Stauden

Aus Hortipendium
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Anne Hathaways Cottage
Ford Abbey

Stauden sind krautartige Pflanzen, die mehrere Jahre ausdauern und deren oberirdische Teile meist im Herbst absterben, während der Wurzelstock überwintert. Es gibt sowohl frühjahrs-, sommer- als auch herbstblühende Stauden, wobei die Auswahl an Frühjahrsblüher am geringsten ist.
Staudengräser lockern übrigens eine bestehende Staudenpflanzung auf. Es eignen sich der Bärenfellschwingel, der langsam wächst, aber auch größere Flächen, wie mit einem Fell überzieht oder das Sibirische Zottenrauhgras, das in Blöcken gepflanzt, sowohl im Schatten als auch in der Sonne zur Geltung kommt. Große Gräser sind der Chinaschilf oder die Rutenhirse.
Schöne Blattstauden sind auch die Funkien ( Hosta-Arten), die man jetzt viel kaufen kann. Sie wirken durch ihre Blattfülle und brauchen wenig Pflege.


Pflanzung

Taglilie
Damit die Stauden nicht verdrängt werden, ist es vor der eigentlichen Staudenpflanzung sinnvoll, Wurzelunkräuter manuell zu entfernen. Dazu zählen besonders die tiefwurzelnden Wildkräuter wie Giersch, Ackerwinde, Löwenzahn oder Sauerampfer, die am besten ganz ausgegraben werden und die sich gut aus einem feuchten Boden ziehen lassen.

Die beste Staudenpflanzzeit ist im April. Allerdings gibt es eine Grundregel: Herbstblühende Stauden werden im Frühjahr von März bis Mai und frühjahrsblühend Stauden im September/Oktober gepflanzt. Containerware (getopfte Stauden) können ganzjährig gepflanzt werden. Jedoch sollte man auch diese Pflanzen möglichst nicht während der Blüte umpflanzen. Bei den Schwertlilien wartet man noch bis zum Sommer, da ihr idealer Pflanzzeitpunkt nach Beendigung ihrer Blütezeit liegt.

Auch Sommer blühende Zwiebelpflanzen und Knollengewächse werden im Frühjahr gepflanzt. Oft hat man über den Winter Hyazinthen, Tulpen und Narzissen in Töpfen geschenkt bekommen, auch die sollte man auch ins Beet pflanzen. Dort können sie im nächsten Jahr wieder neu blühen.

Wer die Schnelligkeit liebt, kauft gleich die neuen "Maxi Stauden", die richtig groß sind und gleich viel her machen. Sie sind teurer, aber hier sieht man gleich die beeindruckende Wuchskraft mancher Stauden und man braucht nicht lange auf die Blüten zu warten.

Vermehrung

Manche Stauden kann man an Ort und Stelle durch eine Teilung mit einem Messer oder dem Spaten vermehren. So zum Beispiel funktioniert das beim Rittersporn oder beim Chinesischen Riesenschilf.
Etwas ungewöhnlicher ist die Vermehrung durch Samen. Dabei gibt es eine Reihe von Stauden, die sich sehr gern selbst aussäen, wenn man nicht zu ordentlich die Blütenstände noch vor der Samenbildung abschneidet.

Pflege

Vor dem Neuaustrieb im Frühjahr werden alle abgestorbenen Teile (Blätter, Stängel) entfernt. Bei den bereits im Herbst gepflanzten Stauden entfernt man das Deckmaterial, wie Zweige und Blätter, damit es nicht zu einem Grauschimmelbefall kommt. Bei empfindlichen Stauden, wie beim Tränenden Herz oder bei Lilien kann man es noch drauf lassen, da noch Nachtfrostgefahr herrscht. Beim Bodenlockern darf man die darunter liegenden Blumenzwiebeln nicht beschädigen. Dürre Staudengräser werden abgeschnitten. Die grünen Gräser, wie Blauschwingel und Bärenfellgras kämmt man vorsichtig aus. Im Sommer und Herbst brauchen hochwachsende Arten eine Stütze oder müssen angebunden werden. Zudem sind verblühte Teile zu entfernen. Im Herbst sollte man den Boden mit Hilfe einer Grabegabel lockern, gedüngt wird nach Bedarf (bei älteren, lange kultivierten Gärten ist Kompostgabe oft ausreichend). Das Teilen und Neupflanzen verschiedener Stauden ist nach 3-5 Jahren erforderlich, damit sie wieder besser blühen.

Beetbepflanzung

Solitärstauden, d.h. sehr große und/oder auffällige Stauden (z.B. Geißbart, Taglilie, Sonnenhut, Pfingstrosen) wirken in Einzelstellung am besten, mittelhohe oder hohe, aber eher unauffällige Stauden (Lupinen, Phlox, Iris, Astern) wirken in kleinen Gruppen von 3-5 Stück am Besten.

Kleine Stauden sollten in großen Gruppen oder teppichartig gepflanzt werden.

Eine Schwerpunktbildung kann durch rhythmische Anordnung von möglichst langblühenden hohen Stauden als Leitpflanzen erfolgen.

Nach deren Charakter, Blütezeit und -farbe richtet sich die Auswahl der übrigen Stauden. Halbhohe und höhere Frühjahrs- bzw. Frühsommerbüher sollte man in direkte Nachbarschaft zu Sträuchern und/oder in den Hintergrund pflanzen, davor sommer- und herbstblühende Stauden einplanen (verdecken abgeblühte Stauden).

Staudenarten

Sortiert nach Blütezeit, Böden und Lichtverhältnissen

Für alle Böden und Lichtverhältnisse findet man Stauden. Stauden für sonnige Standorte haben in der Regel kleinere Blätter und farbintensive Blüten, während an schattigen Plätzen überwiegend großblättrige Pflanzen mit pastelligen Blütenfarben gedeihen.

Blütezeit Frühjahr

besonders trocken und sonnig sonnig, humoser, frischer Boden halbschattig und feucht
Königskerze (Verbascum)
Ehrenpreis (Veronica)
Steinkraut (Alyssum argenteum)
Hornkraut (Cerastium)
Ziest (Stachys lantana)
Thymian (Thymus)
Gemswurz (Doronicum caucasicum)
Lupine (Lupinus)
Iris (Iris barbata)
Pfingstrose (Paeonia lactifolia)
Prachtspiere (Astilbe)
Eisenhut (Aconitum)
Elfenblume (Epimedium)
Christrose (Helloborus)
Bergenie (Bergenia)
Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)

Blütezeit Sommer

besonders trocken und sonnig sonnig, humoser, frischer Boden halbschattig und feucht
Edeldistel (Eryngium)
Lein (Linum)
Edelraute (Artemisa)
Heidenelke (Dianthus deltoides)
Hauswurz (Sempervivum)
Mauerpfeffer (Sedum-Arten)
Lavendel (Lavandula angustifolia)
Rittersporn (Delphinium)
Mädchenauge (Coreopsis)
Scharfgarbe (Achillea)
Sommermargerite (Chrysanthemum)
Sommerphlox (Phlox)
Sonnenauge (Heliopsis scabra)
Goldrute (Solidago)
Sonnenhut (Rudbeckia)
Geißbart (Aruncus silvester)
Funkie (Hosta)
Schaublatt (Rodgersia)
Fingerhut (Digitalis purpurea)
Wiesenraute (Thalictrum)
Glockenblume (Campanula macrantha)
Lerchensporn (Cordialis) Storchenschnabel (Geranium grandiflorum)

Blütezeit Herbst

besonders trocken und sonnig sonnig, humoser, frischer Boden halbschattig und feucht
Fetthenne (Sedum telephium) Sonnenbraut (Helenium)
Eisenhut (Aconitum)
Herbstastern (Aster)
Gartenchrysantheme (Chrysanthemum x hortorum)
Silberkerze (Cimicifuga)
Herbst- und Waldanemonen (Anemone hupehensis)


Sortierung nach Blütezeit und Blütenfarbe

Frühjahrsblüher (März-Mai) Sommerblüher (Juni-August) Herbstblüher (September-November) Winterflüher (Dezember-Februar)
Blütenfarbe weiß
Gänsekresse (Arabis)
Schaumblüte (Tiarella)
Polsterphlox (Phlox subulata)
Büschelwindröschen (Anemone nemorosa)
Primel (Primula)
Krokus (Crocus)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Hyazinthe (Hyacinthus)
Narzisse (Narcissus)
Sommermargarite (Leucanthemum x superbum)
Mädesüß (Filipendula)
Funkie (Hosta)
Schleierkraut (Gypsophila)
Geißbart (Aruncus)
Prachtspiere (Astilbe)
Rittersporn (Delphinium)
Phlox (Phlox paniculata)
Margerite (Leucanthemum bzw. Tanacetum)
Eisenkraut (Verbena)
Herbstanemone (Anemone hupehensis)
Herbstaster (Aster)
Silberkerze (Cimicifuga)
Gartenchrysantheme
Christrose (Helleborus)
Schneeheide (Erica carnea)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Blütenfarbe rosa
Pfingstrose [[Paeonia)
Bergenie(Bergenia)
Moossteinbrech (Saxifraga)
Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)
Polsterphlox (Phlox subulata)
Grasnelke (Armeria maritima)
Hyazinthe (Hyacinthus)
Seifenblume (Saponaria)
Phlox (Phlox paniculata)
Gelenkblume (Physostegia)
Fingerhut (Digitalis purpurea)
Bunte Margerite (Tanacetum coccineum)
Polsternelke (Silene acaulis)
Prachtspiere (Astilbe)
Spornblume (Centranthus)
Prachtspiere (Astilbe)
Knöterich (Polygonum)
Dost (Origanum)
Herbstaster (Aster)
Gartenchrysantheme (Chrysanthemum × grandiflorum)
Fetthenne (Sedum telephium)
Spaltblume (Schizanthus)
Portulakröschen (Portulaca grandiflora)
Schneeheide (Erica carnea)
Christrose (Helleborus)
Blütenfarbe rot
Pfingstrose (Paeonia)
Bergenie (Bergenia)
Türkenmohn (Papaver orientale)
Tulpe (Tulipa)
Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica)
Indianernessel (Monarda)
Phlox (Phlox paniculata)
Spornblume (Centranthus)
Herbstaster (Aster)
Sonnenbraut (Helenium)
Phlox (Phlox paniculata)
Spornblume (Centranthus)
(Erica carnea)
Christrose (Helleborus)

Einige Arten nach Größe geordnet

Deutscher Name Botanischer Name Größe
Bärenfellschwinge Festuca scoparia 5 cm
Blauschwingel Festuca cinerea 25 cm
Wolfsmilch Euphorbia amygdaloides 35 cm
Sibirisches Zottenrauhgras Spodiopogon sibiricus 60 cm
Rutenhirse Panicum virgatum 100 cm
Chinaschilf Miscanthus sinensis 120 cm


Staudenmischungen

Der Grundgedanke ist, möglichst schnell eine geschlossene Pflanzendecke aus standortgerechten Stauden und relativ kurzlebigen aber sich selbst aussäenden Pflanzen zu schaffen. Ist dies erreicht, haben „Unkräuter“ kaum noch eine Chance. Je nach Standort sind die Stauden entsprechend zusammengestellt. Pro m² werden ca. 8- 10 Stauden gepflanzt. Das Wichtigste ist die Bodenvorbereitung. Da in einem Staudenbeet kein Herbizideinsatz möglich ist, muss der Boden vor der Pflanzung frei von Wurzelunkräutern wie Quecke, Winde, oder Schachtelhalm sein. Um das Keimen von Unkrautsamen zu unterdrücken, wird mit Kies oder Splitt gemulcht. Beim Einsatz der Wädenswiler Mischungen kann darauf verzichtet werden, da hier ein hoher Anteil an 1-jährigen Arten diese Funktion als „Lebendmulch“ übernimmt. Gegossen wird nur in der Anwachsphase und bei sehr langen Trockenperioden. Ab dem zweiten Jahr reduziert sich die Pflege auf einen Rückschnitt (abmähen) der Stauden im Spätwinter.

Name Standort Beetgröße Bemerkung
Perennemix
Blütenwandel Halb- und Wechselschattig
Blütensaum Halb- und Wechselschattig
Blütenschatten Schattig, trocken
Blütensteppe sonnig
Blütenwoge sonnig
Blütenschleier sonnig
Erfurter Schleier
Tanz der Gräser Trocken, durchlässig und mäßig nährstoffreich, sonnig Ab 50m² Strukturbildende Gräser
Weinheimer Präriemischungen
Indianersommer Vollsonnige, trockene Freiflächen Überwiegend halbhole Präriestauden und filigrane Gräser, leuchtende warme Farbtöne
Präriemorgen Vollsonnige, trockene Freiflächen Halbhohe Wildstauden der Prärie und niedrige Gräser, zarte und frische Pastelltöne
Präriesommer Sonnig, mäßig trockener bis frischer, durchlässiger Boden Ab 25m² Gräser und Präriewildstauden mit Beetstaudencharakter, rosa, purpur, blau, weiß, lange Blütezeit
Silbersommer
Silbersommer Sonnig, trockene Böden Ab 30m² ca. 70-100cm hoch, 30 verschiedene Arten
Veitshöchheimer Mischungen
Blütentraum Sonnig 10-100m² Kräftig wachsend, beetstaudenartiger Charakter, gelb, blau, weiß
Blütenmosaik Offene, freie Fläche 10-50m² überwiegend niedrige Arten, gelb, blau
Wädenswiler Mischung
Indian Sunset Mäßig trockener bis frischer Boden gelb, orange, rot
Pink Paradise Frische bis feuchte Böden Rosatöne
Sommernachtstraum frischer Boden Blauviolette Blütenfarben, rotlaubige Blätter, Gräser

Stauden als Rasenersatz

Wer sich von einem solchen „Ersatz“ exakt das gleiche Aussehen und die gleiche Nutzbarkeit erwartet, also genau den gleichen Rasen, nur mit anderen, pflegeleichteren Pflanzen, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Mit flächendeckenden, niedrigen Pflanzen gestaltete Bereiche können ähnlich wie Rasenflächen als Gegenpol zu stärker strukturierten und bunter gehaltenen Beeten wirken. Je nach Pflanzenart ist die Farbe jedoch nicht das gewohnte „grasgrün“. Meist herrschen andere Grün-Töne bis hin zu grau-grün. Einige Pflanzen haben eine gewisse Trittfestigkeit, in der Regel sind diese Bereiche jedoch nicht als Spielflächen geeignet.


Die aufwändige Rasenpflege entfällt, dafür ist aber Unkraut jäten, vor allem verstärkt in der Zeit bis sich eine geschlossene Pflanzendecke gebildet hat, angesagt. Daher ist auch eine dichte Pflanzung mit entsprechend hohem Pflanzenbedarf und entsprechenden Kosten (ca. 30€/m² für Pflanzgut) notwendig. Aus all dem ergibt sich, dass ein Einsatzschwerpunkt bei kleinen und Kleinst-Flächen liegt: So ist es sicher sinnvoller, die verbliebenen 8 m² Freifläche im kleinen Reihenhausgarten als „Duftrasen“ zu gestalten, anstatt sich für diese wenigen m² einen Rasenmäher zu kaufen, der dann auch noch irgendwo untergebracht werden muss. Auch die Rüstzeiten sind in einem solchen Fall unverhältnismäßig hoch, so dass genauso schnell das Unkraut gejätet ist! Auch zur Unterpflanzung von Solitärpflanzen wie z.B. Hochstammrosen, im näheren Umfeld der Vogeltränke oder einer Gartenskulptur sind sie wirkungsvoll eingesetzt. Ebenso haben sie innerhalb eines Staudengartens als Gestaltungselement, z. B. als Duftweg oder Rasenbank ihren berechtigten Platz. Ein großflächiger Einsatz von Rasenersatz-Stauden wird vor allem in Schattenlagen sinnvoll sein, in denen Gräser versagen. In diesen Fällen stellt sich nicht die Frage „Rasen oder Bodendecker“ sondern „Rindenmulch oder Bodendecker“. Große Rasenflächen wird man selten durch flächendeckende Staudenbepflanzung ersetzen, da man den Rasen durch den Einsatz entsprechend großer Geräte relativ leicht pflegen kann und umgekehrt das permanent Unkrautfreihalten sehr großer Staudenflächen schwierig ist.

Geeignete Staudenarten

Die reichhaltige Auswahl an flächendeckenden Stauden bietet viele gestalterische Möglichkeiten. So kommen Pastelltöne vor dem gedeckteren Grün oft besser zur Geltung, durch den intensiven Duft ergibt sich ein neues Gartenerlebnis, Bienen und Schmetterlinge beleben den Garten. Die Begehbarkeit dieses Gartenbereiches kann durch Trittplatten verbessert werden. Ebenso kann man die Pflanzenauswahl, wesentlich stärker als beim Rasen, auf den Standort abstimmen. Gerade Extremstandorten wie z.B. trockene sonnige Lagen oder Schattenbereichen kann man besser gerecht werden, so dass man dadurch auch bei geringem Pflegeaufwand ansprechende Ergebnisse erzielt. Allerdings stehen zum "Gebrauchsrasen" nur sehr eingeschränkt Alternativen zur Verfügung.

Als Ersatz des Zierrasens gibt es eine Reihe von niedrigen Stauden, die man einsetzen kann. Gerade für die sonnigen bis halbschattigen Bereiche eignen sich viele Pflanzen, die sich durch ihren Duft auszeichnen und die daher für Duftrasen angeboten werden. Auch wenn sie meist als „trittfest“ oder „begehbar“ bezeichnet werden, so ist hier nur an ein gelegentliches, zum Teil barfuss begehen gedacht. Bei stärkerer Benutzung entstehen unschöne Laufstraßen. Hier sollte man z.B. für den Weg zum Kräuterbeet besser einige Trittsteine verlegen.

Die Teppich-Verbene ’Summer-Pearls’ hat über Japan den Weg zu uns gefunden und ist seit ca. 2007 hier auf dem Markt. Sie gilt als äußerst trittfest und soll sogar Fußballspielen vertragen. Allerdings wuchert sie sehr stark und es gibt noch keine Erfahrungen, ob sich hieraus Probleme ergeben! So manches hartnäckige „Unkraut“ hat seinen Siegeszug als Zierpflanze in unseren Gärten gestartet!

Auch noch relativ trittfest und altbekannt sind die Rasenkamillen. Durch Belaufen wird ihre Verzweigung sogar gefördert, doch starker Belastung wie z.B. spielende Kinder, halten sie auf Dauer nicht stand. Daher gibt es für diese Nutzung des Rasens keine zufrieden stellende Ersatzlösung.

Deutscher Name Bot. Name Standort Boden Blütenfarbe Bemerkung
Teppich-Silberraute Artemisia assoana Sonne Trocken, durchlässig, kalkliebend Duft
Römische Kamille bzw. Rasenkamille Chamaemelum nobile Sonne bis Schatten Mäßig trocken, sandig-humos, durchlässig weiß Duft
Teppich-Poleiminze Mentha pulegium ssp repens Sonne bis Halbschatten Frisch, Humos weiß, rosa Duft
Korsische Minze Mentha requienii Sonne bis Halbschatten violett Duft
Teppich-Verbene Summer-Pearls Phyla nodiflora Sonne bis Halbschatten Feucht, Humos weiß Duft
Kriechendes Bohnenkraut Saturea repanda Sonne Trocken, durchlässig, humos weiß Duft
Garten-Thymian Thymus vulgaris Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Kümmelthymian Thymus herba-barona Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Lavendel-Thymian Thymus mastichina Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Polsterthymian Thymus praecox ssp. articus Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Feldthymian bzw. Quendel Thymus pulegioides Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Sandthymian Thymus serphyllum Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Steppenthymian Thymus pannonicus Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Zitronenthymian Thymus x citriodorus Sonne Trocken, sandig, durchlässig weiß, violett, rosa, lila Duft
Haselwurz Asarum europaeum Frisch-feucht, lehmig-humos, kalkliebend Langsam wachsend
Waldmeister Gallium odoratum Schatten Frisch, humos, kalkliebend Weiß Duftend
Goldnessel Lamium galeobdolon Halbschatten Gelb Sehr wüchsig
Waldsauerklee Oxalis acetosella Frisch-feucht, humos Weiß Wüchsig
Teppich-Knöterich Polygonum affine Frisch-feucht, lehmig-humos Rosa Stark wuchernd
Braunelle Brunella grandiflora Frisch-feucht, nährstoffreich Violett Halbschatten
Golderdbeere Waldsteinia geoides Mäßig frisch-trocken, humos Gelb Keine Ausläufer


Anlage und Pflege

Möchte man einen Duftrasen oder -weg anlegen oder eine Fläche mit Rasenersatz-Stauden bepflanzen, sind die Vorarbeiten die gleichen, wie beim Anlegen eines Staudenbeetes. Zunächst muss die Fläche völlig Unkrautfrei sein. Insbesondere Wurzelunkräuter wie z.B. Quecke müssen beseitigt werden. Der Boden wird gelockert und falls nötig entsprechend den Ansprüchen der Pflanze durch reichlich Sand abgemagert oder durch humoses Material (z.B. Kompost) verbessert.

Danach wird gepflanzt. Je nach verwendeter Pflanzenart liegt der Bedarf bei ca. 10 -25 Pflanzen/m². Dabei sollte besonders bei den sich langsam entwickelnden Arten relativ dicht gepflanzt werden, damit sich die Fläche schnell schließt und den Unkrautaufwuchs unterdrückt. Wichtig ist, dass man bis dahin sorgfältig und regelmäßig die auflaufende Wildkräuter zwischen den Bodendeckern entfernt. Bei den höheren Stauden wie z.B. Waldsteinie oder Taubnessel müssen die abgestorbenen Pflanzenteile im Frühjahr vor dem Neuaustrieb entfernt werden. Da manche dieser Pflanzen sehr wüchsig sind, ist auch hier Kontrolle nötig, damit sie nicht in die Beete wuchern. Auch wenn der Wasserbedarf der Pflanzen vielfach bedeutend geringer ist als beim Rasen, müssen bei anhaltender Trockenheit doch etliche von ihnen gewässert werden. Dabei sind z.B.Teppich-Silberraute, kriechendes Bohnenkraut und Thymian, die auf trockenen Standorten vorkommen,diesbezüglich wesentlich anspruchsloser und stehen auch längere Trockenperioden durch als die Waldstauden wie z.B. die Haselwurz.

Siehe auch

Quelle

Eva Morgenstern, DLR Rheinpfalz, Gartenakademie Rheinland-Pfalz, 2010