Was fehlt der Pflanze?

Aus Hortipendium

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Freizeitgärtner zeigen sich oft sehr beunruhigt, wenn sie Veränderungen an ihren Pflanzen feststellen. Meist entsteht spontan der Wunsch, seinen Pflanzen zu "helfen", entweder mit Düngern oder Pflanzenschutzmitteln. Falsch angewandt schaden diese Mittel mehr, als dass sie helfen. Daher ist es wichtig, zunächst festzustellen, ob es sich tatsächlich um Schadsymptome handelt und wenn ja um welche. Pflanzen ändern im Laufe des Jahres ihre Blattfarbe, manche Pflanzen auch im Laufe der Jahre die Blattform. Freizeitgärtner mit wenig Erfahrung sind manchmal irritiert über eine witterungsbedingte frühe Herbstfärbung oder das veränderte Aussehen der Thujahecke, wenn sie nach Jahren Zapfen bildet. Dies sind jedoch ganz natürliche Veränderungen und keine Schäden.
Liegt jedoch tatsächlich ein Schaden vor, dann gilt grundsätzlich:

Inhaltsverzeichnis

Mögliche Schadursachen

Sie lassen sich in zwei große Komplexe einteilen:parasitäre (biotische)und nicht parasitäre (abiotische) Schadursachen.
Zu den biotischen Schadursachen zählen:

(-> alle verursachen Krankheiten )

Zu den abiotischen Schadursachen zählen:

Darüber hinaus gibt es einen Ursachenkomplex, der unter dem Begriff Standortprobleme zusammengefaßt werden kann, d.h. die Schadursache steht direkt mit dem jeweiligen Standort der Pflanze in Zusammenhang. Werden Blätter, Astpartien, Triebspitzen oder ähnliche Organe gelb oder verdorren, ohne dass sich dies auf Krankheiten oder Schädlinge zurückführen lässt, hat man es meist mit Standortproblemen zu tun. Obwohl der Schaden sich oben zeigt,liegt er aber unter der Erde. Hier sind besonders die sich am äußersten Rand der Wurzeln befindlichen Teile wichtig. Kommt es im Boden zu einer Zerstörung dieser Wurzelspitzen, gibt es Schäden infolge der ausfallenden Wasser- und Nährstoffversorgung. Besonders häufig kommt dies nach Umpflanzaktionen vor. An den Folgen des Wurzelverlustes durch Umpflanzen leiden zum Beispiel Koniferen über Jahre.

Ursachen von Schäden an Wurzelteilen

Diagnose durch Ausschlussverfahren:

Sternrußtau ist eine Pilzerkrankung, wird jedoch durch einen falschen Standort begünstigt!

Am schnellsten kommt man zur Diagnose, indem man einen Schadverursacher nach dem andern ausschließt. Dabei sollte man offen und ohne vorgefaßte Meinung alles abprüfen.

Wenn nein:

Wenn nein:

Insbesondere wenn an einer Pflanze immer wieder Krankheiten auftreten wie z.B. Sternrußtau an Rosen sollte der Standort überprüft werden. Ein halbschattiger Standort, womöglich noch in Kombination mit einer Empfindlichkeit der Sorte würde in diesem Beispiel die Erkrankung fördern.

Maßnahmen

Nur nach der richtigen Diagnose kann beurteilt werden, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden können. Beachten Sie jedoch, dass einmal eingetretene Schädigungen nicht im Sinne einer "Heilung" rückgängig gemacht werden können: Ein vertrockneter Zweig bleibt vertrocknet, eine Verfärbung auf Grund eines Saugschadens bleibt bestehen. Außerdem ist vor jeder Bekämpfungsmaßnahme zu klären, ob dieser Schädling oder diese Krankheit überhaupt bekämpfungswürdig ist, da der Schaden evtl. nur kurzfristig und in geringem Maße auftritt und die Pflanze kaum beeinträchtigt. Gerade bei witterungsbedingten Schäden sind oftmals nur kosmetische Maßnahmen wie das Abschneiden der erfrorenen Spitzen möglich. Liegt ein Standortproblem vor, kann man durch allgemein pflanzenstärkende Mittel wie z. b. dem Einbringen von Mykorrhiza versuchen, die Bedingungen für die Pflanze zu verbessern. Ist das Grundproblem ein schwerer, verdichteter Boden mit Staunäße, gilt es hier anzusetzen (Tiefenlockerung, Trainage, Einbringen von Splitt, Sand usw.). Bei Standortproblemen ist jedoch oftmals der Austausch der Pflanze gegen eine andere, standortgerechtere Art die einfachere Lösung. Sind Schädlinge ursächlich, können teils biotechnische Methoden, Nützlinge oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Bei vielen Pilzerkrankungen können vorbeugend bzw. bei den ersten Anzeichen Pflanzenstärkungs- aber auch Pflanzenschutzmittel angewand werden. Oft macht es jedoch Sinn, lediglich die betroffenen Pflanzenteile zu entfernen. Bei durch Bakterien verursachte Erkrankungen hilft nur der Rückschnitt ins gesunde Holz und gegen Viren gibt es keine Mittel, hier ist die Pflanze zu entfernen.


Weblinks

http://www.arbofux.de
http://bfw.ac.at/400/1270.html
http://www.wsl.ch/forest/wus/diag/index.php?MOD=4 Eva Morgenstern, Gartenakademie Rheinland-Pfalz

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