Thymiananbau

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Siehe Hauptartikel Thymiane!

Rund um den Thymiananbau.

Thymian wird je nach Art und vorhandener Möglichkeiten über Samen oder Stecklinge vermehrt. Beim gärtnerischen Anbau zur Erzeugung von Toppflanzen steht die Direktsaat in den Endtopf im Vordergrund. Im Angebot ist Topfthymian als Küchenkraut für die Fensterbank oder für das Küchenkräuter-Beet. Für diesen Zweck stehen die Thymianarten Thymus vulgaris und Thymus longicaulis sowie die Thymian-Hybride Thymus x citriodorus im Vordergund. Thymianpflanzen in Töpfe angeboten sind aber auch ein wichtiges Produkt für die Verwendung in Ziergärten und Parks. Für diesen Zweck gibt es ein enorm großes Angebot an Arten und Sorten. Beim erwerbsmäßigen Anbau von Thymian zur Trocknung hat Thymus vulgaris, der Echte Thymian, die größte Bedeutung. Bei diesem Anbau stht die Direktsaat im Vordergrund.


Anbau in Europa

Thymian wird in den meisten europäischen Ländern angebaut.[1]. Wichtige Anbauländer sind: Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Schweiz und Spanien. Der Ertrag und die Qualität des gewonnenen Thymian-Öls variiert von Land zu Land. Großen Einfluss hat die verwendete Selektion, das Reifestadium am Erntetag, das Klima, und die Destillationspraxis. Rund 90% des weltweit produzierten Thymian-Öls kommt aus Spanien. Hauptgrund für die Anbaukonzentration in Südeuropa ist das günstige Klima.
Der übliche Ölertrag bei wildem Thymian, im Sommer in Südeuropa geerntet, liegt bei 1,0% (10 g Öl pro kg Frischware). Erntet man Thymian im Winter erreicht der Ölgehalt nur 1/10 der Sommermenge und liegt bei 0,1%. Die übliche Ölausbeute bei angebautem Thymian liegt je nach Varietät und Lage im Bereich von 0,05-0,5%. In der Schweiz ergab sich bei einer guten, selektierte Herkunft ein Ertrag von 15 dt/ha Frischwarenertrag und 3% Öl.

Anbau in Deutschland
Hierzu gibt es kaum eine statistische Erhebung.

  • Sachsen-Anhalt: 250 ha pro Jahr (Schätzung)

Artengerechte Vermehrungsmethode

Die günstigste Art der Vermehrung beim Thymian ist artenabhängig. Im Folgenden eine Vorschlagsliste:

Bevorzugte Vermehrungsmethode.
Botanischer Name Deutscher Name Samenvermehrung Stecklinge Bewurzelte Triebe
Thymus fragrantissimus Orangenthymian - Stecklinge -
Thymus herba-barona Kümmelthymian Samen Stecklinge Bewurzelte Triebe
Thymus longicaulis ssp.odoratus Kaskadenthymian Samen Stecklinge Bewurzelte Triebe
Thymus pulegioides Feldthymina, Echter Quendel Samen Stecklinge -
Thymus serpyllum Sandthymian - Stecklinge Bewurzelte Triebe
Thymus vulgaris Echter Thymian, Gewürzthymian Samen beim Großanbau Stecklinge -
Thymus x citriodorus Zitronenthymian - Stecklinge -


Auswahl guter Arten, Sorten und Herkünfte

Wer Thymian anbaut und als Topfpflanzen oder getrocknete Ware am Markt anbietet sollte sehr genau über die unterschiedlichen Aromen, Geschmacksrichtungen und Inhaltstoffe der verschiednen Thymianarten, Unterarten, Sorten und Herkünfte bescheidt wissen. Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, unterscheiden sich schon die wild vorkommendne Bestände von Thymus vulgaris gravierend bezüglich ihrer Gehalte an wertgebenden Inhaltsstoffen. Remigus Chizzola, Chlodwig Franz und B. Bein-Lobmaier berichtet darüber in der "Zeitschrift für Arznei& Gewürzpflanzen" [2]
"Untersuchungen in den Siebziger Jahren in Frankreich und Spanien haben eine große Variabilität der ätherischen Öle von wild vorkommendem Thymian ergeben. Es konnten 7 Chemotypen entsprechend der im Öl vorgefundenen Hauptkomponenten Geraniol, Linalool, α-Terpineol, Sabinenhydrat, 1,8-Cineol, Carvacrol oder Thymol aufgezeigt werden. Darüber hinaus gibt es noch Mischtypen mit zwei Hauptkomponenten. Die Variabilität des Thymians beschränkt sich nicht nur auf das ätherische Öl, sondern betrifft auch die Wuchsform und das Blühverhalten. Letzteres wird durch das Vorkommen der Gynodiözie, bei der neben zwittrigen auch männlich sterile Pflanzen auftreten, bestimmt."
Aus dieser Erkenntnis heraus wird klar, das für den professionellen Anbau die Pflanzenselektion und Züchtung eine große Chance bietet.


Produktion als Topfkultur

Thymiankulturen mit Hilfe von Samen heranzuziehen erfordert beachtliche Fachkenntnisse und erfolgt in Gewächshäusern. Standardmethode ist heute die Direktsaat in den Endtopf. Mit Hilfe von Topfmaschinen, Transportsysteme, Rinnenkultur usw. ist ein hoher Stand der Kulturführung und automatisierung erreicht. Auf Grund des feines Samens ist ein sehr feinkrümeliges Substrat notwendig. Da Thymian ein Lichtkeimer ist, das Saatgut nach dem Säen nur andrücken aber nicht mit Erde bedecken. Da ohne eine Erdbedeckung ein schnelles Austrocken zu befürchten ist, bes. gut darauf achten, dass die Samen ständig ausreichend feucht bleiben.

Aussaatstärkeversuch in Weihenstephan:
Um herauzufinden welche Saatdichte bei der Direktssat in 9cm Töpfe ideal ist, hat man an der Forschungsanastalt für Gartenbau in Weihenstephan von 2003 bis 2005 entsprechende Versuche angestellt. [3]. Bei einer Direktsaat von Thymian im Januar in 9 cm Töpfe, erhielt man die besten Ergebnisse bei einer Pflanzenanzahl von 31-37 Pflanzen pro Topf. Im Versuch steuerte man die Bewässerung im Rahmen eines Ebbe-Flut-Verfahrens mit Tensischalter bei 90 hPa. Als Substrat nahm man Floraton 4 und düngte die Pflanzen über die Ebbe-Flut-Bewässerung mit einer 0,075%-igen Flory 2-Lösung.

Folgende Saatgut- und Kulturdaten sind von Bedeutung:

  • TKG: 0,2-0,4 g
  • 1 Gramm: 2.500-5.000 Korn
  • Saatgutbedarf für 1.000 Topfpflanzen im 9er Topf: ca. 10 Gramm.
  • Samen pro 9 cm Topf: Etwa 35-40 Korn
  • Lichtkeimer
  • Keimtemperatur: 20-22°C
  • Keimdauer: ca. 10-14 Tage
  • Guter Saattermin: Januar-März im beheizten Gewächshaus

Kulturdauer 9 cm Töpfe bei 15-17°C:

  • Im Sommer rund 50-55 Tage
  • Im Winter rund 100 Tage
  • Im Winter mit Zusatzbelichtung: rund 80 Tage

Klimaführung im Gewächshaus:
Grundsätzlich erscheint eine Temperaturführung bei etwa 20°C angemessen. Bei viel Licht und "kostenloser Heizung" durch die Sonneneinstrahlung können es bei Thymian auch 25°C sein. Im Winterhalbjahr wird man auf Grund der ungünstigen Lichtverhältnisse die Temperaturen laut Untersuchungen an der Forschungsanstalt für Gartenbau an der FH Weihenstephan [4]. so niedrig wie möglich einstellen. Als empfehlenswert haben sich Tagestemperaturen von 16/17°C und Nachttemperaturen von 6°C herausgestellt.

Pflanzenschutz:
Insbesondere in der dunklen Jahreszeit kann Botrytisbefall zum Problem werden. Das Befallsrisiko steigt stark an, wenn man im Kalthaus arbeitet oder wenn man im Warmhaus die Nachttemperaturen stark absenkt. Kritisch wird es dabei, wenn täglich über viele Stunden die Pflanzen durch Taubildung naß sind. Mit Hilfe einer intelligenten Klimaführung kann man trotz Heizkosteneinsparung die Taubildung und damit den Botrytisbefall weitgehend minimieren. Wer im Winter in Mitteleuropa Thymian Topfpflanzen von super Qualität produzieren will, benötigt in seinem Gewächshaus eine Zusatzbelichtung.

Marktaufbereitung:
Zum Vemarktungstermin sollten der Topfthyminan gesund und ansehnlich sein. Wichtig istdie gut Deklaration der Art un devtl. auch der Sorte. Im Rahmen der Vermarktung von Topfthymian werden diese z.B. auf Rollcontainer gestellt.



Freilandanbau für Frischware und Trocknung

Thymus vulgaris ist die bedeutendste Art.
Thymian als Pflanzkultur in schwarzer Mulchfolie.
  • Beim Thymiananbau im Freiland unterscheidet man zwei Anbauverfahren, die sich auf Grund der der unterscheidlichen Absatzwege anbieten
  • Direktssaatkultur in landwirtscahftlichen Betrieben für verarbeitende Betriebe, z.B. in der Trockungsindustrie.
  • Pflanzkultur in Gemüsebaubetrieben bzw. gärtnereien, die den Frischmarkt beliefern.
  • Bevor man in einen größeren Anbau einsteigt, Erfahrung in der Anbautechnik sammeln und den Absatz sicher.
  • Insbesondere beim anbau für die verarbeitende Industrie erscheinen Anbauverträge eine wichtige Hilfe.
  • Bei Anbau für dene Frischmarkt wird immer mehr die ganzjährige Marktbelieferung wichtig.
  • Für den Freilandanbau wird vorweigend Thymus vulgaris, der Echten Thymian, verwendet.


Feldauswahl und Feldvorbereitung:

Die Felder sollten frei von Wurzelunkäuter sein!
Das Falsche Saatbeet mindert den Unkrautdruck!

Leichtere Böden mit einer guter Regenverdaulichkeit und einem Humusgehalt von 2% oder mehr werden bevorzugt. Als pH-Werte kommen Werte um 7 in Frage. Georg Vogel [5] empfiehlt einen ph-Wert von 7-8 und schreibt: "Auf lehmig-sandigen Böden, die kalkhaltig sind und sich leicht erwärmen, entwickelt Thymian das beste Aroma." Zusammenfassen kann man sagen, das die üblicherweise für den Anbau von Gemüse vorgesehen Bodenarten auch recht gut für den Anbau von Thymian geeigent sind. Da bei Direktsaatthymian die Unkrautbekämpfung zu den großen Herausforderungen gehört, unbedingt Parzellen bevorzugen, die frei von Wurzelunkräuter sind. Je geringer der Unkrautdruck, desto leichter die Unkrautbekämpfung.

Fruchtwechsel:
Mitglieder der gleichen Pflanzenfamilie, in diesem Falle sind es die Lippenblütler, nicht nacheinander anbauen. Besteht der Verdacht, dass z.B. der Thymian von Nematoden befallen werden könnten, unbedingt Parzellen mit einer größeren Vorbelastung meiden. Generell sollen die Vorkulturen keine der evtl. zu erwarteten Probleme beim Thymiananbau fördern.

Die Direktsaat von Thymian:

Für die Aussat von Thymian ist die Schwammtechnik ideal.
Die kleinen Samen erfordern eine spezielle Sätechnik.
  • Die Standardmethode beim feldmäßigen Anbau von Thymian ist die Direktsaat.
  • Je nach Region empfiehlt sich ein Saattermin Anfang bis Ende April. Es kommt aber auch eine Herbstsaat, im August, in Frage.
  • Thymiansaatgut hat ein TKG von 0,2-0,4 g. Pro Gramm ergeben sich dadurch 2.500 - 5.000 Körner.
  • Laut U.Bomme [6] hat sich bei einer durchschnittlichen Keimfähigkeit von 90% eine Saatgutmenge von 3 kg/ha bewährt.
  • Der Reihenabstand könnte dabei z.B. 40-45 cm betragen.
  • Auf Grund des kleinkörnigen Saatgutes muß das Saatbeet recht feinkrümelig sein und sollte nicht zur Verschlämmung neigen.
  • Da die Saattiefe nur etwa 0,5 bis 1 cm beträgt, besonders gut darauf achten, dass die nötige Keimfeuchtigkeit immer sicher gesstellt ist.


Saatguteinkauf:
Für den Einkauf von Thymiansaatgut gibt es eine ganze Reihe von Saatgutfirmen. Im Folgenden eine Liste mit Anbietern, die Thymiansaatgut für den professionellen Topfkräuteranbau anbieten und auch für Fragen zum Thymiananbau bereitstehen. In den meisten Fällen wird Saatgut von Thymus vulgartis verlangt

Thymian Saatlieferanten für den erwerbsmäßigen Anbau.
Firma Land Ort Straße Bio | Konventionell Thymianangebot Bemerkungen
Bingenheimer Saatgut Deutschland 61209 Echzell-Bing Kronstrasse 24 Bio Thymianangebot: Deutscher Thymian Erzeugung von Biosaatgut
ENZA-ZADEN Deutschland 67125 Dannstadt (Pfalz) An der Schifferstadter Str. Bio, Konventionell Thymianangebot: Deutscher Thymian Hauptzentrale in Enkhuizen, Holland
HILD Samen GmbH Deutschland 71672 Marbach am Neckar Kirchenweinbergstr. 115 Bio, Konventionell Thymianangebot: Deutscher Thymian Zusammenarbeit mit Nunhems
Volmary (Nebelung) Deutschland 48155 Münster Kaldenhofer Weg 70 Bio, Konventionell Thymianangebot: Deutscher Thymian Nachfolger von Nebelung
Voltz Saatgut Frankreich 68000 Colmar 23, rue Denis Papin Bio, Konventionell Thymianangebot: Thymus vulgaris Firma im Elsaß mit guten Deutschkenntnissen

Auflaufsicherung und Ernteverfrühung:
Um ein sicheres Auflaufen zu erleichtern, kann es deshalb vorteilhaft sein, die Parzelle z.B. für z.B. ca. 3.4 Wochen mit Vlies zu bedecken. Bei der Frühjahrsaussat ergibt sich dadurch zusätzlich auch noch eine Ernteverfrühung. Tipps zur Methode der Ernteverfrühung mit Hilfe einer Vlies- oder Vliesbedeckung findet man in Hortipendium unter Ernteverfrühung im Freilandgemüsebau. Je nach Temperatur ist mit einem Auflaufen nach 2-3 Wochen zu rechnen. Bei 20-22°C, die man natürlich im Frühjahr unter Vlies eher erreicht, erfolgt das Auflaufen innerhalb von 2 Wochen. Für Anbauer in der Pfalz gibt es einen Online Temperaturservice, der beim Einsatz von Folie und Vlies zur Ernteverfrühung helfen kann, den Ensatz und insbesondere auch, den Abnahmetermin zu optimiernen. Siehe dazu Gemüsetemperaturservice + Bedeckungen Prognose.

Pflanzkultur evtl. auch interessant:

Jungpflanze
Ausgetopft
  • Wer Thymian anbaut, um den Markt mit kleinen, frisch geschnittenen Thymianzweigen zu versorgen, wird die Pflanzkultur bevorzugen.
  • Dazu kann man die gewünschten Pflanzen bei einem Jungpflanzenbetrieb bestellen.
  • Vorteil der Pflanzkultur ist der Zeitvorsprung, der gleichmäßigere Bestand und die leichtere Unkrautbekämpfung.
  • Wählt man z.B. die frostharte Thymus vulgaris - Kultur, so ist je nach Region und Wetterlage Ende März oder April eine gute Pflanzzeit.
  • Bei späteren Pflanzterminen werden die Junpflanzen kostengünstiger.
  • Bestandsdichte: Je nach Maschinenpark, Hackgeräte usw. den Reihenabstand wählen.
  • Geht man wie von U. Bomme empfohlen [7], von 80.000 Pflanzen je ha aus, so käme ein Abstand von z.B. 42 x 30 cm in Frage.


Anbau in Mulchfolie
Um die Unkrautbekämpfung leichter zu gestalten, kann es vorteilhaft sein, in Mulchfolie- bzw. Mulchvlies zu pflanzen.


Bewässerung:
Je nach Abnauregion schwanken die natürlichen Niederschläge vermutlich zwischen 500-800 mm pro Jahr. In den trockenen Region ist bei einem Thymiananbau unbedingt eine Beregnungsmöglichkeit einzuplanen. Mit ihrer Hilfe werden die Bestände auf jeden Fall ertragreicher und ertragssicherer.

Nährstoffversorgung bei einer mehrjährigen Thymiankultur:
Grundsätzlich sollte der Boden gut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt sein. Dazu unbedingt eine Bodenanalyse zu Rate ziehen. Bei Phoshor, Kali und Magnesium empfiehlt es sich, nach dem Prinzip der Feldabfuhr zu arbeiten. Das heißt, bei einem gut versorgten Boden sollten die mit der Ernte abgefahrenen Nährstoffe im Rahmen der Düngung wieder der Parzelle zugefügt werden. U. Bomme von der LPB in Freising [8] empiehlt dazu Folgendes: "Bei einem durchschnittlichen Ertrag von ca. 150 dt/ha an frischem Kraut, kann man mit einem Entzug (Feldabfuhr) von 60 kg N, 17 kg P2O5, 115 kg K20, 10 kg MgO und 40 kg CaO rechnen."
Stickstoffversorgung:
Hier ist es sinnvoll, den Nmin-Bodenvorrat in den aktuellen Bodenschichten zu Kulturbeginn zu unterrsuchen und auch 1-2 mal pro Saison zu überprüfen.Bei einem Sollwert von 70 kg N/ha erscheint eine ausreichende N-Versorgung sichergestellt. Insbesondere bei einem höheren Humusgehalt oder nach Einarbeitung von größeren Mengen an organischer Pflanzenmasse, sollte man versuchen die zu erwartende N-Minerlaisierung abzuschätzen und bei der N-Düngung anzurechen. Im Einzelfall kann das bedeuten,dass kein N-Düngung nötig ist.
Wann düngen?
Zur Nährstoffersorgung können oragnische oder auch mineralische Düngemittel verabreicht werden. Vorsicht jedoch bei einer mineralischen Düngung zur Saat. Ein erhöhter Salzgehalt kann bes. dann schnell die Keimung stören. Größere Mengen an P-, K- oder Mg-Dünger möglichst schon einige Wochen vor der Saat ausbringen und auch gut in den Boden einmischen.

Pflegemaßnahmen:

Unkräut jäten mit einem "Tiefflieger".
Unkräuter nicht in Samen gehen lassen.

Auf Grund der mehrjährigen Thymiankultur ist besonders darauf zu achten, das sich keine Unkräuter breitmachen. Auf keinen Fall sollten Unkräuter in Samen gehen und damit für Jahre den Unkrautdruck in der Parzelle wieder enorm anheben. Bei der Direktsaatkultur ist das eine große Herausforderung. Da der Einsatz von Herbizide nur sehr begrenzt möglich ist bzw. garnicht gewünscht wird, ist eine gute Hacktechnik gefragt. Wenn trotz aller Bemühungen, z.B. in den Reihen sich Unkräuter weiter entwicklen und durch ihre Samenbildung bes. gefährlich zu werden drohen, ist ein Jäten der Unkräuter von Hand dringend zu empfehlen. Hiebei könne auch Tiefflieger von goßem Nutzen sein!
Mulchfolienanbau:
Hat man sich für die meist teuerere Pflanzkultur entschiede, hat man den Vorteil in Mulchfolie bzw. Mulchflies pflanzen zu können. Damit ist das Unkrautproblem weitgehend gelöst.

Rückschnitt:
Um im zweiten und dritten Jahr einen ansehnlichen und gleichmäßigen Austrieb zu erhalten, empfiehlt es sich, die Pflanzen im Frühjahr, vor den Austrieb zurückzuschneiden. Je nach Thymianart, Sorte und Bestandsaufbau kann eine Schnitthöhe von 4-6 cm sinnvoll sein.

N-Nachdüngung:
Insbesondere auf nährstoffarmen und leichten Böden und beim Anbau für den Frischmarkt kann es notwendig bzw. sinnvoll sein, etwa zwei mal während der Vegetatiosnzeit, die N-Versorgung des Boden zu überprüfen (Nmin-Untersuchung) und bei Bedarf mit Hilfe einer Kopfdüngung zu optimiern.

Pflanzenschutzmaßnahmen:
Im Planzenschutzbereich kann es auch beim Thymianbau zu Problemen kommen. In Frage kommt vor allem ein Befall durch Blattläuse oder ein Raupenfraß. Auch können Nematoden zu Wuchshemmungen usw. führen.
Wer als Anbauer Pflanzenschutzmittel einsetzen will, findet die für Deutschland aktuellen Zulassungen und Anwendungshinweise im Internet unter PS-Info. Neben dem Infoangebot für konventionell nach IP-Rrichtlinien arbeitenden Betrieben auch die Mittel-Zulassungen bzw. Möglichkleiten für Biobetriebe.

Ernte:

Vollernter für die Schnittkräuterernte.

Für die Trocknungsindustrie erfolgt die Ernte während der Hauptblütezeit. Die Schnitthöhe liegt laut U.Bomme [9] bei 5-10 cm über dem Boden. Im ersten Jahr gibt es eine Schnitt, im zweiten Jahr sind dann zwei Schnitte, etwa Ende Juni/Anfang Juli und Ende Aug./Anfang Sep. möglich.
Der Thymianschnitt für die Verarbeitungsindustrie erfolgt mit Schneidemaschinen, die gleich das Erntegut in Bunker auffangen. Um umgebogene Triebe der Thymianpflanzen sauber mit zu erfassen ist es hilfreich, beim Schneidevorgang zwischen den Reihen, "Ährenheber", einzusetzten.

Erträge:
Bei den bayerischen Anbauversuchen mit Thymus vulgaris ergaben sich laut U. Bomme [10] folgende Erträge. Im ersten Standjahr 90-140 dt/ha geerntete Frischmasse. Das ergab 60-70 dt/ha an frischen Blättern und Blüten. Nach dem Trocknen ("Droge" bzw. Trockenware) hatte man 18-37 dt/ha Krautdrogen bzw. 12-18 dt/ha Blatt- und Blütendrogen.
Im zweiten Standjahr schwankten die Krauterträge zwisczen 180-370 dt/ha. An frischen Blättern und Blüten erhielt man 90-170 dt/ha. Die Menge im Bereich Krautdroge betrug 25-50 dt/ha und Blatt- und Blütendroge 18-47 dt/ha.
Interessant ist auch die Frage nach dem Wassergehalt bzw. nach dem Eintrocknungsverhältnis. Je nach Erntetermin, Wuchsgeschwindigkeit und Pflanzenstadium ergeben sich Werte von 3,9-5,6. Das bedeutet, dass man 3,-5,6 kg Frischware benötigt, um 1 kg Trockenware (Droge) erhält. Versuche in Südafrika:[11]
Unter den dortigen Verhältnissen ergab sich pro Jahr ein Ertrag an Frischware von 50-60 dt/ha. Mit Beregnung stiegen die Erträge auf einen Wert von 150 dt/ha, also ähnliche Werte, wie sie in den bayerischen Versuchen erzielt wurden. Die Ausbeute an Öl lag in Südafrika bei 0,5,1,0% bzw. 75-150 kg/ha.

Trocknung des Erntegutes: [12]

Thymian Sackware
Getrockneter Thymian, nah
  • Das Erntegut ist direkt nach der Ernte bei 40-45°C zu trocknen.
  • Der Trocknungsdauer nimmt 6-48 Stundne in Anspruch.
  • Die Trocknung kann in Kasten-, Hordentrocknung oder am besten auf den teureren Mehrbandtrocknungsanlagen stattfinden.
  • Nach der Trocknung sind die unerwünschen Stängel mit Hilfe einer Rebelanlage zu entfernen.
  • Das Trockengut lagert man in Papier- oder Jutesäcke, die ihrerseits in Plastiksäcke lagern.



Stecklingensvermehrung

Thymian kann man auch mit Hilfe von Stecklingen vermehren. Laut verschiedener Fachbetriebe ist dies die z.B. die Standardmethode beim "Englischen Thymian" und dem "Zwergthymian" (Thymus vulgaris ´Compactus´. Besonders gut geht die Stecklingsvermehrung bei dem als Küchenkraut sehr beliebtem Kaskadenthymian (Thymus longicaulis). Dazu leicht verholzte Triebspitzen von ca. 8-12 cm Länge abschneiden und im Abstand von etwa 5 cm, 3-5 cm tief in Substrat einstecken. Das Substrat mit dem Steckling jeweils gut andrücken und die ganz Schale bzw. Anzuchtkiste mit Folie abdecken. Dadurch sind die welkeempfindlichen Triebe vor dem Verwelken geschützt. Zur Förderung der Wurzelbildung die Stecklinge hell und warm in ein Gewächshaus bei 20-25°C aufstellen. Das Substrat gut Feucht halten. Nach etwa drei Wochen haben die Stecklinge Wurzel gebildet und können dann z.B. in 9 cm Töpfen weiter kultiviert werden.


Online Videos zum Anbau



Weitere Thymian-Artikel in Hortipendium


Siehe auch in Hortipendium


Thymian Bilder


Einzelnachweise

  1. Anonym Internationally. In: Thyme production". Nov. 2009, S. 2.
  2. Remigus Chizzola, Chlodwig Franz und B. Bein-Lobmaier: Variabilität im ätherischen Öl von südfranzösischen und spanischen Wildpopulationen des Thymians (Thymus vulgaris L.) und daraus erstellten Feldkulturen. In: Zeitschrift für Arznei& Gewürzpflanzen. Nr. 2, 2005, S. 82-90.
  3. Michael Beck und Thomas Jaksch Zusammenfassung und Empfehlung. In: Aussaatstärken bei Topfkräuter in 9 cm Topf. Nov. 2005, S. 2. Hortipendium
  4. Katrin Kell ; Thomas Jaksch Empfehlung. In: Energieeinsparung bei der Topfkräuter Winterproduktion Unterglas. Nov. 2008, S. 1. Hortipendium
  5. Georg Vogel Thymian: Standortansprüche. In: Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Okt. 1996, S. 600.
  6. U. Bomme Direktsaat. In: Merkblatt: "Kulturanleitung für Gartenthymian". Okt. 1988, S. 3.
  7. U. Bomme Bodenvorbereitung und Düngung. In: Merkblatt: "Kulturanleitung für Gartenthymian". Okt. 1988, S. 2.
  8. U. Bomme Bodenvorbereitung und Düngung. In: Merkblatt: "Kulturanleitung für Gartenthymian". Okt. 1988, S. 2.
  9. U. Bomme Ernte. In: Merkblatt: "Kulturanleitung für Gartenthymian". Okt. 1988, S. 3.
  10. U. Bomme Ernte. In: Merkblatt: "Kulturanleitung für Gartenthymian". Okt. 1988, S. 3.
  11. Anonym Production levels. In: Thyme production". Nov. 2009, S. 2.
  12. U. Bomme Aufbereitung. In: Merkblatt: "Kulturanleitung für Gartenthymian". Okt. 1988, S. 4.


Quellen

  • Anonym (Nov. 2009): Thyme production, an essentiell oil crop.. Department of Agriculture, Forestry and Fisheries (DAFF), South Africa. Pretoria,. 
  • Bomme, Ulrich (2. Auflage 1990): Merkblatt: Kulturanleitung für Gartenthymian.. Bayerische Landesanstalt für Bodenkunde und Pflanzenbau. Freising. 
  • Dachler Miachael und Helmut Pelzmann (1999): Arznei- und Gewürzpflanzen, Anbau, Ernte, Aufbereitung.. Österreichischer Agrarverlag. Klosterneuburg. ISBN 3-7040-1360-9
  • Ellenberg Heinz (1974): Zeigerwerte der Gefäßpflanzen Mitteleuropas.. Erich Goltze KG. Göttingen. ISBN 3-8845-2509-3
  • Fritz, Dietrich und Werner Stolz (1989): Gemüsebau. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5132-4
  • Heeger, Erich, F. (1989): Handbuch des Arznei- und Gewürzpflanzenbaus. Verlag Harri Deutsch. Frankfurt am Main. ISBN 3-8171-1120-7
  • Kötter Engelbert (2009): Das große GU-PraxisHandbuch Kräuter.. Gräfe und Unzer. München. ISBN 3-8338-1129-6
  • Vogel, Georg (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1


Weblinks