Hyaloperonospora parasitica

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Falscher Mehltau
Hyaloperonospora parasitica
(Pers.) Constant., 2002
Synonyme
Peronospora parasitica, Botrytis parasitica
Peronospora-2-Brand.jpg
Peronospora an der Blume
Systematik
Abteilung Oomycota
Unterabteilung Incertae sedis
Klasse Peronosporea
Unterklasse Peronosporidae
Ordnung Peronosporales
Familie Peronosporaceae
Gattung Peronospora

Hyaloperonospora parasitica, besser bekannt unter der Bezeichung Peronospora parasitica, ist der Falsche Mehltau an Kreuzblütlern und hat weltweit eine große Bedeutung. Beispielsweise führt im Blumenkohlanbau die Schädigung der Blätter und der Befall der Blume zu erheblichen Qualitätsbeeinträchtigungen. Ein Infektionsrisiko mit Peronospora parasitica ist über die gesamte Blumenkohlsaison vorhanden und insbesondere beim Herbstanbau sehr hoch. Ohne eine Bekämpfung ist ein Totalausfall schon während der Blumenkohlanzucht möglich.

Biologie

Der Falsche Mehltau Hyaloperonospora parasitica befällt nur Kreuzblütler (Brassicaceae). Infektionen werden über Konidien in der Luft übertragen oder über Oosporen, die im Boden, in Strünken oder Blattresten überdauern. Eine systemische Infektion der Blume ist möglich, jedoch von außen oft nicht sichtbar. Die Entwicklung ist in einem weitem Temperaturbereich möglich (Optima: Konidienkeimung: 8-12 °C, Infektion: 16 °C, Haustorienentwicklung: 20-24 °C, Symptomausprägung: 24°C). Temperaturen um 15°C bei hoher Luftfeuchte und längeren Tauperioden gelten als besonders pilzfördernd. Die Konidienkeimung erfolgt unter optimalen Bedingungen bei tropfbarem Wasser/wassergesättigter Luft innerhalb von 3 - 4 Stunden . Sporulation ist schon 4 - 5 Tage nach der Infektion möglich.

Wirstpflanzen

Hyaloperonospora parasitica infiziert nur Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler. Da diese Familie viele gartenbaurelevante Gattungen umfasst, hier nur ein paar Beispiele:

Im Gemüsebau können alle Kohlsorten wie Weißkohl, Rotkohl, Blumenkohl, Kohlrabi oder Wirsing befallen werden. Zum Wirtspflanzenkreis zählen auch Brunnenkresse und Gartenkresse, Chinakohl, Radies und Rettich sowie Rucola.

Im Zierpflanzenbau sind Infektionen an den Kulturen Lobularia, Arabis, Cheiranthus, Draba, Hesperis, Iberis und Matthiola bekannt.

Im Ackerbau ist der Pilz an Raps und Senf von Bedeutung.

Schadbild an Blumenkohl

Peronospora parasitica am Blatt

Der Blattbefall äußert sich in gelblichen Flecken auf der Blattoberseite und einem weißlichen Sporenrasen auf der Blattunterseite. Bei einem Befall der Blumenkohlblume verfärbt sich das Gewebe im Inneren der Blume grau-schwarz und es kommt eventuell zu einer Sporulation.


Regulierung im Blumenkohlanbau

Eine Anbaupause mit Kreuzblütlern für mindestens 1 Jahr ist sinnvoll. Im Blumenkohlanbau gibt es beachtliche Sortenunterschiede. Robuste Sorten, wie z.B. Aviso und Amerigo, sind vor allem im Herbst zu bevorzugen. Das Saatgut muss gesund sein. Saatgutentseuchung durch Heißwasserbeize ist möglich, Beizmittel können helfen. In der Anzucht Blattnässe vermeiden, bzw. reduzieren. Es besteht ein erhöhtes Risiko in Folienhäusern und bei fehlender Lüftung. In der Anzucht vorbeugende Bekämpfung durch mehrfache Fungizidanwendung, vor allem bei Früh- und Spätsätzen 7- bis 14-tägig durchführen. Vor allem im Herbst und bei empfindlichen Sorten sollte man die Abstände erhöhen. Bei Bekämpfung auf dem Feld bei Bedarf 1 - 3 vorbeugende Fungizidbehandlungen ab der 3.- 4. Woche nach der Pflanzung machen. Auf eine gute Blattbenetzung sollte geachtet werden. Zusatzstoffe (Additive) wie z.B. Breakthru S 240 können benutzt werden.

Quellen

  • J. Schlaghecken und J. Kreiselmaier (2002): Blumenkohl CD-ROM, Bild- und Textdokumentation. DLR Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 

Weblinks