Portulak

Aus Hortipendium
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Portulak
Portulaca oleracea
Linné
Synonyme
Gemüseportulak, Sommerportulak
Portulaca oleracea MHNT.jpg
Portulak (Portulaca oleracea)
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Kerncaryophyllales
Ordnung Nelkenartige
Caryophyllales
Familie Portulakgewächse
Portulacaceae
Gattung Portulaca

Der Portulak (Portulaca oleracea) ist eine Pflanze aus der Familie der Portulakgewächse und gehört zu den Blattsukkulenten, hat also dicke, fleischige Stängel und Blätter. Portulak wird selten höher als 20 cm, die kriechende Pflanze kann aber durchaus 1/4 m² Boden bedecken. Eine Pflanze kann zehntausende von Samen hervorbringen, die im Boden über viele Jahrzehnte keimfähig bleiben.
Portulak ist bekannt als eine gesunde Gemüseart, die bei uns aber weniger bekannt ist. Größere Probleme bereitet Portulak als Unkraut, vor allem im Gemüsebau.


Botanik

Pflanzenteile

Diese Gemüseart aus der Familie der Portulakgewächse, mit ihren fleischigen Stängeln und Blättern wächst kriechend über den Erdboden und bildet so Rosetten. Die Pflanzen werden etwa bis zu 25 cm hoch. Die kleinen ovalgeformten Blättchen sind stiellos. Zwischen den blättchen bilden sich die kleinen, blaßgelben oder orangefarbenen, fünfzähligen Blüten. Die Befruchtung erfolgt meist durch Selbstbestäubung. Nach der Bestäbung bildenen sich Fruchtkapseln mit zahlreichen, dunkelgraue bis schwarze Samen. Diese sind 0,5-0,75 mm lang und 0,4-0,5 mm dick.

Portulak als Gemüse

Portulak ist in vielen Ländern eine beliebte Gemüseart und kann auch bei uns problemlos angebaut werden. In der Türkei, zum Beispiel ist Portulak eine bedeutende Salatart. Auch in Holland wird er in kleinen Mengen angebaut. In Deutschland ist Portulak-Gemüse bzw. Portulak-Salt weniger bekannt.


Anbau

Portulak wird meistes als Direktsaat-Kultur im Gewächshaus oder Freiland angebaut. Die Kultur bevorzugt feinkrümelige, leichtere Böden mit eimem pH-Wert von 5,6-7,2. Wärmere Regionen sind besonders gut geeigent. Zur Keimung sind Werte von 20-25°C günstig. Gesät wird z.B. in Breitsaat, mit Sägeräten, die die Schwammtechnik nutzen. Bei einer Reihensaat empfehlen sich Reihenabständ evon 20-30 cm. Im Freiland empfiehlt sich ein satzweiser Anbau, je nach Region, von April bis Anfang August. Bei Aprilsaaten empiehlt sich eine Bedeckung mit einem Vlies.


Pflanzenschutz

Beim Anbau von Portulak spielen Krankheiten und Schädlinge bisher eher eine geringere Rolle. Eine große Herausforderungist jedoch die UNkrautbekämpfung.


Unkrautbekämpfung in Portulak Kulturen

Beispiel Restunkräuter

Die Unkrautbekämpfung beim Anbau von Portulak erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand und kostet viel Geld. Eine große Hilfe bietet in jedem Falle die optimierte Feldhygiene sowie das "Falsche-Saatbeet". Diese beiden Verfahren sind zu ergänzen mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und im konventionellen Anbau durch den Einsatz von Herbiziden. Im Einzelfall kann auch der Anbau in Mulchfolie hilfreich sein.

Feldhygiene

Falsches Saatbeet

Hierbei geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dauerunkräuter möglichst schon beim ersten Auftreten ausschalten und nicht warten bis sich schon große Bestände gebildet haben. Zur Eindämmung des Samenunkräuter Drucks, diese nie Samen bilden lassen. Wird das konsequent durchgeführt, verringert sich der Unkrautdruck von Jahr zu Jahr. Nähere Infos zur Feldhygiene gibt es unter den folgenden Links.

Falsches-Saatbeet

Beispiel Hackgerät

Eine sofortige, große Erleichterung bei der Unkrautbekämpfung bringt das "Falsche-Saatbeet", das natürlich auch bei Pflanzkulturen von Nutzen ist. Nähere Infos zur Anwendung gibt es unter dem folgenden Link.

Mechanische Unkrautbekämpfung
Sowohl bei gepflanzten als auch bei direkt ins Feld gesätem Portulak kann eine mechanische Unkrautbekämpfung hilfreich und sinnvoll sein.

  • Hilfreich ist es, den Reihenabstand der vorhandenen Hacktechnik anzupassen
  • Lieber in den Reihen enger säen bzw. pflanzen und dafür weitere Reihenabstände wählen
  • Je jünger die Unkräuter, desto leichter die mechanische Bekämpfung
  • In niederschlagsarmen Regionen und auf leichteren Böden ist die mechanische Unkrautbekämpfung am ehesten erfolgreich

Herbizideinsatz

Herbizid Effekt Unkraut

In konventionell arbeitenden Betrieben ist der Einsatz bzw. die Nutzung von Herbiziden üblich. Um damit langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind die Zulassungsbedingungen zu beachten und ein ist sachgerechte Anwendung nötig. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Anwendungen innerhalb einer Fruchtfolge, um so die Selektion von nicht erfassten Unkrautarten zu verhindern. Nähere Infos zu Herbiziden und deren Einsatz gibt es unter den folgenden Links.

Link zur Indikationssuche im Gemüsebau 

Mulchfolie

Beispiel Mulchfolie

Zur Unkrautbekämpfung im Portulak-Anbau ist die Pflanzung in Kunststoff-Mulch Materialien gut möglich. Bei sachgerechter Anwendung erhält man weitgehend unkrautfreie Bestände. Als Materialien ist z.B. schwarze Mulchfolie oder Vliesmaterial geeignet. Damit das Unkraut nicht durch die Pflanzlöcher wächst, müssen diese so klein wie möglich gehalten werden. Da die Radspuren weiterhin verunkrauten ist dort auf anderem Wege das Unkraut zu bekämpfen.
Im Praxisalltag hat sich jedoch gezeigt, dass das Mulch Verfahren den meisten Betrieben wohl zu teuer ist.


Ernte

Die Ernte von Portulak erfolgt von Hand mit Messer oder Sense als Einmalernte. Erntebar sind die Bestände bis zum Blübeginn. Danach werden die Blätter und Stängel zu hart und bitter. Ertäge von 1,5-2,5 kg/qm sind üblich.


Lagerung

Geernteter Portulak wird am besten bei rund 1°C und hoher Luftfeuchtigkeit gelagert.


Wert als Nahrungsmittel

Griechischer Salat mit Portulak

Portulak ist eine wertvolle Gemüseart, die jedoch in unseren Breiten in Vergessenheit geraten ist. Das leicht säuerlich-salzig schmeckende Gemüse ist in den Niederlanden als Postelein noch regelmäßig im Sommer in den Geschäften und auf dem Markt zu finden. In diesem Rezept wird er gedünstet, er kann aber auch roh im Stamppot oder in Salaten verwendet werden. Vielleicht noch wichtig zu wissen: von allen Blattgemüsen hat der Portulak den höchsten Anteil an Omega-3-Fettsäuren.
Der Verzehr von Portulak kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.


Videos


Portulak als Unkraut

Unter anderem durch die Klimaerwärmung verbreitet sich der Portulak in vielen Gebieten Deutschlands (z.B. in der Pfalz) sehr stark als Unkraut und befindet sich auf manchen Feldern schon millionenfach in Reinkultur.


Portulak Bekämpfung
Es gibt eine Reihe von Herbiziden, mit denen eine Bekämpfung recht gut möglich ist. Bewährt haben sich Mittel wie z.B. Basagran, Basta, Kerb 50 W, Roundup, Stomp und Lentagran. Im Hausgarten sollte rechtzeitig vor der Blüte gejätet oder aus der Not eine Tugend gemacht werden: Portulak lässt sich sehr gut als Salat zubereiten und verzehren.


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Sommerportulak, Bürzelkraut, Bürzelkohl
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch purslane, common/kitchengarden purslane
Flag of Bulgaria.png Bulgarisch kulturna tucenica
Flag of China.png Chinesisch (Mandarin) ma-ch´in hsien, shih-yung-ma-ch´in-hsien
Flag of Denmark (WFB 2004).gif Dänisch portulak
Flag of Finland.png Finnisch vihannesportulakka
Flag of France.png Französisch pourpier des potagers, porcellane
Flag of India.png Hindi kulfa
Flag of India.png Indisch poslen
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch porcellana
Japan flag - variant.png Japanisch souberi fiyou
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch postelein
Flag of Norway.svg Norwegisch portulakk
Flag of Poland.svg Polnisch portulaka siewna
Flag of Portugal.svg Portugisisch beldroega
Flag of Romania.svg Rumänisch grasita
Flag of Russia.svg Russisch portulak ogorodnyj
Flag of Sweden.svg Schwedisch portlak
Flag of Slovakia.svg Slowakisch tolscak
Flag of Spain.svg Spanisch verdolago
Flag of Hungary.svg Ungarisch kövér porcsin


Siehe auch in Hortipendium


Quellen

Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaues. Ulmer. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1

Josef Schlaghecken (2019): Rund um das Saatgut: Portulak. In: Zeitschrift "Gemüse". 55. Nr. 1. Seite 45-46. 


Weblinks