San José-Schildlaus

Aus Hortipendium
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San José-Schildlaus
Quadraspidiotus perniciosus
SJS an Birne.jpg
Schadbild der San José-Schildlaus an Birne
Systematik
Klasse Insekten
Insecta
Unterklasse Fluginsekten
Pterygota
Ordnung Schnabelkerfe
Hemiptera
Unterordnung Sternorrhyncha
Überfamilie Schildläuse
Coccina
Familie Deckelschildläuse
Diaspididae


Die San José-Schildlaus gehört zu der Familie der Deckelschildläuse und ist ein verbreiteter Schädling im Obstbau. Ursprünglich kommt sie vermutlich aus Ungarn und ist mit Baumschulmaterial nach Deutschland gekommen. Sie befällt eine große Zahl von Obstarten. Besonders häufig betroffen sind Äpfel, Birnen und Johannisbeeren.

Schadbild

Charakteristisch ist das Welken und Absterben einzelner Zweige und Äste. Auf den Zweigen ist ein krustenartiger Belag zu erkennen, der aus den kleinen runden oder ovalen wenig aufgewölbten Schildchen der Läuse besteht. Diese sind weißgrau bis schwarz gefärbt und haben einen Durchmesser von ungefähr 1,5 mm. Der Nabel des Schildes liegt nicht ganz in der Mitte und ist von konzentrischen Ringen umgeben. Entfernt man den Deckel, so findet man die gelben bis orangenen Tiere. Um die Saugstellen an Früchten ist ein roter Hof erkennbar. Um den Hof an Zweigen oder Ästen zu sehen, müssen diese angeschnitten werden. Die Verfärbung reicht im Holz bis in die Markstrahlen. Bei Früchten ist die Verfärbung nicht so tiefgehend. Bei Äpfeln und Birnen kommt es zu einem Absterben des Baumes von oben her. Die Triebe verkümmern und es entstehen Rissen in den Ästen, die durch Sekundärinfektionen hervorgerufen werden. Bei starkem Befall kann es zu beträchtlichen Ernteverlusten kommen.

Biologie

Schematische Darstellung des Entwicklungszykluses der San José-Schildlaus
Die San José-Schildlaus entwickelt sich in zwei Generationen. Im Gegensatz zu anderen Deckelschildläusen legen die Weibchen der Quadraspidiotus perniciosus keine Eier ab, sondern sind lebendgebärend. Das Weibchen wird befruchtet und bringt anschließend ab Anfang Juni 50 - 200 Wanderlarven zur Welt, die zunächst auf den Ästen wandern und sich schließlich festsetzen und nach der Schildbildung beginnen, an den Pflanzenteilen zu saugen. Diese Saugtätigkeit kann bis zu dem Absterben von Ästen oder der ganzen Pflanze führen. Haben die Läuse ihre Saugorgane einmal in das Pflanzengewebe vertieft, können sie ihren Standort nicht mehr wechseln.
Die Larven sind ca. 0,2 mm groß und gelblich gefärbt. Zunächst bilden sie ein helles Schild (Weißschildstadium) und nach einer Häutung ein neues, dunkles Schild (Schwarzschildstadium). Mit der Zeit vergrößert sich das Schild durch sichelförmige Anlagerungen und verfärbt sich gräulich (Grauschildstadium). Nach 32 bis 50 Tagen ist die Schildlaus erwachsen und besitzt ein ca 1,5 mm großes Schild. Die Männchen entwickeln sich unter einem ovalen Schild und erreichen eine Größe von ca. 1 mm. Sie bilden 2 Vorderflügel mit 2 an diesen haftenden Hinterflügeln. Am Hinterende haben sie einen Begattungsapparat. Die Weibchen produzieren Pheromone, die die Männchen anlocken. Die Schildläuse besiedeln die Pflanzen nesterweise. Die Überwinterung erfolgt im Schwarzschildstadium.

Bekämpfung

Vorbeugend sollte unbedingt die Verschleppung durch befallenes Baumschulmaterial vermieden werden. Gelangt die Schildlaus einmal in eine Obstanlage, kann ihre Verbreitung kaum vermieden werden. Die Larven werden in ihrem beweglichen Stadium vom Wind verteilt, wodurch immer mehr Bäume angesteckt werden.
Die Schadensschwelle liegt bei 1 % befallener Früchte im Vorjahr bei der Ernte. Wird diese Grenze überschritten, sollten im Folgejahr Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden. Im Frühjahr (März bis April) ist eine Behandlung mit einem Mineralöl-Präparat empfehlenswert. Dieses bekämpft die am Holz überwinternden Larven. Es sollte nur bei Windstille, bedecktem Himmel und hoher Luftfeuchtigkeit gespritzt werden, da das Öl ansonsten zu schnell antrocknet. Des weiteren sollte mit hohem Brüheaufwand gearbeitet werden.
Indikationszulassung

Quellen

  • Prof. Dr. Fritz Winter (2002): Lucas' Anleitung zum Obstbau. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 3-8001-5545-1
  • Uwe Harzer (2012): Mittelempfehlungen und Hinweise zum Pflanzenschutz in Kernobst 2012. In: Fachzeitschrift für den Obstbau-Profi. Nr. 3. Seite 149 - 163. 
  • David V. Alford (1986): Farbatlas der Obstschädlinge. Enke Verlag. Stuttgart. ISBN 3-432-95751-3
  • Kurt Heinze (1978): Leitfaden der Schädlingsbekämpfung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart. Stuttgart. ISBN 3-4047-0483-2

Weblinks