Pastinake

Aus Hortipendium
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Pastinaken
Pastinaca sativa
Linné
Synonyme
Germanenwurzel, Hammelwurzel
Pastinaken.JPG
Pastinaken
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung Doldenblütlerartige
Apiales
Familie Doldenblütler
Apiaceae
Gattung Pastinaca

Pastinaken sind zweijährige Pflanzen, die in unseren Breiten wild vorkommen. Siehe Wegesrändern. Im ersten Jahr bilden sie eine rosettenartige Pflanze mit einfach gefiederten Blättern eine gelblich-bräunliche Rübe. Die Pflanzen sind frosthart und können in unseren Breiten gut überwintern. Im zweiten Jahr bilden sich dann die rund 1 m hohen Blüten- bzw. Samenstände.
Aus der Wildform der Pastinake (Pastinaca sativa) oder auch Gartenpastinak aus der Familie der Doldenblütler wurden im Laufe der Jahrhunderte Sorten mit einer dicken Rübe gezüchtet und gehörte schon im 18. Jahrhundert zu den am häufigsten kultivierten Gemüsearten in Europa. Nachdem sie in Deutschland in Vergessenheit geriet, gewinnt sie wieder an Beliebtheit.
Im Gemüsegarten ist sie eine pflegeleichte Kultur (siehe dazu Pastinaken im Hausgarten). Gegessene werden die Pastinaken geschälten Rüben in gedünsteter Form.


Blüten- und Samenbildung

Pastinaken gehören zur Familie der Doldenblütler. Ihre Blütenstände bilden die typischen Dolden mit den vielen kleineren Döldchen.

Pastinaken Direktsaatkultur

Zum Anbau von Pastinaken werden die Samen direkt ins Feld gesät. die übliche Saattermine, liegen je nach Region, im MÄrz und April. Je qm sind etwa 25 Pflanzen erwünscht. Gesät wird teilweise, ähnlich wie beim Möhrenaunbau, auch auf Dämme. als Sägeräte kommen Geräte von Miniair oder Gaspardo in Frage.

Saatgut und Keimung

Tausendkorngewicht (TKG) Korngröße 1 Gramm Keimfähigkeit Keimtemperatur Saatgutangebot
3 - 4 g 4,0 - 7,0 mm 300 - 400 Korn Keimfähig evtl. ein Problem 5 - 12°C Normalsaatgut
Freilandpille
Präzisionssaatgut
fungizidbehandeltes Saatgut
insektizid behandeltes Saatgut


Pastinaken Bilder


Pflanzenschutz

Pastinaken-Bestände können ähnlich wie bei den verwandten Möhren von Krankheiten und Schädlinge befallen werden. Ohne Pflanzenschutzmaßnahmen kann es zu Totalausfällen kommen.

Nichtparasitäre Probleme

Bekannt sind vor allem Blatt- und Wurzelprobleme.
Blattverfärbungen
Meist Magnesiummangel, wobei sich Aufhellungen zwischen den Blattadern zeigen.
Fleckige Braunverfärbung der Rüben
Hierbei verfärben sich verletzte Stellen an den Rüben bräulich. Was ist zu tun?

Krankheiten

  • Weichfäule (Erwinia carotovora)
  • Weichfäule an den Blattstielen (Pseudomonas viridiflava)
  • Braunfäule an den wurzeln (Pseudomonas marginalis)
  • Violetter Wurzeltöter (Rhizoctonia crocorum)

Schädlinge

Unkrautbekämpfung

Beispiel Restunkräuter

Die Unkrautbekämpfung beim Anbau von Pastinaken erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand und kostet viel Geld. Eine große Hilfe bietet in jedem Falle die optimierte Feldhygiene sowie das "Falsche-Saatbeet". Diese beiden Verfahren sind zu ergänzen mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und im konventionellen Anbau durch den Einsatz von Herbiziden. Im Einzelfall kann auch der Anbau in Mulchfolie hilfreich sein.

Feldhygiene

Falsches Saatbeet

Hierbei geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dauerunkräuter möglichst schon beim ersten Auftreten ausschalten und nicht warten bis sich schon große Bestände gebildet haben. Zur Eindämmung des Samenunkräuter Drucks, diese nie Samen bilden lassen. Wird das konsequent durchgeführt, verringert sich der Unkrautdruck von Jahr zu Jahr. Nähere Infos zur Feldhygiene gibt es unter den folgenden Links.

Falsches-Saatbeet

Beispiel Hackgerät

Eine sofortige, große Erleichterung bei der Unkrautbekämpfung bringt das "Falsche-Saatbeet". Nähere Infos zur Anwendung gibt es unter dem folgenden Link.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Bei den üblicherweise direkt ins Feld gesäten Pastinaken kann eine mechanische Unkrautbekämpfung hilfreich und sinnvoll sein.

  • Hilfreich ist es, den Reihenabstand der vorhandenen Hacktechnik anzupassen
  • Lieber in den Reihen etwas enger säen und dafür weitere Reihenabstände wählen
  • Je jünger die Unkräuter, desto leichter die mechanische Bekämpfung
  • In niederschlagsarmen Regionen und auf leichteren Böden ist die mechanische Unkrautbekämpfung am ehesten erfolgreich

Herbizideinsatz

Herbizid Effekt Unkraut

In konventionell arbeitenden Betrieben ist der Einsatz bzw. die Nutzung von Herbiziden üblich. Um damit langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind die Zulassungsbedingungen zu beachten und ein ist sachgerechte Anwendung nötig. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Anwendungen innerhalb einer Fruchtfolge, um so die Selektion von nicht erfassten Unkrautarten zu verhindern. Nähere Infos zu Herbiziden und deren Einsatz gibt es unter den folgenden Links.

Link zur Indikationssuche im Gemüsebau 


Ernte

Pastinaken Rüben werden nach ihrer vollen Entwicklung im Herbst und Winter bis zum frühen Frühjahr mit Vollertner gerodet.


Rübenlagerung

Pastinak Rüben sind sehr welkeempfindlich. Bei Temperaturen über 10°C und trockener Luft werden sie schnell welk und damit ungeeignet für eine Vermarktung. Als optimale Lagertemperatur beträgt 0-1°C.
Siehe auch in Hortipendium: [Lagerempfehlung im Gemüsebau]


Marktaufbereitung

Die gerodeten Pastinaken werden mit Rüben-Waschmaschinen gereinigt und danach meist in verdunstungsschützenden Pastikboxen verpackt.


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Pastinaken kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Pastinake, Gartenpastinak, Hammelsmöhre
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch parsnip
Flag of Bulgaria.png Bulgarisch pastarnak
Flag of China.png Chinesisch (Mandarin) mei-chu-fang-feng
Flag of Denmark (WFB 2004).gif Dänisch pastinak
Flag of Finland.png Finnisch palsternakka
Flag of France.png Französisch panais, pastenaque, patenais
Flag of Greece.png Griechisch elaphovoskon
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch pastinaca
Japan flag - variant.png Japanisch amerika-bofü
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch pastinaak
Flag of Norway.svg Norwegisch pastinakk
Flag of Poland.svg Polnisch pasternak zwyczajny
Flag of Portugal.svg Portugisisch pastinaga
Flag of Romania.svg Rumänisch pastirnac comun
Flag of Russia.svg Russisch pasternak posevnoj, Пастернак посевной
Flag of Sweden.svg Schwedisch palsternacka
Flag of Spain.svg Spanisch pastinaca
Flag of Turkey.svg Türkisch kara kavza
Flag of Hungary.svg Ungarisch pasztinák


Siehe auch in Hortipendium


Quellen

  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Royal Sluis (2003): Gemüse Saatgutkatalog. Royal Sluis. Neustadt am Rübenberge. 
  • Schlaghecken Josef, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Josef Schlaghecken (2017): Rund um das Saatgut: Pastinaken. In: Zeitschrift "Gemüse". 53. Nr. 6. Seite 43-44. 


Weblinks