Rettich im Hausgarten

Aus Hortipendium
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Rettichpflanze

Der Rettich gilt in Deutschland zwar als bayerisches Nationalgemüse, erfreut sich jedoch mittlerweile auch nördlich der Landesgrenze großer Beliebtheit. Es wird zwischen größeren Stückrettichen, kleineren Bündelrettichen und Lagerrettich unterschieden.

Standort

Ideal sind mittlere, tiefgründige Böden mit hohem Humusanteil. Ungeeignet sind schwere, steinhaltige Standorte, die zur Verdichtung neigen. Auf diesen Böden ist mit deformierten Rüben zu rechnen. Auf leichten Böden mit geringem Wasserhaltevermögen wird das Pelzigwerden der Rüben stark gefördert. Eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit wirkt sich positiv auf die Rübenqualität aus.

Aussaat

Im Frühbeet und im Kleingewächshaus beginnt die Aussaat des zarten Treibrettichs schon Anfang bis Mitte März. Gesät wird im Abstand von 20 mal 20 cm. Je Saatstelle sollten 2 bis 3 Körner in einer Saattiefe von etwa einem Fingerglied gesät werden. Nach Aufgang sollte vereinzelt werden. Es kann satzweise in 14-tägigem Abstand gesät werden. Bündelrettich muss in jedem Fall gesät werden, er eignet sich nicht für die Pflanzung. Er kommt mit einer Standweite von 12 mal 15 cm aus. Zwischen die Reihen können auch Radieschen gesät werden.

Pflanzung

Die ersten Frühsätze können auch gepflanzt werden. Pflanzrettiche nehmen im Gegensatz zum spitz zulaufenden Särerettich eine Walzenform an. Die Setzlinge erhält man, indem man in eine Schale sät und diese am hellen Fenster platziert. Wenn das Teilstück zwischen Keimblättern und Wurzeln, das sogenannte Hypokotyl, etwa 6 bis 8 cm lang ist, kann gepflanzt werden. Die Pflanze muss mit Wurzel und Hypokotyl bis zu den Keimblättern gerade in das Pflanzloch gesetzt werden, da man ansonsten krumme Rettiche erhält. Des weiteren muss vorher sichergestellt werden, dass die verwendete Sorte zum Pflanzen geeignet ist.

Kultur

Es ist meist notwendig, Maßnahmen gegen den Befall mit der Kleinen Kohlfliege zu treffen. Die Maden dieses Schädlings verursachen Fraßschäden im und am Rettich. Hier kann eine Abdeckung mit Vlies helfen. Im Sommer ist eine Vliesabdeckung jedoch nicht möglich.

Ernte

Die Ernte erfolgt etwa Ende Mai bis Anfang Juni. Sie kann sich über einen Zeitraum bis Ende Oktober oder Anfang November erstrecken. Wird zu spät geerntet, werden die Rüben pelzig und innen oftmals hohl. Das Erntegut sollte unter trockenen Witterungsbedingungen eingebracht werden.

Quelle