Spargel im Hausgarten

Aus Hortipendium
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Spargel stellt beim Anbau im Gemüsegarten einen hohen Anspruch an den Boden. Von Natur aus gibt es nur wenige Böden, die den hohen Standortansprüchen des Spargels von vornherein genügen. In der Regel sind umfangreiche Maßnahmen zur Bodenverbesserung notwendig, die sorgfältig aufeinander abzustimmen sind und Zeit erfordern. Günstig ist es, mit den Vorbereitungen für eine Neuanlage mindestens ein, besser zwei Jahre vorher zu beginnen.

Grün- oder Bleichspargel?

Im Garten kann sowohl Bleich- als auch Grünspargel angebaut werden. Bei beiden Gemüsearten handelt es sich um Asparagus officinalis, den Spargel. Folglich sind auch die Ansprüche gleich. Man kann sogar Bleichspargelsorten als Grünspargel (spezielle Grünspargelsorten sind jedoch geschmacklich besser!) kultivieren.

Besonders empfehlenswert für den Hausgarten ist der geschmacklich sehr gute, da herzhaftere Grünspargel, der einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen enthält und zum einen in der Küche einfacher zu verarbeiten ist (schälen entfällt), zum anderen im Anbau wesentlich weniger Arbeit (dämmen entfällt) macht und letztendlich einfacher zu ernten ist (oberirdisches abschneiden, Ernte den ganzen Tag möglich). Auch auf etwas schwererem Boden, der für Bleichspargel schlecht geeignet ist, kann Grünspargel noch kultiviert werden.

Sorten

Grünspargel: Spargavia, Steiniva

Bleichspargel: Gijnlim, Ravel

Fruchtfolge

Eine weite Fruchtfolge ist bei der Spargelkultur besonders wichtig. Selbst 10 Jahre nach Beseitigung einer Altanlage findet man noch erhebliche Mengen von alten Wurzeln (bis zu 100 g/m2). Die Ausscheidungen dieser Wurzeln und viele Fusarium-Wurzelfäulepilze im Boden führen zu schlechtem Wachstum mit entsprechend niedrigen Ernten. Daher sollte ein ehemaliges Spargelbeet erst nach 20 Jahren wieder neu mit Spargel bepflanzt werden.

Boden

Der Spargel stellt besonders hohe Ansprüche an die Durchwurzelbarkeit des Bodens. Ein Sprichwort sagt, dass pro 10 cm guter Bodenschicht ein gutes Erntejahr zu erwarten ist. Sowohl die Verhältnisse in der Krume, als auch die in den tieferen Bodenschichten haben entscheidenden Einfluss auf die Lebensleistung einer Anlage. Für den Spargelanbau kommen nur die im Frühjahr leicht erwärmbare Beete in Betracht.

Steinhaltige, staunasse Böden oder Standorte mit einem Grundwasserstand über 1 m (in Ausnahmefällen bis max. 0,8 m, dann jedoch späterer Erntebeginn) sind ungeeignet.

Vorhandene Wurzelunkräuter (Ackerwinde, Quecke, Landwasserknöterich, Ackerschachtelhalm u.a.) sollten vorher möglichst vollständig mechanisch beseitigt werden.

Bodenanalyse

Da die Spargelanlage über viele Jahre steht und nur bei guter Nährstoffversorgung entsprechend gedeiht, lohnt sich hier auf jeden Fall vorab eine Bodenanalyse. Hierzu stehen verschiedene Bodenlabors zur Verfügung. Im Profi-Anbau werden sogar die Bodenschichten (0 -30 cm, 30 - 60 cm, 60-90 cm) getrennt auf ihren Nährstoffgehalt untersucht. Weil hierzu jedoch ein spezieller Bohrstab notwendig ist, und die (dreifachen) Kosten sich für das kleine Beet nicht rechnen, genügt im Hausgarten eine Probe. Da sich die Hauptmasse der Spargelwurzeln zwischen 20 ( Mutterboden) und 70 cm tief im Boden befindet, sollte man jedoch, im Gegensatz zu der sonst üblichen Probeentnahme, eine Mischprobe aus dem oberen und tieferen Bereich ziehen: Also eine Probe aus spatentiefem Aushub, dann noch einmal in das Loch stechen und aus der darunter liegenden Erde eine weitere Probe nehmen. Das ganze an mehreren Stellen wiederholen und die Erde im Eimer gut mischen, bevor daraus die Probe für das Labor entnommen wird. Zu untersuchen ist die Probe auf: pH-Wert, Kalk-, Phosphat-, Kali-, Magnesium-, Bor- und den Humusgehalt

Bodenvorbereitung

Liegen die Ergebnisse der Bodenuntersuchung vor, dann kann gezielt mit der Verbesserung der Humus- und Nährstoffsituation begonnen werden.

Humus ist in vielen Sandböden der Minimumfaktor. Der Mindesthumusgehalt in 0-30 cm sollte zwischen 1 – 1,5 % liegen. Diese Werte werden in Gärten deutlich überschritten (hier findet man Werte zwischen 3- > 5 %). Aufgrund der vorhandenen hohen Humusgehalte und der daraus resultierenden guten Nährstoffversorgung ist in den meisten Fällen davon auszugehen, dass im Hausgarten keine zusätzlich Düngung notwendig ist

Der pH-Wert muss im gesamten Wurzelraum immer über 5,5 liegen, sonst ist mit Ertragseinbußen durch die Freisetzung wurzelgiftiger Aluminium-Ionen und schlechter Nährstoffverfügbarkeit insbesondere von Magnesium zu rechnen. In Abhängigkeit von der Bodenart und dem Humusgehalt sind die in der Tabelle angegebenen pH-Werte anzustreben.

Bodenart Humusgehalt Anzustrebender pH-Bereich
Sand (S) ≤ 2% 5,8 - 6,2
2 - 4 % 5,5 - 6,0
lehmiger Sand (lS) ≤ 2 % 6,2 - 6,8
2 - 4 % 6,0 - 6,5
sandiger Lehm (sL) ≤ 2 % 6,5 - 7,5
2 - 4 % 7,0

Liegt der pH-Wert unter dem anzustrebenden Wert, muss gekalkt werden (i.R. gibt das Bodenlabor eine Empfehlung zu Menge und Häufigkeit der Kalkgaben)

Besteht ein Düngebedarf (z. B. bei neu in Kultur genommenen Gärten oder Ackerland), dann sollte die organische Düngung (Kompost, Mist) aus Verträglichkeitsgründen rechtzeitig vor der Pflanzung, mindestens jedoch 6 Monate davor, ausgebracht werden. Empfohlen wird, den Humusdünger im Frühjahr des Vorbereitungsjahres auszubringen und eine Gründüngung nachzubauen, denn Beschattung und Bodenruhe verbessern den Wirkungsgrad einer organischen Düngung. Gut zu verteilender Kompost kann deshalb auch noch im Sommer/Frühherbst in eine abgemulchte, nachtreibende Gründüngung gestreut werden.

Tiefenlockerung

Im Erwerbsanbau wird der Kompost in die Hauptwurzelzone, d.h. mindestens bis 70 cm tief, eingemischt. Dazu werden Spatenmaschinen (Arbeitstiefe 70 cm) und Tiefspatenfräsen eingesetzt, deren Arbeitstiefe bei 90 bis 120 cm liegen. Der Einsatz solch schwerer und großer Maschinen ist im Garten in den meisten Fällen nicht möglich.

Als Alternative bietet sich hier zum einen das "Holländern", zum anderen der Einsatz von tiefwurzelnden Gründüngungspflanzen zur Lockerung und biologischen Aktivierung tiefer Bodenschichten an.

Holändern - Grababschnitte zur Tiefenlockerung
"Holländern" bezeichnet das zwei spatentiefe Umgraben. Dabei wird am Anfang die Erde Spatentief ausgehoben, die darunter liegende Erde umgegraben. Der Mutterboden des nächsten Grabeabschnitts kommt darauf, der Grabenboden wird wieder umgegraben usw. bis beim letzten Teilabschnitt der nun fehlende Mutterboden durch den Aushub der ersten Reihe aufgefüllt wird.

Beste Erfahrungen liegen vor, wenn eine intensiv und tiefwurzelnde, langstehende Gründüngung wie z.B. Ölrettich oder Futterhirse eingesät wird, um den Boden biologisch und damit wesentlich dauerhafter zu stabilisieren. Gefüge, Wasser- und Nährstoffbindung sind wegen der “lebend-verbauten Ton-Humus-Komplexe” dann optimal.

Jede Gründüngung ist danach zu mulchen, ehe sie nach einer mindestens einwöchigen Rotte flach eingearbeitet wird. Bei Verzögerungen mit der Bodenbearbeitung kann notfalls auch der schnellwüchsige und besonders spätsaatverträgliche Gelbsenf (bis 15.09.) genommen werden. Samenausfall stört bei allen Gründüngungspflanzen im Pflanzjahr.

Geeignete Gründüngungspflanzen sind: Sudangras, Rispenhirse, Ölrettich und Kulturmalve.

Beispielhaftes Ablaufschema für eine 1-jährige Bodenvorbereitungszeit

Vorbereitungsjahr Maßnahme
November - Februar / März Bodenanalyse
März / April Kompostgabe flach einfräsen, Ölrettich-Gründünung
Juli Ölrettich mulchen
August Tiefenlockerung (holländern), 2. Ölrettich-Gründüngung (Aussaat ca. 20.08.)
November / Dezember Gründüngung mulchen und flach einarbeiten
März Folgejahr Spargelpflanzung

Pflanzung

Für die Spargelpflanzung werden nahezu ausschließlich einjährige Jungpflanzen aus lizenzierten und kontrollierten Vermehrungsbetrieben (z.B. Billau, Zapf u.a.) verwendet.

Qualität der Jungpflanzen

Die Qualität der im Handel angebotenen Jungpflanzen ist sehr gut, denn die Pflanzen wurden auf jungfräulichen Böden angezogen und deshalb mit möglichst wenig Wurzelkrankheitserregern behaftet.

Aber auch äußerlich gesunde Jungpflanzen können nach neueren Untersuchungen systemisch mit dem Erreger Fusarium oxysporum f. sp. asparagi befallen sein. Normalerweise erwehrt sich die Pflanze eines "natürlichen" Befalls und übersteht die kritische Anwachsphase im Beet. Ausreichend Bodenwärme (+15°C in 5 cm Bodentiefe) und guter Bodenschluss sind einige der wesentlichen Faktoren, dem Erreger "davon zu wachsen".

Bei der Beurteilung der Pflanzen ist besonders auf folgende Punkte zu achten:

  • Die Pflanzen sollen nur geringe Beschädigungen durch das Roden aufweisen, jede Verletzung ist eine Eintrittspforte für Krankheitserreger wie Fusarium, Penicillium, Botrytis u.a.
  • Pflanzen mit hohlen Wurzelschläuchen, rotbraunen Läsionen auf den Speicherwurzeln oder befallenen, matschigen oder sichtbaren verschimmelten Sproßknospen oder -wurzeln sind auszusondern.
  • Das Pflanzengewicht sollte mindestens 50 g betragen.
  • Superschwere Pflanzen sind nicht immer die besten Pflanzen, insbesondere dann, wenn Trockenheit das Anwachsen erschwert. Bei guter Bewässerung haben schwere, in Ruhe befindliche Jungpflanzen häufig den besseren Start.
  • Gute Pflanzen haben mindestens 6 gute Knospen, ungefähr 20 lange, beim Roden nicht angeschnittene, dicke und fleischige Speicherwurzeln und im günstigsten Fall z.T. noch intakte, nicht eingetrocknete, weiße Faserwurzeln haben. Letztere garantieren ein schnelles Einwurzeln.
  • Pflanzen mit vielen, schwachen Sprossknospen sind auszusortieren, da sich aus diesen Knospen nur "buschige" Pflanzen mit geringer Ertragsleistung und hoher Krankheitsanfälligkeit entwickeln.

Siehe dazu auch Schadbilder an Spargel.

Pflanztermin

Es ist bekannt, dass im Frühjahr so früh wie möglich gepflanzt werden sollte. Sobald der Boden es zulässt, sollten die Spargelpflanzen gepflanzt werden. Das kann in günstigen Jahren durchaus schon Ende Februar oder Anfang März der Fall sein. Später als Ende März zu pflanzen hat zur Folge, dass das Wachstum der Jungpflanzen bereits wieder eingesetzt hat (Knospenaustrieb und Bildung neuer Haarwurzeln), was sich gelegentlich nachteilig auf das Anwachsen des Spargels auswirkt. Außerdem brechen bei der Pflanzung wertvolle, schon angetriebene Sprosse ab. Besonders gefährlich wird es, wenn “aufgeweckte” Jungpflanzen in einen noch sehr kalten und nassen Boden gepflanzt werden. Aus diesen Gründen macht es Sinn, mit der Pflanzung zu warten, bis die Bodenoberfläche +15°C erreicht hat.

Pflanzenbedarf, Pflanzabstand und Art der Pflanzung

Für einen Haushalt mittlerer Größe rechnet man bei Spargel ca. 80 Pflanzen (= 20 Pflanzen/ Person), die im Vollertrag 15 -20 kg/Jahr bringen.

Als Faustzahl kann man von einem Pflanzenbedarf von 1,3 – 1,6 Pflanzen/qm ausgehen.

Im Profianbau pflanzt man in einem Reihenabstand von 1,80 – 2,00 m und 35 – 40 cm in der Reihe, im Hausgarten kann ein kleinerer Reihenabstand (1,4 -1,6 m, bei Grünspargel 1,2 m) bei allerdings größerem Pflanzabstand (40 -50 cm) gewählt werden.

Die Pflanztiefe beträgt 20 cm.

Spargelpflanzung

Die Spargelreihen werden wegen der gleichmäßigeren Sonneneinstrahlung möglichst in Nord-Südrichtung angelegt. Dazu werden Gräben (je ca. 40 cm hoch und breit) ausgehoben, wobei der Erdaushub auf beiden Grabenseiten aufgesetzt wird. Danach wird die Grabensohle z.B. mit einer Spitzhacke aufgelockert. Darauf kommt eine dicke Schicht organischen Materials (falls vorhanden: 10 -15 cm verrotteter Mist, darüber 5-10 cm reife Komposterde, jeweils mit 50% Erde vermischt). Die Spargeljungpflanzen für 10-15 Minuten in (25°C) warmes Wasser eintauchen, abtropfen und sofort pflanzen. Dazu werden die Spargelpflanzen in den Graben ausgelegt, 5 cm hoch mit Erde abgedeckt, sehr gut angetreten und bewässert.

Gräben einebnen

Sobald der erste Trieb etwa 30 cm hoch ist, wird damit begonnen, den Graben einzuebnen. Im Juli sollte der Graben bestenfalls nur noch durch eine leichte Vertiefung von etwa 5 cm aufweisen. Die kostbaren Sommerniederschläge gelangen dadurch besser in den unmittelbaren Wurzelbereich. Bei gutem Durchtrieb kann ab Ende Juli auch leicht angehäufelt werden.

Kulturmaßnahmen

Unkrautkontrolle

Unkraut, besonders wenn es spät gejätet und aus dem Beet entfernt wird, entzieht Nährstoffe, Wurzelunkräuter verbreiten sich schnell und sind dann aus einem Dauerquartier kaum noch zu entfernen. Daher ist ganzjährig ständige Unkrautkontrolle und jäten notwendig. Wesentlich erleichtert wird dies durch abmulchen mit organischem Material oder Gründüngung.

Spargellaubbeseitigung

Sobald das Spargellaub vollständig abgestorben ist, sollte es aus phytosanitären Gründen (im Hausgarten steht z.Z. kein Mittel gegen die Spargelfliege zur Verfügung) aus dem Garten entfernt werden. 

Düngung

Sie sollte vorrangig mit organischem Material (Mist, Rindenhumus) im Spätherbst erfolgen. Gründüngung und Kompost kann auch im Laufe des Sommers aufgebracht werden. Ob bzw. in welchem Umfang eine mineralische Düngung (nach der Ernte) notwendig ist, ergibt sich aus der Bodenanalyse (s.o.)

Ernte

Ab dem 3. Jahr können kräftige Anlagen bis spätestens Ende Mai geerntet werden. Im vierten Jahr kommt die Anlage in den vollen Ertrag. Nun kann jährlich bis spätestens Johanni (24. Juni) gestochen werden, bei frühem Erntebeginn jedoch längstens 55 Stechtage lang ernten. Ein Spargelbeet ist nach ca. 10 Jahren abgeerntet und dann sollte bereits ein neues in den Ertrag kommen (also alle 7-8 Jahre ein neues anlegen, das alte dann noch 2-3 Jahre ernten und dann roden).

Beim Bleichspargelanbau unter Folientunnel und beim Grünspargel können die Stangen direkt über der Erdoberfläche abgeschnitten werden.

Bleichspargel

Dämmen und Bleichen

Will man Bleichspargel ernten, müssen die frisch austreibenden Spargeltriebe gebleicht werden. Dies geschieht traditionell durch das aufschütten eines Dammes. Ob dies jedoch zum gewünschten Erfolg führt ist vorrangig von den Bodenverhältnissen abhängig.

  • Ist der Boden zu feucht, kommt es zu Verhärtungen der Dämme. Ein hoher Anteil krummer Stangen und verzögerter Erntetermin ist die Folge.
  • Ist der Boden zu trocken, lassen sich keine guten Dämme formen. Es kommt zu mehr roten und offenen Köpfen.
  • Sind die Dämme zu fest, werden die Stangen krumm.
  • Sind die Dämme zu fest gedrückt, wird der Boden rissig, wodurch das Erkennen der durchtreibenden Sprosse sehr erschwert wird.
  • Sind die Dämme zu locker (selten), treten verstärkt offene Köpfe auf.

Siehe dazu auch Schadbilder an Spargel.


Sofort nach dem letzten Stechen wird wegen den weiteren Pflegearbeiten in der Vegetation zumindest etwas abgedämmt. Dabei bleibt in der Mitte des Dammes ein etwa 25 cm breiter Streifen stehen, um halbwüchsige Triebe nicht abzubrechen. Die Windstabilität der Triebe wird einen “halben Damm” entscheidend verbessert.

Die oben erwähnten Maßnahmen entfallen, wenn man sich für den Anbau unter einem ca. 40 cm hohen, schwarzen Folientunnel entscheidet. Besonders auf schweren, festen Böden, die sonst schlecht geeignet sind, ermöglicht diese Methode den Anbau von Bleichspargel. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Erntezeitpunkt der einzelnen Stangen unter Folie etwas flexibler ist. Der Spargel ist allerdings nicht so gleichmäßig und zart wie beim Anbau mit Dämmen.

Die festgetretenen Laufgassen sind nach der Ernte zu lockern (15 - 20 cm tief mit Grabegabel), dabei sollen möglichst wenig Wurzeln verletzt werden.

Spargelstechen

Das Spargelstechen kann mit speziellen, scharfen Spargelmessern sehr sorgfältig erfolgen. Gut bewährt hat sich die klassische Standardausführung mit einem 30°-Winkel der Schneide. Verletzungen halbwüchsiger Triebe (verletzte Sprosse schimmeln und schmecken bitter) oder des Wurzelstocks sind damit am besten zu vermeiden. Allerdings können schlechte Stecher auch mit "guten" Messern den Ertrag dezimieren und gegebenenfalls auch eine Anlage ruinieren.

Feinste Risse im geglätteten Erdreich zeigen die Stellen, an denen erntefähige Sprosse zu finden sind. Die Stangen werden mit der Hand mit möglichst wenigen Handgriffen (etwa 3) freigelegt und mit einem scharfen Spargelmesser vorsichtig bei ca. 27 cm Sprosslänge einmal angestochen ohne ganz durchzustechen und dann heraus gehebelt, wobei Rechtshändern mit der linken Hand den Spargel sichern. Diese Methode ist bei gründlicher Einübung besonders kräftesparend und schont ganz junge Knospen im Rücken der erntereifen Stange. Stechreife Spargel, die dem Stecher am Nächsten sind, werden zuerst geerntet.

Das Blindstechen, bei dem z.B. nur die Hälfte oder das obere Drittel der Stangen freigelegt wird, praktizieren viele Spargelstecher. Die Verletzungsgefahr von benachbarten Stangen ist bei dieser Methode jedoch am größten.

Nachdem sichergestellt wurde, dass im näheren Umkreis keine weiteren Stangen durchtreiben - mit Zeige- und Mittelfinger die Erde abtasten, wird das Ernteloch zuerst möglichst mit feuchtem Boden eingefüllt. Warme, trockene Erde kann zu Rotfärbungen der nachfolgenden Stangen führen. Mit der Maurerkelle (evtl. mit abgewinkelten Kanten) wird der Damm anschließend wieder etwas (bodenartabhängig) festgeklopft und geglättet. Dabei sollte der Damm die “alte” Höhe in etwa wieder zurückerhalten. Bei trockeneren Bodenverhältnissen ist es zur Erhaltung der Dammform wichtig, zunächst mit dem freigelegten, noch feuchtem Boden die Dammflanken zu sichern und anschließend die Löcher sauber zu verschließen.


Weblinks