Nährstoffversorgung Blumenkohl

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Inhaltsverzeichnis

Bor

Bormangel als Innenstrunkverbräunung.
Mangel:

Alle Kohlarten, so auch der Blumenkohl, gehören zu den borbedürftigen Pflanzenarten. Bormangel zeigt sich vor allem bei einer Unterversorgung des Bodens, bei Trockenheit, auf kalkhaltigen und tonhaltigem Böden. An Blumenkohl zeigt sich ein Mangel durch Absterbeerscheinungen am Vegetationspunkt und durch Braun/Schwarzverfärbungen der hohlwerdenden Strünken (siehe Abbildung). Direkter Bormangel ist in der Praxis eher selten. Der Zusammenhang zwischen Herzblattnekrosen und hohlen Strünken mit der Borversorgung ist umstritten. Mangel-Zeigerpflanzen für einen Bormangel sind: Rüben, Sellerie und Kohlarten. Bei Rüben und Sellerie spricht man dann von der Herz-Trockenfäule.

Überversorgung:

Eine Überversorgung mit Bor ist möglich, jedoch in der Praxis kaum bekannt. Zeigerpflanzen sind Getreide, besonders Sommergerste auf Sandböden. Dort sollte der Bodengehalt nicht über 1 mg B/kg liegen.

Versorgungsstrategie:

Damit eine gute Borversorgung sicher gestellt ist, den pH-Wert, je nach Bodenart, auf 6,5 bis 7,0 einstellen. Alle 5 Jahre vorbeugend oder bei Problemen häufiger den Borgehalt der Böden prüfen. Je nach pH-Wert und Bodenart sind 0,8-1,2 mg B/1.000 g Boden anzustreben.

Eine ausreichende und optimierte Bewässerung verbessert die Borversorgung.

Herzblattnekrosen:

Bei Herzblattnekrosen sterben die Spitzen der jüngsten blätter, die auch der Blumendeckung dienen, ab. Sie werden nekrotisch und verfärben sich braun. Neben denm großen Einfluss der Sorten und  Stickstoffversorgung ist vermutlich auch das Borangebot von Bedeutung.

Calcium

Herzblattnekrose an den jüngsten Blättern

Mangel In der Praxis ist direkter Ca-Mangel kaum bekannt. Die öfter auftretenden Herzblattnekrosen beruhen laut Literatur auf einer Unterversorgung der Herzblätter mit Calcium, bei gleichzeitig guter Versorgung des Bodens. Mangelsituationen ergeben sich vor allem bei zu viel N und bei einer späten zu großen N-Kopfdüngung. Eine gestörte Wurzelentwicklung (Flugsohle usw.) erhöht das Risiko eines Ca-Mangels. Eine unzureichende Wasserversorgung erschwert die Calcium-Aufnahme. Eine gewisse Anfälligkeit zeigt die Standardsorte Fremont. Ein Zusammenhang zwischen Kupferversorgung und Herzblattnekrosen scheint möglich. In der Pfalz wurden bei zwei Blattuntersuchungen an Pflanzen mit Herzblattnekrosen gute Calciumwerte von 1 bzw. 2 % gefunden, wobei jedoch die Bor-, Kupfer- und Zinkwerte zu niedrig lagen. Fusarium- und Verticillium-Befall, bei dem die Leitungsbahnen verstopfen, verstärken das Problem.

Überversorgung Eine Überversorgung mit Calcium bei Blumenkohl ist weitgehend unbekannt.

Versorgungsstrategie Zum einen sollte man die Calcium-Aufnahme fördern und unterstützen. In der Pflanze wird ein Wert von 1 % Ca (BOLAP) bis 2,8% Ca (Bergmann) angestrebt. Wachstumssprünge, verursacht durch späte N-Kopfdüngungsgaben usw., sollten vermieden werden. Ein gleichmäßiges Wachstum anstreben. Je größer und tiefer das Wurzelwerk, desto besser und sicherer die Calcium-Aufnahme. In sehr wüchsigen Kulturen ist ein kurzfristiges, extremes Austrocknen des Bodens gefährlich. Empfindliche Sorten, soweit möglich, meiden.

Eisen

Mangel In der Praxis ist ein Fe-Mangel sehr selten und kaum bekannt. Mangelsituationen ergeben sich, wenn überhaupt, auf sehr kalkhaltigen Böden. Bei Blumenkohl zeigt sich der Fe-Mangel durch Chlorosen an den jungen Blättern, Blattmissformungen sind nicht bekannt. Manganmangel zeigt sich mit ähnlichen Symptomen. Mit zunehmender Kalkversorgung und pH-Werte wird die Eisenaufnahme erschwert. Wasserstau erschwert auch die Eisenversorgung. Hohe Bodengehalte an Kupfer, Cadmium, Nickel, Zink und Phosphor wirken als Antagonisten und erschweren zusätzlich die Eisenaufnahme.

Überversorgung Eine Überversorgung mit Eisen ist bei Blumenkohl weitgehend unbekannt.

Versorgungsstrategie In der Pflanze wird ein Wert von 30 mg Fe/kg angestrebt. Bei Verdacht auf Fe-Versorgungsprobleme eine Pflanzenanalyse durchführen lassen. Bei Mangel vierzehntägig eisenhaltige Blattdünger spritzen, z.B. mit „Ferleaf Pholate“ (Lebosol) mit 0,5 l in 1000 Liter Wasser. Eine Eisen-Bodendüngung ist meist nicht ratsam.

Kalium

Kalimangel zeigt sich an den ältesten Blättern und bewirkt eine Blattrandnekrose.

Mangel Kaliummangel (K bzw. K2O) gibt es in der Praxis sehr selten. Ein Mangel zeigt sich vor allem an den älteren Blättern in Form von gelblichen oder bräunlichen Nekrosen, die vom Rand her beginnend auftreten. In Notlagen verlagert die Pflanze Kalium von den alten Blättern in die jungen Blätter.

Überversorgung Kaliumüberversorgung zeigt sich in der der Praxis als Wurzelverbrennung. Riskant sind vor allem größere Düngergaben mit chlorhaltigem Kali besonders dann, wenn sie nur flach in den Boden eingemischt wurden.

Versorgungsstrategie Bei der Jungpflanzenanzucht sichern Substrate mit Gütesiegel die gute Versorgung. Im Boden sollte man mindestens alle drei Jahre die Kaliumversorgung prüfen. Je nach Bodenart Werte von 15-20 mg K2O /100 g Boden anstreben (CAL-Methode). Bei der Versorgungsstufe C die Feldabfuhr durch Düngung ersetzen (Feldabfuhr: bei 400 dt FS/ha werden 140 kg K2O /ha abgefahren (35 kg/100 dt/ha FS)). Die gesamte K2O -Aufnahme beträgt bei 1000 dt/ha = 450 kg K20/ha. Blumenkohl ist leicht chloridverträglich (Umrechnung: 100 kg K2O mal 0,83 = 83 kg K).

Kupfer

Mangel In der Praxis ist ein Cu-Mangel sehr selten und kaum bekannt. Mangelsituationen ergeben sich vor allem auf Moor- und kalkhaltigen Böden. Eine Mangel-Zeigerpflanzen ist insbesondere das Getreide, bei dem sich dann die Blattspitzen weiß verfärben. Blumenkohl zeigt bei Mangel an sich ausbreitenden und reifen Blättern Chlorosen. Ein Zusammenhang zwischen Kupferversorgung und Herzblattnekrosen scheint möglich. In der Pfalz wurden bei zwei Blattuntersuchungen an Pflanzen mit Herzblattnekrosen sehr niedrige Werte von 2,4 bzw. 2,9 mg Cu/kg gefunden (Richtwert: 5 mg Cu/kg).

Überversorgung Eine Überversorgung mit Kupfer bei Blumenkohl ist weitgehenden unbekannt.

Versorgungsstrategie Die Bodengehalte sollten bei Sandböden 3 mg Cu/kg betragen und mit zunehmendem Humus- und Tongehalt auf 8 mg Cu/kg ansteigen. In der Pflanze wird ein Wert von 5 mg Cu/kg angestrebt. Bei Verdacht auf Cu-Versorgungsproblemen eine Pflanzenanalyse durchführen lassen. Bei Mangel kupferhaltig Dünger bzw. Blattdünger einsetzen.

Magnesium

Magnesiummangel zeigt sich an den ältesten Blättern. Anfänglich bleiben die Blatträndern grün.

Mangel Magnesiummangel (Mg bzw. MgO) gibt es in der Praxis immer noch in Einzelfällen. Der Mangel zeigt sich vor allem als Chlorosen an den älteren Blättern, wobei die dickeren Blattadern meist grün bleiben. Mangel vorwiegend auf Böden mit einer schlechten Magnesiumversorgung. Magnesium ist im Boden gut beweglich, so dass es bei Böden mit einer schlechten Nährstoffhaltekraft (z.B. auf Sand) bei entsprechenden Niederschlägen relativ schnell in tiefere Bodenschichten verlagert wird. Extrem hohe Kaligehalte im Boden erschweren die Mg-Aufnahme. Blumenkohl ist Mg-bedürftiger als Brokkoli, Weißkohl oder Rosenkohl.

Überversorgung Eine Magnesium-Überversorgung ist nicht bekannt.

Versorgungsstrategie Bei der Jungpflanzenanzucht sichern Substrate mit Gütesiegel die gute Versorgung. Im Boden mindestens alle drei Jahre die Magnesium-Versorgung prüfen. Je nach Bodenart Werte von 5-8 mg MgO/100g Boden anstreben (CAL-Methode). Bei der Versorgungsstufe C die Standardmenge düngen. Standarddüngung: Ersatz MgO-Abfuhr sowie Auswaschungsverluste ca. 25 kg/ha MgO. Eine Mangelsituation kann man bevorzugt durch eine gute Bodenversorgung ausschließen. Bei größerem Bedarf ist eine Zufuhr über die Verwendung von Mg-haltigen Kalkdüngern, Kalimagnesia (10% MgO) oder Kieserit (27% MgO) möglich. Nur im Extremfall ist eine Blattdüngung mit z.B. Bittersalz (16% MgO) aktuell. Dazu empfiehlt K&S 12-24 kg in 600 Liter Wasser (ca. 2-4 kg MgO/ha). Anrühren zunächst in wenig Wasser, dann Wasser auf volle Menge nachfüllen. Bevorzugt bei hoher Luftfeuchte und in den Abendstunden spritzen (Umrechnung: 100 kg MgO mal 0,6 = 60 kg Mg).

Mangan

Mangel In der Praxis tritt Mn-Mangel selten auf. Mangan ist für die Pflanze bei einem pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5 gut verfügbar, ab pH 7 kann es aufgrund des Antagonismus von Calcium (Ca2+) und Mangan (Mn2+) zu Manganmangel kommen. Bei Blumenkohl zeigt sich der Mn-Mangel durch Chlorosen an den jungen Blättern, die auch auf die älteren Blätter übergehen können. Manchmal verwachsen sich die Mangelsymptome wieder. Eisenmangel zeigt sich mit ähnlichen Symptomen. Mit zunehmender Kalkversorgung und steigenden pH-Werten wird die Manganaufnahme erschwert. In der Pflanze wird ein Wert von 30 mg Mn/kg angestrebt. Bei Verdacht auf Mn-Mangel eine Pflanzenanalyse durchführen lassen. Bei Mangel vierzehntägig manganhaltige Blattdünger spritzen, z.B. mit „Mantrac 500“ (Lebosol). Eine Mangan-Bodendüngung ist meist nicht ratsam.

Überversorgung Eine Überversorgung mit Mangan ist bei Blumenkohl bekannt. Meist tritt ein Mangel im Feld nur stellenweise, z.B. an sandigen Stellen mit niedrigem pH-Wert oder an Stellen mit Staunässe auf. Ganzflächiger Mangel sehr selten. Die Blätter werden z.B. löffelartig. Vor allem an den mittelalten Blättern entstehen in der Spreite sowie an den Rändern helle Flecken. Von den Blatträndern her entstehen später braune Nekrosen, das Gewebe stirbt partiell ab. Normalerweise entsteht die Überversorgung durch einen zu niedrigen pH-Wert (unter pH 5 ). Liegt der pH-Wert unterhalb pH 5, werden durch Reduktion der 3- u. 4-wertigen Manganverbindungen verstärkt Mn2+-Ionen freigesetzt. Sinkt der pH-Wert um nur eine pH-Einheit, bewirkt dies einen Anstieg der Mn2+-Konzentration im Boden um das 100-fache. Bei Manganüberversorgung sollte man den pH-Wert in Ordnung bringen, je nach Bodenart 6,5 bis 7,0 anstreben. Zu Staunässe neigende Flächen meiden.

Molybdän

Mangel Kommt in der Praxis nur noch sehr selten vor. Eine Unterversorgung wird meist durch zu niedrigen pH-Wert induziert, besonders auf sandigen nassen Böden. Ein starke Schwefeldüngung kann die Mo-Aufnahme hemmen. Schadbilder sind zunächst an den jüngeren Blättern als "Peitschenblättrigkeit (whiptail)" und später auch als "Klemmherz" erkennbar , wobei die Herzblattbildung ganz aufhört. In besonderen Fällen kommt es auch zu Chlorose- und Nekroseerscheinungen, die auf eine gehemmte Nitratreduktion und induziertem N-Mangel beruhen. Mängel zeigen sich als erstes bei Kreuzblütlern, erst viel später bei anderen Gemüsearten. Auf humusarmen, sauren Sandböden muß mit Mo-Mangel gerechnet werden, dann kann jedoch auch gleichzeitig ein Manganüberschuß auftreten.

Überversorgung Eine Überversorgung ist in Deutschland nicht bekannt.

Versorgungsstrategie Die beste Vorbeugemaßnahme gegen Mo-Mangel ist es, den pH-Wert in Ordnung zu halten. Für die Behebung eines Mo-Mangels ist deshalb eine Aufkalkung des Bodens oft wirksamer als eine Molybdändüngung. Die Löslichkeit der Molybdäns ist im Boden sehr gering und sehr stark pH-Wert abhängig; sie beträgt nur etwa 1% des Gesamtgehaltes.

Schwefel

Schwefelmangel bewirkt eine Chlorose.

Mangel Schwefel (S) ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, der auch für eine gute N-Ausnutzung sorgt. Aufgrund verringerter Schwefel-Emissionen muß in immer mehr Fällen S gedüngt werden. Gerade beim Kohlanbau werden Überlegungen zur guten S-Versorgung immer wichtiger. Im Kohlanbau Dithmarschen sollen Vorratsgaben von 30-60 kg S/ha üblich sein. Bei Verwendung schwefelhaltiger Dünger wie Bittersalz, Kaliumsulfat usw. ist kaum mit einem Mangel zu rechnen. Die Art des Grundwassers bzw. des Beregnungswassers hat einen großen Einfluss auf die Versorgung mit Schwefel. An Blumenkohl zeigt sich Schwefelmangel vor allem an den älteren Blättern, die Interkostalfelder hellen auf.

Überversorgung Eine Schwefel-Überversorgung ist nicht bekannt.

Kalkulationsdaten zur Schwefelversorgung

Stickstoff

Stickstoffmangel rechts, ausreichende Versorgung links an Blumenkohl

Mangel Stickstoffmangel (N) gibt es in der Praxis immer wieder. Mangel zeigt sich an durch einen vermindertem Aufwuchs, der einhergeht mit einer Aufhellung der Blätter. Die Ausbildung der Wachsschicht ist erheblich stärker. Bei stärkerem N-Mangel entwickeln sich die Blätter nicht ausreichend, die Pflanze bleibt zu klein, um eine guten 6er ausbilden zu können.

Überversorgung Stickstoff-Überversorgung kann häufig in der Praxis vorkommen. Bei optimalen Bodenverhältnissen, guter Wasser- und Nährstoffversorgung kann ein zuviel an Stickstoff zu negativen Folgen führen: die Wachsschicht wird reduziert. Bei späten N-Düngergaben bzw. großen Wachstumsschüben in der zweiten Kulturhälfte wird sehr stark die Bildung von Herzblattnekrosen gefördert. Durch die Entwicklung dichter Bestände und weniger schneller Abtrocknung können Blattvergilbungen und verstärkt Bakterien- bzw. Pilzkrankheiten auftreten. Stark mit Stickstoff überversorgter Blumenkohl hat einen geringeren Trockensubstanzgehalt und riecht beim Kochen unangenehm aus dem Topf.

Versorgungsstrategie Bei der Jungpflanzenanzucht sichern Substrate mit Gütesiegel die gute Versorgung. Jungpflanzen vor dem Auspflanzen mit einer Startdüngung versehen bzw. einen möglichst großen N-Vorrat mit aufs Feld geben. Für das Anwachsen auf dem Feld ein angemessenen Mindestvorrat sicherstellen. Das N-Angebot im Feld mit Hilfe von Nmin-Messungen, Abschätzung der N-Mineralisierung und N-Düngung sicherstellen. Optimierungsbemühungen:

Zink

Mangel In der Praxis tritt Zn-Mangel sehr selten auf. Mangelsituationen ergeben sich vor allem auf sehr kalkhaltigen und phosporreichen Böden. Kalte Böden erschweren die Zn-Aufnahme. Weißkohl zeigt von den Kohlarten als erster Mangelsymptome. Bei starkem Mangel verformen sich die Blätter extrem löffel- bzw. tassenartig. Die älteren Blätter verfärben sich bronzeartig.

Überversorgung Eine Überversorgung mit Zink ist nicht bekannt.

Bekämpfungsstrategien Bei Mangelsituationen eine Pflanzenanalyse durchführen lassen. Pflanzengehalte von 30 mg Zn je kg sind normal und anzustreben.

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