Spargelrost

Aus Hortipendium
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Spargelrost
Puccinia asparagi
DC., 1805
Infektionsstellen am Trieb.jpg
Infektionsstellen am Trieb
Systematik
Abteilung Basidienpilze
Basidiomycota
Unterabteilung Pucciniomycotina
Klasse Pucciniomycetes
Ordnung Rostpilze
Pucciniales
Familie Pucciniaceae
Gattung Puccinia

Der sogenannte Spargelrost ist eine häufig auftretende Krankheit, die von dem Pilz Puccinia asparagi hervorgerufen wird. Dieser gehört zu der Ordnung der Rostpilze (Pucciniales).

Lebensweise und Schadbild

Befallsverlauf
Im Laufe der Vegetationsperiode des Pilzes sind verschiedene Sporenformen zu beobachten. Der Pilz wechselt seinen Wirt nie, er bleibt in seinem Entwicklungszyklus immer an der gleichen Pflanze. Im Frühjahr treten bei Befall am unteren Teil des Stängels orangefarbene Pusteln auf, sogenannte Pyknidien. Diese sind eher unscheinbar und für den Anbauer meist nur schwer zu erkennen. Für die Ausbreitung des Pilzes sind die Äzidiosporen verantwortlich, die sich ungefähr zwei Wochen nach den Pyknidien in orangefarbenen Bechern ausbilden. Anschließend bilden sich Sommersporen aus, die sogenannten Uredosporen. Diese sind braun gefärbt und führen zu der stärksten Ausbreitung des Pilzes. Die Uredosporen befallen die nach der Erntezeit durchtreibenden Triebe und vermehren sich sehr schnell. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fällt der Befall der Spargelpflanzen meist auf. Zum Ende des Sommers entstehen die Wintersporen (Teleutosporen), die schwarz gefärbt sind und im darauffolgenden Jahr in der Zeit von Januar bis Juni Basidiosporen bilden. Basidiosporen sind farblos, die zu den ersten Infektionen der Spargeltriebe führen.

Spargelrost tritt vor allem bei warmer und trockener Witterung auf und kann einen Ernteverlust von ca. 30 Prozent zur Folge haben. Der Pilz benötigt zur Entwicklung Blattnässeperioden. Aus diesem Grund ist von windgeschützten Standorten für den Spargelanbau abzusehen.


Bekämpfung

links: unbehandelte Kontrolle, rechts: Behandlung mit Azolen und Strobilurinen im Wechsel

Am wichtigsten ist es, die Überwinterung des Pilzes zu verhindern. Aus diesem Grund sollten die Pflanzrückstände im Herbst unbedingt entfernt werden. Solche vorbeugenden Maßnahmen sind jedoch nur erfolgreich, wenn sie großflächig durchgeführt werden. Selbst Wildspargelpflanzen können eine Infektionsquelle darstellen. Generell sind wenig anfällige Sorten empfehlenswert. Bei der Standortwahl sind windige Flächen zu bevorzugen, da sie Blattnässeperioden entgegenwirken. Ebenfalls wichtig ist ein ausreichender Reihenabstand, der eine Durchlüftung ermöglicht.
Für die chemische Bekämpfung eignen sich folgende Präparate:

  • Difenoconazol-Präparate
  • Kupfer-Präparate
  • Mancozeb-Präparate
  • Metiram-Präparate
  • Tebuconazol-Präparate

Bei Befallsbeginn sollte gespritzt werden, was für Junganlagen im Mai der Fall wäre, bei Ertragsanlagen ca. drei Wochen nach Ernteabschluss.

Infos zur aktuellen Zulassung aus PS Info - Gemüsebau

Quellen

Krüger, G. (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 3-8001-3191-9


J. Ziegler, L. Aldenhoff, B. Borgmeyer (2002): Pflanzenschutz Spargel. DLR Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 

  • Index Fungorum
  • P.M. Kirk, P.F. Cannon, D.W. Minter and J.A. Stalpers CABI Europe - UK (Hrsg.) (2011): Ainsworth & Bisby's Dictionary Of The Fungi. 10. Auflage. CPI Group (UK) Ltd. Croydon. ISBN 978-1-84593-933-5

Weblinks