Gemeine Napfschildlaus

Aus Hortipendium
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Gemeine Napfschildlaus
Parthenolecanium corni
Zwetschenschildlaus Parthenolecanium corni an Johannisbeere 002DLR-RLP-RW.JPG
Honigtau der Gemeinen Napfschildlaus auf Johannisbeeren
Systematik
Klasse Insekten
Insecta
Unterklasse Fluginsekten
Pterygota
Ordnung Schnabelkerfe
Hemiptera
Unterordnung Pflanzenläuse
Sternorrhyncha
Überfamilie Schildläuse
Coccoidea
Familie Napfschildläuse
Coccidae

Die Gemeine Napfschildlaus gehört zu der Überfamilie der Schildläuse und tritt als Schädling an Obstgewächsen auf. Durch ihre Saugtätigkeit verursacht sie ertragsmindernde Schäden.

Synonyme

Wissenschaftliche Bezeichnung: Eulecanium robiniarum, Lecanium corni, Lecanium robiniarum
Deutsche Bezeichnung: Grosse Obstbaumschildlaus, Rebenschildlaus, Zwetschgen-Napfschildlaus

Schadbild

Die jungen Schildläuse wandern auf Triebe und Früchte, setzen sich an ihnen fest und saugen unter ihrem sich bildenden Schild daran. Sie verursachen eine Wachstumshemmung und Triebstauchungen. Bei starkem Befall kann es sogar zu einem Absterben der Triebe oder ganzer Sträucher kommen. Auf den Früchten hinterlassen sie Ruß- und Honigtau.

Beschreibung

Der Schild der Napfschildlaus ist napfartig hochgewölbt, glänzend braun gefärbt und 5 bis 6 mm lang und 4 mm breit. Die flachen Larven sind ca. 1 mm gross und blass rotbraun gefärbt.

Lebensweise

Schematische Darstellung des Entwicklungszykluses der Gemeinen Napfschildlaus (Parthenolecanium corni)
Die Schildlaus bildet nur eine Generation im Jahr. Sie überwintert am Holz im 2. Nymphenstadium. Sie wird ab März aktiv, wandert umher und sucht einen Platz zum Festsetzen. Meist an jungen Zweigen beginnt sie dann mit der Schildbildung (in der Regel im April). Sie entwickeln sich zu adulten Läusen mit einem hochgewölbten Schutzschild. Ab Mai beginnen die Weibchen unter den Schilden die Eier abzulegen. Die Nymphen schlüpfen von Mitte Juni bis Mitte Juli, wandern umher und saugen an den jungen Trieben. Nach der Häutung setzt sich das 2. Nymphenstadium am Holz zur Überwinterung fest.


Bekämpfung

Diese muß rechtzeitig im März ab Austriebsbeginn bis kurz vor der Blüte mit einem Öl-Präparat (Mineralöl oder Rapsöl) auf die überwinternden Larven bzw. Nymphen erfolgen, bevor diese sich festsetzen und ihr Schutzschild ausbilden. Mineralöle sind nur noch gegen Spinnmilben ausgewiesen, so dass die Nebenwirkung auf Schildläuse genutzt werden muss.
Es sollte mit hohem Brüheaufwand gearbeitet werden. Die Reihen sind zwecks besserer Bedeckung des Holzes durch die Spritzbrühe nach Möglichkeit sofort gegenzufahren. Die Behandlung ist bei bedecktem Wetter und Temperaturen von über 8 bis 10° Celcius durchführen, damit der Ölfilm nicht zu schnell antrocknen kann (Wirkungsverbesserung).
Neonicotinoide (Thiacloprid, Acetamiprid) sowie der Wirkstoff Fenoxycarb haben eine Nebenwirkung auf die im Juni/Juli schlüpfenden Nymphen, die genutzt werden kann.
Indikationszulassung für die Bekämpfung von Schildläusen an Beerenobst

Quelle

  • Uwe Harzer (2011): Praxisanleitung "Zwetschen, Pflaumen, Mirabellen" - Qualitätsproduktion. DLR Rheinpfalz, Kompetenzzentrum Gartenbau. Rheinbach. 
  • Prof. Dr. Fritz Winter (2002): Lucas' Anleitung zum Obstbau. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 3-8001-5545-1
  • Uwe Harzer (2012): Mittelempfehlungen und Hinweise zum Pflanzenschutz in Kernobst 2012. In: Fachzeitschrift für den Obstbau-Profi. Nr. 1. Seite 23 - 46. 

Weblinks