Schnecken Fraßschäden

Aus Hortipendium
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Schecken an Kohlrabi

Die verschiedenen Schneckenarten verusachen immer noch riesige Schäden an Nutzpflanzen, sowohl im Erwerbsanbau als auch im Garten. Um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen zu können, oder auch um angemessene Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten, ist es wichtig, einen Schneckenbefall und auch die Fraßschäden frühzeitig zu erkennen.

Schnecken Befallskontrolle

Optimal,die nächtliche Befallskontrolle

Pflanzenbestände erfolgreich auf einen möglichen Schneckenbefall bzw. auf Fraßschäden durch Schnecken zu kontrollieren will gelernt sein. Hierzu einige Tipps bzw. Hinweise.

Welche Tageszeit ist bes. geeignet?
Schnecken lieben eine hohe Luffeuchtigkeit im Bereich von 100%. Deshalb findet man sie auch am besten während der Nacht. Am späten Abend, nach Einbruch der Dunkelheit ist eine gute Zeit. Mit Hilfe einer Taschenlampe wird man dann oft erstaunlich schnell fündig. Im normalen Betriebsalltag kann man als Alternative eine frühe Morgenstunden wählen. Die oft vorhandene Taubildung ist dann auch noch relativ günstig für eine Bestandskontrolle.

Bei welchen Wetter?
Befallskontrollen auf Schnecken-Aktivitäten sind besonders nach einem Regen oder während eines Regens erfolgversprechen. Die Luftfeuchtigkeit in den Pflanzenbeständen ist im Bereich von 100% und damit ideal für die Schnecken, um sich auf den Weg zu machen bzw. ihre Unterschlüpfe und Verstecke zu verlassen.

An welchen Plätzen findet man sie als Erstes?
Schnecken wandern oft von sicheren Nachbarzellen wie Gräben und Grasstreifen ein. Sucht man z.B. in einem Salatbestand, so unbedingt unter den am Boden liegenden Blättern schauen. An diesen, dunklen, meist feuchten Stellen ziehen sie sich gerne zurück.


Schleimspuren sind ein sicherer Hinweis
Pflanzenbestände nach Schleimspuren abzusuchen ist sehr wichtig. Trockenes, heißes Wetter erschwert das Auffinden etwaiger Schnecken. Diese haben sich dann nämlich als Überlebensschutz sehr gut versteckt. Ihre Körpergröße ist dann auch nur noch etwa die Hälfte von normal kriechenden Schnecken. Die Schleimspuren sind jedoch den ganzen Tag sichtbar. Deshalb ist bei der Bestandskontrolle auf diese ein besonderes Augenmerk zu legen.
Wenig bekannt ist, dass Schencken auch über ausgelegte Schutznetze Gemüsekulturen schädigen können. Insbesondere Wegschencken können sich sehr gut auf Schutznetze fortbewegen. Gefärdet sind vor allem die Randbereiche der mit einem Schutznetz geschützten Kulturen. Also besonders dort auf Schenckenbefall kontrollieren. Tagsüber wird man dort nur selten eine Schnecke sehen. Die ziehen sich nämlich jede nacht in ihre Verstecke zurück. Gut zu sehen sind jedoch die Schleimspuren und die Fraßschäden, an den Pflanzenteilen, die einen direkten Kontakt zum Schutznetz haben. Drei Fotos dazu bei der Pflanzenart "Kohl".

Professioneller Befallstest
Im Erwerbsanbau von geht es bei vielen gefährdeten Pflanzenarten, wie z.B. Gemüse, gleich um viele tausend Euro, die durch Schneckenfraß vernichtet werden können. In solchen Fällen ist es hilfreich feuchte Matten oder Ähnliches auszulegen. Sind Schnecken vorhanden, werden sie sich gerne darunter aufhalten. So läßt sich in etwa erkennen wieviel Schnecken pro qm vorhanden sind.

Bestimmung der Schneckenarten
Findet man Schnecken im Bestand, so sollte man auch versuchen, die Schneckenart zu bestimmen. Da dieses im Einzelfalle nicht so einfach ist, solle man Hilsmittel zu Rate ziehen. Im Hosta-Foto die zwei wichtigsten Schneckenfamilien:

  • Wegschnecken
  • Ackerschnecken

sind relativ leicht zu bestimmen. Hilfe dazu siehe im Hortipendium Artiikel Schnecken

Schnecken Fraßschäden an verschiedenen Pflanzenarten (A-Z)

Pflanzenart
Foto 1 Foto 2 Foto 3 Beschreibung:
Apfel Schnecken an Apfel--10.JPG Schnecken an Apfel--08.JPG Deroceras-Ackerschnecke-an-Apfel.JPG Fallobst wird gerne von Schnecken angefressen. Die runtergefallenen Äpfel haben meist eine Verletzung und beginnen bald zu faulen. Die Früchte liegen am Boden meist im Gras und bieten damit den Schnecken einen idealen Zugang. Die oft auftretende Taubildung in Bodennähe mit seinen 100% Luftfeuchtigkeit bietet den Schnecken ideale Bedingungen. Wird das Fallobst zur Apfelsaftherstellung verwendtet kann ein starker Schneckenbefall negativ sein. Die günstigen Bedingungen für Schnecken in Obstwiesen können auch zum Problem für benachbarte Gemüsefelder oder Erdbeeranlagen werden.
Blumenkohl Bluko-Schnecken.JPG Schnecken-1-DLR-JS.JPG Blumenkohl-Schneckenfraß an Blume.jpg Schneckenfraß an Blumenkohl kann sehr gefährlich werden. Unter anderen fressen Wegschnecken und Ackerschnecken gerne sowohl die Blätter als auch die "Blumen". Fraß an den Blumen kann sehr schnell zu einer leichten Verfärbung führen und damit die ansonsten makelose Ware schnell unverkäuflich machen. Bezüglich weiter Schadursachen an Blumenkohl siehe den Hortipendium-Artikel Schadbilder an Blumenkohl
Bohne Bubo-Schnecken.JPG Schnecken-Buschbohnen-1.JPG Bohnen-Stangen-02.JPG Schnecken fressen auch gerne Bohnenpflanzen. Insbesondere die jungen Bestände sind während der Keimung und den ersten Kulturwochen gefährdet. Buschbohnen-Bestände sind mehr gefährdet als Stangenbohnen.
Brokkoli Brokkoli-Schnecken.JPG Schnecken-Brokkoli-1-jk.jpg Schnecken-Brokkoli-2-jk.jpg Schneckenfraß an Brokkolipflanzen kan einen großen Schaden anrichten. Junge Pflanzungen sind besonders attraktiv. Ein paar abgefressene Blätter können schon den späteren Ertrag stark mindern. Schon ein leichter Schneckenbefall an den Brokkoli Köpfen kann diese unverkäuflich machen. Deshalb sind frühzeitige Befallskontrollen sehr wichtig.
Dill Dill-Keimlinge.JPG Dill-Schneckenschaden.JPG Dill-Wegschneckenfraß.JPG Schnecken können einen jungen Dillbestand in kurzer Zeit vernichten. Bei Direktssaten im Feld ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Eine intensive Betandskontrolle ist insbesondere zur Zeit der Keimung und bei kritischen Nachbarflächen, wie Gräben, Gründüngungsbestände und Obstanlagen mit Dauerbegrünung wichtig.
Erdbeeren Erdbeeren-Schneckenfraß--03.JPG Erdbeeren-Schneckenfraß--02.JPG Erdbeere-Ackerschnecke--03.JPG Erdbeerpflanzen und Erdbeerfrüchte werden sehr gerne von Schnecken gefressen. Wie im Foto 1 findet man in den Beständen oft große Wegschnecken sowie kleinen Ackerschnecken. Besonders beliebt sind die reifen Erdbeerfrüchte. Durch Schneckenfraß werden in kurzer Zeit große Mengen an Früchte unverkäuflich.
Hosta Hosta mit Weg- und Ackerschnecke.JPG Hosta Schneckenschaden-2.JPG Hosta Schneckenschaden-3.JPG Diese Zierpflanze ist sehr gut für schattige Standorte geeignet. Solche Standorte sind damit auch günstige Orte für Schnecken. Hosta Blätter werden gerne von Schnecken gefressen. Ost sieht man wie im Foto, Wegschnecken und Ackerschencken. Ein stärkerer Fraßschaden mit den großen Löchern in den Blattspreiten machen Hostabestände unansehnlich.
Kaki Kaki Wegschnecke--01.JPG Kaki Wegschnecke--05.JPG Kaki-Schneckenfraß--02.JPG Am Boden liegende Kaki-Früchte werden gerne von Schnecken gefressen. Die runtergefallenen Früchte haben meist eine Verletzung und beginnen bald zu Faulen. Die Früchte liegen am Boden, meist im Gras und bieten damit den Schnecken einen idealen Zugang. Die oft auftretende Taubildung in Bodennähe mit seinen 100% Luffeuchtigkeit bietet den Schnecken ideale Bedingungen. Die günstigen Bedingungen für Schnecken unter Kakibäumen können auch zum Problem für benachbarte Bestände mit für Schnecken beliebte Kulturen werden.
Kohl Wegschnecke frißt durch Schutznetzt an Kohlpflanzen-1.JPG Wegschnecke frißt durch Schutznetzt an Kohlpflanzen-2.JPG Wegschnecke frißt durch Schutznetzt an Kohlpflanzen-3.JPG Auch Gemüsekulturen unter Schutznetze können von Schnecken geschädigt werden. Befinden sich z.B. Wegschnecken im Nahbereich, so können diese durchaus Nacht für Nacht bis 50 cm oder mehr (?) über die Schutznetze kriechen und an den Stellen an denen die Pflanzenblätter mit dem Schutznetz in Berührung kommen, durch das Schutznetz die Blätter abfressen.
Kohlrabi Schnecken-Kohlrabi-DLR-NW-jk.JPG Kohlrabi-Schneckenfraß.JPG Kohlrabi-Schnecken.JPG Schneckenfraß an Kohlrabi kann erhebliche Schäden anrichten. Insbesondere bei jungen Pflanzen können schnell ganze Bestände vernichtet werden. Fressen Schnecken an den Knollen, genügen geringe Fraßspuren dass die Ware unansehnlich und damit unvermarktbar wird.
Kohlrübe Kohlrübe-Schnecken-1.JPG Kohlrübe-Schnecken-2.JPG Durch Schneckenfraß können auch die Blätter von Kohlrüben Pflanzen geschädigt werden. Das kann zu einer Ertragsminderung führen.
Majoran Majoran-Schneckenfraß--01.JPG Majoran-Schneckenfraß--02.JPG Majoran-Wegschnecke--07.JPG Das Küchenkraut Majoran wird gerne von Schnecken gefressen. Wie das Foto zeigt, können Wegschencken in kurzer Zeit eine Majoran Topfpflanze vernichten. Besonders gefährtet sind sehr weich und schnell im Gewächshaus gewachsene Majoranpflanzen.
Paprika Paprika-Schnecken.JPG Paprika-Schneckenfraß-Frucht--01.JPG Paprika-Schneckenfraß-Frucht--01.JPG Schneckenfraß an Paprika kann schnell ganze Pflanzen und insbesondere die Vegetationspunkte zerstören.
Petersilie Schnecken-Petersilei Fraß--04.JPG Schnecken-Petersilie Fraßschaden-07.JPG Schnecken-Petersilie-Schleim.JPG Schneckenfraß kann Petersilie-Pflanzen zerstören. Besonders gefährdet sich Keimlinge und Jungpflanzen, die sehr schnell und "weich" im Gewächshaus bei optimaler Stickstoffverorgung, gewachsen sind.
Petunie Schnecken02Petunia.jpg Schnecken03Petunia.jpg [[Bild: | 150px ]] Schnecken können an Petunien Topfpflanzen schnell einen erheblichen Schaden anrichten.
Porree Porree-Schnecken.JPG Porree-Nachtschnecken-06.JPG Porree-Wegschnecke an Jungpflanze.JPG Schneckenfraß an Porreepflanzen kann sehr gefährlich werden. Gefährdet sind auch hier besonders frisch Pflanzungen. Stammen die Jungpflanzen aus einer warmen, schnell gewachsenen Gewächshausanzucht sind besonders gefährdet. Aber auch ältere Porreebestände können durch Schnecken vernichtet werden. Bei schneckenreichen Nachbarparzellen ist eine ständige Befallskontrolle wichtig. Evtl. auch sicherheitshalber einen unbepflanzten Schutzstreifen anlegen.
Rosenkohl Schnecke an Rosenkohl.JPG Rosenkohl-Wegschnecke--05.JPG Rosenkohl-Wegschnecke--04.JPG Schneckenfraß an Rosenkohl kann gefährlich werden. Unter andermn fressen Wegschnecken und Ackerschnecken gerne die Blätter. Besondes beliebt sind die Jungpflanzen, besovor allem wenn sie weich und zart aus dem Gewächshaus kommen. Wie das Foto zeigt, finden die Wegschnecken auch schnell den Weg zu den weichen und zarten Vegetationspunkten der jungen Pflanzen. Hier genügt schon eine Nacht um ganze Pflanzen unbrauchbar zu machen. Besonders aufpassen auf eine eventuelle Zuwanderung von Schnecken aus benachbarten Gräben usw..
Rote Bete Rote Bete Schneckenfraß--01.JPG Rote Bete Schneckenfraß--02.JPG Rote Bete Schneckenfraß--03.JPG Durch Schneckenfraß können auch die Blätter von Rote Bete Pflanzen geschädigt werden. Das kann zu einer Ertragsminderung führen. Sollen die rote Bete als Bundware vermarktet werden, bewirken Fraßschäden eine Qualitätsminderung
Rübstiel Rübstiel Schneckenfraß--01.JPG Rübstiel Schneckenfraß--02.JPG Rübstiel Schneckenfraß--03.JPG Auch Rübstielblätter werden gerne von den Schnecken gefressen. Da die Blätter vermarktet werden sollen, kommt es schnell zu einer Qualitätsminderung. Bei einem starken Schneckenbefall, bes. im Jugendstadium, kann es zu einem Totalschaden kommen.
Salat Arion-Wegschnecke an Salat.JPG Salat-Schneckenschaden.JPG Salat-Wegschnecken-2.JPG Beim Anbau von Salat kommt es besonders leicht zu einem Schaden durch Schneckenfraß. Beliebt sind insbesondere die schnell gewachsenen, aus dem Gewächshaus kommenden, "weichen" Jungpflanzen. Attraktiv für Schnecken ist auch die Möglichkeit sich an den schattigen, meist feuchten Plätzen unter den auf dem Boden aufliegenden Blätter zurückziehen zu können.
Spargel Schnecken.jpg Schnecke Verdrehung.jpg Schnecken 2.jpg Auch an Spargel ist die Schnecke ein bekannter Schädling. Bedeutend für den Spargelbau sind in den meisten Fällen die Ackerschnecken (Deroceras), die rund 3-5 cm lang sind und eine netzartige Rückenzeichnung haben, und die Wegschnecken (Arion), die bis zu 18 cm lang werden und schwarz, braun oder rötlich gefärbt sind. Schnecken schädigen ober- und unterirdisch durch Loch- oder Schabefraß und hinterlassen Schleimspuren und graugrüne Kotklümpchen. Siehe auch Pflanzenschutz in Spargel.
Stengensellerie Sellerie-Stangen-Wegschencken--06.JPG Sellerie-Stangen-Wegschencken--02.JPG Sellerie-Stangen-Ackerschnecke--01.JPG Sellerie gehört nicht zu den Lieblingspflanzen der Schnecken. Wie die Fotos zeigen, gehen sowohl die Wegschnecken als auch die kleinen Ackerschnecken an die Blattstiele des Stangenselleries.
Tagetes Tagetes Schnecken-1.JPG Tagetes mit Hausschnecke.JPG Tagetes Bestand.jpg Tagetes gehört zu den Lieblingspflanzen der Schnecken. Über relativ weite Entfernungen werden die Pflanzen von den Schnecken erkannt, aufgesucht und abgefressen. Tagetes sind ein beliebtes Futter von Nacktschnecken und Hausschnecken. Beim Anbau von Tagetes, z.B. als Gründüngung oder Verwendung von Tagetes als Zierpflanzen in Parks und Gärten ist eine Standortkontrolle auf Schneckenbefall besonders wichtig.
Zuckerhut Schnecken an Zuckerhut-1.JPG Schnecken an Zuckerhut-2.JPG [[Bild: | 150px ]] Die bitteren Salatarten wie Endvien, Radicchio und Zuckerhut werden kaum von Schnecken gefressen. Eine Ausnahme machen jedoch die Jungpflanzen. Insbesondere wenn sie im Gewächshaus bei optimaler Stickstoffversogung, sehr schnell und "weich" herangewachsen sind, könnn sie auch für Schnecken attraktiv sein. Wenn dann auch noch keine alternative Nahrung für die Schnecken vorhanden ist, gehen sie auch, wie die Fotos zeigen, an Zuckerhut Jungpflanzen.

Von Schnecken unbeliebte Gemüsearten und Küchenkräuter

Dei meisten Gemüsearten und insbesondere deren Jungpflanzen sowie einige Küchenkräuter werden von Schnecken sehr gerne gefressen. Einige Arten sind jedoch wohl weniger beliebt oder werden uberhaupt nicht gefressen.



Unbeliebte Küchenkräuter

  • Anis
  • Beifuß
  • Bergbohnenkraut
  • Kerbel
  • Koriander
  • Kümmel
  • Lavendel
  • Petersilienwurzel
  • Pfefferminze
  • Pimpinelle
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Süßdolde
  • Thymian
  • Waldmeister
  • Weinraute
  • Wermut

Von Schnecken besonders geliebte Pflanzenarten

  • Erdbeeren, bes. die Früchte
  • Kresse
  • Salatpflanzen, bes. Jungpflanzen aus dem Gewächshaus
  • Senf
  • Tagetes

Siehe auch Hortipendium

Quellen

  • J. Schlaghecken und J. Kreiselmaier (2002): Blumenkohl CD-ROM, Bild- und Textdokumentation. DLR Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Gerd Crüger, Georg Friedrich Backhaus, Martin Hommes, Silvia Smolka, Heinrich-Josef Vetten (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau. Ulmer Verlag. Stuttgart. 
  • Dora Godan (1979): Schadschnecken. Ulmer Verlag. Stuttgart. 


Weblinks