Rosenkohl Boden und Düngung

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Rosenkohl Bestand im SpätstadiumRöschenkohl

Rosenkohl stellt hohe Ansprüche an den Boden bzw. die Bodenfruchtbarkeit. Beim Anbau entsteht während der langen Kulturzeit ein sehr großer Aufwuchs, der nur bei guter Bodengare und ausreichender Nährstoffversorgung möglich wird.

Feldauswahl

Rosenkohl bevorzugen tiefgründige, schwerere Böden mit einem hohen bis sehr hohen pH-Wert. Ideal sind Lehm- und Lößböden. Auf Grund des hohen N-Bedarfs und der nicht kaum vorhandenen Nitratprobleme im Ernteprodukt sind Böden mit hohem Humusgehalt ideal. Nur in einer optimal gewachsenen Pflanze kann sich ein ausreichender, guter Ertrag entwickeln. Flächen mit Bodensenken und Wasserstau sind zu vermeiden. Anbau auf Sandböden ist bei optimierter Düngung und guter Bewässerung auch möglich, jedoch viel aufwendiger.


Fruchtfolge

Grundsätzlich ist Rosenkohl relativ gut selbstverträglich. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es langfristig zu einer Reihe von bodenbürtigen Problemen kommen kann. In erster Linie sind Kohlhernie, Xanthomonas und Verticillium zu nennen. Wer langfristig Rosenkohl anbauen will, sollte eine möglichst weite Kreuzblütler-Fruchtfolge einhalten. Jährlich Kreuzblütler auf einer Fläche anzubauen ist langfristig riskant. Gute Rosenkohl-Vorfrüchte sollten keine der aktuellen Kohlkrankheiten fördern und möglichst viel organische Masse hinterlassen. Vorteilhaft erscheinen Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide, Mais und Gründüngungsarten wie Futterhirse, Phacelia und Kleegrasgemische.


pH-Wert und Kalkversorgung

Für eine gute Bodenfruchtbarkeit muß ein, der Bodenart entsprechender, pH-Wert vorliegen und ein ausreichend Kalk vorhanden sein. In der folgenden Tabelle befinden sich die anzustrebenden pH-Werte.

pH-Werte (CaCl2-Methode)
Bodenart Sand Lehmiger Sand Sandiger Lehm Lehm, Schluff, Schwach toniger Schluff, Toniger Schluff
pH-Wert 5,8 - 6,0 6,0 - 6,5 6,5 - 7,0 7,0 - 7,5


Bei pH-Wert-Unterschreitungen von 0,2 bis 0,5 Einheiten genügen pauschale Erhaltungskalkungen mit 5-10 dt CaO je ha jährlich, die man als Kohlensauren Kalk, Branntkalk oder ähnlich verabreichen sollte. Bei deutlich niedrigeren pH-Werten bedarf es größerer Kalkmengen, die z.B. mit einem Bodenlabor abzustimmen sind. Auch mit dem Einsatz von Kalkstickstoff läßt sich der Bedarf an CaO decken. Der pH-Wert sowie die Kalkzufuhr haben auch einen großen Einfluß auf das Auftreten von Kohlhernie. Vor Anbaubeginn sollte der pH-Wert des Bodens deshalb optimiert worden sein. Zur Bekämpfung von Kohlhernie ist die Verwendung von 40-80 dt/ha Branntkalk geeignet. Den Dünger auf trockenem Boden ausbringen und gut einmischen. Sobald Feuchtigkeit dazu kommt ist die Ätzphase vorbei und Feldbestellung bzw. Pflanzung ist möglich.

Datenbasis für die Nährstoffversorgung von Rosenkohl

Zur Optimierung der Nährstoffversorgung beim Anbau von Rosenkohl ist es notwendig, die in einem normal entwickleten Bestand enthaltenen Nährstoffe zu berücksichtigen. Wie viele Nährsoffe werden für den Aufwuchs benötigt, welche Nährstoffmengen gehen mit der Ernte (Feldabfuhr) verloren, welche bleiben mit den Ernterückständen auf dem Feld und gehen so zurück in den Nährstoffkreislauf?

Die Nährstoffmengen pro Hektar
Üblicher Anbau Frischmasse N-Gehalt N P2O5 K2O MgO S B Mn Mo
Einheit dt/ha Promille kg/ha kg/ha kg/ha kg/ha kg/ha g/ha g/ha g/ha
Aufwuchs 900 4,7 423 138 558 38 70 450 900 18
Feldabfuhr 250 6,5 163 48 165 11 20 125 250 5
Ernterückstände 650 4,0 260 90 393 27 50 300 650 1

Quelle: Praktikeranleitung "Rosenkohl" vom DLR-Rheinpfalz in Neustadt und BOLAP GmbH in Speyer


== Optimierung der Stickstoff (N) Versorgung ==Mit Düngefenster die N-Düngung optimieren]] Stickstoff gehört zu den besonders wichtigen Nährstoffen beim Anbau von Kalettes. Ein Mangel hat schnell einen Ertrags- und Qualitätsverlust zur Folge. Ein Überangebot an Stickstoff verschlechtert die Standfestigkeit der hochwachsenden Pflanzen und die Qualität der Röschen. Des Weiteren ergibt sich eine Belastung der Umwelt auf Grund der Nitrateinträge ins Grund- und Oberflächenwasser.

  • Model zur Berechnung des N-Sollwertes

Der N-Sollwert gibt an, wieviel Stickstoff (N) einem Rosenkohlbestand pro Hektar angeboten werden sollte, damit ein optimalen Ertrag bei guter Qualität möglich wird.

Ermittlung des N-Sollwertes für die Einmaldüngung zur Pflanzung
N-Sollwertes für die Einmaldüngung zur Pflanzung' 1 Hektar
N-Aufnahme durch den Aufwuchs von 900 dt/ha 320 kg N
+ N-Mindestangebot zu Kulturende + 40 kg N
= N-Sollwert in der nutzbarer Bodenschicht (0-30 cm) 320 kg N


  • Model zur Berechnung des N-Bedarfs für die Einmaldüngung bei der Pflanzung

Ist bekannt welcher N-Sollwert ein Hektar Kalettes Kohlröschen benötigt, läßt sich einfach ermitteln welche N-Menge zu düngen ist. Zu diesem Zweck sollten unbedingt der aktuelle Nmin-Bodenvorrat bekannt sein. Zusätzlich kan man N-Dünger sparen, wenn man die zu erwartende N-Nachlieferung aus dem Humus sowie den Ernterückständen der letzten Kultur abschätzt und anrechnet. Wie das im Einzelnen geht, zeigt die folgende Tabelle.

Ermittlung des N-Bedarfs
N-Sollwert minus N-Vorräte 1 Hektar
N-Sollwert zur Pflanzung (siehe vorherige Tabelle) 320 kg N
- gemessener Nmin Bodenvorrat kurz vor der Pflanzung und Düngung, z.B. - 60 kg N
- N-Mineralisierung, aus Humus und Ernterückständen, geschätzt, z.B. -110 kg N
= N-Bedarf (zu düngende N-Menge) 150 kg N

Quelle: Praktikeranleitung "Rosenkohl" vom DLR-Rheinpfalz in Neustadt und BOLAP GmbH in Speyer

Berechnung des Nährstoffbedarfs für P2O5, K2O, MgO und B

Beim Kohlpflanzen-Anbau kann Kalimangel vorkommen.

Die Versorgung der Gemüsekulturen wie z.B. Kalettes mit Phosphor (P2O5), Kali (K2O), Magnesium (Mg) und Bor (B) erfolgt unter Berücksichtigung der Bodenversorgung sowie der mit der Ernte abgefahrenen Nährstoffmengen.

Die Ermittlung der zu düngenden Nährstoffemngen erfolgt in drei Schritten
a) Bodenanalyse mit Feststellung der Bodenart
b) Ablesen der Nährstoffgehaltsklasse an Hand der Bodenanalysenergebnisse
c) Ermittlung des zu düngenden Nährstoffbedarfs

Feststellung der Bodenart
Die in der Praxis vorkommenden Bodenarten haben sehr unterschiedliche Eigenschaften wie z.B. Anteil Sand bzw. Nährstoffhaltekraft. Aus diesem Grunde hat man auch unterschiedliche Nährstoffgehaltsklassen festgelegt. Hierbei berücksichtigt man "leichte", "mittelschwere" und "schwere" Böden.

  • leicht: Sand (S) und schwach lehmiger Sand (l´S)
  • mittel: stark lehmiger Sand (lS), sandiger Lehm (sL) und schluffiger Lehm (uL)
  • schwer: schwach toniger Lehm (t´L), toniger Lehm (tL), lehmiger Ton (lT), Ton (T) und Moorboden (Mo)

Ermittlung der Nährstoffgehaltsklasse an Hand der Bodenanalysenergebnisse:
Hat man vom Bodenlabor die üblichen, nach den Lufamethoden ermittelten Analyseergebnisse bekommen so lassen sich mit der folgenden Tabelle die Versorgungsstufen bzw. vorliegenden Nährstoffgehaltsklassen ablesen.

Nährstoffgehaltsklassen für Böden im Acker- und Gemüsebau
Die Nährstoffgehaltsklassen (mg/100g Boden bei Phoshor, Kali und Magnesium sowie mg/kg bei Bor)
Nährstoff Bodenart A B1 B2 C1 C2 (anzustrebende Werte) C3 D1 D2 E
P2O5 alle <6 6-8 9-11 12-13 14-17 18-20 21-25 26-30 >30
K2O alle <5 5-7 8-9 10-11 12-13 14-15 16-19 20-23 >23
K2O mittel <6 6-8 9-11 12-13 14-17 18-20 21-25 26-30 >30
K2O schwer <7 7-10 11-13 14-17 18-21 22-25 26-32 33-38 >38
MgO leicht <2 2 3 4 5 6 7-8 9 >9
MgO mittel <3 3 4-5 6-7 8-9 10 11-13 14-15 >15
MgO schwer <4 4-5 6-7 8-10 11-12 13-14 15-18 19-21 >21
B leicht <0,2 0,3-0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9-1,0 1,1-1,2 >1,2
B mittel <0,3 0,4-0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 1,0-1,1 1,2-1,3 >1,3
B schwer <0,4 0,5-0,6 0,7 0,8 0,9 1,0 1,0-1,2 1,3-1,4 >1,4


Ablesen des Nährstoffbedarfs bei P2O5, K2O, Mg und B
Entsprechend der vorliegenden Nährstoffgehaltsklasse (A-E), läßt sich mit Hilfe der folgendne Tabelle der Nährstoffbedarf ermitteln. Liegt die Versorgungsstufe C2 vor, so wird nur die mit der Ernte abgefahrende Nährstoffmenge gedüngt. Zeigt die Bodenanalyse einen erhöhten Bodengehalt eines Nährstoffs an, so reduziert sich der Nährstoffbedarf mit jeder höhren Versorgungsstufe. Liegt die Versorgungsstufe E vor, so kann ganz auf eine Düngung verzichte werden. Zeigt die Bodenanalyse eine schlechte Bodenversorgung an, so steigt mit jeder schlechteren Versorgungsstufe der Nährstoffbedarf um einen Schritt.


Der P-K-Mg-B-Nährstoffbedarf des Rosenkohl bei unterschiedlicher Bodenversorgung (kg/ha)
Die Nährstoffgehaltsklassen (Versorgungsstufen) A-E
Nährstoff A B1 B2 C1 C2 (anzustrebende Werte) C3 D1 D2 E
Nährstoffe Erhöhter Nährstoffbedarf
bei unterversorgten Böden
Standard-Nährstoffbedarf
bei einer Feldabfuhr von 250 dt/ha
Reduzierter Nährstoffbedarf
be erhöhtem Bodenvorrat
P2O5 130 110 90 70 50 40 30 10 0
K20 285 255 225 195 165 130 80 40 0
MgO* 70 60 50 40 30 20 15 10 0
B 0,8 0,6 0,4 0,2 0,1 0,1 0 0 0


Beachte (*): Bei den Magnesium-Nährstoffmengen ist bereits ein Zuschlag von 20 kg MgO/ha für Auswaschungsverluste enthalten. Bei Sandböden kann man den Wert um weitere 20 kg MgO je ha erhöhen.

Spezielle Düngungshinweise

Chlorid (Cl) und Salzverträglichkeit
Rosenkohl besitzt eine relativ hohe Chlorid- und Salzverträglichkeit. Die Verwendung chloridhaltiger Kali- bzw. Mehrnährstoffdünger ist deshalb auch zur Pflanzung möglich. Bei größeren Düngermengen empfiehlt sich jedoch eine Ausbringung schon einige Wochen vor der Pflanzung. Auf jeden Fall ist eine gründliche Einmischung der Dünger in den Boden wichtig. Um auch dem hohen Schwefelbedarf gerecht zu werden, wird man neben den chlorhaltigen Düngemitteln einen Teil der Nährstoffversorgung mit schwefelhaltigen Düngemitteln durchführen.

Vermeidung von Ernährungsstörungen durch Bodenanalysen
Vorbeugende Bodenanalysen
Durch Optimierung der Bodenfruchtbarkeit, vorbeugende Bodenanalysen und Optimierung der Nährstoffversorgung sind Ernährungsstörungen weitgehend auszuschalten. Um diese Sicherheit zu erreichen, sind Bodenuntersuchungen in folgendem Rhythmus empfehlenswert:

Empfohlene Häufigkeit von Bodenanalysen im Freilandgemüseanbau
Nährstoffe pH Humus N P205 K2O MgO S B Mn Mo
Untersuchungshäufigkeit in Jahren 3 6 zu jeder Kultur 3 3 3 evtl. 3 - -


In Problemfällen empfehlen sich zusätzliche Bodenuntersuchungen. Um vertrauenswürdige Analysenwerte zu bekommen ist auf eine zuverlässige und repräsentative Bodenprobennahme zu achten. Kurz nach einer Düngemaßnahme ist eine Bodenanalyse sehr problematisch. Ein Düngerkörnchen in der Mischprobe kann das ganze Ergebnis verfälschen. Ideal ist die Bodenprobennahme (ohne Nmin) im Spätherbst und Winter. Nur zuverlässige und extern geprüfte Bodenlabore sind zu empfehlen. Vorteilhaft ist es die vorliegenden Bodenanalysen-Ergebnisse über die Jahre hinweg aufzulisten, um so die Entwicklung der Gehalte bzw. den Trend der Bodenversorgung gut sichtbar zu machen. Manchmal kommt es aber trotz Überwachung und Optimierung der Bodennährstoffgehalte zu Nährstoff-Mangel-Symptomen. Können diese nicht eindeutig einer Ursache zugeordnet werden ist eine zusätzliche Blattanalyse vorteilhaft. Dazu ist eine fachmännische Probenahme und der richtige Entnahmezeitpunkt wichtig. Bei Schadsymptomen, die nicht gleichmäßig im Feld auftreten, die Boden- und Blattanalyse im Zentrum des Befalls entnehmen. Im Extremfall sogar im Nahbereich einer Pflanze bzw. von einer Pflanze.

Hinweise zur Düngemittelauswahl und -ausbringung
Die N-Versorgung erfolgt standardgemäß mit ammonnitrathaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdüngern. Wenn es auf eine besonders schnelle Wirkung ankommt kann auch ein reiner Nitratdünger sinnvoll sein. Wird gleichzeitig auch Bor benötigt lässt sich dieser als Mehrnährstoffdünger ausbringen. Stabilisierte N-Dünger haben den Vorteil, dass sie auf vor allem auf leichten Böden die unerwünschte N-Verlagerung im Boden reduzieren. Entec-Düngung z.B. kann in einer Gabe zur Pflanzung erfolgen. Vor der N-Düngung ist der Nmin-Bodenvorrat zu ermitteln und anzurechnen. Beim Entec-Verfahren ist vor einer Folgedüngung neben dem Nitrat- auch der Ammonium-Bodenvorrat zu messen. Die notwendige Entec-Düngermenge entweder 5-10 cm einarbeiten oder aufstreuen. Beim Aufstreuverfahren lässt sich nur bei entsprechender Feuchtigkeit die gewünschte Düngewirkung erzielen.

Kalkstickstoff in diesem Stadium ausbringen.
Kopfdüngung vorwiegend im Jugendstadium aktuell.

Bei Problemen z.B. mit Kohlhernie und Unkraut kann ein Kalkstickstoffeinsatz sinnvoll sein. Die Kalkstickstoffmenge beträgt vor der Pflanzung bis zu 10 dt/ha (= 200 kg N/ha) bei guter Einarbeitung. Die übliche Wartezeit pro dt/ha ist zwei Tage. Sie kann im Frühjahr etwas länger und im Sommer etwas kürzer sein. Entscheidend für die Verkürzung der Cyanamidphase sind Bodenfeuchte und Bodentemperatur. 10-14 Tage nach der Pflanzung können mit einem Exaktstreuer maximal 4 dt/ha (= 80 kg N/ha) auf trockene Pflanzen ausgebracht werden. Wegen einer evtl. Wurzelverbrennung die Kalkstickstoff-Kopfdüngung niemals auf reinen Sandböden durchführen. Exakte Ausbringung: Gezielte Nährstoffversorgung bedeutet auch die benötigten Düngemittel exakt auszubringen. Der Einsatz von Exaktstreuern ist empfehlenswert. Dies gilt vor allem bei der Ausbringung von N-Düngern und Kalkstickstoff nach der Pflanzung.br>
Grundsätzlich kann Rosenkohl sowohl mit Einzelnährstoffdüngern als auch mit Mehrnährstoffdüngern sowie Volldüngern gut versorgt werden. Entscheidend ist, dass der Nährstoffbedarf und der Bodenvorrat berücksichtigt werden. Wegen der recht guten Salzverträglichkeit kann die Düngung zur Pflanzung erfolgen. Den N-Bedarf vor allem bei leichteren Böden in zwei Gaben verabreichen. Ein Versuch im Queckbrunnerhof zeigt die Möglichkeiten einer Einmaldüngung mit Entec zur Pflanzung. Die Ergebnisse waren besser oder zumindest gleich gut wie Kalkammonsalpeter-Einsatz zur Pflanzung am 1.März und am 10.April zur Kopfdüngung. Reihendüngungsversuche zeigen, dass mit Hilfe einer Reihendüngung ausgebrachte N-Dünger besser von den Pflanzen genutzt werden können. In Belgien gab es die besten Ergebnisse, wenn man Entec 12 cm neben der Reihe, 10 cm tief, mit einem Messersech in den Boden ausbrachte. Für ein zügiges Anwachsen muss jedoch ein beachtliches N-Angebot direkt zur Verfügung stehen. Liegt zum Pflanztermin der Nmin-Gehalt in 0-30 cm Boden unter 150 kg N/ha so ist ein Teil der N-Düngung breitwürfig auszubringen.

Blattachselverbrennung ist bei falscher Kopfdüngung möglich.

Flüssige Kopfdüngung: Während der Kaletteskultur kann es vorkommen, dass insbesondere im Bereich Stickstoff eine spätere Kopfdüngung nötig wird. In diesen Fällen kann die Ausbringung über die Beregnung sinnvoll sein. Das Feld muss dazu, z.B. nach einem Gewitterregen, nicht befahren werden. Die Verteilung ist zwar so ungenau wie die Beregnung, entspricht aber in Gebieten mit starker Beregnung weitgehend dem Bedarf. Bei Verdacht auf einen N-Mangel nach dem üblichen Kopfdüngungstermin den N-Bedarf durch eine Nmin-Bodenuntersuchung quantifizieren. Dann die nötige Düngermenge z.B. als Kalksalpeter, AHL oder Harnstoff in ein Düngereinspeisegerät einfüllen. Die Beregnung eine halbe Stunde laufen lassen und erst dann mit der Düngerinjektion in die laufende Beregnung beginnen. Nach der Injektion ist in Abhängigkeit von der Düngermenge eine halbe bis ganze Stunde nach zu beregnen. Je heißer es ist und je größer die auszubringende N-Menge pro ha, desto wichtiger ist die sorgfältige Vor- und Nachberegnung. Bevorzugt bei Windstille die flüssige Kopfdüngung ausbringen. Die Düngerausbringung mit Hilfe einer Pflanzenschutzspritzung bringt zwar eine gute Verteilung ist aber nicht zu empfehlen. In der Praxis gab es schon enorme Verbrennungen. Grundsätzlich erhöht eine späte N-Kopfdüngung das Risiko der Herzblattnekrose. Deshalb grundsätzlich als letzten Kopfdüngungstermin das 6-Blattstadium wählen, bei dem die üblichen Düngemittel noch in gekörnter Form ausgebracht werden können.


Siehe auch in Hortipendium

Weblinks