Klimawandel im Gemüsebau

Aus Hortipendium
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Mögliche negative Effekte durch die Klimaveränderung im Freilandgemüsebau

Gärtner, Bauern und Förster bemerken bei ihrer täglichen Arbeit in und mit der Natur, immer deutlicher, dass es eine Klimaverändung gibt. Schon seit einigen Jahren wird immer klarer und auch durch Daten belegbar, dass die zu beobachtende Klimaerwärmung Folgen für den Gemüsebau hat. Internationale Klimaforscher gehen davon aus, dass die heutige Klimaveränderung vorwiegend Menschen gemacht ist.
Mildere Winter, heißere Sommer sowie extremere Wettererscheinungen sind Beispiele der Beobachtungen.
Was ist zu tun? Wie geht es weiter? Im Folgenden eine Darstellung schwerwiegender negativer sowie einiger positiven Entwicklungen.

Inhaltsverzeichnis

Wie verändert sich das Klima?

Globale Temperaturentwicklung

Weltweit gehen die meisten Klimaforscher davon aus, dass es eine vorwiegend menschengemachte Klimaveränderung gibt.

Allgemeine Datenbasis

Vergleich der Temperaturentwicklung in Deutschland (DWD) und weltweit (NOAA) im Zeitraum 1881 bis 2019, dargestellt als jährliche Abweichung gegenüber dem Mittelwert des Zeitraums 1961-1990

Zu erwartende Entwicklung in Deutschland

Mittlere Jahrestemperaturen in der Schweiz 1750 bis August 2013 als gleitende 12-Monatsmittel, 10-Jahresmittelwerte (rot).

Zu erwartende Entwicklung in Rheinland-Pfalz

Zu erwartende Entwicklung in Österreich

Zu erwartende Entwicklung in der Schweiz

Klimaatverandering in Nederland

Aarlijke gemiddelde temperaturen in De Bilt (NL) tussen 1706 en 2017.

Auch in den Niederlanden spürt man die Klimaveränderung. Staatliche und nichtstaatliche Stellen haben die zu beobachtenden Veränderungen dokumentiert und Pronosen für weitere die Entwicklung abgegeben. Auch werden die Gründe für die Klimaveränderung aufgeführt und Vorschläge für die notwendigen Anpassungen gemacht.


Klimaveränderungen in früheren Zeiten

Schon in den vergangenen Jahrunderten hat sich das Klima mehrmals verändert. Welche Folgen das hatte zeigen die folgenden Berichte und das Video.


Zu erwartende, negative Effekte für den Freiland-Gemüseanbau

Zunehmende Temperaturen sowie längere Hitze-, Trocken- oder Regenperioden bringen eine Reihe von Schwierigkeiten für den Freilandgemüseanbau mit sich.

Extreme Hitzeperioden werden häufiger auftreten

Spaltöffnung: Probleme bei Extremtemperaturen und Wassermangel

Wie die langjährigen Temperaturaufzeichnungen zeigen, gibt es einen Trend zu höhen Temperaturen und Perioden mit gleichbleibendem Wetter. Die so auch vorkommenden, mehrwöchigen Hitzeperioden, oft auch noch ohne Niederschläge, sind für den Gemüsebau eine große Herausforderung und können großen Schaden anrichten. Forscher berichten, dass Pflanzen, je nach Art, bei 35-40°C ihr Wachstum einstellen. Solche Werte kommen inzwischen auch in unseren Breiten öfter vor. In Kombination mit Wassermangel sind für die Pflanzen extrem gefährlich. Die Pflanzen schließen ihre Spaltlöffnungen und es kommt zu Problemen bei der Photosynthese.

Besonders kritische Situationen

  • Beim Anbau von Blumenkohl Vernalisationsprobleme.
  • Beim Anbau von Brokkoli Qualitätsprobleme bei der Blumenbildung.
  • Innenbrand bei Kopfsalate.
  • Blattrandnekrosen bei Endivien.
  • Bestäubungsprobleme bei Bohnen, Erbsen, Gurken, Paprika, Tomaten und Zucchini.
  • Abstoßen junger Früchte bei Bohnen, Erbsen, Gurken, Paprika, Tomaten, Zucchini.
  • Frischhaltung von eben gernteten Blattgemüse wird schwieriger.
  • Der Anbau von hitzesensiblen Industriegemüsearten wie Erbsen und Buschbohnen ist gefährdet.
  • Gemüsefrischhaltung nach der Ernte wird schwieriger und aufwendiger.


Bilder: Hitzeprobleme im Gemüsebau


Was tun?
Es erscheint sinnvoll, schon jetzt mit Überlegungen und erste Gegenmaßnahmen, den zu erwartenden Herausforderungen zu begegnen. Diese sind natürlich, je nach Betrieb, Lage, Klimaraum, Art der Fruchtfolge usw. unterschiedlich. Im Folgenden einige Vorschläge und Anregungen.

  • Jederzeitige Beregnungsmöglichkeit ausbauen.
  • Wassersparende Bewässerungsmöglichkeiten wie Tropfbewässerung usw. bevorzugen.
  • Wasserverluste bei der Bewässerung minimieren: Mehr nachts beregnen, lieber 1 x 30 mm statt 2 x 15 mm.
  • Sortenversuche bezüglich Stresssicherheit, Wurzelbildung usw. intensivieren.
  • Wurzelbildung und Durchwurzelungstiefe optimieren und verbessern.
  • Krume und durchwurzelbare Bodenschicht vergrößeren.
  • Wenn nötig, Humusgehalt erhöhen.
  • Kühlkapazitäten ausbauen.


Weitere Infos


Zeitlicher und genereller Wassermangel ist zu befüchten.

Wie schon die letzten Jahrzehnte zeigen, kommt es öfter zu niederschlagsarmen Perioden, die aus verschiedenen Gründen, insbesondere den Gemüsebau, Schaden können. Vor allem in Kombination mit extrem hohen Temperaturen sind längere Trockenperioden z.B. bei Einsaaten und Pflanzungen kritisch. Auch werden Stimmen laut, die eine Absenkung des Grundwasserspiegels befürchten.

Besonders kritische Situationen im Freiland

  • Öfter Keimprobleme bei frische Aussaaten, z.B. von Möhren, Radies, Rucola, Spinat, Zwiebeln usw.
  • Schwierigeres Anwachsen bei Gemüse Pflanzungen, z.B. von Salate.
  • Es wird schwieriger eine ausreichende Blattbildung bei Kohlarten u.ä. zu ermöglichen.
  • Niedrigere Erträge bei unzureichender Wasserversorgung.
  • Eingeschränkte Bewässerungsmöglichkeiten durch Grundwasserabsenkung.


Was tun?
Es erscheint sinnvoll, schon jetzt mit Überlegungen und erste Gegenmaßnahmen, den zu erwartenden Herausforderungen zu begegnen. Diese sind natürlich, je nach Betrieb, Lage, Klimaraum, Art der Fruchtfolge usw. unterschiedlich. Im Folgenden einige Vorschläge und Anregungen.

  • Wassersparende Bewässerungsmöglichkeiten wie Tropfbewässerung usw. bevorzugen.
  • Sortenversuche bezüglich Stresssicherheit, Wurzelbildung usw. intensivieren.
  • Durch Bodenverbesserung eine tiefere Bodendurchwurzelung ermöglichen.
  • Eine stärkere Wurzelbildung und tiefere Bodendurchwurzelung fördern.
  • Wo sinnvoll den Humusgehalt erhöhen.
  • Wasserverdunstung reduzieren durch Biomulch, Sortenwahl, Bestandsdichte usw.


Weitere Infos

Literaturrecherche
Zur Bedeutung des Humus für die bessere Wassernutzung.
Vifabio: Klima und Humus


Häufigere Starkniederschläge werden erwartet

Fachleute gehen davon aus, dass wir in zunehmendem Maße mit Starkniederschläge zu rechnen haben. In dem Artikel "Veränderung der Starkniederschläge in Deutschland". nähere Daten, Fakten und Rückschlüsse.
Extremniederschläge können im Freilandgemüsebau realativ schnell sehr großen Schaden anrichten. Grund dafür ist, dass hier zu allen Jahreszeiten ein Teil der Äcker unbewachsen sind (Schwarzbrache). Auf Grund des satzweisen Anbaus werden zum Teil wöchentlich neue Parzellen besät bzw. bepflanzt. Frisch hergerichtete Felder bzw. Schwarzbrachen generell sind extrem empfindlich bezüglich Starkniederschläge. Haben die Parzellen auch noch eine Gefälle, so ist sehr schnell mit Erosionsschäden zu rechnen.
Starkniederschläge führen auch zu einer Verlagerung von Stickstoff (in Nitratform) in tiefere Bodenschichte. Das sind finanzielle Verluste,gefährdert das gleichmäßige Wachstum und belastet letztendlich das Grundwasser und die Gewässer.

Mögliche negative Effekte

  • Verstärkte Erosionsgefahr.
  • Mehr Schäden durch Wasserstau in Bodensenken.
  • Verschlämmungsgefahr bei frischen Saaten.
  • Stärkere Nitratverlagerung in tiefere Bodenschichten.
  • Öfter Stickstoffmangel bei flachwurzelnde Gemüsearten.
  • Häufigere Erdverschmutzung bei Salate, Blattgemüse, Porree usw.


Bilder: Schäden durch Starkniederschläge


Was ist zu tun?
Es erscheint sinnvoll, schon jetzt mit Überlegungen und erste Gegenmaßnahmen, den zu erwartenden Herausforderungen zu begegnen. Diese sind natürlich, je nach Betrieb, Lage, Klimaraum, Art der Fruchtfolge usw. unterschiedlich. Im Folgenden einige Vorschläge und Anregungen.

  • Bodensenken beseitigen.
  • Felder einebnen, so dass keine Wasserstau mehr möglich.
  • Regenverdaulichkeit erhöhen.
  • Bodenverdichtungen auflösen und vermeiden.
  • Beim Anbau von Flachwurzler, Tiefwurzler in Fruchtfolge aufnehmen.
  • Regenvorhersage verbessern und so Bewässerung frühzeitig stoppen.


Weitere Infos

Extreme Stürme werden wohl zunehmen

Stürme haben im Gemüsebau schon immer wieder mal große Schäden angericht. Mit der derzeitigen Klimaerwärmung ergeben sich jedoch erhöhte Risiken. Bes. gefährlich ist es, wenn Folie oder Vliese auf Hochspannungsleitungen oder Autobahnen fliegen.

Weitere Infos


Bilder: Sturmschäden im Freilandgemüsebau


Was ist zu tun
Es erscheint sinnvoll, schon jetzt mit Überlegungen und erste Gegenmaßnahmen, den zu erwartenden Herausforderungen zu begegnen. Diese sind natürlich, je nach Betrieb, Lage, Klimaraum, Art der Fruchtfolge usw. unterschiedlich. Im Folgenden einige Vorschläge und Anregungen.

  • Warnwetter APP des Deutschen Wetterdienstes oder anderen Anbietern nutzen.
  • Bei Folie- und Vlies-Einsatz vor einer Sturmwarnung die Sicherheit überprüfen.
  • Vliesbedeckungen sind erfahrungsgemäß weniger windgefärdet als Folienbedeckungen.
  • Mehr Windschutzpflanzungen.
  • Längere Brache vermeiden,z.B. durch mehr Gründüngungsanbau.
  • Umfang des vorhandenen Versicherungschutzes überprüfen.



Weitere Infos


Das Risiko Graupel, Hagel, Frühfrost und Spätfrost bleibt

Mit zunehmender Klimaerwärmung könnte man annehmen, das Hagel- und Frostschäden an Bedeutung verlieren. Das ist aber laut verschiedener Studiem, derzeit (2020) nicht zu erwarten. Klimaexperten gehen davon aus dass im Gegenteil extreme Wetterlagen zunehmen werden.

Bilder: Schäden Hagel und Frost

Was ist zu tun
Es erscheint sinnvoll, schon jetzt mit Überlegungen und erste Gegenmaßnahmen, den zu erwartenden Herausforderungen zu begegnen. Diese sind natürlich, je nach Betrieb, Lage, Klimaraum, Art der Fruchtfolge usw. unterschiedlich. Im Folgenden einige Vorschläge und Anregungen.

  • Versicherungsumfang überprüfen und evtl. erweitern.
  • Im Frühjahr nur noch gut abgehärtete Pflanzen setzen.
  • Evtl. kurzfristige Vliesauflage ermöglichen.
  • Frostschutzberegnung


Wird der Anbau von Grünerbsen für die Konservierung unmöglich?

Grünerbsen Vollernter im Einsatz

Der Anbau von Grünerbsen spielt mit 5.429 ha im Jahre 2019 in Deutschland und mit rund 1.300 ha in Österreich eine große Rolle. Die Ernte erfolgt mit Vollenter zum optimalen Erntetermin. Wegen des hochempfindlichen Erntegutes wird dieses so schnell wie möglich in die Frosterei oder Nasskonservenverarbeitung gebracht. Das Erntefenster ist bei dieser Kultur jedoch enorm klein. So stehen für die Ernte nur 1-2 Tage zur Verfügung. Wie die Bilder zeigen, mußte sogar schon in der Vergangenheit zur Qualitätsicherung das Erntegut (die Erbsen) mit Eis gekühlt werden.
Die Firma Iglo schreibt dazu auf ihrer Homepage am 20.07.2020:
"Dieser ganze Prozess – von der Ernte auf dem Feld bis in die Verpackung im Kühlhaus – dauert nur etwa zweieinhalb Stunden."

Zu erwartende Probleme

  • Die Klimaerwärmung und das Risiko längerer Hitzeperioden erschweren den Anbau von Grünerbsen.
  • Bei zunehmender Klimaerwärmung wird das Erntefenster zunehmend verringern.
  • Größere Entfernungen vom Feld zum Verarbeitungsort werden nicht mehr akzeptierbar sein.
  • Insgesamt gesehen erscheint eine Grünerbsenanbau in unseren Breiten zunehmend riskant.

Bilder zur maschinellen Ernte

Was ist zu tun?

  • Anbau von Grünerbsen nur noch in der Nähe der Frostereien bzw. Verarbeitung.
  • Längerfristig eine Verlagerung des Grünerbsenanbaus in Erwägung ziehen.


Der Anbau von Blumenkohl in Hitzeperioden wird schwieriger

Zu hohe Vernalisations-Temperaturen ergeben Qualitätsprobleme
  • Blumenkohl Pflanzen benötigen zur Vernalisation eine Periode mit niedrigen Tempeaturen.
  • In Hitzeperioden der wärmeren Anbauregionen war schon bisher der Blumeanbau risikoreich.
  • Eine Hitzeperiode kurz nach der letzten Pflanzung (Enden Juli) hat schon bisher den Blumenansatz so verzögert, dass es zu einem Totalausfall kam.
  • Das Angebot an Sorten, die in Hitzeperioden sicher vernalisiern, ist begrenzt.
  • Eine der vernalisationssichersten Sorten war im den Jahren 1980-2000 ´Fremont´ (Royal Sluis).
  • Blumenkohl Vernalisations-Daten
  • Das Zuchtziel "sichere Vernalisation in Hitzeperioden" wird an Bedeutung gewinnen!
  • Eine mehrmalige Kurzzeitberegnung während Vernalisationsperiode senkt die Temperatur im Bestand und verbessert bei zu hohen Temperaturen die Vernalisation.
  • Blumenkohl Sortenwahl in Hortipendium
  • Aktuelle Sortenempfehlung der Pfalz in Hortigate.


Häufiger Qualitätsprobleme beim Anbau von Brokkoli

Hitzeschaden Brokkoli

Bei zunehmender Klimaerwärmung wird der Anbau von Brokkoli, vor allem im Sommer und Herbst, schwieriger. Entscheidend dabei sind die Temperaturverhältnisse zur Zeit der Venalisation. Hier ist eine kühle Periode gefragt. Ist es zu der Zeit zu warm, ergeben sich Qualitätsmängel bei der Kopfbildung. Schon in der jüngeren Vergangenheit kam es in Hitzeperioden aus dem Grunde zu Totalausfällen.

Was ist zu tun?

  • Hitzetolerante Sorten auswählen.
  • Zuchtziel "sicherer Vernalisation" gewinnt an Bedeutung.
  • Kühlende Kurzintervalberegnung kann Vernalisation verbessern.


Bilder: Zu hohe Temperaturen zur Vernalisation


Die Rhabarber Ernteverfrühung wird risikoreicher

Rhabarber Verfrühung wird schwieriger
  • Ein großteil der Rhabarber Bestände werden im Januar/Februar zur Ernteverfrühung mit Folie bedeckt.
  • Rhabarberpflanzen benötigen, bevor sie im Frühjahr austreiben, eine kühle Periode mit einer bestimmen "Kältesumme".
  • Die benötigte "Kältesumme" ist sortenabhängig
  • Rhabarber-Verfrühung Berechnung der Rhabarber-Kältesumme.]
  • Mit zunehmenden Wintertemperaturen kann die Folienbedeckung der Bestände evtl. erst später erfolgen.
  • Ein Programm zur aktuellen Rhabarber-Kältesumme könnte den Folienauflage-Termin optimieren.
  • Das Zuchtziel "Verringerung der nötigen Kältesumme" gewinnt an Bedeutung


Wärmeliebende Unkräuter gewinnen an Bedeutung

Die Unkrautbekämpfung im Gemüsebau erfordert immer noch einen enormen Aufwand an Arbeitsstunden und Kosten. Vielfach wird noch Handarbeit nötig. Mit zunehmenden Temperaturen gewinnen wärmeliebenden Unkräuter an Bedeutung. Um mit ihnen fertig zu werden, ist es wichtig, sie genau zu kennen.

Wichtige, wärmeliebende Unkräuter sind

Weitere Infos

Die Unkrautarten im Bild



Wärmeliebende Schädlinge bekommen bessere Bedingungen

Schon seit Jahren beoachten Gemüseanbauer eine Zunahme einiger Wärme- und Trockenheit liebende Schädlinge. Dazu gehören u.a. Wanzen, Thripse und Spinnmilben.

Bilder: Wärmeliebende Schädlinge

Weitere Infos


Gründüngungsanbau nur noch mit Beregnung?

Luzerne, bes. trockenheits-tolerant.

Der Anbau von Gründüngungskulturen ist insbesondere im Freiland-Gemüsebau von Großer Bedeutung. Verbesserung der Bodenverhältnisse, Bindung von auswaschungsgefährdetem Nitrat, Auflockerung der Fruchtfolge, Verbesserung der Humusversorgung, Bindung von Luftstickstoff und Erosionsschutz sind die wichtigsten Anliegen. Auf Grund des satzweisen Gemüseanbaus liegen verschiedene Parzellen zu unterschiedlichen Jahreszeiten Brach und werden dann evtl. mit einer Gründüngungskultur bestellt. Fällt der geplante Saattermine eine Trockenperiode so wird für einen erfolgreichen Anbau eine Beregnung nötig. Bei zunehmender Klimaerwärmung, mit vermutlich längeren Trockenperioden, wird der Anbau von Gründüngungskulturen schwieriger. Insbesondere in den niederschlagärmern Regionen wird der Anbau kaum noch ohnen Beregnungsmöglichkeiten möglich sein.
Des Weiteren wird man auch den unterschiedlichen Wasserbedarf der einzelnen Gründungungsarten mehr Beachtung schenken müssen.

Siehe auch in Hortipendium


Zu erwartende positive Effekte für den Freiland-Gemüsebau

Die zu beobachtende Klimaerwärmung bzw. Klimaveränderung hat neben den vielen negativen Effekten auch einige planzenbauliche Vorteile. Diese sollten wir näher analysieren und nach Möglichkeiten suchen, sie zu nutzen. Vorteilhaft wäre dabei noch bessere Klimadaten zu bekommen.

Möhrenernte nun auch im Winter?

Die Ernte der letzten Möhrensätze sowie der Lagermöhren erfolgte bisher im immer im Herbst. Mit zunehmenden Wintertemperaturen, ergibt sich mehr und mehr die Möglichkeit die Ernte teilweise über den ganzen Winter zu verteilen. Profitieren werden davon vor allem die wärmeren und niederschlagsärmeren Regionen und die Betriebe mit leichteren Böden.
Im Großbritannien, mit seinen milden Wintern ist die Winterernte bzw. eine Feldüberwinterung schon lange Standard. Dort werden die Möhren-Bestände u.a. mit Vliese und Strohauflage vor extreme Fröste geschützt. Erlauben die milderen Winter eine ständig Ernte, so kann weitgehend auf eine Langlagerung der Möhren verzichtet werden. Dadurch können Kosten verringert werden und der CO2-Fußabdruck vrbessert sich.

Verbesserte Möglichkeiten für wärmeliebende Gemüsearten

Eine Reihe von Freiland-Gemüsearten profitieren von höheren Temperaturen. Für solche Arten könnte eine Klimaerwärmung vorteilhaft sein. Vielleicht läßt sich so der einheimische Anbau ausweiten. Die Süßkartoffel ist ein Beispiel für eine wärmeliebende Gemüseart, die inzwische auch in Deutschland angebaut werden kann.

Wärmeliebende Gemüsearten
Bohnen, Gurken, Melonen, Paprika, Süßkartoffeln, Tomaten

Neue Chancen für Winterblumenkohl Anbau?

In Regionen mit milderen Wintern als bei uns spielt der Anbau von Winterblumenkohl eine bedeutende Rolle. Bekannte Anbaugebiete sind die Bretagni n Frankreich, Westflandern in Belgien und Nordholland in den Niederlanden. In den milderern Regionen Deutschlands hat der Anbau von Winterblumen bisher nur eine geringe Bedeutung. Das könnte sich mit der Klimaerwärmung ändern. Mildere Winter machen den Anbau von Winterblumenkohl vielversprechender. Sollte der Trend zu "Reginal+Saisonal" anhalten, so ergeben sich bei uns neue Chancen für den Anbau von Winterblumenkohl.

Bilder: Winterblumenkohl Anbau in der Pfalz


Saisonverlängerung bei kältetoleranten Gemüsearten

Weniger oft Frostschäden bei Winterwirsing

Seit vielen Jahren ist zu beobachten, dass die Winter in unseren Breiten milder geworden sind. Weniger Frost und in den milderen Region, wie z.B. dem Rheintal, kaum noch Schnee. Sollte sich der Trend noch weiter fortsetzen, wie Klimaexperten annehmen, so verlängert sich die Ernteperiode, insbsondere bei den kältetoleranten Gemüsearten. Bei den frostsicheren Gemüsearten wie z.B. Feldsalat, Spinat und Winterwirsing ergeben sich dadurch mehr und mehr Wintertage an denen eine Freilandernte möglich wird.

Mehr Erntetage im Winter, bei
Feldsalat, Grünkohl, Rosenkohl, Winterwirsing und Winterspinat

Verlängerte Erntesaionim im Herbst, bei
Bundzwiebeln, Chinakohl, Endivien, Frisee, Mangold, Rotkohl, Rucola, Stangensellerie und Weißkohl


Weitere Klimaveränderung beachten

Offensichtlich befinden wir uns in einer Periode der Klimaveränderung. Werden sich die bisher dokumentierten Trends fortsetzen oder abschwächen? Gibt es relevante, regionale Entwicklungen? Um frühzeitig auf die zu erwartenden, weiteren Veränderungen gewappnet zu sein, empfiehlt es sich entsprechende Veröffentlichungen zu berücksichten.

Aktuelle Bodenfeuchte in Deutschland

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung mit seinen aktuellen Meßwerten. Auf der Homepage heißt es: "Der UFZ-Dürremonitor" liefert täglich flächendeckende Informationen zum Bodenfeuchtezustand in Deutschland. Auf den Karten sieht man den tagesaktuellen Dürrezustand des Gesamtbodens sowie den des Oberbodens, der schneller auf kurzfristige Niederschlagsereignisse reagiert, sowie das pflanzenverfügbare Wasser im Boden."

Aktuelle Grundwasser Entwicklung

Die Grundwasservorräte in unseren Böden sind von größter Wichtigkeit für unsere Wasserversorgung, aber auch für unsere Landwirtschaft. Im Folgenden Informationsstellen mit aktuellen Daten.

Entwicklung der Erosion in Deutschland

Grundsätzliche ist die Erosion, auch im Freilandgemüse eine ernstzunehmendes Probleme. Mit zunehmender Klimaveränderung mit häufigeren Starkniederschlägen und Trockenperioden kann die Erosion noch an Bedeutung gewinnen.

Veränderungen in der Vegetationszeit

Beobachtungen zeigen, dass sich die Vegetationszeiten der verschiedenen Pflanzenarten verändern. Im Freilandgemüsebau ergeben sich dadurch evtl. Möglichkeiten die Anbausaison zu verlängern. Gleichzeitig kann es bei Kulturen, die eine Bestäubung durch Insekten benötigen, zu Problemen kommen. Werden z.B. auf Grund günstiger Frühjahrsbedingungen und Vlies/Folie-Einsatz Zucchini früher als üblich ausgepflanzt, kann es sein, dass eine Bestäubung durch Honigbienen nur unzureichens möglich ist. Hier können Erdhummeln helfen. Sie fliegen im Gegensatz zu Honigbienen, die erst bei über 10°C bestäuben, auch schon bei niedrigeren Temperaturen. Es erscheint deshalb wichtig und hilfreich das Vorkommen von Hummeln und speziell der Erdhummeln zu unterstützen.


Weitere klimarelevante Infos zum Gemüsebau

Lageberichte zur Situation in 2020


Gemüsebauliche Anpassungsstrategien beim Klimawandel

Forscher und interessierte Bürger sehen schon seit Jahren die fortschreitende Klimaveränderung und haben mit einer Anpassung begonnen. Im Folgenden erste wichtige Anpassungsstrategien, die für den Gemüseanbau in Frage kommen.
Für den Anbau von Gemüse im Freiland gibt es ein Reihe von Möglickeiten, mit den negativen Folgen der Klimaveränderung fertig zu werden.

Sortenwahl weiter optimieren

Die Sortenwahl beim Anbau von Gemüse hat gerade auch bei veränderten klimatischen Verhältnisse eine hervorragende Bedeutung. Eine große Hilfe können, unter anderem, die detaillierten, saisonaktuellen Anbau- und Sortenempfehlung der Gemüsebauberatung der Pfalz sein.

Vorteile einer Gemüse-Sorten-Datenbank nutzen?

Die Sortenvielfalt im Gemüsebau ist erfreulicherweise sehr groß und wird Jahr für Jahr noch durch neue Sorten erweitert. Auf Grund des satzweisen Anbaus, vom Frühjahr bis zum Herbst, müssen die angebauten Sorten mit unterschiedlichen Klimabedingungen zurechtkommen. Des weiteren haben auch das regionale Klima, die örtlichen Bodenverhältnise und die jeweilige Fruchtfolge einen großen Einfluß auf den Anbauerfolg. Hier spielet die richtige Sortenwahl eine hervoragende Rollen. Die jeweils günstigte Sorte zu finden erfordert vom Anbauer wird ein großes Fachwissen und viel Erfahrung. Hier könnte eine landesweite Gemüse-sorten Datenbank eine große Hilfe sein. Geht es doch auch darum, vorhandere Resistenzen und Sorteneigenschaften zu kennen und zu nutzen. Basis für eine Sorten-Datenbank könnte die EU-Sortenliste und die Sortenmerkmale der Zuchtbetreibe sein. Ergänzt mit den ergebnissen aller verfügbaren Sortenversuche ergäbe sich eine beachtliches, hilfreiches Hilfsmittel zur Sortenwahl.

Fruchtfolgeoptimierung digitalisieren

Die vorherrschende Fruchtfolge beim Anbau von Freilandgemüse ist in den meisten Fällen nicht optimal. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil der Gemüsearten zu der gleichen Pflanzenfamilie, den Kreuzblütler, gehören. Vielfach könnte eine Optimierung der Fruchtfolge helfen Pflanzenschutzmittel einzusparen, ausgebrachte Dünger besser auszunutzen und Umweltbelastungen zu minimieren. Vorteilhaft wäre auch, wenn der Freilandgemüseanbau in einer ackerbaulichen Fruchtfolge integriert wäre. Die bestehend Nitrat-Überschußprobleme wären so lösbar. Nach einem Blumenkohlanbau mit hohen Nitratresten in Boden und Blätter, könnt eine nachfolgende, tiefwurzelnde Getreidekultur eine Belastung des Grundwasser minimieren. Weitere Informationen siehe...

Durch eine Digitalisierung der Fruchtfolgeplanungen mit einem entsprechenden Optimierungsprogramm können beachtliche Einsparungen an Pflanzenschutzmittel realisiert werden. Entsprechende Programmpläne liegen vor. In Kombination mit einem bewährten Schlagkartei-Programmen ist eine einfache Nutzung denkbar.

Nachhaltige Gemüsezüchtung vorantreiben

Mit zunehmender Klimaveränderungen entstehen auch neuartige Ansprüche an unsere Gemüsesorten. Des weiteren gewinnen, robuste Sorten, die weniger an Pflanzenschutzmittel-Einsatz erfordern an Bedeutung. Hilfreich wäre es auch, Sorten zu haben, die ein stärkeres Wurzelwerk haben. So wäre ein besser Nährstoffverwertung möglich und unter anderem eine reduzierte N-Düngung möglich. Auch wären solche Sorten auch eher in der Lage Trockenperioden zu überstehen.
Welche Vorteile ein gut erkennbares wurzelwerk haben zeigen der Tomatenanbau, bei dem man veredelte Pflanzen benutzt. Hier haben die verwendeten Unterlagen ein viel stärkeres Wurzelwerk als man es von unveredelten Tomaten kennt. All das spricht dafür, die Gemüsezüchtung verstärkt in Richtung Nachhaltigkeit voranzutreiben. Weitere Informationen dazu....


Was tut sich im Ackerbau und im Forst?

Da die Klimaveränderung alle Bereiche unseres Lebens beeinflußt so ist es oft hilfreich so sehen wie sich die Lage dort enwickelt.
Wie passen sich Ackerbauern der Klimaveränderung an?
Viele Gemüseanbauer und Landwirte haben in ihrem eigenen Betrieb die Folgen der Klimaveränderung gespürt. Mit gezielten Maßnahmen wollen sie gegen steuern, um so die negativen Folgen der Klimaveränderung zu minimieren.
Berichte zu einzelnen Aktivitäten

Von der Entwicklung im Forst lernen
Beim Anbau von Gemüse sind erstaunlich viele Einflußmöglichkeiten gegeben. Bewässerung, schneller Fruchtwechsel, erstaunliche Sortenvielfalt, Schutznetze, Pflanzenschutzmittel sind einige davon. Das kann auch bei der Bewältigung der Klimaveränderung hilfreich sein. Ganz anders ist die Situation im Forst wobei ja vielfach viel extremere Standortbedingungen gegeben sind. Bisher ging man davon aus, dass bestehenden Baumbestände meist 100 und mehr Jahre ohne Lebensbedrohung wachsen konnten. Das ist heute nicht mehr so sicher. Die bisher zu beobachtende Klimaveränderung zeigt sich im Forst deutlicher als im Gemüseanbau. Wer sich im Gemüsebau mit der Klimaveränderung beschäftigt, sollte auch immer wieder mal auf die Entwicklung im Frost schauen.

Wie geht es dem Wald? Aktuelle Lageberichte



Wie die Klimaerwärmung aufhalten bzw. reduzieren ?

Im Folgenden eine Auswahl einheimischer und internationaler Vorschläge zur Reduzierung der Klimaerwärmung (Stand 17.07.2020).