Verticillium

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Verticillium-Welke
Verticillium spp.
Nees, 1816
Verticillium dahliae.jpg
Mit Verticillium dahliae infizierte Sonnenblume
Systematik
Abteilung Ascomycota
Unterabteilung Pezizomycotina
Klasse Sordariomycetes
Unterklasse Hypocreomycetidae
Ordnung Incertae sedis
Familie Plectosphaerellaceae
Gattung Verticillium
Hauptfruchtform Plectosphaerellaceae
Nebenfruchtform Verticillium

Verticillium kann bei einer Vielzahl von Pflanzenarten wie Blumenkohl, Rosenkohl, Chinakohl, Kartoffeln, Erdbeeren, Sonnenblumen und Gehölzen, aber auch bei einigen krautigen Pflanzen Welke- und Absterbeerscheinungen hervorrufen. Der Pilz infiziert vom Boden aus die Wurzel oder über eine oberirdische Verletzungen die Triebe der Pflanze und wächst in im Xylem der Pflanzenteile und verstopft diese. Hierdurch kommt es zu Welkeerscheinungen und häufig zum Absterben von Trieben oder der gesamten Pflanze.[1] Die Verticillium-Welke ist eine in den USA und Europa großen Schaden anrichtende Krankheit. Im Gemüsebau tritt Verticillium vor allem an Blumenkohl auf. Betroffene Anbaugebiete sind insbesondere der Raum Mechelen in Belgien und die Pfalz in Deutschland (siehe auch Verticillium Kohl).

Verschiedene Arten

Vier unterschiedliche Verticillium-Arten sind in Deutschland nachgewiesen:


Lebensweise

Verticillium Konidiosporen in der 4,5fachen Vergrößerung
Verticillium Konidiosporen in der 40fachen Vergrößerung

Verticillium ist eine Pilzkrankheit, bei deren Befall die Leitungsbahnen der Pflanzen verstopfen. Mittlerweile ist neben den bekannten Arten Verticillium albo-atrum und Verticillium dahliae auch Verticillium longisporum als eigene Art bekannt. Vermutlich ist Verticillium longisporum auf Kreuzblütler spezialisiert (siehe auch Verticillium Kohl).
Das Optimum für den Pilzbefall liegt bei 20-32°C, somit ist Verticillium weniger wärmebedürftig als Fusarium.

Der Pilz überdauert im Boden als Mikrosklerotien (Ø 0,02-0,12 Millimeter) bis zu 10 - 15 Jahre. Er wächst aktiv zur Pflanze hin und dringt über die Wurzel in die Leitungsbahnen ein. Eine lange Inkubationszeit ist möglich, sowie eine Verbreitung durch Bodenverlagerung.
Eine Saatgutübertragung ist theoretisch möglich, kommt jedoch in der Praxis kaum vor.
Wichtigste Ursache für den relativ starken Befallsdruck im Blumenkohlanbau von Flandern und der Pfalz ist die empfindlichkeit der angebauten Blumenkohlsorten und der unzureichende Fruchtwechsel.

In Topfkulturen sind ein feuchtes Substrat und hohe Temperaturen ideale Klimavorraussetzungen für eine Infektion.

Schadbilder an verschiedene Pflanzenarten

Bei einer Infektion mit Verticillium beginnen die Pflanzen von unten zu vergilben (ältesten Blätter vergilben zu erst), es zeigen sich Nekrosen an den Blättern und die Pflanze beginnt zu welken, trotz gesund erscheinender Wurzeln. Bei der Gemüseart Blumenkohl sind die Blätter anfangs zum Teil einseitig verfärbt und verformt. Typisch für eine Infektion mit Verticillium sind die braunen Leitungsbahnen, bei krautigen Pflanzen insbesondere im Strunk. Verticillium ist kaum unterscheidbar von Fusarium.


Einzelnachweise

  1. Pflanzenschutzamt Hamburg, gefunden am 05.11.2010

Quellen

  • Crüger Gerd (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Ulmer Eugen Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-9
  • J. Schlaghecken und J. Kreiselmaier (2002): Blumenkohl CD-ROM, Bild- und Textdokumentation. DLR Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 


Weblinks

Hortigate: Gartenbauinformationssystem
Verticillium: Das große Blumenkohl-Problem Hortigate: 9.5.2003. Josef Schlaghecken
Verticillium longisporum (Rapswelke) Das Integrierte Pflanzenschutzmodell-Modell Raps der UNI Kiel.
Biofumigation zur Bekämpfung von Verticillium dahliae Organic Eprints, Dr. Michel Vincent, Vortrag 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Zürich, 11.-13. Februar 2009.
Arbofux - Verticillium-Welke an Laubgehölzen
Verticillium an den Kohlarten im Gemüsebau Hortipendium

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