Kohleule

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Kohleule
Mamestra brassicae
Synonyme
Barathra brassicae
Kohleule-Kreiselmaier.JPG
Kohleulenraupe
Systematik
Klasse Insekten
Insecta
Unterklasse höhere Insekten
Pterygota
Ordnung Schmetterlinge
Lepidoptera
Unterordnung Glossata
Überfamilie Noctuoidea
Familie Eulenfalter
Noctuidae

Die Kohleule (Mamestra brassicae) ist ein Schmetterling, der in einigen Freiland- und Gewächshauskulturen als Schädling auftritt. Neben Kopfkohlen und Tomaten im Gemüsebau werden im Zierpflanzenbau einige krautige Pflanzen als Nahrungsquelle bevorzugt.

Biologie des Schädlings

Die Flügelspannweite des Falters beträgt 4-5 cm, die Flügel sind grau-braun, die Vorderflügel weisen eine wellenartige Musterung auf. Die Raupe wird bis zu 5 cm lang, sie wechselt ihre Farbe von grünlich nach braun und ist seitlich mit hellgelben Streifen versehen. Beispielhaft ist hier die Entwicklung auf Kopfkohl beschrieben: Die Kohleule bildet pro Jahr 2 Generationen aus. Da die Kohleule als Puppe im Boden überwintert, tritt sie im Frühjahr/Frühsommer zuerst als Falter in Erscheinung. Zwischen Mai und Juli schlüpfen die überwinternden Falter aus dem Boden. Die Präovipositionsperiode (Dauer zwischen Puppenschlupf und Eiablage) beträgt bei Kohleulen im Durchschnitt eine Woche. Danach legen die begatteten Weibchen etwa 600 Eier in Gruppen auf die Blattunterseiten der Kohlpflanzen ab. Nach 10 Tage schlüpfen die 3 mm langen Raupen. Sie fressen zuerst an der Blattunterseite und hinterlassen dort den typischen Fensterfraß, der sich mit zunehmendem Wachstum der Larven zum Skelletierfraß erweitert. Nachdem die Larven das letzte Larvenstadium erreicht haben, verpuppen sie sich im Boden.

Schematische Darstellung des Entwicklungszykluses der Kohleule (Mamestra brassicae)


Ab August schlüpfen die Falter der neuen Generation und die Zyklus beginnt erneut. Die begatteten Weibchen legen ihre Eier ebenfalls an den Unterseiten der Kohlblätter ab. Im Unterschied zu der 1. Generation im Frühsommer fressen die Raupen der 2. Generation nicht nur an den Blättern sondern auch im Kohlkopfinnere und hinterlassen dort auffällige Kotspuren. Je nach Anzahl der Raupen ist der Kohlkopf so zerfressen, dass er nicht mehr verwendet werden kann. Nachdem sie alle Larvenstadien durchlaufen haben, verpuppen sich die Kohleulen im Boden und überwintern dort bis zur nächsten Jahr.

Bilder von der Kohleule

Bekämpfung im Erwerbsanbau

Der z.B. im Kohlanbau sehr bedeutende Kohleulen-Schädling wird meistes mit Insektiziden bekämpft. Bei einem verstärken Auftreten der Raupen (Oberhalb der Schadschwelle) kann eine Spritzung mit einem zugelassenen Insektizid, den meist zu erwartenden Großschaden verhindern. Wer, wie z.B. im Bioanbau, auf Insektizide verzichten will, kann die Pflanzenbestände mit einem Schutznetz bedecken und so einen Raupenbefall verhindern.


Regulierung im Hausgarten

Die Kohlköpfe können vorbeugend durch Kulturschutznetze abgedeckt werden. Bei einem starken Befall und ohne Einsatz von Pflanzenschutzmittel können die Raupen per Hand von den Pflanzen abgesammelt werden. Eine Liste der aktuell zugelassenen Insektizide im Gemüsebeet bekommen Sie hier


Literaturrecherche

Recherche: „Mamestra brassicae“ Vifabio: Mamestra brassicae

Recheche in Hortigate: Mamestra

Siehe auch in Hortipendium'

Videos online im Internet

Weblinks