Gurken Schadbilder

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Spinnmilbenbefall an Gurken
Echter Mehltau

An Gurken können während der Kultur unterschiedliche Erkrankungen und Schadbilder auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Nichtparasitäre Ursachen

In diesem Kapitel werden Schadbilder aufgelistet, die nicht durch Pilze, Viren, Bakterien oder Schädlinge hervorgerufen werden. Ursache für diese Schadbilder sind in der Regel starke Temperaturschwankungen (Hitze- oder Kälteschock), starke Bodenfeuchteschwankungen, Mangelerscheinungen (Licht, Wasser und Nährstoffe) und/oder hohe Salzkonzentrationen durch Überdüngung.

Abstoßen junger Gurken

Abgestoßener Fruchtansatz

Hier handelt es sich um eine nichtparasitäre Krankheit. Durch eine Stress-Situation versucht die Pflanze sich selber vor einer Überlastung zu schützen.
Bei gut entwickelten Gurkenpflanzen kommt es oft zu einem massenhaften Fruchtansatzt. In den meisten Fällen sind solche Pflanzen nicht in der Lage, alle diese Früchte optimal zu versorgen bzw. voll auszubilden.
Kommt es dann auch noch Stress durch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen, ein zu viel oder zu wenig an Wasser bzw. Nährstoffen, schaltet die Pflanze auf einen "Notkonzept" um.
Ein Großteil der jungen Fruchtansätze wird nicht mehr ausreichend vrsorgt, so dass sie absterben. Ein Ähnliche Verhalten bei vielen anderen Pflanzenarten wir z.B. beim Apfelbaum.
Was tun?
Pflanzen optimal pflegen und versorgen. Bei übermäßigem Fruchtansatz kann es unter Umständne hilfreich sein, einen Teil des Fruchtansatzen zu entfernen.

Bittere Gurken

Die meisten unserer Gurkensorten sind bitterfrei. Nicht bitterfreie Gurkensorte können durch bestimmte Stressfaktoren Früchte bilden, die teilweise oder ganz bitter werden. Vor einem Verzehr ist dringend zu warnen, das der Bitterstoff giftig ist.
Zu einem bitteren Aroma der Gurken kommt es bei extremer Trockenheit, bei stark schwankender Wasserversorgung, zu kaltem Gießwasser oder Nährstoffüberversorgung (Überdüngung), aber auch bei kalten Nächten nach sehr heißen Tagen.
Was tun?
Wer selber Gurken anbaut sollte eine bitterfreie Sorte wählen. Beim Anbau, alter, nicht bitterfreier Sorten undbedingt vor der Zubereitung der geernteten Frücht, jede einzelne Frucht testen ob sie bitter ist. Wenn bitter, sofort auf den Kompost bzw. entsorgen.
Beim Einkauf von Gurken kann man davon ausgehen, dass moderne Gemüseanbauer nur noch bitterfreie Sorten anbauen. Beim Einkauf auf dem Wochenmarkt ruhig den Gemüseanbauer fragen ob er bitterreie Sorten anbaut. br>

Weitere Online Informationen

Videos zu bittere Gurken und Zucchini

Fruchtmissbildungen bzw. Einschnürungen

Absinken der Temperatur oder wiederholt kurzzeitiges zu trocken halten (Schwankungen der Wasserversorgung bei der extremen Hitze) führen zu Fruchtmissbildungen und Einschnürungen.

Gelbfärbung

Verschiedene Ursachen führen manchmal zu einer Gelbfärbung der Gurken. Empfindlich sind rein weiblichblühende Sorten. Hohe Temperaturen bei gleichzeitig hoher Luftfeuchte sind oftmals dafür verantwortlich.

Rollen des Gipfeltriebes mit abgestorbenen Blatträndern

Ursache hierfür ist nach kühler Witterung plötzlich sehr warmes, sonniges Wetter. Dadurch entstehen Störungen des Wasserhaushaltes in der Pflanze.

Schlagartiges Welken

Die nichtparasitäre Welke entsteht durch niedrige Bodentemperatur (z.B. durch gießen mit kaltem Wasser). Bei gleichzeitig hohen Temperaturen kann nicht genug Wasser von der Pflanze aufgenommen werden. Daraus folgt ein schlagartiges Abwelken bis hin zum Absterben.


Krankheiten

Anthraknose bzw. Brennfleckenkrankheit (Colletotrichum lagenarium)


Arabismosaik-Virus (Arabis mosaic virus)


Blattbrand (Corynespora cassiicola)

Im Gewächshausanbau: Die Krankheit hat praktisch keine Bedeutung mehr, da fast alle neuen Sorten resistent oder ausreichend widerstandsfähig sind.

Blattfleckenkrankheit bzw. Blattbräune (Alternaria pluriseptata )


Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea) und (Erysiphe cichoracearum)

Echter Mehltau

Schadbilder:
Auf den Blättern entstehen weiße mehlartige Flecken. Später überzieht ein nun leicht grau erscheinender Belag das ganze Blatt und bringt es vorzeitig zum Absterben.
Zwei Erreger:
Im Freiland vorwiegend Erysiphe cichoracearum, im Gewächshaus vornehmlich Sphaerotheca fuliginea. Beide Pilzarten können auch gemeinsam vorkommen.
Lebensweise:
Die Mehltaupilze leben auf den Blattoberflächen der Gurkenpflanzen. Mit Hilfe ihrer Haustorien holen sie sich die nötigen Nährstoffe aus den Gurkenblättern. Bei sonnigem, trockenen Wetter entwickeln sie sich besonders gut.
Bekämpfung:
Seit Jahren arbeiten die Gurkenzüchter weltweit an der Entwicklung von resistenten Sorten. Inzwischen gibt es schon Sorten mit einer nutzbaren Mehltau-Toleranz.
Eine chemische Bekämpfung des Echten Mehltaus ist im Erwerbsanbau relativ gut möglich.
Weitere Informationen zum E. Mehltau
Echter Mehltau in Hortipendium

Eckige Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae pv. lachrymans)

Eckige Blattflecken-Krankheit

Eine gefährliche Bakterienerkrankung, die großen Schaden an Gurkenbestände und anderen Vertretern aus der Familie der Kürbisgewächsen anrichten kann. Besonder gefährdet ist der Anbau im Freilandanbau, aber auch in ungeheizten Gewächshäusern. Weniger risikoreich ist diesbezüglich der Anbau in geheizten Gewächshäusern.
Schadbilder: An den Blättern sind zu Beginn eckige, ölige, glasige, wässrige Flecken zu sehen, die sich braun verfärben und einen hellen Rand haben. Die Flecken verdorren, werden brüchig, sterben ab und brechen heraus. Mit der Zeit entstehen unzählige Löcher über das ganze Blatt verteilt.
Auch die Früchte werden infiziert, sie schrumpfen und es entstehen runde, rissige, anfangs grüne, später braune Flecken. Die Blattunterseiten und die Flecken auf den Früchten sind von bakteriellen Schleimausscheidungen überzogen.
Bekämpfung:
Eine direkte Bekämpfung dieser Bakterieenkrankheit ist nicht möglich. Zu bedenken ist aber, dass die Krankheit mit dem Saatgut übertragen werden kann. Auch kann die Bakterien an befallenen Pflanzenteilen im Boden überdauern und die Folgekultur befallen. Vorteilhaft ist es, wenn keine befallenen Bestände in der Nähe vorhanden sind. Soweit möglich, die oberirdischen Pflanzenteile der Gurkenbestände trocken halten. Vorteilhaft ist es deshalb eine Tropfbewässerung zu nutzen.

Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)

Falscher Mehltau

Der Falsche Gurkenmehltau gehört zur großen Gruppe der Falschen Mehltaupilze, in der eine Vielzahl verschiedener Pilzarten zusammengefasst ist. Jeder Vertreter aus dieser Gruppe ist auf nur eine oder wenige Wirtspflanzen angewiesen. So befällt der Falsche Gurkenmehltau hauptsächlich Einlege- und Salatgurken im Freiland und Gewächshaus. Anfangs zeigen sich im Sommer hellgrüne bis gelbbraune, durch die Blattadern begrenzte eckige Flecken auf den Blättern. Auf der Blattunterseite ist bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich der grauviolette Sporenrasen zu sehen. Die Krankheit kann sehr schnell voranschreiten, so dass die Gurkenpflanzen innerhalb kurzer Zeit gelb werden und bald absterben. Die braunen Blätter hängen dann an den noch längere Zeit grün bleibenden Blattstielen herab.
Eine vorbeugende Maßnahme kann die Sortenwahl sein, da es bei den Gurkensorten unterschiedliche Anfälligkeiten gegenüber dem Falschen Gurkenmehltau zu geben scheint. Folgende Sorten sollen widerstandsfähig gegen den Falschen Mehltau sein: 'Amber' (Einlegegurke), 'Bella' (Schlangengurke), 'Cubella' (Einlegegurke), 'Paska' (Schlangengurke). Verlässliche Prüfungsergebnisse hierzu stehen aber noch aus. Bei Gewächshausgurken lässt sich der Befall mit Falschem Mehltau durch eine möglichst trockene Kulturführung verzögern und ggf. auch verhindern. Wichtigste Maßnahme ist das regelmäßige Lüften, damit die Blätter nach Feuchtigkeit durch Schwitzwasser schnell abtrocknen. Auch bei kühlem Sommerwetter sollte daher die Lüftung offen bleiben. Pflanzenstärkungsmittel haben bei vorbeugendem und regelmäßigem Einsatz eine befallsmindernde Wirkung.

Fäule (Phytophthora capsici)


Fusarium-Welke (Fusarium oxysporum f. sp. cucumerinum)

Im Gewächshausanbau: Bei hoher Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen beginnen die infizierten Pflanzen zu welken und sterben plötzlich ab.

Gurkenkrätze oder auch Gummifluss (Cladosporium cucumerinum)

Im Gewächshausanbau: Die Krankheit hat praktisch keine Bedeutung mehr, da fast alle neuen Sorten resistent oder ausreichend widerstandsfähig sind.

Gurkenmosaik-Virus (Cucumber mosaic virus)

Cucumber mosaic virus

Diese Viruserkrankung ist im Freiland- und Gewächshausanbau von entscheidender Bedeutung. Die Übertragung erfolgt durch Blattläuse. Zuerst zeigen sich auf den Blättern hellgrüne bis schwach gelbgrüne Kreise und Flecken. An jungen Blättern (nicht vollständig ausgewachsene) zeigen sich Verformungen und Verbeulungen. Die Blattspreiten bleiben klein, die Seitentriebbildung ist verringert und die Früchte sind gefleckt. Bei niedrigen und stark wechselenden Temperaturen fängt die Pflanze an zu welken, was zu einem absterben der gesamten Pflanze führen kann.

Grünscheckungsmosaik-Virus (cucumber green mottle mosaic virus)

Im Gewächshausanbau: Hell- bis dunkelgrün gescheckte Blätter mit ausgebeulten, dunkelgrünen Abschnitten an der Blattspreite. Die kranken Pflanzen bleiben erheblich im Wachstum zurück. Der Ertrag ist stark reduziert. An den Früchten sind so gut wie keine Symptome zu finden. Die Virusübertragung erfolgt mit dem Pflanzensaft, der beim Schneiden der Blätter und beim Ernten übertragen werden kann. Weiter Übertragungswege sind das Saatgut, die Wasser- und Nährstoffversorgung sowie das Kultursubstrat.

Gurkenblattflecken-Virus (cucumber leaf spot virus)

Im Gewächshausanbau: Befall zeigt sich zuerst an den jüngsten Blättern. Vom Blattrand her bilden sich hellgrüne bis gelbgrüne, chlorotische Blattflecken mit einem zentralen, braunen, nekrotischen Punkt. Das umgebende grüne Gewebe ist blasig aufgeworfen. Keine Fruchtsymptome.

Gurkenvergilbungsvirus (beet pseudo yellow virus)


Gurkennekrose-Virus (Tobacco necrosis virus)


Melonennekrose-Virus (Melon necrotic spot virus)


Schwarze Wurzelfäule (Phomopsis sclerotioides)


Sclerotinia-Welke (Sclerotinia sclerotiorum)

Sklerotinia

Sklerotinia kann eine Welke hervorrufen, zunächst evtl. einzelne Treibe, aber auch an der ganzen Pflanze. Die Pilzkrankheit tritt vor allem beim Gewächshaus-gurkenanbau auf. An den befallenen Stellen bildet sich ein weißes Pilzgeflecht. Später entstehen dort auch die schwarzen Sklerotien. Diese Daeurkorper können jahrelang im Boden überdauern.

Schwarzfäule bzw. Stängelbrand (Didymella bryoniae)

Im Gewächshausanbau: Auf den Blättern entstehen großflächige, zunächst pergamentartige und später nekrotische Flecken, die ineinanderlaufend die gesamte Blattspreite erfassen können. Auf den Flecken bilden sich Pyknidien (schwarze, kegelförmige Gebilde). Befallene Triebe welken und sterben ab.

Stängelgrundfäule (Fusarium solani f. sp. cucurbitae)

Im Gewächshausanbau: Bei hoher Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen beginnen die infizierten Pflanzen zu welken und sterben plötzlich ab.

Verticillium-Welke (Verticillium albo-atrum) und (Verticillium dahliae)

Verticillium

Verticillium ist ein Welkepilz. Der Erreger befällt vor allem Gewächshausgurken und dort vom Boden her dioe Pflanzen. Über Verletzungen gelangt der Pilz in die Leitungsbahnen und verstopft diese. Vor allem bei starkem Sonnenschein und hohen Temperaturen kommt es zu Welkeerscheinungen, die nachts und bei bedecktem Himmel wieder ganz oder teilweise verschwinden.

Schädlinge

Blattläuse (Aphidina)


Gemeine Spinnmilbe bzw. Rote Spinne (Tetranychus urticae)

Spinnmilbe mit Eier
Spinnmilbenbefall an Gurken

Die Rote Spinne, auch Gemeine Spinnmilbe oder Bohnenspinnmilbe genannt schädigt durch ihre Saugtätigkeit. Befallen werden gerne Gurkenpflanzen und andere Kürbisgewächse.
Der Schädling hat insbesondere im Gewächshaus- und Freiland-Gurkenanbau eine große Bedeutung. Zunächst entstehen blattunterseits feine punktförmige und dicht beieinander liegende Flecken. Nach ein bis zwei Wochen werden diese Flecken auch auf der Blattoberseite sichtbar. Bei starkem und anhaltendem Befall können diese Flecken vergrößern und zusammenfließen. Das Blatt nimmt eine gelbliche bis graubraune Färbung an und die Blätter sind von einem feinen Gespinst überzogen.
Die Spinnmilben Entwicklung wird durch höhere Temperaturen und einer niedrigen Luftfeuchtigkeit stark begünstig. Bekämpfung:
Im Gewächshaus ist eine Bekämpfung mdurch den Einsatz von Raubmilben gut möglich. Zusätzlich sollte die Luffeuchtigkeit auf über 60% gehalten werden.
Weiter Gurken-Informationen

Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci)

Ditylenchus dipsaci

Im Freilandanbau versucht diese Nematode nur vereinzelt größere Schäden. Im Stängelbereich sind Wucherungen und Missbildungen zu erkennen. Die Gefäße treten deutlich hervor.

Thripse bzw. Blasenfüße (Frankliniella occidentalis) und (Thrips tabaci)

Im Gewächshausanbau: Insbesondere der Kalifornische Thrips Frankliniella occidentalis kann im Gurkenanbau im Gewächshaus zu Problemen bereiten. Die Blätter vergilben und die Pflanze zeigt Wachstumshemmungen. Auf den Blättern bilden sich kleine weißliche Flecken. Auf der Blattunterseite sind kleine schwarze Punkte Pünktchen (Kot-Tröpfchen) zu erkennen.

Wanzen

Wiesenwanzen

Die Blätter der Gurke sind eigenartig durchlöchert und meist auch verkrüppelt. Junge Blätter zeigen Einstiche. An den Blattstielen, den jungen Trieben und jungen Früchten sind auch Anstichstellen zu beobachten, an denen sich häufig kleine durchsichtige oder gelbliche Gummitröpfchen bilden.
Bei Gewächshausgurken tritt der Schaden oft stärker auf als im Freiland.
Die beschriebenen Schäden werden durch Wanzen hervorgerufen, die bevorzugt junge noch nicht entfaltete Blätter anstechen und den Pflanzensaft saugen. An den Anstichstellen stirbt das Blattgewebe ab. Beim späteren Streckungswachstum des Blattes wachsen diese abgestorbenen Blattpartien nicht mit. Es bilden sich die auffälligen Löcher. Die Wanzen selbst findet man kaum an den Pflanzen.

Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum)

Weiße Fliegen

Die Mottenschildlaus (Trileurodes vaporatiorum), auch Weiße Fliege genannt, ist ein gefürchteter Schädling im Gewächhaus Anbau. Da die geschlüpften Weißen Fliegen junge Blätter und Triebspitzen bevorzugen, werden dort die ersten Saugschäden sichtbar. Weiße Fliegen schädigen die Pflanze aber nicht nur durch ihre Saugtätigkeit (Zellsaftentzug), sondern auch durch ihre zuckerhaltigen Ausscheidungen (Honigtau) und Virusübertragung. Auf den zuckerhaltigen Ausscheidungen können sich bei höer Luftfeuchtigkeit Rußtau-Pilze ansiedeln, wodurch wird die Assimilation und die Atmung der Pflanze stark beeinträchtigt wird.
Die Weißen Fliegen überwintern an Pflanzen, die im Winter in den Gewächshausern stehen. Gerne wandern sie auch von benachbarten Gewächshäusern zu.
Sie lassen sich im Gewächshaus relativ gut durch den Einsatz von Schlupfwespen bekämpfen.

Weitere Video-Informationen

Franklinielle


Wurzelgallenälchen (Meleidogyne-Arten)

Im Gewächshausanbau

Quellen