Kräutergarten

Aus Hortipendium
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Kräutergarten im Freilichtmuseum Klockenhagen
Das Kräuterbeet ist die einfachste und sicher verbreitetste Art, seine eigenen Kräutergarten zu erstellen. Der Nachteil des Kräuterbeetes liegt darin, dass es einen “Einheitsstandort” für Kräuter mit unterschiedlichen Ansprüchen bietet. So werden optimal versorgte und standortgerechte Kräuter besonders üppig, während die anderen Kräuter nur kümmern. Eine Alternative und attraktive Gestaltungsmöglichkeit zum Kräuterbeet ist die Ansiedlung von Kräutern in Staudenbeeten oder Kleinstrauchrabatten. So eignen sich bespielsweise für einen Steingarten alle Kräuter, die auch auf der Spitze der Kräuterspirale ihren Platz hätten. Dazu zählen neben Thymian, Oregano und Rosmarin auch das Bergbohnenkraut. Im Gegensatz zum Steingarten kann der sehr dominante Liebstöckel mit seiner stattlichen Höhe von 1,5 m unter Umständen für den Gartenteich einen schönen Hintergrund bilden, zumal er auch feuchte Böden liebt. Hier wäre auch ein geeigneter Platz für den Sauerampfer. Eine nahezu klassische Kombination stellen Lavendel und Rosen dar. Der blau blühende Borretsch ist sehr apart in einer gemischten Staudenrabatte. So können Kräuter auch in "Motto"-Gärten ihren Platz finden. Neben Bauern- und Klostergärten, in denen sie ohnehin fester Bestandteil sind, bietet z. B. auch der “Duftgarten” ein weites Feld.

Die Kräuterspirale

Kräuterspirale
Die Kräuterspirale ist eine Möglichkeit, Kräuter dekorativ in die Gartengestaltung mit ein zu beziehen bzw. sie auf engstem Raum anzupflanzen. Diese Form des Kräutergartens findet selbst im kleinsten Garten ein Plätzchen, sei es neben der Terrasse oder im Vorgarten. Aus Abbruch- oder Natursteinen wird eine spiralförmige Trockenmauer errichtet. Die Zwischenräume von Trockenmauer zu Trockenmauer werden mit Bauschutt gefüllt, der nur mit wenig Gartenerde vermischt bzw. abgedeckt wird. So entsteht auf kleinster Fläche optimale Anbauvoraussetzungen für die unterschiedlichsten Kräuter: Vollsonnige Lagen mit magerstem, durchlässigem Boden auf der Spitze und halbschattige Lagen mit gutem Gartenboden am Mauerfuß.

Ausführliche Informationen zum Bau und zur Pflege einer Kräuterspirale gibt es im Ratgeber Kräuterspirale von Natur im Garten.

Mobile Kräutergärten

Mobile Kräutergärnten sind vor allem dann interessant, wenn kein Garten vorhanden ist bzw. das Kräuterbeet nur fern der Küche angelegt werden kann. Am Hauseingang, auf der Terrasse oder dem Balkon findet sich immer eine Möglichkeit, in einem Balkonkasten, einem Kübel oder einem Blumentopf Kräuter zu kultivieren. Besonders dekorativ sind sogenannte Kräuter- oder Erdbeertöpfe aber auch jeder “einfache” Blumentopf eignet sich dafür. Da diese Gefäße relativ klein sind und folglich die darin enthaltene Erde wenig Feuchtigkeit speichern kann, muß man hier entweder bevorzugt die trockenheitsliebenden Steingartenkräuter einpflanzen oder eine gleichmäßige Bewässerung sicherstellen. Basilikum und Petersilie sollten schon in ein Gefäß mit mehr Erde gepflanzt, regelmäßig gegossen und nicht gerade an der Südseite aufgestellt werden.

Zimmerkräutergarten

Zimmerkräutergärten sind die ganzjährige Alternative für Haushalte, die weder Garten noch Balkon ihr eigen nennen. Viele nutzen diese Möglichkeit aber auch, um sich im Winter mit frischen Kräutern zu versorgen.
Helle Fensterfronten und Wintergärten sind ideal dafür, warme Wohnräume sind weniger geeignet. Schnell wachsende Kräuterarten wie Kresse, Senf, Rucola, Dill, Kerbel und Portulak können in Folgesätzen ausgesät werden. Über Winter läßt sich auch Schnittlauch sehr gut auf der Fensterbank antreiben. Dazu kann man den Schnittlauch im Garten abstechen und eintopfen. Damit er aber das Signal “Frühjahr” erhält, muß er erst durch frieren. Dazu stellt man den Topf am besten über Nacht ins Gefriergerät. Anschließend an einem warmen Ort aufgestellt fängt er an zu treiben und man kann nach Bedarf ernten.

Übersicht über wichtige Kräuter des Hausgartens

Einjährige Kräuter

Die einjährigen Kräuter werden im Frühjahr ausgesät. Sie entwickeln sich zügig und setzen schon bald Blüten an. Nach der Samenreife sterben sie oft schon über den Sommer ab, einige spätestens nach dem ersten Frost. Im nächsten Jahr müssen sie erneut ausgesät werden, oder man wartet ab, wo der Auflauf der angefallenen, reifen Samen des Vorjahres erfolgt. Zu den einjährigen zählen:

Zweijährige Kräuter

Zweijährige Kräuter werden ebenfalls im Frühjahr gesät. Im ersten Standjahr bilden sie jedoch nur Blätter und Stängel, die Blüten- und Samenbildung erfolgt erst nach der Überwinterung im zweiten Jahr. Danach stirbt die Pflanze ab.

Ausdauernde Kräuter

Diese Kräuter überwintern regelmäßig und treiben im kommenden Frühjahr aus den verholzten Teilen oder aus Wurzelstöcken erneut aus. Einige Arten verlieren über Winter die Blätter, andere bleiben wintergrün. Eine Teilung der Wurzelstöcke ist meist erst nach mehreren Jahren nötig (zur Verjüngung oder beim Umpflanzen). Ausdauernde Kräuter sind z.B.:

Was es zu beachten gibt

In manchen Sommern bereiteten einige Kräuter, insbesondere Petersilie und Dill, Gartenbesitzern Probleme. Die beiden Kräuterarten wollen einfach nicht wachsen und kümmern so vor sich hin. Schließlich zeigen sie gelbe oder rötliche Blätter und sterben allmählich ab. Obwohl diese Symptome hauptsächlich bei Petersilie schon seit langem bekannt sind, ist die Ursache dieses Problems in den meisten Fällen unklar. Nur bei wenigen Proben gelingt es, die typischen Pilzkrankheiten dieser beiden Kräuter oder gar Schädlinge wie Fliegenmaden, Käferlarven, Milben oder Nematoden nachzuweisen. Weitaus häufiger lässt sich aber keine direkte Ursache an den vergilbten, kümmernden Kräuter erkennen. In diesen Fällen muss man davon ausgehen, dass die Wachstums- und Kulturbedingungen nicht optimal sind. Dies wird vor allem auch dann ersichtlich, wenn sich die Petersilie in Nachbars Garten - einige Schritte entfernt - in saftigem Grün präsentiert.

Achtung, Verwechslungsgefahr: auch in scheinbar reinen Bärlauchbeständen können sich giftige Aronstabpflanzen finden.

Dill stammt aus dem Mittelmeerraum und hat Anbauansprüche, die mit denen der Petersilie vergleichbar sind. Der Boden sollte tiefgründig sein und über eine gute Wasserführung verfügen. Staunässe durch häufiges, übermäßiges Gießen ist unbedingt zu vermeiden. Meist kommt der Dill nach der ersten Aussaat von Jahr zu Jahr durch Selbstaussaat wieder. Im Gemüse- oder Kräutergarten wirkt er eigentlich nirgends störend, so dass er oft zwischen anderen angebauten Kulturen zu finden ist.

Die Petersilie ist eine Pflanze, die aus dem Mittelmeerraum stammt und dort an feuchten, steinigen Standorten (Peter = Fels, Silium = Sellerie) zu finden ist. Unsere heutigen Kulturarten bevorzugen maritimes Klima mit gemäßigter Temperatur und hoher Luft- und Bodenfeuchte. Gerade diese Ansprüche werden in den hier oft trockenen, heißen Sommern nicht erfüllt. Der Boden sollte tiefgründig und humos sein, um eine gleichmäßig gute Wasserversorgung ohne Staunässe sicherzustellen. Eine Aussaat an halbschattigen Stellen im Garten wirkt sich günstig aus, denn während der Keim- und Auflaufphase, die mit vier bis fünf Wochen ausgesprochen lange andauert, dürfen die Keimlinge keinesfalls im Boden austrocknen. Treten trotz dieser Hinweise, die auch auf den Samenpackungen nachzulesen sind, künftig noch Probleme bei der Anzucht von Petersilie auf, sollte der Zukauf von Jungpflanzen in kleinen Erdpresstöpfchen erwogen werden. Diese kleinen Pflänzchen können in einem lockeren Boden eingepflanzt und bis zur Schnittreife weiter kultiviert werden. Die auf den Märkten und in Ladenketten angebotenen, von dünner bedruckter Folie umhüllten Kräutertöpfchen eignen sich nicht für eine Weiterkultur, weil diese Petersilienpflanzen meist nicht ausreichend abgehärtet sind. Zum Schluss der wichtigste Anbauhinweis: Petersilie ist hochgradig selbstunverträglich! Auf einer Fläche sind daher Anbaupausen von vier bis fünf Jahren unbedingt einzuhalten. In dieser Zeit sollten auch keine anderen Doldengewächse, wie Möhren, Sellerie oder Dill angebaut werden.

Bärlauch-Liebhaber lebt man unter Umständen gefährlich. Denn immer wieder kommt es zu Verwechslungen mit den giftigen Blättern des Aronstab. (siehe auch Gefahren beim Bärlauchverzehr)


Ernte im Kräuterbeet

Blattkräuter sollten dann geerntet werden, wenn sie am aromatischsten sind:

Siehe dazu auch Küchenkräuter.

Kräuter im Winter

In raueren Lagen sind die etwas kältempfindlicheren Arten wie Pfefferminze, Estragon, Thymian oder Oregano für etwas Winterschutz durch eine leichte Abdeckung mit Tannenreisig dankbar.
Zimmerkräutergärten sind im Winter eine Möglichkeit , um sich mit frischen Kräutern zu versorgen. Helle Fensterfronten und Wintergärten sind ideal dafür, warme Wohnräume sind weniger geeignet. Schnell wachsende Kräuterarten wie Kresse, Senf, Rucola, Dill, Kerbel und Portulak können in Folgesätzen ausgesät werden.
Über Winter läaat sich auch Schnittlauch sehr gut auf der Fensterbank antreiben. Dazu kann man den Schnittlauch im Garten abstechen und eintopfen. Damit er aber das Signal “Frühjahr” erhält, muss er erst durch frieren. Dazu stellt man den Topf am besten über Nacht ins Gefriergerät. Anschließend an einem warmen Ort aufgestellt fängt er an zu treiben und man kann nach Bedarf ernten.


Siehe auch in Hortipendium

Quellen

Gartenakademie Rheinland-Pfalz