Rosen

Aus Hortipendium
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Rosen
Rosa spec.
Linné
Rose red.jpg
blühende Rose
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung Rosenartige
Rosales
Familie Rosengewächse
Rosaceae
Gattung Rosen
Rosa

Rosen (Rosa), auch Hagebutten genannt, sind eine Pflanzengattung in der großen Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Weltweit sind 100 bis 200 Wild-Arten bekannt, die über die gemäßigten Zonen unsere Erde verbreitet sind. Einige Arten finden sich sogar in den tropischen Gebirgen Mexikos, Abessiniens und den Phillipinen [1] Daneben existieren viele züchterisch veränderte Kulturformen und unzählige Rosen-Sorten. Rosen zählen zu den beliebtesten Gartenpflanzen (siehe Rosen im Garten) und haben eine ebenso große Bedeutung als Schnitt- und Topfpflanzen. Die heute auf dem Markt befindlichen reichblühenden und gefüllten Rosen-Sorten und Rosen-Arten sind durch unterschiedliche Kreuzungen aus den ursprünglichen Wildrosen entstanden (siehe Kultur von Rosen und Topfrosen).

Kennzeichen

Rosen sind stachelige, verholzende Sträucher die entweder aufrecht oder teilweise auch kletternd wachsen. Neben den bei uns bekannten laubabwerfenden, sommergrünen Arten gibt es vorwiegend im asiatischen Raun auch immergrüne Arten, wie beispielsweise Rosa banksiae oder Rosa moschata.

Die Blätter der Rosen sind wechselständig, zusammengesetzt und selten einfach. Am Blattstiel finden sich angewachsene Nebenblätter.

Die Rosenblüten werden endständig, d.h. am Ende des Triebes, gebildet und sind entweder einzeln, in einer Schirmrispe oder als Schirmtraube angeordnet. Sie besitzen fünf, selten nur vier, Kronblätter. In der Regel sind Rosen-Blüten zwittrig und nur in wenigen Fällen eingeschlechtlich. Die Blütenfarbe variiert von weiß, rosa, purpur lila, orange, gelb bis rot.

Die Früchte (Hagebutten) stellen im Herbst und Winter eine große Zierde da, da sie lange an den Rosen-Sträuchern haften bleiben. Die orangeroten Hagebutten besitzen unterschiedliche Formen. Sie können rundlich, oval und/oder flaschenförmig sein.

Unterscheidung

Rosen werde hinsichtlich ihrer Verwendung, ihres Ursprungs oder auch ihrem Wuchscharakter unterschieden.

Verwendung und Wuchscharakter

Wildrosen
Bei Wildrosen handelt es sich um die reinen, züchterisch weitgehend unveränderten Rosen-Arten. Wildrosen besitzen für viele Pflanzenverwender einen besonderen Charme. Sie stellen eine wichtige und vielseitige Gehölzgruppe mit wertvollen und besonderen Eigenschaften dar.

Beetrosen
Dabei handelt es sich zum einen um Polyantha- und Zwergpolyantha-Hybriden sowie um Floribunda- sowie Floribunda-Grandiflora-Rosen. Die Polyantha-Hybriden blühen meist einfach in Dolden mit großen Einzelblüten. Die Floribunda-Rosen blühen ebenfalls in Dolden aber ihre Blütenformen sind edelrosengleich, so dass sie auch als Schnittrosen verwendet werden. Beetrosen finden in Beeten, Hecken, Gruppenpflanzungen und als Grabbepflanzung mit einer Pflanzweite von ca. 40 cm Verwendung. Sie bevorzugen neutrale bis alkalische Böden (pH-Wert: 6 bis 8) in sonnigen bis absonnigen Lagen.

Edelrosen
Edelrosen sind Gartenrosen mit edelgeformten, meist einzeln stehenden, großen Blumen auf straffen Stielen. Auf Grund ihres eleganten Aussehens findet sie neben der Pflanzung in Beeten auch als Einzelpflanzung oder Schnittblume Verwendung. Sie bevorzugen neutrale bis alkalische Böden (pH-Wert: 6 bis 8) in sonnigen bis absonnigen Lagen.

Strauchrosen
Bei Strauchenrosen werden Dauerblühende Strauchrosen und nach Einmalblühenden Strauchrosen unterschieden. Wie die Beet- und Edelrosen bevorzugen Strauchrosen neutrale bis alkalische Böden (pH-Wert: 6 bis 8) in sonnigen bis absonnigen Lagen.

Die Dauerblühenden Strauchrosen zeigen offene Schalenblüten oder gefüllte Blüten und besitzen je nach Wuchscharakter eine Pflanzweite von 60 bis 100 cm. Sie werden sowohl in Landschaften, Parks und Gärten als Einzelstrauch, in Beeten, in Gruppen, in Hecken und zur Auflockerung von Blumenrabatten gepflanzt.

Zu den Einmalblühenden Strauchrosen zählen die Arten Rosa centifolia, Rosa rubiginosa, Rosa rugosa und Rosa spinosissima-Hybriden. Die Verwendung liegt im Bereich von Einzelbüschen, Gruppenpflanzungen, ungeschnittenen Hecken und als Begrünung für Hanglagen. Die Pflanzweite entspricht je nach Wuchsstärke 100 bis 150 cm.

Kletterrosen
Kletterrosen bilden lange, kletternde Ranken und brauchen ein entsprechendes Gerüst. Sie werden vornehmlich zur Bepflanzung von Pergolen, Lauben, Hauswänden und Böschungen aber auch als Einzelpflanzungen verwendet. Die Pflanzweite beträgt je nach Wuchsstärke 100 bis 200 cm. Sie bevorzugen neutrale bis alkalische Böden (pH-Wert: 6 bis 8) in sonnigen bis absonnigen Lagen.

Zwergbengalrosen
Zwergbengalrosen sind kleinblütige, sehr niedrige und buschig wachsende Rosen die ihre Verwendung in Steingärten, zur Beeteinfassung, in Pflanztrögen, als Grabbepflanzung oder auf Dachgärten finden. Ihre Pflanzeweite beträgt ungefähr 20 cm. Sie bevorzugen neutrale bis alkalische Böden (pH-Wert: 6 bis 8) in sonnigen bis absonnigen Lagen.

Rosen zur Flächenbegrünung (Bodendecker-Rosen)
Bodendeckerrosen sind kriechende, bogenförmige und breitwachsende, flächendeckende Rosen-Arten. Ihre Pflanzweite beträgt je nach Wuchscharakter 40 bis 60 cm. Sie bevorzugen neutrale bis alkalische Böden (pH-Wert: 6 bis 8) in sonnigen bis absonnigen Lagen.

Entstehung (Gruppen)

Alte europäische Rosen (siehe auch Historische Rosen)

  • Alba-Rosen - Strauchrosen, einmalblühend, zu dieser Gruppe gehören einige der schönsten Alten Rosen, vermutlich eine natürlich Kreuzung von R. gallica und entweder R. x damascena oder R. canina
  • Damascena-Rosen – Strauchrosen, sehr alte Gruppe, charakteristischer Duft, 2 Untergruppen: Sommer-Damaszener (R. gallica x R. phoenicia) und Herbst-Damaszener (R. x damascener var. bifera), bereits vor 2000 Jahren in Griechenland kultiviert und vermutlich entstanden aus R. gallica x R. moschata
  • Gallica-Rosen – Strauchrosen, einmalblühend, gehören zu den ältesten Alten Rosen, gut für den Garten geeignet
  • Moos-Rosen – Strauchrosen, einmalblühend, aus den Zentifolien aus Mutation entstanden
  • Zentifolien – Strauchförmiger Wuchs, einmalblühend, in Holland Ende des 18. Jh. Entstanden aus R. gallica x R. damascener

Alte Rosen mit Einfluss der China-Rosen (siehe auch Historische Rosen)

  • Bourbon-Rosen – Strauchrose, wenig winterhart, öfterblühend, Einkreuzung von R. chinensis in Damascena-Rosen
  • China-Rosen – Remontierende Gruppe (öfterblühend), stammen von der ostasiatischen Art Rosa chinensis ab
  • Portland-Rose – Remontierende Gruppe (öfterblühend), kleine gefüllte Blüten, Abstammung ungewiss
  • Remontant-Hybriden – remontierende Strauchrosen (öfterblühend), Kreuzung von Bourbon-Rosen mit öfterblühenden Sorten von Portland-Rosen, bedeutend für Ausstellungen, weniger für Gärten
  • Teerosen – viele von kletterndem Wuchs, geringe Winterhärte, remontierend (öfterblühend), Kreuzung von Noisette-Rosen und R. gigantea (asiatische Kletterrose)

Moderne Rosen

  • Bodendecker-Rosen (Kleinstrauch-Rosen) – meist öfterblühende Rosen, Wuchs niederliegend, zum größten Teil Hybriden von R. wichuraiana
  • Englische Rosen – stark gefüllte Blüten mit Duft Alter Rosen, Kreuzung moderne Rosen mit alten Rosen
  • Floribunda-Rosen – Blüten in Dolden, öfterblühend, Kreuzun von Polyantha-Rosen mit Teehybriden, kompakt wachsende Sorten heißen auch „Patio-Rosen“
  • Kletterrosen – entstanden aus Kreuzungen oder Mutationen, stark wachsend
  • Miniatur-Rosen - sehr niedrige Rosen, größtenteils öfterblühend
  • Moschata-Hybriden - stark wachsende Rosen, mäßig winterhart, Abstammung von R. multiflora und Noisette-Rose 'Rêve d'Or'
  • Polyantha-Rose - öferblühend, Kreuzung aus Teehybriden mit R. multiflora, Vorläufer der Floribunda-Rosen
  • Rambler-Rose - sehr stark wachsend, meist nur einmal blühend
  • Rugosa-Hybriden - moderne Strauch- und Bodendeckerrosen, öfterblühend, sehr winterhart
  • Strauchrosen - Sammelbegriff für alle Rosen mit strauchigem Wuchs von 1-3 m
  • Tee-Hybriden - bedeutendste Gruppe, großblumige, öfterblühende Rosen, auch als Edelrosen bezeichnet
  • Schnittrosen - keine besondere Klasse von Rosen, gehören meist zu der Gruppe der Teehybriden, charakteristisch sind die besonders geraden und langen Stiele, die lange Haltbarkeit, in der Rege nur für den Erwerbsanbau

Pflanzenschutz

Siehe dazu Schadbilder an Rosen.

Kultur

Siehe dazu

Quellen

  1. Hans-Dieter Warda: Bruns Sortimentskatalog. Wilhelm Zertani KG, Bad Zwischenahn / Bremen 1994/95.

Hans-Dieter Warda (1994/95): Bruns Sortimentskatalog. Wilhelm Zertani KG. Bad Zwischenahn / Bremen. 

Erhardt, Götz, Bödeker, Seybold (2008): Der große Zander - Enzyklopädie der Pflanzename. Bd. 1 - Familien und Gattungen, Bd. 2 – Arten und Sorten. Eugen Ulmer. Stuttgart (Hohenheim). ISBN 978-3-8001-5406-7


Siehe auch