Goldgrüner Kirschfruchtstecher

Aus Hortipendium
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Goldgrüner Kirschfruchtstecher
Rhynchites auratus
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Weibchen
Systematik
Klasse Insekten
Insecta
Unterklasse Ectognatha
Ordnung Käfer
Coleoptera
Unterordnung Polyphaga
Überfamilie Curcurlionidea
Familie Triebstecher
Rhynchitidae

Der Goldgrüne Kirschfruchtstecher (Rhynchites auratus) ist auf Kirschen spezialisiert. Er kann sich schnell etablieren und zu einem bedeutenden Schädling entwickeln. Die Käfer können bereits an den Knospen, hauptsächlich aber an den Blüten und jungen Früchten für Schaden sorgen. Durch Fraß fallen stark geschädigte Früchte vorzeitig ab, ansonsten zeigen sie flach liegende flächige Fraßstellen. Bleiben die Früchte am Baum hängen, zeigen sie das typische Schadbild, ein bis zum Kern reichendes Loch, auf.

Beschreibung

Der Kirschfruchtstecher ist 7 bis 9 mm groß, behaart, goldbraun, rötlich glänzend. Beine und Rüssel sind braun, der Rüssel besitzt basal einen Kiel.

Lebensweise

Nach dem Reifungsfraß im Frühjahr legt das Weibchen ab etwa Juni die Eier in die jungen Früchte ab. Hierzu nagt das Weibchen einen Gang oder eine Grube bis in die Nähe des noch weichen Kerns und legt das Ei dort ab. Mit breiartig zerkautem Fruchtfleisch wird das Ei bedeckt. Die Eiablagestelle ist an einer dunklen Verfärbung und der deutlich eingesunkenen Mitte zu erkennen. Das Weibchen wird bis zu 3 Monate alt und legt in der Regel bis zu 85 Eier ab. Die Larve ernährt sich vom weichen Kern. Nach der Entwicklung, die zwischen 16 und 36 Tagen dauert, verlässt die Larve die heranreifende Frucht und verpuppt sich im Boden. Ab September wandert der Käfer wieder auf Obstbäume und überwintert in Rindenverstecken. Die Larven können eine einjährige Diapause einlegen, d.h. die Verpuppung erfolgt erst im folgenden Herbst.

Bekämpfung

Mittels Klopfprobe lässt sich das Auftreten feststellen. Nur der adulte Käfer ist bekämpfbar. Beim Massenauftreten vor allem bei wärmerer Witterungsperiode ist eine gezielte Bekämpfung durchzuführen. Hier eignet sich der Einsatz von Thiacloprid oder Acetamiprid.

Quelle

  • Werner Dahlbender und Günter Hensel (2010): Pflanzenschutz in Süßkirschen. DLR Rheinpfalz, Kompetenzzentrum Gartenbau. Oppenheim. 
  • W. Jacobs, M. Renner und K. Honomichl (1998): Biologie und Ökologie der Insekten. Gustav Fischer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8274-0799-0
  • József Nyéki et al (2008): Sauerkirschenanbau. Nemzeti Kutatási és Technológiai Hivatal. Oppenheim. ISBN 978-963-9732-81-0

Weblinks