zwyczajna
Flag of Portugal.svg Portugisisch cebolo
Flag of Romania.svg Rumänisch ceapaceaclama
Flag of Russia.svg Russisch luk repcatyj, Лук репчатый
Flag of Sweden.svg Schwedisch lök
Flag of Spain.svg Spanisch cebolla
Flag of Hungary.svg Ungarisch vöröshagyma


Siehe auch in Hortipendium


Quellen

  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Royal Sluis (2003): Gemüse Saatgutkatalog. Royal Sluis. Neustadt am Rübenberge. 
  • Schlaghecken Josef, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold (2008): Der große Zander - Enzyklopädie der Pflanzennamen. Bd. 2 - Arten und Sorten. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 978-3-8001-5406-7
  • Josef Schlaghecken (2017): Rund um das Saatgut: Zwiebel. In: Zeitschrift "Gemüse". 53. Nr. 7. Seite 31-32. 



Weblinks