Zitronenverbene

Aus Hortipendium
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Zitronenverbene
Aloysia citrodora
Palau
Synonyme
Zitronenstrauch
Zitronenverbene junge Zweige.jpg
Junge Zweige
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung Lippenblütlerartige
Lamiales
Familie Eisenkrautgewächse
Verbenaceae
Gattung Zitronenstrauch
Aloysia

Die Zitronenverbene (Aloysia citrodora) ist eine Pflanze aus der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Der mehrjährige Kleinstrauch, auch Zitronenstrauch genannt, stammt ursprünglich aus Südamerika (Chile und Peru) und wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht. Im Mittelmeerraum ist die Zitronenverbene heute ein beliebter Duftstrauch in Parks und Gärten. In Deutschland fasziniert sie viele Gartenliebhaber als Kübel- bzw. Topfpflanze mit ihrem lieblichen Duft und der vielseitigen Verwendung in Küche und Haus.

Verschiedenen Namen

Bei der Zitronenverbene haben sich die Botaniker schwer getan mit der Namensgebung. Die verschiedenen Bemühungen werden bei der Betrachtung der Synonyme deutlich.

  • Lippia triphylla (L'Hér.) Kuntze
  • Lippia citrodora Kunth
  • Lippia citriodora Kunth
  • Aloysia triphylla (L'Hér.) Britton
  • Aloysia citridora Paláu
  • Aloysia citriodora Paláu

Die frühere Bezeichnung triphylla (Dreiblatt) deutet auf die Blattanordnung an den Ästen hin. Der Artname citrodora ist ein Hinweis auf den Duft bzw. den Geschmack der Pflanze.
Im Englischen heißt die Zitronenverbene "Lemon beebrush" das man mit "Zitronen Bienenstrauch" übersetzten kann.
Interessant ist es auch, einmal die Bezeichnung des Strauches in anderen Sprachen zu betrachten.
Näheres zur offinziellen Namensgebung siehe unter....

Merkmale der Pflanzen

  • Kleinstrauch, bis zu 2,5 m hoch etwa nach 5-10 Jahre.
  • Kübelpflanzen: Hier meist kleiner mit einer Höhe von 60-150.
  • Frosthärte: Im Mittelmeerraum winterhart, in Deutschland erfriert die Pflanzen im Freiland.
  • Blattform: länglich, lanzettlich, etwa 5 cm lang.
  • Blattfarbe: mittelgrün bis gelblich grün.
  • Blattanordnung: An den mehr und mehr verholzenden Trieben bzw. Ästchen sind jeweils drei Blätter angeordnet.
  • Duft: Das eindruckvollste Erkennungsmerkmal der Pflnze ist sein Duft.
  • Blüten: Etwa ab Juni bilden die kleinen Sträucher rispige Blütenstände. Die einzelnen, weißen Blüten haben 4 Blütenblättchen und einen Durchmesser von rund 5 mm.


Inhaltsstoffe

die Zitronenverbene enthält ganz besondere, wohlriechende ätherische Öle, die jedoch weniger als 1% des Pflanzengewichtes ausmachen. Die Intensität des Zitronedufts ist erheblich stärker als bei den meisten anderen nach Zitronen riechenden Pflanzen. Schon beim leichten Verreiben ihrer Blätter entstehen wahre Duftwolken an Citrusaromen.
Hauptbestandteil der ätherischen Öle sind die die Aldehyde Citral, Neral und Geranial sowie weitere Monoterpene bzw. Monoterpenabkömmlinge wie Limonen, Carvon, Dipenten, Linalool, Nerol´ und Geraniol.

Gesundheitliche Wirkung

Zitronenverbenen enthalten feine, frisch nach Zitrone duftende ätherische Öle und sind appetitanregend sowie verdauungsfördernd. Traditionell wird die Zitronenverbene bei Verdauungsbeschwerden (Verstopfungen), Nervosität, Schlaflosigkeit und Erkältungskrankheiten angewendet. Es wirkt zudem leicht beruhigend.

Verwendung

Für viele Menschen ist die Zitronenverbene eine fazinierende Duftpflanze und auch ein interessantes Küchenkraut, da der feine und erstaunlich intensive Zitronengeschmack verblüffend intensiv ist. Schon ein leichtes Streifen der Pflanze mit der Hand überträgt den frischen Duft. Daher ist Aloysia citrodora immer häufiger als Topfpflanze im Kräutersortiment anzutreffen. Das unvergleichliche, zitronige Aroma der Zitronenverbene ist in Frankreich als anregend-beruhigender "Guten-Abend-Tee" und zalös Würzkraut sehr beliebt und dort bekannt als "Verveine".

Verwendung der Blätter:
Bevorzugt werden die frischen Blätter verwandt. Wie man die Zitronenverbene in Frankreich liebt, zeigt der Bericht von zwei Chateauurlaubern im Jahre 2006: „Am späten Abend lud die Schlossherrin ihre Gäste nach einem feudalen Abendmahl zu einem Schlummertrunk in Form einesheißen Zitronenverbenen-Aufgusses (l´infusion) ein“. Aber auch die getrockneten Blätter sind beliebt. Das angenehme Zitronenaroma bleibt im getrockneten Zustand der Blätter lange erhalten.

Verfeinerung von Speisen:
Bekannt ist die Verwendung der Blätter in Salaten, bei Schweinefleischzubereitungen, in Pilzgerichten, in Puddings, bei der Eiszubereitung und die Einarbeitung von feingeschnittenen Blätter in den Zuckerguss auf Zitronenkuchen.
Rezepte bei Chefkoch.de

Genießen eines Zitronenverbenen-Tees:
Frisch gepflückte Zitronenverbenen-Blätter mit heißem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen, ergibt einen angenehm erfrischenden Tee.

Kosmetik:
Zitronenverbene ist ideal, um das Badewasser zu parfümieren und zur Verfeinerung von Seifen. Marseiller Seifensieder parfümieren unter anderem mit Zitronenverbenen Olivenölseifen («Verveine»)

Im Haushalt:
Säckchen oder Bündel von Zitronenverbenen bringen einen feinen Duft in Haus und Kleiderschrank

Mikrowellentrocknung

Die Blätter der Zitronenverbene werden auch getrocknet als Tee angeboten. Eine Trocknung ist gut möglich und kann auch als Selbstversorger, recht einfach erfolgen. Neben der bekannten Trockung durch aufhängen kleiner Bündel an einem trockenen Platz oder im Backofen ist auch eine Trocknung im Mikrowellenherd möglich.

Pflanzenliebhaber; Vermehrung, Pflege und Überwinterung

Zitronenverbenen als Kleingehölz sind recht anspruchslos und pflegeleicht.
Saatgutvermehrung
Die Vermehrung von Zitronenverbenen Pflanzen mit Hilfe von Samen ist eher schwierig. Saatgut gibt es nur von wenigen Saatgutvermehreren bzw. Samenhändlern.

Stecklingsvermehrung
Da die Vermehrung der Zitroneverbene über Saatgut recht schwierig ist, hat die Steckholzvermehrung eine große Bedeutung. Für diese Vermehrungsart im Sommer oder Herbst etwa 8-10 cm lange Steckhölzer von den schon etwas verholzten Zweigen schneiden. Danach die Blätter entfernen und die Hölzer etwa zu 5 cm in ein torfreiches Substrat stecken. Die Töpfe oder Vermehrungkisten mit Folie bedecken und bei möglichst 18-25°C und vollem Licht aufstellen. Nach der Bewurzelung bei Bedarf umpflanzen in Töpfe.
Bodenansprüche
Im Beet ausgepflanzt, so wie es in der Heimat der Zitronenverbene oder auch im Mittelmehraum üblich ist, liebt Aloysia citrodora einen gut durchlässigen, neutralen oder leicht alkalischen Boden. Für die bei uns übliche Kübel- oder Topfkultur kann man die für Balkonpflanzen üblichen Substrate verwenden.
Pflege der Gehölze
Zitronenverbenen sind robuste Pflanzen und allgemein pflegeleicht. Im Kübel auf der Terrasse oder im Topf auf der Fensterbank machen sie kaum Mühe. Bei guter Wasserversorgung kann sie an einem sonnigen Platz stehen, ansonsten geht auch der Halbschatten. Ähnlich wie Balkon- und Topfpflanzen oder Topfkräuter (Geranien, Fuchsien, Basilikum) auch die Zitronenverbenen gut mit Nährstoffe versorgen. Brauchbar sind neben organischen Stickstoffdüngern auch Mineraldünger. Dauerdünger (Langzeitdünger) erleichtern die Nährstoffversorgung.
Überwinterung
Die Zitronenverbene ist nur bis etwa -4°C winterhart. Deshalb ist der Anbau in Töpfen vorteilhaft. Vor dem ersten Frost werden die Triebe der Pflanzen auf 1/3 der Länge zurückgeschnitten. Als Überwinterungsort eignen sich sowohl der Wintergarten als auch ein frostfreier Schuppen oder Keller. Der Überwinterungsraum kann dunkel sein, da die Pflanzen als Kleingehöz ihre Blätter abwerfen. Das hat den Vorteil, dass nicht mit einer Fäulnis der Blätter zu rechnen ist.
Die Pflanze darf über den Winter allerdings nicht austrocknen und muss daher zurückhaltend von Zeit zu Zeit etwas gegossen werden. Nicht düngen. Kurzfristige Minusgrade von bis zu -10°C halten die Pflanzen aus.
Im Frühjahr, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind, die Töpfe wieder rausstellen, düngen und bei Bedarf gießen. Abgestorbene Zweige zurückschneiden. Etwa im Mai treiben die überwinterten Pflanzen wieder aus und bilden frisches Grün.
Blütenbesucher
Jede Blüte hat ihre besonderen Freunde. so auch die Blüten der Zitronenverbene.


Erwerbsanbau zur Teegewinnung

Der Anbau von Zitronenverbenen Sträuchern zu Teegewinnung erfolgt in wärmeren Ländern wie z.B. Paraguay. Dort erfolgt auch der biologische Anbau (siehe Fotos) für die Schweizer Firma Sirocco.


Pflanzenschutz

Zitronenverbenen Pflanzen sind sehr robust. Schäden durch Krankheiten und Schädlinge sind in MItteleuropa bisher eher selten.

Totenkopschwärmer Raupenfraß

Die "schöne" Raupen des Totenkopschwärmers (Acherontia atrpos) ernähren sich gerne von der Zitronenverbenen Pflanze. Die Fotos und das folgende Video zeigen den Schädling und seine Fraßtätigkeit. Nähere Informationen auch in Wikipedia

Video Totenkopfschwärmer Raupenfraß an Zitronenverbenen Strauch 2,52 Min. 15.09.2014


Zitronenverbenen Pflanzen für den Pflanzenliebhaber

Zitronenverbenen Pflanzen sind bei den Garten- und Pflanzenliebhabern sehr beliebt. So gibt es sie denn auch in vielen Gartencentern und Baumschulen zu kaufen. Im Folgenden eine Reihe bekannter Pflanzenanbieter, die eine Internetbestellung ermöglichen.

Zitronenverbenen Tee im Handel

Im Handel gibt es verschiedene Zitronenverbenen Tee-Anbieter.

Zitronenverbenen Sonstige Produkte

Videos online

Bilder im Internet

Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Zitronenverbene, Zitronenstrauch
Bandera de Suiza.png Schweizerdeutsch Verveine
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch lemon verbena and lemon beebrush
Flag of Denmark (WFB 2004).gif Dänisch Citron-Aloysia
Flag of France.png Französisch Verveine citronnelle, Verveine odorante, Verveine citronelle
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch Verbena odorosa
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch Citroenverbena
Flag of Poland.svg Polnisch Lippia trójlistna
Flag of Portugal.svg Portugisisch Lippia trójlistna
Flag of Spain.svg Spanisch Cedron, Hierbaluisa, Verbena de Indias

Plant of the future

Die Zitronenverbene wird im Internetportal "Pflanzen der Zukunft" aufgeführt. Weitere Informationen ->>>>>

Online Literaturrecherche

  • Literaturrecherche: „Aloysia citrodora"

Vifabio: Aloysia citrodora

Quellen