Nitratstickstoff
Aus Hortipendium
Nährstoff (NO3)
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Funktion der Pflanze
N ist mengenmäßig das bedeutendste Nährelement.
Es ist in Aminosäuren enthalten (Baustein von Eiweiß, somit auch von allen Enzymen)und
Bestandteil vieler wichtiger Verbindungen wie Chlorophyll, DNS und Vitamine.
NO3 spielt eine Rolle bei der osmotischen Regulation.
Mangelsymptome
NO3mangel verursacht starke Wuchshemmung, kleine Blätter und Vergilbung der Pflanze (zuerst alte Blätter).
Außerdem kommt es zu vorschnellem Absterben der älteren Blätter und Anhäufung von Kohlenhydraten.
Starkes Wurzelwachstum und verfrühte Blüte sind ebenfalls Mangelsyntome.
Physiologischer Hintergrund
Hauptsächlich Hemmung der Eiweißsynthese.
Versalzungsschäden, verursacht durch einen zu hohen osmotischen Wert im Wurzelbereich, das behindert die Wasseraufnahme.
Zu starke Anhäufung von Nitrat in der Zelle führt zu einem hohen Turgordruck
NO3 ist auswaschungsgefährdet!
Überschusssymptome
Versalzungsschäden und übermäßiges Wachstum.
Die Blätter brechen leicht ab, können Aufquellen und wellig werden.
Früchte können zudem platzen.
In der menschlichen Ernährung
[1]
Umlernen bei Nitrat in Gemüse: NO3 - die Vorstufe einer bioaktiven Substanz!
Obst- und gemüsereiche Ernährung senkt den Blutdruck und das Risiko für Herzkreislauferkrankungen und Herzinfarkt. (siehe auch: Studien zu Herzkreislauferkrankungen)
Während die herzschützenden Effekte von Gemüse und Obst unstrittig sind, kennt man immer noch nicht die exakten Mechanismen.
Neuere Ergebnisse deuten darauf hin, dass anorganisches Nitrat, das in besonders hohen Konzentrationen in Gemüse, besonders in grünen Blattgemüsearten, vorkommt, dabei eine Rolle spielt.
Die positive Wirkung von Nitrat liegt nach diesen Untersuchungen in der Umwandlung von Nitrat zu Nitrit und dann weiter in gesundheitsförderndes Stickoxid.
Forscher um V. Kapil vom Institut für Klinische Pharmakologie der Londoner „School of Medicine“ gehen davon aus, dass es nützlich ist, die Mechanismen der Bioaktivität von Nitrat zur Vorbeugung und Behandlung von Herzkreislauferkrankungen heranzuziehen.
Die Heidelberger Krebsforscher warnten jahrelang vor der auf Nitrat bzw. das Folgeprodukt Nitrit zurückzuführenden Krebsgefahr. In diesen Zeiten wurde über die Gemüsequalität gesprochen, auf die Gefahr hoher Nitratgehalte hingewiesen und die besonders „gefährlichen“ Arten aufgelistet. Gewächshaussalat konnte wegen einer Pressekampagne gegen Nitrat nicht verkauft werden. Frosterfirmen, die Konservenindustrie und Kindernahrungsfirmen lehnten Gemüse wegen des Nitratgehaltes ab und es wurden EU Höchstgrenzen und Richtwerte für Nitrat in Gemüse zuerst in der Schweiz und dann in Deutschland festgelegt. Auch die Beratung empfiehlt seit langer Zeit, die Stickstoffdüngung zu reduzieren, damit der Nitratgehalt den Behörden und den Kunden keine Anlass gibt, Gemüse zurückzuweisen. Obwohl das neue Wissen über Nitrat als Vorstufe einer bioaktiven Substanz sich langsam durchsetzt, gelten an einzelnen Unternehmen des LEH Nitrathöchstgrenzen bei der Kontrolle von Gemüse. Es ist an der Zeit, bei Nitrat im Gemüse umzulernen. Dies ist jedoch ausdrücklich keine Aufforderung, die Stickstoffdüngung zu erhöhen, weil doch eine erhebliche Zahl von großangelegten Studien vorliegt, die eine ungünstige Wirkung von hohen Nitratgehalten im Trinkwasser belegen. Offenbar jedoch gehört Nitrat im Verbund mit Gemüse zu den inzwischen immer mehr beachteten bioaktiven Substanzen. Vielleicht sind - um die positive Wirkung zu entfalten - Begleitstoffe nötig, die wir noch nicht kennen, die in Gemüse, nicht jedoch im Trinkwasser, enthalten sind. [2]
Einzelnachweise
- ↑ Kapil, V. et al.: « Inorganic nitrate and the cardiovascular system. » Heart. 23. Aug. 2010 (Vorabdruck in Epub)
- ↑ Gemüse ist mehr als ein Nahrungsmittel, zusammengestellt von H. C. Scharpf (Artikel 176), Stuttgart/Ettlingen, 2011
Quellen
Hans-Christoph Scharpf: Gemüse ist mehr als ein Nahrungsmittel - Neue Erkenntnisse über die gesundheitlichen Wirkungen. Gemüse, das Magazin für den professionellen Gemüsebau. Verlag Eugen-Ulmer, Stuttgart / Ettlingen 1997 - 2011.