Gurken Pflanzenschutz

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Pflanzenschutzpobleme beim Gurkenanbau
Vorbeugen ist besser als Heilen

Beim Anbau von Gurken können unterschiedliche Krankheiten und Schädlinge auftreten und den Anbauerfolg schmälern. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit den möglichen Problemen zu beschäftigen und Vorbeugemaßnahmen zu ergreifen.

Inhaltsverzeichnis

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Gurken Anbauplanung

  • Fruchtfolge bedenken, Fruchtwechsel optimieren.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung, Humusgehalt, Salzgehalt, pH-Wert unw. kontrollieren.
  • Der Sortenwahl große Bedeutung beimessen, soweit möglich Resistenzen nutzen.
  • Im Gewächshausbereich prüfen inwieweit eine Optimierung der Klimaführung möglich ist.
  • Im Gewächshausanbau die Möglichkeiten des Nützlingseinsatz abschätzen.
  • Weitere Informataion dazu im Hauptartikel Gurken
  • Die Möglickheiten eines Einsatzes an Pflanzenschutzmittel im Pflanzenschutz-Informationssystem Gemüsebau überprüfen.

Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln
Welche Pflanzenschutzmittel beim Anbau von Gurken einsetzbar bzw. zugelassen sind kann in der PS-Datenbank recherchiert werden.
PS Info: Aktuelle Zulassungssituation für den Anbau von Gurken.

Nichtparasitäre Ursachen

In diesem Kapitel werden Schadbilder aufgelistet, die nicht durch Pilze, Viren, Bakterien oder Schädlinge hervorgerufen werden. Ursache für diese Schadbilder sind in der Regel starke Temperaturschwankungen (Hitze- oder Kälteschock), starke Bodenfeuchteschwankungen, Mangelerscheinungen (Licht, Wasser und Nährstoffe) und/oder hohe Salzkonzentrationen durch Überdüngung.

Abstoßen junger Gurken

Abgestoßener Fruchtansatz

Stressbedingtes Problem.
Schadbild und Beschreibung

  • Hier handelt es sich um eine nichtparasitäre Krankheit.
  • Durch eine Stress-Situation versucht die Pflanze sich selber vor einer Überlastung zu schützen.
  • Bei gut entwickelten Gurkenpflanzen kommt es oft zu einem massenhaften Fruchtansatzt.
  • In den meisten Fällen sind solche Pflanzen nicht in der Lage, alle diese Früchte optimal zu versorgen bzw. voll auszubilden.
  • Kommt es dann auch noch Stress durch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen, ein zu viel oder zu wenig an Wasser bzw. Nährstoffen, schaltet die Pflanze auf einen "Notkonzept" um.
  • Ein Großteil der jungen Fruchtansätze wird nicht mehr ausreichend versorgt, so dass sie absterben.
  • Ein ähnliches Verhalten kennt man bei einigen anderen Pflanzenarten wir z.B. beim Apfelbaum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Pflanzen optimal pflegen und versorgen.
  • N-Überversorgung ungedingt vermeiden.
  • Überhöhte Temperaturen vermeiden.
  • Bei übermäßigem Fruchtansatz kann es unter Umständne hilfreich sein, einen Teil des Fruchtansatzen zu entfernen.


Bittere Gurken

Alte Gurkensorten können bitter werden.

Ein Stress- und genetikbedingtes Problem!

Beschreibung

  • Die Früchte alter Gurkensorten können bei Stress bitter werden.
  • Extreme Trockenheit, Überdüngung, Nässe und anderer Stress können zur Bitterkeit führen.
  • Die Bitterstoffe der Gurken sind giftig.
  • Vor dem Essen bzw. zubereiten der Frücht alter Gurkensorten diese auf Bitterkeit prüfen.
  • Moderne Gurkensorten sind bitterfrei

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Da eine Bekämpfung nicht möglich ist, geht es hier um Vorbeugemaßnahmen.
  • Nur noch bitterfreie Sorten verwenden.

Weitere Infos

Videos zu bittere Gurken und Zucchini


Brandköpfe / Salzschäden

Beginnender Brandkopf-Schaden an einer Gurkenpflanze

Kann vor allem im Gewächhausanbau oder bei frischen Pflanzungen vorkommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Bei "Brandköpfe" (Brandkoppen) werden die Triebspitzen der Gurkenpflanzen geschädigt.
  • Oft ist das jüngste, sich entfaltende Blatt betroffen.
  • Temperaturen über 38°C sind kritisch
  • Zunächst zeigen sich an den Blattränder nekrotische Absterbeerscheinungen.
  • Unter extremen Bedingungen sterben ganze Triebspitzen ab.
  • Starke Sonneneinstrahlung und Hitze nach kühlen, sonnenlosen Tagen ist das Problem.
  • Insbesondere weiche Pflanzen, die noch nicht tief eingewurzelt sind, können Schaden nehmen.
  • Ähnliche Schadsympthome entstehen bei einem zu hohen Salzgehalt im Boden.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nur abgehärtete Jungpflanzen verwenden.
  • Ausreichende Wasserversorgung sicherstellen.
  • Im Gewächshausanbau Tmperaturen über 35°C vermeiden.
  • Im Gewächhausanbau den Salzgehalt im Boden kontrollieren
  • Unnötige Salzgehalterhöung im Boden vermeiden.
  • Keine chlorhaltigen Düngemittel.
  • Vorsicht bei der Mengedosierung im Rahmen der mineralischen Düngung.

Weitere Infos


Nährstoffmangel Erscheinungen

Durch einen Nährstoffmangel kommt es, je nach Nährstoff, an den Blättern oder Triebspitzen zu meist gut sichtbaren Schadymptomen. Bei einem stärkeren Mangel können die Bestände großen Schaden erleiden. Durch rechtzeitige Boden- bzw. Nährstoffanalysen und bedrfsgerechter Düngung bzw. Nähstoffversorgung kann man sicherstellen, die aufgezeigten Schadsymptome nicht auftreten.


Virus Krankheiten

An Gurkenbestände können Viruskrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Grünscheckungsmosik (CGMMV) Cucumber green mottle mosaic virus

Schadsymptome vom Grünscheckmosaik und anderen

Ein gelegentlich an Gewächshausgurken auftretende Viruskrankheit.

Schadbild und Lebensweise

  • Auf den Blättern dunkegrüne Partien.
  • Allgemeine Wuchshemmung, die Blätter bleiben kleiner.
  • Einige Sorten zeigen keine Symptome haben aber Ertragsverluste.
  • Das Virus ist saatgutübertragbar.
  • Blattläuse können das Virus übertragen.
  • Ein besonderes Übertragungsrisiko besteht bei der Veredelung.
  • Das Virus kann an Pflanzenteile mehrere Jahre überdauern.
  • Entwässerungsgräben können das Virus übertragen.
  • Haben Kühe befallene Pflanzen gefressen, kann das Virus mit dem Mist verbreitet werden.
  • Große Übertragungsgefahr bei einer Substratkultur mit umlaufender Nährlösung.

Wirtspflanzen

  • Citrullus, Cucumis melo und sativus, Cucurbita, Lagenaria, Trichosanthes.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gesundes, befallsfreies Saagut
  • Strengste Hygiene Maßnahmen beim Gewächshausanbau.
  • Pflanzen mit Schadsymptome sicher entfernen.
  • Blattlausbefall soweit möglich vermeiden.

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Gurkenmosaik (Cucumber mosaic virus) CMV

Gurkenmosik Blattsymptome

Vor allem beim Freilandgurkenanbau eine gefährlich werdende Krankheit.
Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Soybean stunt virus
  • Gehört zur Familie der Bromoviridae.
  • Eine der gefährlichesten Pflanzenvirosen weltweit.
  • Sehr unterschiedliche Schadsymptome.
  • Auf den Blätter zeigen sich eine Mosaikscheckung.
  • Blattspreitenverformung, Blattflecken, Wuchshemmung, Welken.
  • Eine Übertragungen erfolgt nicht persistent durch mehr als 80 Blattlausarten.
  • Es genügt weniger als eine Minute für eine Übertragung.
  • Das Virus verbreitet sich systemisch in den Gurkenpflanzen.
  • Eine Übetragung ist auch durch Pflegearbeiten, z.B. mit dem Messer möglich.

Wirtspflanzen

  • Es werden mehr als 100 Planzenfamilien und dabei rund 1.200 Pflanzenarten befallen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Anbau von resistenen Sorten.
  • Wirtspflanzen wie bestimmte Unkräuter in der Nähe vorbeugend beseitigen.
  • Befallene Pflanzen soft entfernen.
  • Jeglichen Blattlausbefall vermeiden.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Resistente Sorten testen und bei Erfolg nutzten.
  • Keine Beikräuter und andere Wirtspflanzen im Nahbereich erlauben.
  • Erste befallene Planzen sofort beseitigen.
  • Jeglichen Blattlausbefall ausschließen.
  • Übertragung durch Pflege und Erntearbeiten an befallenen Beständen ausschließen.
  • Eventuelle Bedeutung einer Saatgutübertragung weiterhin prüfen.

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Wassermelonen-Mosaikvirus (Watermelon mosaic virus) WMV

Wassermelonenmosaik Blattbefall.
Befalls-Sympthome vom Wassermelonenmosaik u.a.

Ein erst in den letzten Jahren bekannt gewordene Viruskrankheit
Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Watermelon mosaic virus 2.
  • Ein Potyvirus.
  • Befall beginnt in 20 cm Sprosslänge.
  • Die Blätter sind verschmälern und verdreht.
  • Die Blätter sind blasig aufgewölbt.
  • Die Früchte bekommen ungewöhnliche Formen
  • Die Früchte sind nicht mehr einheitlich grün.
  • Blattläuse übertragen das Virus nicht-persistent.
  • Schon nach kurzer Saugtätigkeit kann die Übertragung erfolgen.
  • Es besteht eine unterschiedliche Anfälligkeit der Sorten.

Wirtspflanzen
Chenopodium, Phaseolus, Pisum sativum, Glycine max, Daucus carota, Cucumis sativus, Cucumis, Solanum melongena, Capsicum, Lagenaria, Cucurbita, Solanum lycopersicum, Cucumis, Melo, Citrullus, Robinia
Vorbeugung und Bekämpfung

  • Jeglichen Blattlausbefall vermeiden
  • Möglichst keine Wirtpflanzen in direkter Nachbarschaft.
  • Sortenunterschiede nutzen.
  • Pflanzen mit ersten Schadsymptomen sofort entfernen.

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Zucchini-Gelbmosaik (ZYMV) Zucchini yellow mosaic virus

ZYMV Blattsymptome

In den letzten Jahren ein zunehmendes Schadensrisiko. Totalausfällee sind möglich.
Schadbild und Lebensweise

  • Blätter gelb gescheckt und deformiert.
  • Früchte stark beulig und verdreht.
  • Übertragung durch Blattläuse nicht-persistent.
  • Eine gefährliche Blattlausarten ist Myzus persicae (Pfirsichblattlaus)
  • Eine gefährliche Blattlausart ist Aphis gossypii (Gurkenblattlaus)
  • Ein Befall mindert den Ertrag.
  • Es gibt unterschiedliche ZYMV-Stämme.
  • Eine Saatgutübertragung ist zumindest bei Zucchini möglich.
  • Die Sorten sind unterschiedlich anfällig.

Wirtspflanzen
Begonia, Capsicum, Chrysanthemum, Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Lagenaria, Luffa, Momordica, Nicotiana, Sechium, Trichosanthes.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine eventulle Saatgübertragung in Betracht ziehen.
  • Regelmäßige Befallskontrollen.
  • Erste befallene Pflanzen sofort entfernen.
  • Jeglichen Blattlausbefall vermeiden.

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Bakterielle Krankheiten

Eeinige ernsthafte Bakteriosen können schweren Schaden anrichten. Baktereinkrankheiten sind nicht direkt bekämpfbar.

Eckige Blattfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae pv. lachrymans)

Eckige Blattflecken-Krankheit

Eine bakterielle Blattkrankheit, die vor allem in früheren Jahren größeren Schaden angerichtet hat.
Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Pseudomonas lachrymans.
  • Kann mit dem Falschen Mehltau verwechselt werden.
  • Pseudomonas syringae pv. lachrymans ist saatutübertragbar.
  • Wässerige Flecken an den Blättern, die später grau-braun verfäben.
  • Die Flecken sind oft von den Blattadern begrenzt.
  • Wegen der Saatgutübertragbarkeit evtl. schon Schadsymptome an den Keimblättern.
  • Bei Taubildung bildet sich an befallen Blattunterseiten ein Bakterienschleim, der bei Trockenheit eintrocknet.
  • Bei starkem Befall sterben ganze Blattpartien papierartig ab.
  • später fällt das abgestorbenen Gewebe aus den Blättern.
  • Befallene Früchte zeigen rundliche, dunkelgrüne, später bräunliche Flecken.
  • Die Fruchtflecken haben oft ein weißliches Zentrum und kleine Risse.
  • Bei der Ernte noch gesund aussehende Früchte können später noch Schadsymptome entwickeln.
  • Pflanzenverletzungen durch Hagel usw. erhöhen die Infektionsgefahr.
  • Nächtliche Taubildung, feuchtes Wetter und Temperaturen im Bereich von 24-20°C fördern den Befall.
  • Der Erreger kann an Pflanzenresten im Boden überdauern.
  • Auch durch Pflegearbeiten ist eine Übertragung möglich.
  • Kulturen im Freiland oder in Kalthäusern sind besonder gefährdet.

Wirtspflanzen
Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Citrullus.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gesundes Saatgut verwenden.
  • Nachbau frühestens nach drei Jahren.
  • Beim Gewächshausanbau Bestandsreste so gut wie möglich entfernen.
  • Durch Hygienemaßnahmen sicherstellen, dass keine Übertragung aus Vorkulturen usw. erfolgt.
  • Bei der Bewässerung auf eine Minimierung der Blattnässe achten.
  • In Risikozeiten keine Überkopfbewässerung nach 15 Uhr.
  • Tropfbewässerung nutzen.

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Pilzliche Krankheiten

Brennfleckenkrankheit bzw. Anthraknose (Colletotrichum orbiculare)

Bedeutende Krankheit an Gurken und anderen Arten in der Familie der Kürbisgewächse.
Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Colletotrichum lagenarium.
  • An den Blättern und Stängeln entstehen nekrotische Flecken, die oft rundlich, manchmal aber auch eckig sind.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben ganze Bestände ab.
  • Auf den Früchten entstehen eingesunkene, rundliche Flecken.
  • Auch nach der Ernte können befallenen Früchte unverkäuflich werden.
  • Auf dem befallenen Pflanzengewebe entstehen kleine Fruchtkörper, die massenhaft Konidien entlassen.
  • Die Krankheit wird auch über befallene Pflanzenteile verbreitet.
  • Gefährlcih ist die Möglichkeite der Saatgutübertragung.
  • Die Pilzkrankheit bildet verschiedene Pathotypen.
  • Optimale Infektionsbedingungen herrschen bei 21-24°C und 2 Stunden lange Blattfeuchte.
  • Die vorhandenen Sorten sind unterschiedlich empfindlich.

Wirtpflanzen
Althaea, Capsicum, Citrullus, Cucumis melo und sativus, Cucurbita, Nicotiana tabacum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut wählen.
  • Ein Infektion durch Vorkulturen und Nachbarkulturen ausschließen.
  • Durch eine optimale Klimaführung im Gewächshaus das Infektionsrisiko minimieren.
  • Auf eine Minimierung der Blattfeuchte achten.
  • Bei Bedarf zugelassene Fungizide nutzen.

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Blattbrand (Corynespora cassiicola)

Corynespora cassiicola an Gurke

Diese Krankheit hat wegen der Resistenzzüchtung inzwischen weniger Bedeutung
Schadbilder und Lebensweise

  • Eine Pilzkrankheit, die vor allem in wärmeren Region vorkommt.
  • Beginn an den jüngeren Blättern.
  • Typische Befallssymptome sind kleine, eckige Flecken an Blättern.
  • Die Flecken werden von den Blattadern begrenzt.
  • Auf den Flecken entstehen schwarze Sporenträger.
  • Junge Gurkenfrüchte können über die Blütenblätter und Narben infiziert werden.
  • Befallene Früchte schrumpfen an der Fruchtspitze ein.
  • Die Pilzkrankheit hat erstaunlich große Sporen.
  • Zur Sporenkeimung sind hohe Temperaturen um die 30°C vorteilhaft.
  • Der Pilz überdauert mit Hilfe der Sporen und an befallene Pflanzenreste.

Wirtspflanzen
Capsicum, Citrullus, Cucumis sativus, Glycine max, Ipomoea batatas, Ocimum, Phaseolus, Salvia, Solanum lycopersicum, Solanum melongena und weitere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Temperaturen über 25°C vermeiden.
  • Erste befallene Blätter usw. sofort beseitigen.
  • Mit Hilfe resistenter Sorten ist ein guter schutz möglich

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Echter Mehltau (Golovinomyces cichoracearum) und (Podosphaera fuliginea)

Echter Mehltau

Echter Mehlta mit zwei Arten, die im Freiland und Gewächshausanbau großen Schaden anrichten können.
Golovinomyces cichoracearum

  • Synonym: Erysiphe cichoracearum und Erysiphe cichoracearum f. sp. cichorii, Oidium asteris-punicei und Oidium tabaci.
  • Vor allem im Freiland auftretend
  • Wirtspflanzen: Cichorium, Cucumis sativus, Cucurbita, Cucumis melo, Citrullus, Echinace, Helianthus annuus, Helianthus tuberosus, Lactuca, Lagenaria, Matricaria recutita, Nicotiana tabacum, Salvia, Solanum tuberosum,

Podosphaera fuliginea

  • Synonym: Sphaerotheca fuliginea, Alphitomorpha fuliginea, Erysiphe fuliginea.
  • Vor allem im Gewächhaus auftretend.
  • Wirtspflanzen: Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita

Schadbilder und Lebensweise beider Arten

  • Auf den Blättern entstehen weiße mehlartige Flecken.
  • Später überzieht ein nun leicht grau erscheinender Belag das ganze Blatt und bringt es vorzeitig zum Absterben.
  • Beide Pilzarten können auch gemeinsam vorkommen.
  • Die Mehltaupilze leben auf den Blattoberflächen der Gurkenpflanzen.
  • Mit Hilfe ihrer Haustorien holen sie sich die nötigen Nährstoffe aus den Gurkenblättern.
  • Bei sonnigem, trockenen Wetter entwickeln sie sich besonders gut.
  • Eine Luffeuchtigkeit von weniger als 70% fördert die Pilzentwicklung.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Resistenten Sorten prüfen und wo möglich nutzen.
  • Gesunde Jungpflanzen verwenden.
  • Erstbefall erschweren durch weiten Abstand von Wirtspflanzen.
  • Eine hohe Luffeuchtigkeit von 80% oder höher hemmt die Pilzentwicklung.
  • Bei erstem Befall können zugelassene Fungizide helfen.
  • Natürliche Gegenspieler wie Ampelomyces quisqualis in Überlegungen einbeziehe.

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Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)

Falscher Mehltau

Eine gefährliche Pilzkranheit im Freiland- und Gewächshausanbau.
Schadbild und Lebensweise

  • Erste Schadymptome sind gelbe Flecken auf der Blattoberseite.
  • Die Blattflecken sind durch die Blattadern eckig begrenzt.
  • An der Blattunterseite sind die Felcken zunächst wasserdurchträngt, dann bräunlich.
  • Bei einem starken Befall sterben die Blätter ab.
  • Die Verbreitung der Pilzkrankheit erfolgt u.a. durch einen Sporenflug.
  • Die Sporangienbildung erfolgt bei Temperaturen von 10-27°C.
  • Die Keimung der Sporen erfolgt bes. bei Temperaturen von 8-30°C.
  • Optimale Bedingunen zur Verbreitung der Krankheiten herrschen bei 15-20°C.
  • Eine nächtliche Taubildung verstärkt das Befallsrisiko stark.
  • Bei ungünstigen Bedingungen kann die Krankheit innerhalb von 2-3 Wochen einen ganzen Bestand zerstören.
  • Die meisten Sorten sind recht anfällig für Falschen Mehltau.

Wirtspflanzen
Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Citrullus, Humulus lupulus, Lagenaria, Luffa, Momordica, Sechium, Trichosanthes.
Vorbeugung und Bekämpfung

  • Resistene Sorten prüfen und wenn möglich nutzen.
  • Blattnässe, wo irgend möglich, minimieen.
  • Nur gesunde Jungpflanzen verwenden.
  • Wenn notwndig, zugelassen Fungzide einsetzen .
  • Im Gewächshausanbau durch Optimierung der Klimaführung das Befallrisiko minimieren.

Weitere Infos

ökologischen Anbau unter Glas – Unterschiede in der Widerstandsfähigkeit der Sorten?] JKI


Fusarium-Welke ( Fusarium oxysporum f. sp.)

Fusarium Welke an Gurken

Gefürchtete Welkekrankheit mit verschiedenen Fusarium oxysporum Erregern.
Der verwandte Fusariunm solani schädigt in ähnlicher Art und Weise.

Schadbilder und Lebensweise

  • Fusarium oxysporum f.sp. radicis cucumerinum und Fusarium oxysporium f. sp. melonis.
  • Synonym: Fusarium cucumerinum.
  • Die Welkekrankheit ist vorwiegend ein Problem des Gewächhausanbaus kann aber auch im Freilandanbau gefährlich werden.
  • Fusarium oxysporum verursacht eine Welke bei der die Wurzeln absterben.
  • Das wasserleitende Xylem verfärbt sich braun und kann kein Wasser mehr transportieren.
  • Zur Erregerbestimmung den Stängel im Wurzelbereich schräg anschneiden.
  • Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen im Gewächshaus welken die Pflanzen.
  • Später sterben die ganzen Pflanzen ab.
  • Befallenen Pflanzenreste können den Pilz übertragen.
  • Die Fusarium Chlamydosporen können mehrere Jahre im Boden überdauern.
  • Bodentemperaturen im Bereich von 17-20°C sind für den Pilz besonders förderlich.


Wirtspflanzen: Fusarium oxysporum f.sp. radicis-cucumerinum
Cucurbita, Cucumis melo, Cucumis sativus und Luffa Wirtspflanzen: Fusarium oxysporum f.sp. melonis
Cucumis melo,Cucurbita und Citrullus

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen möglichst 5 Jahre meiden.
  • Bodenentseuchung.
  • Oberirdischen Pflanzenteile möglichst trocken halten.
  • Befallenen Pflanzen sobald möglich hygienisch sauber entfernen.
  • Auf Cucurbita ficifolia veredelte Gurken bieten einen Schutz.
  • Sackkultur kann helfen.
  • Erdelose Kulture kann helfen

Videos Gurkenveredelung

Weitere Infos


Gummistängelkrankheit ( Stagonosporopsis cucurbitacearum)

Didymella bryoniae an Wassermelone
Didymella bryoniae Pyknidien

Pilzkrankheit, die Blätter, Stängel und Früchte, vor allem im Gewächshaus, befällt.

Schadbilder und Lebensweise

  • Synonym: Cercospora citrullina, Didymella bryoniae, Didymella melonis, Mycosphaerella citrullina, Mycosphaerella melonis, Phoma cucurbitacearum, Sphaeria bryoniae.
  • Auf den Blättern entstehen großflächige, zunächst pergamentartige und später nekrotische Flecken.
  • Nach und nach sterben die ganzen Blätter ab.
  • Das Blattgewebe trocknet ein.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben ganz Triebe ab.
  • Vereinzelt kommt es auch zu einem Fruchtbefall.
  • Die Früchte verkümmern von der Spitze her.
  • auf den befallenen Gewebepartien bilden sich später die Pyknidien.
  • Die Pyknidien zeigen sich als kleine schwarze Pünktchen.
  • Die Infektion erfolgt über Wunden oder absterbende Blütenblätter.
  • Durch Pflegearbeiten kann der Pilz übertragen werden.
  • Auf dne befallenen Stellen entstehen gummiartige Ausscheidungen.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit und trübe Witterung fördert den Befall.
  • Starke Guttation fördert den Befall bzw. die Ausbreitung.

Wirtspflanzen
Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Ipomoea, Lagenaria,

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Taubildung vermeiden
  • Pflanzen möglichst rrocken halten
  • Befallene Pflanzenteile frühzeitig entfernen.
  • Bekämpfung mit zugelassene Fungzide ist möglich

Weitere Infos


Gurkenkrätze oder auch Gummifluss (Cladosporium cucumerinum)

Gurkenkrätze an Zucchini
  • Die Krankheit hat praktisch keine Bedeutung mehr.

Schadbild und Lebensweise

  • Kann im Freiland und beim Gewächshausanbau auftreten.
  • Kleine, graue, eingesunkene Flecken auf den Blättern.
  • An den Flecken bilden sich tröpfchenförmige, gummiartige Tröpfchen.
  • An den befallen Stellen bildet sich ein olivgrüner Sporenrasen.
  • Die Gurkenkrätze ist samenübertragbar.
  • Pilzfördernd ist eine längere und häufige Taubildung an den Pflanzen.
  • Bei den nötigen Pflegearbeiten wird die Krankheit übertragen.
  • Auch der Wind kann die Pilzsporen übertragen.

Wirtspflanzen
Cucumis sativus und Cucurbita.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden.
  • Weiter Fruchtwechsel von drei Jahren oder mehr.
  • Freilandanbau nur auf Parzellen mit gut regenverdaulichem Boden.
  • Bei der Beregnung auf ein schnelles Abtrocknen der Bestände achten.
  • Resistente bzw. widerstandsfähige Sorten nutzen.
  • Alte Sorten wie ´Vorgebirgstrauben´ und ´Hoffmanns Gigant´ sind sehr anfällig für die Gurkenkrätze.

Weitere Infos


Schwarze Wurzelfäule (Diaporthe sclerotioides)

Phomopsis Kulturen

Gefährliche Pilzkrankheit, vor allem für den Gewächshaus Gurkenanbau.
Schadbilder und Lebensweise

  • Synonym: Phomopsis sclerotinoides.
  • Ein Befall führt zur Zerstörung des Wurzelsystems.
  • Auch Kürbis Unterlagen werden befallen.
  • Mit einem Befall welken die Pflanzen und der Wuchs verlangsamt sich.
  • Als nächstes vergilben die ältesten Blätter und sterben ab.
  • Zur Überprüfung der Schadursache, das Wurzelwerk kontrollieren.
  • Die befallenen Wurzeln sterben ab und verfärben sich dabei schwarz.
  • Im fortgeschrittenen Stadium findet man Pseudosklerotien.
  • 16°C Bodentemperatur ist für die Pilzkrankheit wohl optimal.

Wirtspflanzen

  • Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita und Lagenaria.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei unzureichender Fruchtfolge ergibt sich eine zunehmende Bodenbelassung durch die Sklerotien.
  • Nur bei einer geringen Bodenbelastung kann die Veredelung Vorteile bringen.
  • Bodendämpfung kann das Bodenproblem beseitigen
  • Bei Bodentemperaturen um die 20°C scheint sich die Pilzkrankheit weniger stark zu entwicklen.

Weitere Infos


Sclerotinia-Welke (Sclerotinia sclerotiorum)

Sclerotinia an Bohnen

Welkekranheit, die vor allem im Gewächshausanbau auftritt.

Schadbilder und Lebensweise

  • Synonym: Sclerotinia libertiana
  • Sklerotinia kann eine Welke hervorrufen und die Früchte befallen.
  • Zunächst zeigen einzelne Triebe eine Welke.
  • An den befallenen Stellen bildet sich ein weißes Pilzgeflecht.
  • Nach mehreren Wochen entstehen schwarzen Sklerotien.
  • Die Dauerkörper können jahrelang im Boden überdauern.
  • Der Pilz wurde bis in einer Bodentiefe von 50 gefunden.
  • Antagonistische Bodenpilze befallen die Sklerotinia Dauerkörper.
  • Aktuelle Antagonisten sind: Coniothyrium minitans und Gliocladium catenalatum.

Wirtspflanzen
Allium, Anthriscus cerefolium, Brassica, Capsicum, Cichorium, Cucumis melo,Cucumis sativus, Cynara, Dandelion, Daucus carota, Diplotaxis, Ipomoea batatas, Lactuca, Lepidium, Portulaca, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Stärker befallene Parzellen meiden.
  • Im Gewächshausanbau kann eine Bodendämpfung die Sklerotien ausschalten.
  • Harmonische Temperaturführung im Gewächhausanbau.
  • Im Gewächshausanbau kranke Pflanzen frühzeitig und vollständig entfernen.
  • Bekämpfung mit dem Antagonisten: Coniothyrium minitans möglich.

Weitere Infos


Stängelgrundfäule (Neocosmospora cucurbitae)

Neocosmospora cucurbitae Hyphen

Welkekrankheit, die vor allem im Gewächshaus auftritt.
Schadbilder und Lebensweise

  • Synonym: Fusarium solani f.sp. cucurbitae race 1
  • Bei hoher Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen im Gewächshaus beginnen kranke Pflanzen zu welken.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben die Pflanzen.
  • Der Stängelgrund vermorscht und kann auch leicht eingeschnürt sein.
  • An den befallenen Stängel entsteht ein weißliches Myzel.
  • Auch veredelte Pflanzen können schwach befallen werden.
  • Kann auch über das Saatgut der Kürbisuntelage übertragen werden.
  • Länge Bodennässe kann den Befall begünstigen.

Wirtspflanzen
Cucumis melo, Cucurbita und Citrullus.

Vorbeutung und Bekämpfung

  • Etwas höher Pflanzen, damit Stängelgrung besser abtrocknet.
  • Übernässung des Boden unbedingt vermeiden.
  • Optimierung der Bodenstruktur anstreben.
  • Die unteren Blätter zur schnelleren Abtrocknung entfernen.
  • Bei stärkerem Befall den Boden dämpfen.

Weitere Infos


Verticillium-Welke (Verticillium alboatrum) und (Verticillium dahliae)

Eine Welkekrankheit, die insbesondere bei schlechter Fruchtfolge und ungünstigen Temperaturbedingen gefährlcich wird.

Verticillium Befall

Schadbilder und Lebensweise

  • Synonym: Verticillium albo-atrum
  • Verticillium ist ein Welkepilz.
  • Vor allem bei starkem Sonnenschein und hohen Temperaturen kommt es zu Welkeerscheinungen.
  • Nachts und bei bedecktem Himmel kann die Pflanze sich wieder erholen.
  • Der Pilz entwickelt sich gut bei für Gurken niedeige Temperaturen.
  • Der Erreger befällt vor allem Gewächshausgurken und dort vom Boden her die Pflanzen.
  • Über Verletzungen gelangt der Pilz in die Pflanzen.
  • Durch die Abwehr der Pflanze enstehen Stoffe, die duie Leitungsbahnen verstopfen
  • Befallene Leitungsbahnen zeigen Verbräunungen.
  • In den Pflanzen entstehen nach einem längeren Befall Mikrosklerotien.
  • Die Mikrosklerotien überdauern 10 Jahre und länger im Boden.
  • Die Erreger dringen etwa bis 50 cm tief in den Boden ein.

Wirtspflanzen V. alboatrum
Actinidia, Capsicum, Cucumis melo, Cucumis sativus, Fragaria, Gossypium, Humulus lupulus, Medicago, Medicago sativa, Petunia, Rubus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum.
Wirtspflanzen V. dahliae
Abelmoschus, Acer, Ailanthus, Allium, Armoracia rusticana, Artemisia, Beta vulgaris, Brassica napus, Brassica oleracea, Brassica, Capsicum, Catalpa, Cercis, Cichorium, Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Cynara, Foeniculum vulgare, Fragaria, Fraxinus, Helianthus annuus, Hordeum vulgare, Humulus lupulus, Lactuca, Lathyrus, Lens culinaris, Lupinus, Medicago, Mentha, Nicotiana tabacum, Paulownia, Phaseolus, Pisum sativum, Robinia, Rosa, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Solanum, Spinacia oleracea, Stevia rebaudiana, Tagetes, Tetragonia, Tilia, Trifolium, Vicia faba und einige andere.

Vorbeugung und Bekämpfung im Gewächshausanbau

  • Wenn möglich befallene Parzellen vermeiden.
  • Niedrige Temperaturen vemeiden.
  • Bodenheizung ist hilfreich.
  • Beim Bodenanbau für eine gute Bodenstruktur sorgen.
  • Nur gesunde Junpflanzen verwenden.
  • Die Vorteile einer Gurkenveredelung nutzen.
  • Kranke Pflanzen sofort entfernen.

Weitere Infos

Schädlinge

Gurkenblattläuse (Aphis gossypii)

Gurkenblattläuse

Bedeutender und gefährlicher Schädling

Schadbild und Lebensweise

  • Es können verschiedene Blattlausarten auftreten.
  • Eine wichtige Art ist die Grüne Gurkenblattlaus oder Baumwollblattlaus Aphis gossypii
  • Die Blattläuse besiedeln vor allem die Triebspitzen.
  • Schaden entsteht durch die Saugtätigkeit.
  • Es entstehen verkrüppelte Blätter.
  • Es kann zu Blattaufhellungen kommen.
  • Durch das Übertragen von Viruskrankheiten kann großer Schaden entstehen.
  • Die Entwicklungszeit der Larven beträgt bei 10°C 20 Tage, bei 16°C 9,6 Tage, bei 28°C 6,5 Tage und bei 30°C 4 Tage.
  • Gefährlich wird es vor allem wenn geflügelte Tiere auftreten.


Wirtspflanzen
Brassica oleracea, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Ipomoea batatas, Lactuca, Lagenaria, Phaseolus, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Vicia faba

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Im Gewächshausanbau den Zuflug von Blattläusen erschweren.
  • Der Nützlingseinsatz im Gewächshaus hat sich bewährt.
  • Nützling 1: Räubenrische Gallmücke (Aphidoletes aphidimyza)
  • Nützling 2: Blattlausschlupfwespe (Aphidius colemani und ervi)
  • Nützling 3: Larven der Florfliegen (Chrysoperia carnea)
  • Bedarf zugelassene Insektizide einsetzten.
  • Die verwendeten Blattlausmittel sollten nützlingsschonend sein.

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Schnecken

Schneckenfraß an Gurkenpflanze

Schnecken können insbesondere junge, weiche Gurkenpflanzen schädigen.

Schadbild und Lebensweise

  • An den Blättern zeigen sich Fraßstellen.
  • Schleimspuren weisen auf Schnecken als Verursacher hin.
  • Befallskontrolle am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Ein günstiger Kontrolltermin ist spätabends, auch mit Hilfe einer Taschenlampe.
  • Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit oder zumindest eine hohe Luffeuchtigkeit.
  • Um Trockenzeiten zu überstehen (oft tagsüber) brauchen sie sichere (feuchte) Verstecke)
  • Verschiedene Schnecknarten können schädigen.
  • Kleinnacktschnecken Arten der Gattung Milax
  • Egelschnecken der Gattung Deroceras.
  • Wegschnecken der Gattung Arion.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Im Freiland neben Gräben usw. einen Schutstreifen frei lassen.
  • Schneckenkorn ausstreuen.

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Spinnmilbe bzw. Rote Spinne (Tetranychus urticae)

Spinnmilbe Tetranychus urticae

Ein gefürchtetet Schädling im Gewächshaus und Freilandanbau, der insbesondere im Gewächshausanbau großen Schaden anrichten kann.
Schadbilder und Lebensweise

  • Spinnmilben schädigen durch ihre Saugtätigkeit.
  • Befallene Blätter zeigen zunächst punktuelle, weißliche Vergilbungen.
  • Später werden ganz Blattpartien zwischen den Blattadern immer heller und sterben ab.
  • Die Blattadern bleiben auffallend grün.
  • Bei einem starken Befall werden die Blätter von einem feinen Gespinst überzogen.
  • Die vielen winzigen Spinnmilben sieht man erst richtig gut mit einer Lupe.
  • Tetranchus urticae Spinnmilben sind sehr klein und haben eine Größe von 0,3-0,6 mm
  • Sie überwintert ausschließlich in Form der orangeroten "Winterweibchen" und können Fröste gut überleben.
  • Die Weibchen produzieren im Laufe ihres zwei- bis fünfwöchigen Lebens etwa 50 bis 100 Eier.
  • Tetranychus urticae durchläuft die Entwicklungsstadien: Ei, Larve, Protonymphe, Deutonymphe und adultes Tier.
  • Die Eier befinden sich meist an der Blattunterseite zu finden.
  • Ihre Farbe variiert von orange, hellgelb oder hellgrün bis dunkelgrün, rot, braun oder nahezu schwarz.
  • Charakteristisch sind die zwei dunklen seitlichen Flecken.
  • Spinnmilben lieben Temperaturen über 20°C und eine niedrige Luftfeuchtigkeit.
  • Auch Freilandgurkenbestände können befallen und geschädigt werden.
  • In Hitze- und Trockenperioden besteht ein größeres Befallsrisiko.
  • Der Erstbefall erfolgt oft vom Feldrand her, da wo die Bewässerung weniger optimal ist.

Wirtspflanzen
Bohnen, Gurken, Kürbis, Melonen, Zucchini und andere.

Vorbeugung und Bekämpfung im Gwächshaus

  • Vorbeugend für eine höhere Luftfeuchtigkeit von 70% oder mehr sorgen.
  • Bei der üblichen Tropfbewässerung die dabei entstehende trocknere Luft bedenken.
  • Eine Zwanderung von benachbarten Wirtspflanzen erschweren.
  • Beim Gewächshausanbau erfolgt die Bekämpfung vor allem mit Hilfe von Nützlingen.
  • Nützling 1: Raubmilbe Phytoseiulus californicus
  • Nützling 2: Raubmilbe Phytoseiulus persimilis
  • Nützling 3: Raubmilbe Typhlodromus pyri

Vorbeugung und Bekämpfung im Feiland

  • Vor allem in Hitzeperioden eine ausreichende Bewässerung sicherstellen.
  • Eine häufiger Bewässerung zur Erhöhung der Luftfeuchte und Temperatursenkung ist hilfreich.
  • Die Möglichkeit der Zuwanderung von benachbarten Wirtspflanzen minimieren.
  • Bei Befallsverdacht ständige Befallskontrolle.
  • Pflanzenschutzmitteleinsatz mit zugelassenen Mitteln ist möglich aber schwierig.

Nützlingsanbieter

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Thripse bzw. Blasenfüße (Frankliniella occidentalis)

Frankliniella occidentalis

Zunehmend gefährlcih werdene Schädlinge.

Schadbilder und Lebensweise

  • Synonyme: Euthrips occidentalis, Frankliniella californica und Frankliniella moultoni.
  • Neben occidentalis kann auch tabaci, fuscipennis und palmi auftreten.
  • Thripse werden vorwiegend im Gewächshausgurkenanbau gefährlich.
  • Durch die Saugtätigkeit vergilben die Gurkenblätter.
  • Durch die Saugtätigkeit zeigen sich kleine weißliche Flecken.
  • In der Form kleiner schwarzer Tröpfchen sieht man den Kot.
  • Bei einem stärkeren Befall kommt es zu einer Wuchshemmung.
  • Ein Fruchtbefall führt zu hellen Flecken und zu einer Verkrüppelung.
  • Die Thripse besiedeln gerne die Gurkenblüten.
  • Frankliniella occidentalis überträgt gefährliche Viruskrankheiten.
  • Thripse lieben trockene Luft.


Wirtspflanzen
Allium, Apium graveolens, Asparagus officinalis, Beta vulgaris, Borago officinalis, Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Glycine max, Helianthus annuus, Ipomoea, Lactuca, Phaseolus, Physalis, Pisum sativum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Vicia faba und viel andere Zierpflanzen, Gehölze usw.

Vorbereitung und Bekämpfung

  • Ständige Befallskontrollen, um so frühzeitig die ersten Tiere zu entdecken.
  • Mit blauen Leimtafeln den Befall kontrollien.
  • Zur Bekämpfung können Nützlinge eingesetzt werden.
  • Raubmilben:Amblyseius oder Rubwanzen: z.b. Orius spp.

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Wanzen (Halyomorpha, Lygus und Nezara)

Zunehmend ein Problem, auch wegen invasiver Arten und der Klimaerwärmung.

Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys)

Schadbild und Lebensweise

  • Insbesondere: Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys)
  • Aber auch: Behaarte Wiesenwanze (Lygus rugulipennis) und Grüne Reiswanze (Nezara viridula)
  • Befall und Schädigung vor allem im Gewächshaus aber auch im Freiland.
  • Vor allem im Kopfbereich, an den sich entfaltenden Triebspitzen, werden die Wanzen aktiv.
  • Da die Wanzen sehr scheu sind, kann man die Tier nur schwer zu beobachten.
  • An den jungen Gurkenblättern findet man Einstichstellen.
  • Die Blätter haben kleine Löcher.
  • Ganz Triebspitzen können absterben.
  • Bei einem stärkeren Befall durch die Behaarte Wiesenwanze können die Blüten geschädigt werden, so dass diese sogar abgestoßen werden.
  • Insbesondere die ganz jungen Gurkenfrüchte werden angestochen.
  • Es entstehen deformierte krumme Gurkenfrüchte.
  • Im Jahre 2017 kam es in einem Schweizer Bio-Gurkenbestände durch die Marmorierte Baumwanze zu einem Ausfall von 60%.
  • Wanze lieben die warmen Sommer.

Wirtspflanzen
Capsicum, Glycine max, Helianthus annuus, Phaseolus, Pisum sativum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Sorghum, Vicia faba, Zea mays und viele andere Ackerfrüchte, Gehölze und Zierpflanzen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallskontrolle ist mit Pheromonen-Fallen möglich.
  • Bekämpfung mit zugelassene Insektizide möglich aber schwierig.
  • Gewächshäuser können mit Insektenschutzgitter (1,0-1.5 mm) geschützt werden.
  • Nützlingseinsatz: Schlupfwespen und Raubwanzen können helfen.
  • Fangpflanzen wie Luzerne erscheinen hilfreich. Im Nahbereich anbauen und mit Insektizide behandeln.
  • Nützliche Pilzarten wie Beauveria bassiana und Metarhizium anisopliaeauf könnten helfen.

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Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum)

Weiße Fliegen (Trialeurodes vaporariorum)

Die Gewächshausmottenschildlaus ist ein wichtiger und gefährlicher Schädling.
Schadbild und Lebensweise

  • Ist hauptsächlich beim Gewächshausanbau ein Problem.
  • Schädigt durch ihre Saugtätigkeit und den Honigtau Auscheidungen auf denen sich Schwärzepilze ansiedeln.
  • So kommt es zu einer Verschmutzung der Früchte.
  • Ein starkes Auftreten kann auch bei den Pflegearbeiten lästig sein.
  • Die relativ hohen Temperaturen in den Gurkenhäusern sind für die Weiße Fliegen sehr förderlich.
  • Die Weißen Fliegen überwintern an Pflanzen, die im Winter in den Gewächshausern stehen.
  • Gerne wandern sie auch von benachbarten Gewächshäusern zu.
  • An den Blattunterseiten finden sich ringförmige Eigelege und die schildlausartige Larven.
  • Pro Jahr gibt es vier bis fünf Generationen.
  • Temperaturen zwischen 20 und 30°C ffördern die Schädlingsentwicklung.


Wirtspflanzen
Allium, Brassica oleracea, Capsicum, Chrysanthemum, Cichorium, Cucumis melo, Cucumis sativus Cucurbita, Euphorbia, Fragaria, Fuchsia, Gerbera, Glycine max, Lactuca, Nicotiana tabacum, Pelargonium, Phaseolus, Rosa, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Tagetes, Vicia faba, Vigna u.a.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Sauberes Abräumen zu Kulturende.
  • Vor der Neupflanzung alle Zuflugsmöglichkeiten minimieren.
  • Vorsicht vor Überwinterungsmöglichkeiten im Gewächshausbereich.
  • Bekämpfung mit zugelassenen Insektiziden schwierig. Mittel wie Rapsöl und Kaliseifen können auch helfen.
  • Eine Bekämpfung mit Nützlingen ist gut möglich.
  • Der Einsatz von Encarsia Schlupfwespen hat sich bewährt.
  • Nützliche Pilzarten wie Aschersonia, Paecilomyces und Verticillium können auch eingesetzt werden.

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Wurzelgallenälchen (Meloidogyne incognita)

Meloidogyne incognita

Vornehmlich beim Gewächshausanbau vorkommend.

Schadbild und Lebensweise

  • Meloidogyne incognita und eher selten auch Meloidogyne arenaria bzw. hapla.
  • Synonyme von M.incognita: Meloidogyne acrita und Meloidogyne kirjanovae
  • Meloidogyne hapla kommt vor allem in wärmere Region vor.
  • An gurkenpflanzen zeigt sie ein Befall meist erst nach 4-5 Wochen.
  • Stärker befallen Pflanzen welken bei starker Sonneneinstrahlung.
  • ZUr Bestimmung der Schadursache die Wurzel auf Gallenbildung überprüfen.
  • Das Temperaturoptimim liegt wohl bei 25-23°
  • Vermutlich die gefährlichste Gallenälchen-Art.
  • Unter 10°C stoppen die Nematoden ihre Entwicklung.
  • Ein vollständiger Lebenszyklus dauert bei 21°C etwa 37 Tage.
  • It takes 37 days at 21 degree Celsius for M. incognita to complete its life cycle.[7][9][10]
  • Schädungen an den Gemüsepflanzen atwa ab 15°C.

Wirtspflanzen
Allium, Amaranthus, Apium graveolens, Asparagus officinalis, Beta vulgaris, Brassica napus, Brassica oleracea, Brassica, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis melo, Cucumis sativus, Cucurbita, Daucus carota, Eruca, Glycine max, Helianthus annuus, Ipomoea batatas, Ipomoea, Lactuca, Lens culinaris, Nasturtium officinale, Pastinaca sativa, Phaseolus, Pisum sativum, Portulaca, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Solanum, Spinacia oleracea, Vicia faba und viele <ndere. <br

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Fruchtwechsel mit Arten, die nicht befallen werden.
  • Veredelte Gurken sind geschützt.
  • Bodendämpfung (bis 50 cm tief) kann die Nematoden ausschalten.
  • Bei Temperaturen von 45-50°C tötet die Nematoden.

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Zikaden (Empoasca decipiens)

Empoasca decipiens, der Grüne Blatthüpfer

Ein Schädling, der erstmals 1997 auf der Insel Reichenau großen Schaden an Gurken anrichtete.

Schadbilder und Lebensweise

  • Empoasca decipiens wird auch "Grüner Blatthüfer" genannt.
  • Die Zikaden saugen an ihren Wirtspflanzen.
  • Durch den Speichel der Zikaden verstopfen die Leitungsbahnen.
  • In den Leitungsbahnen wird der Kohlehydrate-Transport gestört.
  • Nach stärkerer Saugtätigkeit verfärben die Blätter, zunächst vom Rand her.
  • Es kommt zu Wachstumsstockungen.
  • Befallene Früchte bekommen eine unnatürliche Form.
  • Bei einem starken Befall sterben die Pflanzen ab.
  • Die erwachsenen Tiere haben nur eine Länge von 3-4 mm.
  • Die Weibchen legen ihre Eier mit einem Legebohrer in die Gurkenblätter.
  • Nach 2-4 Tagen schlüßfen die Larven.
  • Empoasca decipiens durchläuft 5 Nymphenstadien.
  • Erst im letzten Nymphen-Stadium bilden sich Flügel.
  • Günstige Temperaturen sind 20-25°C.
  • Ein ganzer Lebenszyklus erfolgt je nach Umstände in 2-5 Wochen.

Wirtspflanzen
Capsicum, Chrysanthemum, Cucumis sativus, Malus, Phaseolus, Prunus dulcis, Solanum tuberosum, Vicia faba, Vitis, Zea mays

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Mit Gelgtafeln läßt sich der Befall kontrollieren.
  • Eine Bekämpfung mit Insektizide ist sehr schwierig.
  • Der Eiparasitoid Anagrus atomus kann als Nützling helfen.
  • Die Pilze Metarhizium anisopliae, Paecilomyces fumosoroseus und Beauveria bassiana können evtl. bei der Bemämpfung helfen.

Weitere Infos


Siehe auch in Hortipendium


Quellen

  • Artikelautor: Josef Schlaghecken
  • Crüger Gerd, Georg Friedrich Backhaus, Martin Hommes, Silvia Smoltka und Heinrich-Josef Vetten. (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau, 4. völlig bearbeitete und erweiterte Auflage. Eugen Ulmer. Stuttgat-Hohenheim. ISBN 3-8001-3191-9
  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Josef Schlaghecken (2016): Rund um das Saatgut: Gurke. In: Zeitschrift "Gemüse". 52. Nr. 2. Seite 49-50. 


Weblinks


Gewährleistung

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