Echter Thymian

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Siehe Hauptartikel: Thymiane

Echter Thymian
Thymus vulgaris
Synonyme
Römischer Quendel, Kuttelkraut, Gartenthymian
Thymus-vulgare-fragrantissimus-2.jpg
Echter Thymian
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung Lippenblütlerartige
Lamiales
Familie Lippenblütler
Lamiaceae
Gattung Thymiane
Thymus

Der Echte Thymian (Thymus vulgaris), der auch Gartenthymian oder Gewürzthymian genannt wird ist die bedeutendste Thymianart zum Würzen von Speisen, zur Teezubereitung und bei der Verwendung im Bereich der Phytotherapie. Thymus vulgaris hat als Heilpflanze eine große Bedeutung. Viele Untersuchungen zeigen die Wirkung. Nähere Details dazu in dem Artikel Heilpflanze Thymian.

Die Merkmale von Thymus vulgaris

Der "Echte Thymian" hat einen typischen, aufrechten Wuchs und läßt sich gut, z.B. vom Zitronenthymian oder vom Kaskadenthamian unterscheiden. Bemerkenswert ist jedoch auch, dass es heute am Markt ein beachtliches Spektrum an Unterarten bzw. Sorten mit abweichenden Merkmalen gibt. Im Folgenden die wichtigsten Merkmale der Urform:

  • Aufrecht wachsender, stark verzweigter Kleinstrauch.
  • Immergrün.
  • Im unteren Bereich schnell verholzend.
  • Auf einem guten Standort 30-35 cm hoch werdend, es gibt aber auch klein bleibende Sorten.
  • Liebt durchlässige Böden ohne Wasserstau.
  • Bevorzugt kalkhaltige Bäden mit einem pH-Wert von 7-8.
  • Hat eine gute Frosthärte.
  • Kahlfröste von -15°C gut übertanden, vor stärkeren Frösten Frostschutz anbringen.
  • Die Blätter sind klein, oval mit zurückgerolltem Blattrand (siehe Bilder).
  • Die Lippenblüten sind hellrosa bis hellvioletten, sitzen in Quirlen an den Stängelenden.
  • Die Blütezeit geht von Juni bis Oktober.
  • Das Aroma ist intensiv und das typische "Thymianmerkmal.
  • Vermehrt wird Thymus vulgaris im Großanbau und bei der Toprkultur meist über Samen. Eine Stecklingsvermehrung ist aber auch möglich!


Eine Verwechselung
von Thymian mit anderen Kräutern ist möglich. In erster Linie kommen dabei die folgenden Arten in Frage: Bohnenkraut, Oreganum, Braunellen und Majoran. Näheres siehe im Artikel Thymiane.

Das Marktangebot

Die verbreitesten Thymianarten im Küchenkräuterbreich!
Gattung Art Unterart / Sorte Deutscher Name Wuchshöhe Angaben der Pflanzenlieferanten
Thymus vulgaris - Deutscher Thymian bis 30 cm Verbreiteste Art beim Topfthymanangebot. Aus dem Mittelmeerraum stammender, mehrjähriger, winterharter Halbstrauch, der einen mageren, lockeren, gut drainierten, kalkhaltigen, sonnigen Standort liebt. Hat sehr kurz gestielte, länglich-lanzettförmigen, ganzrandigen und nach unten eingerollten filzig behaarten Blättern. Blüte meist rosa bis violettblau im Juni/Juli.
Thymus vulgaris - Englischer Thymian bis 30 cm Milde Sorte mit großen Blättern. Bekommt im Sommer nicht diesen harzigen Beigeschmack wie deutscher Thymian. Daher klares Thymianaroma. Dunkelgrüne, ovale Blätter. Sehr wüchsig. Wird nur vegetativ vermehrt.
Thymus vulgaris - Französischer Thymian bis 30 cm Kleine Pflanze mit starkem Aroma. Die Blätter dieser Herkunft sind schmaler, kleiner und silbriger als beim Deutschen Thymian. Aufrechter, knorriger Wuchs. Das lieblichere Aroma wird in der französischen Küche bevorzugt. Magerer Standort, volle Sonne.
Thymus vulgaris - Goldthymian bis 15 cm Der Goldthymian ist ein kompaktwachsender Typ, der im vollen Sonnenlicht intensiv goldgelb leuchtende Blätter bekommt. Eine sehr schöne Bereicherung im Kräuterbeet. Ein aus dem Mittelmeerraum stammender, winterharter Halbstrauch, der einen mageren, sonnigen und gut drainierten Standort liebt. Blüte meist rosa bis violettblau im Juni/Juli.
Thymus vulgaris subspecies fragrantissimus Orangenthymian bis 25 cm Von der Firm Syringa 1993 entdeckte und eingeführte Orangenhymian. Gibt einen köstlich fruchtig schmeckenden Tee. Als Gewürz vorwiegend für Süßspeisen. Graue, nadelartige Blätter - wie französischer Thymian, aber robuster und viel winterhärter als dieser (...ist evtl. eine Unterart des franz. Thymians...). Kompakter Wuchs. Hübsche rosa Blüten von Mau bis Juli. Das fruchtige, balsamische Aroma ist sehr intensiv. Magere Böden erhöhen die Duftintensität. Der Orangen-Thymian ist für Duftsäckchen und Potpourris bestens geeignet.
Thymus vulgaris ´Argenteus´ Silberthymian bis 30 cm Eine Mutation aus dem Englischen Thymian. Das Laub silbergrau und hat einen feinen weißen Rand, sehr dekorativ.
Thymus vulgaris ´Compactus´ Zwerg-Thymian bis 25 cm Kompakte sorte für alle Gelegenheiten. Einer der besten, ertragreichsten Thymiane für den Kräutergarten, Balkonkasten oder Fensterbrett! Buschige, kompakte, aufrecht wachsende Sorte, die niedriger bleibt, und daher weniger nach Rückschnitt verlangt. Wurde in einem niederländischen Kloster entdeckt. Nur stecklingsvermehrbar! Daher auch hervorragend für niedrige Dufthecken. Gutes Aroma. Lässt sich aber auch bei Frost ernten.
Thymus vulgaris ´Faustinoi´ Kugelthymian bis 20 cm Ein dicht, kugelig wachsender, robuster, winterharter Thymian aus Italien. Der intensive Geschmack ist sehr gut. liebt. Blüte meist rosa bis violettblau im Juni/Juli.
Thymus vulgaris ´Fredo´ Kugelthymian bis 40 cm Verbreitet. Kugeliger, kompakter Wuchs, herrliches Aroma
Thymus vulgaris ´Tabor´ Thymian Tabor bis 35 cm Ähnlich wie der übliche, Deutsche Thymian. Großblättrig mit sehr gutem Geschmack.
Thymus vulgaris ´Tim´ Echter Thymian bis 40 cm Verbreitet. Kugeliger, kompakter Wuchs, herrliches Aroma


Variabilität der Wildform von Thymus vulgaris

Wie schon das vielfältige Marktangebot von Thymus vulgaris erahnen läßt, gibt es bei den wild vorkommenden Beständen beachtliche Unterschiede bezüglich der Gehalte an wichtigen Inhaltsstoffen. Remigus Chizzola, Chlodwig Franz und B. Bein-Lobmaier berichtet darüber in der "Zeitschrift für Arznei& Gewürzpflanzen" [1]
"Untersuchungen in den Siebziger Jahren in Frankreich und Spanien haben eine große Variabilität der ätherischen Öle von wild vorkommendem Thymian ergeben. Es konnten 7 Chemotypen entsprechend der im Öl vorgefundenen Hauptkomponenten Geraniol, Linalool, α-Terpineol, Sabinenhydrat, 1,8-Cineol, Carvacrol oder Thymol aufgezeigt werden. Darüber hinaus gibt es noch Mischtypen mit zwei Hauptkomponenten. Die Variabilität des Thymians beschränkt sich nicht nur auf das ätherische Öl, sondern betrifft auch die Wuchsform und das Blühverhalten. Letzteres wird durch das Vorkommen der Gynodiözie, bei der neben zwittrigen auch männlich sterile Pflanzen auftreten, bestimmt."
Aus dieser Erkenntnis heraus wird klar, das für den professionellen Anbau die Pflanzenselektion und Züchtung eine große Chance bietet.


Anbau und Vermehrung

Im Rahmen des erwerbsmäßigen Anbaus von Thymian spielt Thymus vulgaris sowohl im Topfpflanzenanbau als auch im Freiland- und Gewächshausanbau die größte, ja die entscheidende Rolle. Ausführliche Details siehe in dem extra Bericht.


Beim Thymiananbau im Garten hat Thymus vulgaris neben Thymus longicaulis die größte Bedeutung. Weiterlesen


Das Thymian-Angebot für Küche und Gesundheit

Vermutlich steht heute in jeder Küche ein Gewürzglas mit getrockneten Thymianblätter. In den allermeisten Fällen verwenden die Hersteller für diesen Zweck die Thymianart "Thymus vulgaris". Im Lebensmittelhandel gibt es ein großes Angebot an getrocketem Thymian. Die Qualitätsunterschiede sind beachtlich. Ein Vergleich ist empfehlenswert! Einen hohen Qualitätsstandard, bei einem höheren Preis, haben die gefriergetrockneten Kräuter. Beim Thymian verwendet man dazu meist nur die ovalen, randumbogenen Blättchen von Thymus vulgaris. Sie bleiben beim Gefriertrocknen ganz und sind im Glas noch gut zu identifizeiren. Weitere Details dazu in dem Artikel Thymiane.


Online Videos zum Thymian

Weiterleitung zur Videoliste


Weitere Thymian-Artikel in Hortipendium


Siehe auch in Hortipendium


Quellen

  • Dachler Miachael und Helmut Pelzmann (1999): Arznei- und Gewürzpflanzen, Anbau, Ernte, Aufbereitung.. Österreichischer Agrarverlag. Klosterneuburg. ISBN 3-7040-1360-9
  • Dudas, Slavica (2005): Untersuchung zu Einflussfaktoren auf ätherische Öle in Thymian.. Logos-Verlag. Berlin. ISBN 3-8325-0952-6
  • Fritz, Dietrich und Werner Stolz (1989): Gemüsebau. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5132-4
  • Grünwald Jörg und Christof Jänicke (2004): Grüne Apotheke, Selbstbehandlung mit pflanzlichen Heilmitteln. Gräfe und Unzer Verlag. München. ISBN 3-7742-6464-3
  • Heeger, Erich, F. (1989): Handbuch des Arznei- und Gewürzpflanzenbaus. Verlag Harri Deutsch. Frankfurt am Main. ISBN 3-8171-1120-7
  • Kötter Engelbert (2009): Das große GU-PraxisHandbuch Kräuter.. Gräfe und Unzer. München. ISBN 3-8338-1129-6
  • Möhring Wolfgasng (1999): Antibiotika aus der Natur.. W.Ludwig Buchverlag. München. ISBN 3-7787-3739-2
  • Münzing-Ruef, Ingeborg (1999): Geschichte - Kursbuch der gesunden Ernährung. Weltbild GmbH. München. ISBN 3-8289-1101-3
  • Schönfelder Ingrid und Peter (2004): Das neue Handbuch der Heilpflanzen.. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH. Stuttgart. ISBN 3-8047-2134-6
  • Spiegels Peter (2008): Kräuterapotheke.. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG. München. ISBN 3-8354-0350-5
  • Vogel, Georg (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1


Einzelnachweise

  1. Remigus Chizzola, Chlodwig Franz und B. Bein-Lobmaier: Variabilität im ätherischen Öl von südfranzösischen und spanischen Wildpopulationen des Thymians (Thymus vulgaris L.) und daraus erstellten Feldkulturen. In: Zeitschrift für Arznei& Gewürzpflanzen. Nr. 2, 2005, S. 82-90.


Weblinks