Kalettes Kohlröschen im Hausgarten

Aus Hortipendium
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Typische Kohlröschen

Kalettes oder auch Kohlröschen genannt ist eine neuen Gemüseart, die an rosenkohlähnlichen Pflanzen wächst. Anstelle der festen Mini-Kohlköpfchen entwickelt sich hier, in jeder Blattachsel, eine kleine, lockere Kohlrosette.
Die neue Kohl-Kreation wurde vom britischen Saatguthaus „Tozer Seeds“ gezüchtet. Es handelt sich um eine Kreuzung von Rosenkohl und Grünkohl. Die Firma bezeichtet ihre neue Gemüseart mit dem geschützten Namen "Kalettes".

Die Kohlröschen-Pflanzen werden etwa 80-100 cm hoch. Die Pflanzen sind winterhart und können einigen Frost aushalten. Bei extremen Frösten können die Röschen jedoch Schaden erleiden.
Sobald die ersten Röschen ein Größe von 3-4 cm haben kann mit der Mehrmalernte begonnen werden.

Saatgutbezug in Kleinpackungen

Im Internet gibt es einige Anbieter, die Kohlröschen-Saatgut in Kleinpackungen anbieten.

Saatgutanbieter


Kalettes Sorten

Auflistung der vermutlich wichtigsten Sorten mit Daten aus den Internetangeboten vom 1. Febr. 2019. Die angegebene Kulturdauer ist nur ein grob geschätzter Wert, der je nach Region und Wachstumsbedingungen stark variieren kann. Alle Angaben ohne Gewähr.

Sorten
der Firma Tozer
Röschenfarbe
grün, rot oder bi-color
Kulturdauer
Saat bis Erntebeginn
Ernteperiode
Bevorzugte Monate
Pflanzenhöhe
Je nach Wuchbedingungen
Autumn Star F1 grün/rot, bi-color 180 Tage Oktober - November hohe Strünke
Mistletoe F1 grün/rot, bi-color 240 Tage November - Dezember sehr hohe Strünke
Snowdrop F1 grün/rot, bi-color 300 Tage Januar - Februar mittelhohe Strünke



Pflanzen selber anziehen

Beim Anbau von Kohlröschen ist die Verwendung vor vorgezogenen Pflanzen hilfreich. Die Anzucht der Pflanzen ist recht gut im eigenen Garten möglich. Je nach Klimaregion und Wetterlage.....

  • ab April die Saat in einem Kleingewächshaus
  • ab April die Saat in einem Freilandbeet mit Flachbedeckung

April-Aussaaten im Freiland sollte man mit einer Lochfolie oder einem Vlies flach bedecken. Spätere Saaten können zum Schutze vor Schädlingbefall eine Abdeckung mit einem Schutznetz erhalten. Bei einem größeren Pflanzenbedarf, eventuell auch zusammen mit der Saat von andern Kohlarten, sät man in Reihen von z.B. 15-20 cm Abstand. In der Reihe dann die einzelnen Samenkörner im Abstand von 3-4 cm etwa 1-2 cm tief ablegen.

Bilder zur Pflanzenanzucht

Zur Selbstversorgung ist in den meisten Fällen die Zahl der benötigten Kohlröschen-Pflanzen relativ gering. In diesen Fällen kann die Anzucht z.B. in einem Kleingewächshaus in einer Saatkiste, in einem Frühbeetkasten oder einfach in einem Freilandbeet erfolgen. Recht vorteilhaft ist es dabei, eine sogenannte Präzisionsaat bzw. Einzelkornsaat vorzunehmen. Dazu mit Hilfe reifer Komposterde (gesiebt) ein feines Saatbeet erstellen. Dort dann mit Hilfe einer Lochstanze, auf 5 x 5 cm kleine Saatlöcher, etwa 1 cm tief eindrücken. Darin dann, je Loch, 2 Samen ablegen. Die Löcher zustreifen und dann die neue Saat angießen. Danach die Anzucht leicht Feucht halten und dafür Sorgen, dass Temperaturen von möglichst 15-20°C vorherrschen. Bei Bedarf die Aussaat mit einem Vlies, einer Folie oder Glasscheibe schützen. Bei 20°C keimen Kohlröschen innerhalb von 6 Tagen, bei 12°C innerhalb von 10 Tagen, bei 5°C sind es schon 30 Tage.

Sind die Samen gekeimt und haben ihre Keimblätter entwickelt, sollte man die Vereinzelung der aufgelaufenen Saaten vornehmen. Pro Saatstelle sollte nur ein Sämling, und zwar der kräftigste, stehen bleiben. Nach 3-5 Wochen, je nach Temperatur und Bedingungen, haben die Pflanzen etwa 3-4 Laubblätter entwickelt und sind fertig für das Umpflanzen auf den Endstandort.


Feldauswahl, Fruchtfolge, Fruchtwechsel und Feldhygiene

Kohlröschen haben eine sehr großen Pflanzenaufwuchs. Um einen guten Anbauerfolg zu erzielen ist eine ausreichende Düngung und bei Bedarf auch Bewässerung hilfreich. Vorteilhaft ist der Anbau auf tiefgründigen, humosen, mittelschweren Böden. Wegen der Kohlherniergefahr sollte der pH-wert je nach Bodenart im oberen Breich, bei etwa 7,0 bis 7,5 liegen. Ein größerer Komposteinsatz ist in den meisten Fällen vorteilhaft. br> Im Rahmen der Fruchtfolge sind Kohlröschen relativ gut selbstverträglich. Bei einem jährlichem Anbau von Kohlarten und ihre Verwandten aus der Kreuzblütlerfamilie kann es jedoch langfristig zu einer Reihe von sehr ernsthaften, bodenbürtigen Problemen kommen. In erster Linie sind dabei Kohlhernie, Xanthomonas und Verticillium zu nennen. Wer langfristig Kohlröschen im eigenen Garten anbauen will, sollte deshalb eine möglichst weite Kreuzblütler-Fruchtfolge einhalten. Das heißt, möglichst kein Anbau nach [Blumenkohl]], Brokkoli, Chinakohl, Kohlrabi, Kopfkohl, Radies, Rettich, Rosenkohl oder andere Verwandte. Wer Kohlarten bzw. Kreuzblütler-Gemüsearten anbaut sollte auch keine Kreuzblütlerarten als Gründüngungskulturen nehmen. Durch einen zu häufigen Anbau verwandter Pflanzenarten würde man sonst das Auftreten der verschiedenen Kohlkrankheiten und Schädlinge zu stark fördern.

Bilder Fruchtfolge Aspekte

Bei der Optimierung der Fruchtfolge erscheinen Porree, Zwiebeln, Zucchini, Zuckermais und die Gründüngungsarten wie Futterhirse, Phacelia und Kleegrasgemische bes. vorteilhaft.
Um langfristig erfolgreich Gemüse und in diesem Falle Kohlröschen in seinem Garten anbauen zu können ist auch eine sorgfältige Feldhygiene nötig bzw. vorteilhaft. Baut man z.B. in seinem Garten relativ viele Gemüsearten aus der Kreuzblütlerfamilie (Brassicaceaen) an, ist sie besonder wichtig. Ziel dabei ist es, vorbeugend alles Sinnvolle zu unternehmen, um die Verbreitung, Vermehrung von Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern zu minimieren. Gefährliche Pflanzenteile usw. unbedingt entsorgen und keinesfalls auf den eigenen Kompost bringen. Beim Anbau von Kohlarten bzw. Kohlröschen ist dabei besonders wichtig:

  • Nach Ernteende die Strünke ausgraben entsorgen!
  • Kranke Pflanzenteile schon während der Kultur oder spätestens nach der Ernte entsorgen!
  • Unkräuter nie Samen bilden lassen, wenn doch vorhanden, entsorgen!


Pflanzung und Anwachshilfe

Pflanztermin: Je nach Region und Sorte etwa Mai-Juni. Um die standfestigkeit der Pflanzen zu erhöhen kann man sie durchaus einige Zentimeter tiefer pflanzen als sie bei der Pflanzenanzucht standen.

Bestandsdichte-Planung

  • Abstand z.B. 60 x 60 cm
  • Bestandsdichte: etwa 2,5 Pflanzen je qm
  • Bei größerer Pflanzmege empfiehlen sich Doppelreihen-Pflanzung
  • Alle zwei Reihen ein größerer Reihenabstand von z.B. 100 cm zur Erleichterung der Handernte


Nach der Pflanzung kräftig angießen. Der Boden sollte danach auf etwa 30 cm Tiefe gut durchfeuchtet sein, damit die Wurzelbildung in tiefere Bodenschichten möglich wird. In den ersten vier Wochen können die Pflanzen etwa 30 cm Boden teif den Boden durchwurzel, dazu benötigen sie eine gute Bestandspflege.


Pflanzenschutz

Schutznetze können helfen

Kohlröschen-Pflanzen können von den meisten, bekannten Kohl-Krankheiten und -Schädlingen befallen und geschädigt werden.
Ist erfahrungsgemäß mit einem starken Befallsdruck durch Kohlfliegen zu rechnen, kann das Anlegen von Strunkmanschetten (siehe Foto) vor einem Schaden helfen. Kommt es in der Region häufig zu einem starken Schaden durch Kohlraupen, und ähnlichen Schädlingen kann ein Bestandsschutz mit einem Insekten-Schutznetz hilfreich sein.
Hat man nur wenige Kohlröschen-Pflanzen in seinem Garten kann bei einem Schädlingsbefall oft ein Ablesen der Schädlinge helfen. Dazu ist aber ein wöchtliche Befallskontrolle nötig. Bei einem Befall durch die Weiße Fliege, kann z.B. das Abspritzen mit der Wasserschlauchdüse helfen. Beobachtungen haben gezeigt, dass durch einen starken, stürmischen Gewitterregen alle tierischen Schädlinge an Kohlpflanzen beseitigt wurden.


Benötigen Kohlröschen Frost bevor sie gut schmeckt?

Viele Verbraucher meinen, dass Kalettes erst richtig schmeckt, wenn er einen Frost erlebt hat. Tatsächlich spielt der Frost jedoch keine Rolle, sondern es kommt darauf an, dass die Pflanzen eine Periode mit bestimmten, niedrigen Temperaturen erlebt haben. Unter solchen Bedingungen wird weiterhin, im Rahmen der Photosynthese, Zucker gebildet. Die Umwandlung in Stärke, mit Hilfe des Enzyms Phosphofructokinase, ist jedoch verlangsamt, so dass der Zuckergehalt ansteigt.
Die Zuckeranreicherung bzw. Geschmacksverbesserung kann nur bei aktiven Pflanzenwachstum stattfinden, demnach ist auch durch eine Tiefgefrierung keine Geschmacksverbesserung zu erwarten.
Im Vergleich zu Rosenkohl und Grünkohl ist zu beoabachten, das Kalettes Kohlröschen, unabhängig von den vorhandenen Temperaturen im Feld, einen recht angenehmen, milden Geschmack haben.


Kohlröschen in der Küche

Die geertneten Kohlröschen auf Mängel kontrollieren. Etwa vorhandene gelbe Blätter entfernen und bei Bedarf unschöne Schnittstellen nachschneiden. Danach die Röschen kurz unter dem Wasserhahn abbrausen, trocknen und dann entweder dünsten, braten, kochen oder auch roh als Salat zubereiten. Vorteil, Kohlröschen bleiben auch nach der kurzen Blanchierung knackig.

  • Im Topf etwa 3-5 Minuten in Salzwasser kochen und danach kurz abschrecken un dwürzen.
  • In der Pfanne (Wok) 2-3 Minunten mit etwas Öl braten und würzen.

Rezepte



Wert als Nahrungsmittel

Kalettes sind sehr vitamin- und mineralstoffreich und zeichnen sich auch durch ihre sekundären Pflanzenstoffen aus. Sie sind besonders reich an Vitamin K, Vitamin C und Vitamin B6. Vorteilhaft ist auch der geringe Kaloriengehalt. Er liegt im Bereich von 45 Kal. pro 100 g.
Der Verzehr von Kalettes kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.

Kalettes Videos

Die Entstehungsgeschichte der Kalettes

Allgemeine Infos

Anbautipps

Selbstversorger und Zubereitung

Gesundheitsaspekte


Weblinks


Siehe auch in Hortipendium