Gemüsebau in der Pfalz

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Begrüßung im "Gemüsegarten RheinPfalz"
mit über 18.000 ha Gemüse!
Zentrum des Rheinland-Pfälzer-Gemüseanbaus

Die Pfalz, im Raum Frankenthal, Ludwigshafen, Neustadt/Wstr., Speyer und Zeiskam gilt als das größte, geschlossenste Freilandgemüse-Anbaugebiet Deutschlands. Laut Statistischem Landesamt in Bad Ems betrug die Freilandgemüse-Anbaufläche in Rheinland-Pfalz im Jahre 2011 über 18.000 ha. 1980 waren es erst rund 5.334 ha. Etwa 90% des Gemüseanbaus in RLP findet in den folgenden Orten statt: Zeiskam, Lustadt, Weingarten, Harthausen, Schifferstadt, Mutterstadt, Dannstadt-Schauernheim, Ruchheim, Fußgönheim, Maxdorf, Lambsheim, Heßheim, Frankenthal und Boberheim-Roxheim.
Gewächshausanbau: Die Gemüse Anbaufläche in Gewächshäusern betrug laut Statistischem Landesamt im Jahre 2000 in Rheinland-Pfalz 42 ha. Dieser Geschützte Anbau wird insbesondere von den 5 großen, modernen Jungpflanzenbetriebe zur Anzucht der in dem Großraum benutzten Jungpflanzen.


Günstige Boden- und Klimaverhältnisse

Der Freilandgemüseanbau im Lande verlagert sich immer mehr in Regionen mit den besten Boden- und Klimagegebenheiten. Da im linksrheinische Rheintal, im Raum Worms-Ludwigshafen-Germersheim, die Bedingungnen für dene Anbau von Gemüse besonders günstig ist, hat sich das wohl bedeutendste, geschlossene Freilandgemüseanbaugebiet Deutschlands entwickelt.

Die Böden im Pfälzer Gemüseanbaugebiet:
Ebene Felder, ideale, leichtere Böden mit meist günstiger Kalkversorgung und dem nötigen Humusgehalt sind die wichtigsten Pluspunkte. Dazu kommt eien größzügige Flächenausstattung für den so vorteilhaften Fruchtwechsel.
Die Bodenarten im Pfälzer Gemüseanbaugebiet, sind bestimmt durch die Geschichte des Rheingrabens im Raum Ludwigshafen sowie dem westlich angrenzenden Mittelgebirge, dem "Pfälzer Wald". Vorherrschende Bodenarten sind sandige bis lehmige Böden sowie der Löß. In Kombination mit den relativ geringen Jahresniederschlägen von rund 550 mm, ist schon in beinahe idealer Art und Weise, eine kontinuierliche Aussaat bzw. Pflanzung möglich. Die Pfälzer Gemüseanbau können somit zuverlässige über die ganze Saison den Markt sicher beliefern.
Kartenmaterial: Wer sich näher für die Bodenverhältnisse in den einzelnen Gemeinden oder sogar Gewannen interessiert, findet detaillierte Angaben bzw. Karten unter ...

Das Klima im Pfälzer Gemüseanbaugebiet:
Das Klima im Pfälzer Gemüseanbaugebiet ist generell und im Vergleich zu verschiedenen anderen Anbauregionen recht günstig. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt laut Agrarmeterologie Rheinland-Pfalz etwa bei 10,9°C. Damit einher, ergibt sich eine relativ lange Freilandsaison. So stehen z.B. im mehrjährigen Mittel pro Jahr 299 sogenannte "Vegetationstage" zur Verfügung. Nicht für jeden gleich erkennbar ist der Vorteil der relativ geringen Jahresniederschläge. Die übliche Menge von rund 550 mm pro Jahr, die auch noch recht günstig über dasJahr verteilt fallen, erlauben einen weitgehend optimierten Terminanbau. Beinahe täglich säen oder pflanzen zu können, ist einer der ganz besondren Stärken des Pfälzer Gemüseanbaus. Dem Ideal einer zuverlässigen Marktbelieferung über die ganze Saison kommt man hier schon recht nahe.

Langfristige Wetterdaten des Pfälzer Gemüseanbaugebietes (Ø 1991-2011)
Wetterstationen Ø Temperatur (2 m) Niederschlag Wasserbilanz Strahlung je qm Sonnenschein Vegetationstage
Kleinniedesheim 10,8°C 523 mm -209 mm 1.135 kWh 1.996 h 273 Tage
Schifferstadt 11,2°C 535 mm -212 mm 1.126 kWh 1.958 h 221 Tage
Lustadt 10,8°C 586 mm -128 mm 1.144 kWh 2.009 h 275 Tage
Mittelwert 10,9°C 548 mm -183 mm 1.135 kWh 1.988 h 277 Tage

Erklärung Vegetationstage: T Ø >= 5 °C
Quelle: Agrarmeterologie Rheinland-Pfalz.]


Freilandgemüse Anbauflächen in Rheinland Pfalz (ha)

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  • Die Werte der Jahrestabelle wurden original vom Statistischen Landesamt in Bad Ems übernommen. Um eine detaillierte Aussage für die verschiedenen, interessanten Arten- und Unterarten wie z.B. Bund- und Waschmöhren zu bekommen, wurden die amtlichen Werte, in der Artentabelle mit Hilfe von Schätzungen (*) der Berater Joachim Ziegler (DLR), Sebastian Weinheimer (DLR) und Josef Schlaghecken aufgesplittet.
  • Rund 90% der Anbauflächen liegen in der Pfalz.
  • Seit 2010 werden die Anbauflächen der Küchenkräuter nicht mehr vom Statistischen Landesamt erfaßt. Die trotzdem aufgeführten Werte sind deshalb Schätzungen der staatlichen Berater.


Anbauentwicklung von 1988 bis 2012

Freilandgemüse Anbau in ha
Jahr ha
1988
  
6739
1992
  
8718
1996
  
11212
2000
  
13922
2004
  
15331
2008
  
17659
2012
  
19411
Quelle: Statistisches Landesamt in Bad Ems: Anbau von Gemüse zum Verkauf in RLP, 2012


Anbau Flächenentwicklung der einzelnen Gemüsearten

Arten (A-Z) 1970 1980 1990 2000 2010 2011
Blumenkohl 353 666 762 1.294 1.305 1.237
Bohnen: Buschbohnen *329 *206 *78 *269 *83 *15
Bohnen: Stangenbohnen *52 *40 *25 *25 *57 *41
Brokkoli *0 12 227 421 272 299
Chicorée *0 *0 *30 12 29 26
Chinakohl 3 26 143 202 224 247
Erbsen: Handpflücke *53 *30 *13 *66 *143 *145
Erbsen: Verarbeitung *80 *44 *20 *100 *93 *152
Feldsalat 26 41 44 931 *1080 *1143
Grünkohl 8 25 19 15 *11 *11
Gurken: Einlegegurken *124 *35 *38 *27 *7 *7
Gurken: Schälgurken *72 *34 *38 *22 *4 *4
Knollenfenchel *1 *2 *4 73 153 173
Kohlrabi 82 165 184 326 373 388
Kürbis: Speisekürbis *0 *0 *0 92 291 307
Meerrettich *6 *2 *1 *1 *0 *0
Möhren: Bundmöhren *41 *39 *97 *450 *480 *450
Möhren: Waschmöhren *370 *350 *879 *1395 *1272 *1126
Petersilie 35 30 94 168 190 189
Porree 126 146 199 252 650 737
Radies 28 77 568 1.816 2.782 2.735
Rettich: Bundrettich *2 *11 *18 *60 *75 62
Rettich: Stückrettich *19 *97 *164 *269 *272 258
Rhabarber 18 47 90 179 218 212
Rosenkohl 97 56 40 16 *6 *4
Rote Rüben 28 35 11 17 35 51
Rotkohl 251 125 92 62 38 41
Rucola *0 *0 *0 67 428 553
Salat: Eichblatt *0 *0 *33 153 232 233
Salat: Eissalat 1 8 112 65 109 142
Salat: Endivien, Frisee *12 *11 *28 *50 *56 27
Salat: Endivien, glatt *24 *23 *58 *73 *131 105
Salat: Kopfsalat 875 818 897 869 710 616
Salat: Lollo grün *0 *0 *10 *50 *149 124
Salat: Lollo rot *0 *0 *90 *145 *211 181
Salat: Radicchio *0 *0 *12 *79 93 74
Salat: Romana *0 *0 *0 *0 59 26
Salate: Sonstige *0 *0 *0 *0 286 323
Schnittlauch *3 *4 *6 4 *12 13
Sellerie: Bundsellerie *2 *11 *42 *88 *95 119
Sellerie: Knollensellerie *226 *188 *78 *71 *106 130
Sellerie: Stangensellerie *0 *0 *8 18 135 149
Spargel: Ertrag- und Junganlage 791 513 412 765 1.110 1137
Spinat 1.039 557 492 626 646 965
Tomaten 144 78 10 6 *1 *1
Weißkohl 284 208 187 133 121 112
Wirsing 153 120 109 86 63 63
Zucchini *0 18 23 198 339 330
Zuckermais *0 *0 *40 151 350 340
Zwiebel: Bundzwiebel *0 *8 *60 610 1.311 1532
Zwiebeln: Sommerzwiebel, trocken *100 *183 *411 *670 *978 1007
Zwiebeln: Winterzwiebel, trocken *99 *183 *410 *261 *200 189
Sonstige Arten *68 *62 *64 *124 *247 247
Summe: DLR-Wert 6.025 5.334 7.470 13.922 18.321 18798
Summe Stat. Landesamt ohne Kräuter 18.145 18454
Jahre 1970 1980 1990 2000 2010 2011

Quellen:


7.000 ha Gemüse-Anbaufläche beim Pfalzmarkt?
Ein beachtlicher Anteil der Pfälzer Gemüseanbauer haben sich in der genossenschaftlichen Erzeugerorganisation "Pfalzmarkt" mit Sitz in Mutterstadt, zusammengeschlossen. Wie "Die Rheinpfalz" am 29.Nov. 2012 mitteilte [1] peilt der Pfalzmarkt in Mutterstadt, mit ihrer Erzeugerorganisation, im Jahre 2012 einen Rekordumsatz von 115 Mio. € an. Welchen Anteil an der Anbaufläche bewirtschaften die im "Pfalzmarkt" vereinigten Anbauer?

Anbauflächen Schätzversuch:
- Gesamte Gemüse Anbaufläche in RLP 2012: rund 18.500 ha
- Geschätzter Produktionswert: 300 Mio. €
- Geschätzter Umsatz des "Pfalzmarktes" 2012: 115 Mio. € [2]
- Geschätzer Anteil Pfalzmarktumsatz am Landesumsatz: 38%
- 38% der Landesanbaufläche von 18.500 ha: ca. 7.000 ha
- Bei einer Zweifachnutzung pro Jahr entspricht das einer Ackerfläche von rund 3.500 ha


Organisationen und Einrichtungen

Je bedeutender ein Gemüseanbaugebiet desto mehr berufsständische Organisationen, staatliche Einrichtungen einschließlich Schulen und Forschungsstätten sowie bedeutende, über die Region hinaus bekannte, gemüsebauliche Vermarktungseinrichtungen, gibt es. Im Folgenden eine Auswahl bekannter Stellen:

Übersichtstabelle der Einrichtungen:

Einrichtung mit Links zur Homepage Schwerpunkt Straßenkarte Ort Bemerkungen
Beregnungsverband-Pfalz Beregnung Neustadter Straße 100 Mutterstadt Die Aufgabe des Verbandes ist die Bereitstellung von Altrheinwasser zur Bewässerung des großflächigen Gemüse- und Frühkartoffelanbaus in der Vorderpfalz.
BOLAP GmbH Beratung Obere Langgasse 40 Speyer Gesellschaft für Bodenberatung, Laboruntersuchung und Qualitätsprüfung mbH mit Schwerpunkt Gemüsebau!
DLR-Rheinpfalz Beratung Breitenweg 71 Neustadt/Wstr. Gemüsebauberatung am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR)-Rheinpfalz!
DLR-Rheinpfalz Berufsschule und Meisterschule Breitenweg 71 Neustadt/Wstr. Berufsschule für die Gemüsebau-Lehrlinge der Region und Meisterchule für Gemüsebauern aus Rheinland-Pfalz oder beleibigen anderen Regionen.
DLR-Rheinpfalz Ernteverfrühungs-Service Dannstadter Straße Schifferstadt Temperparaturservice zur Optimierung der Ernteverfrühung.
DLR-Rheinpfalz Bewässerungs-Service Dannstadter Straße Schifferstadt Bewässerungsservice mit Online-Service.
Frosta Tiefkühlkost Industriestraße 4 Bobenheim-Roxheim Führender Tiefkühlkost-Betrieb.
HAVITA Convenience-Salate Hinter dem Münchhof 4 Dannstadt Führender Gemüse Convenience Betrieb.
Hortigate Informationen Godesberger Allee 142-148 Bonn Informationsdienst des ZVG für den professionellen Gemüsebau. Berater, Forscher usw. aus dem deutschsprachigem Raum veröffentlichen hier aktuelle Fachinformationen. Ein beachtlicher Anteil der Berichte stammen von der Gemüsebauberatung am DLR-Rheinpfalz in Neustadt/Wstr. sowie seinem Versuchsbetrieb, Queckbrunnerhof.
Obst- und Gemüsegroßmarkt Maxdorf Vermarktung Heideweg 15 Maxdorf Erzeugerorganisation für Gemüse und Obst.
Pfalzmarkt Mutterstadt Vermarktung Neustadter Straße 100 Mutterstadt Führende Erzeugerorganisation im Gemüsebereich!
Südpfalzmarkt-Theis Vermarktung Edesheimer Weg 1 Hochstadt Führender Frischgemüsehandel.


Pfälzer Gemüseproduzenten

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Gemüsebaubtriebe in der Pfalz enorm vergrößert und spezialisiert. Waren in den achtziger Jahren noch Betriebsgrößen von 20-50 ha weit verbreitet, so findet heute, im Jahre 2012, der Freiland Gemüseanbau vor allem in Betrieben mit mehr als 300 ha Jahresanbaufläche statt. Einige Betriebe bauen pro Jahr sogar mehr als 500 ha Gemüse an. Im Folgenden eine Auswahl bedeutender Pfälzer Gemüseanbaubetriebe mit einem eigenen Internetauftritt.

Große Gemüseproduzenten in der Pfalz:

Betriebe mit Links zur Homepage Straßenkarte Ort Schwerpunkt Bemerkungen
Beutelmann Gemüseanbau Im Winkel Hochdorf-Assenheim Feldsalat, Chinakohl, Frühlingszwiebeln, Kopfsalat, Lauch, Lollo Bionda, Lollo Rosso, Radies,Rucola, Staudensellerie und Zucchini. Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation.
Fehmel Im Grund 1 Mutterstadt Gewächshaus: Tomaten, Minigurken, Stangebohnen, Felsalat;

Freiland: Radies, Bundzwiebeln, Bundmöhren, Petersilie, Rhabarber, Kohlrabi und Chinkohl.

Gewächshaus- und Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation.
Gemüse-Renner Neustadter Straße 95 Mutterstadt Bundzwiebeln, Bundmöhren, Bundradieschen, Staudensellerie, Knollensellerie, Zuckermais, Porree. Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation.
Geil Gemüseanbau Weidenseehof Harthausen Feldsalat, Frühlingszwiebeln, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Zucchini, Salanova®, Porree. Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation und Handel.
Harderhof Viehbachweg 12 Dannstadt-Schauernheim. Blumenkohl, Bundzwiebeln, Frühkartoffeln, Lauch, Radicchio, Rucola und Rhabarber. Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation.
Lutz Gemüseanbau Schlittweg 1 Knittelsheim Buttersalat, Bundzwiebeln. Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation, IP und Bioanbau.
Renner Gemüsebau Riedgewann 1 Fußgönheim Blumenkohl, Zucchini, Porree. Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation und Handel.
Röß Gemüsebau Mörschweide Frankenthal-Mörsch. Blumenkohl, Brokkoli, Kartoffeln, Romanesco, Salat, Zwiebeln Freilandgemüsebetrieb mit Packstation.
Schlosser, Otwin Amselhof Hochdorf-Assenheim. Blumenkohl, Chinakohl, Eichblatt, Feldsalat, Knollenfenchel, Kohlrabi, Kopfsalat, Lollo Bionda und Lollo Rosso. Freilandgemüsebetrieb.
Stubenbordt Hortulanushof Zeiskam Radieschen, Dill, Sellerie, Lauchzwiebeln und viele weitere Produkte . Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation und Handel.
Topffresh Hochweg 1 Otterstadt Asia Greens, Babyleaf, Blätter von Mangold und Rote Beete, Feldsalat, Rucola, Petersilie. Freilandgemüsebetrieb
mit Packstation und Handel.
IP und Bioanbau.

Hofläden in Rheinland-Pfalz, auch mit Gemüse:
Nicht nur in dem klimabegünstigten Pfälzer Rheintal sondern im ganzen Land gibt vor Ort produzierende landwirtschaftliche bzw. gärtnerische Betriebe, die auch frisches Gemüse in ihren Hofläden anbieten.
Das Internetangebot unter Hofladen-Bauernladen. bietet einen guten Überblick über einzelnen anbieter sowie Regionen.


Die wichtigsten Pfälzer Gemüsearten im Bild

Die folgenden Bilder geben einen Überblick über die wichtigsten, in der Pfalz angebauten Gemüsearten.

Nr. Gemüseart ha 2011 Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4
1 Salate 3.441 ha
Radicchio
Rucola
Kopfsalat
Feldsalat
2 Radies 2.735 ha
Radiesfeld
Präzisionsanbau
Handernte
Buntes Bund
3 Möhren 1.576 ha
Damm Anbau
Möhrenvollernter
Waschmöhren
Geschmack
4 Bundzwiebeln 1.532 ha
Bestand
Handernte
Einzelzwiebeln
Verpackung
5 Blumenkohl 1.237 ha
Pflanzen
Bestand
Ernte
Verpackung
6 Spargel 1.139 ha
Aufdämmen
Spargelstangen
Spargelbestand
Queckbrunnerhof


Salate meint: Cichorium-Arten, Diplotaxis, Lactuca-Arten und Valerianella.


Pfalz: Zentrum der Ernteverfrühung

Auf Grund seiner günstigen klimatischen Lage ist die Pfalz in jedem Frühjahr ein Zentrum der Ernteverfrühung im Freilandgemüsebau. Mit Hilfe von flach auf den Kulturen aufgelegter Vliese und/oder Folien kann man, je nach Gemüseart und Anbautechnik 1-3 Wochen früher als üblich, die Region mit einheimischem Gemüse beliefern. Fährt man im März oder April durch das Abnaugebiet, so sieht man, dass beinahe alle frisch bestellten Gemüseflächen mit einem Vlies oder einer Folie bedeckt sind. In den Jahren von 200-2010 wurden schätzungsweise auf rund 20% der gesamten Gemüseanbauflächen ein Ernteverfrühung betrieben.

Pfälzer Ernteverfrühungs Maßnahmen:

  • Man wählt Parzellen, die früh abtrocken und sich schnell in der Frühjahrssonne erwärmen!
  • Wenn möglich, nutzt man den Verfrühungseffekt von windgeschützten Parzellen!
  • Spezielle in der Pfalz geprüfte, kältetolerante Sorten bringen einige Tage Vorsprung!
  • Bei Pflanzgemüse, nimmt man meist Jungpflanzen in einem größeren Erdtopf, z.B. 5cm statt 4cm!
  • Bei Sägemüse bevorzugt man die Auswahl bes. guter Saatgutpartien, z.B. auch mit einer relativ großen Korngröße!
  • Eine sofortige Bedeckung der frisch gepflanzten Kulturen mit Vlies oder Folie mindert das Kälterisiko!
  • In speziellen Fällen nutz man in der Pfalz sogar die Vorteile einer Doppelauflage!


Weitere detaillierte Angaben
zur Ernteverfrühungstechnik in der Pfalz, bei den einzelnen Gemüseart, siehe den Hortipendium Artikel: Ernteverfrühung im Freilandgemüsebau.


Angebotssaison Pfälzer Gemüse

Der Pfälzer Gemüsbau ist bekannt durch seine großen Anbauflächen, seiner sehr großen Artenvielfalt und der langen Saison. Diese ist in erster Linie von der jeweiligen Gemüseart, aber auch ein wenig von der Jahreswitterung abhängig. Wer sich für die langjährigen Daten der Angebotssaison des Pfälzer Gemüses interessiert, findet diese unter Saisonkalender Pfälzer Gemüsearten!


Umfasssender RLP Agrar-Wetter-Service

Zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft und des Gemüseanbaus hat das Land einen umfangreichen Agrar Wetter Service im Internet aufgebaut. Grundlage des Wetterdienstes sind eine große Zahl an, im ganzen Land verteilte, Wetterstationen. Die wichtigsten Wetterdienst Angebote sind:


Bewässerung im Pfälzer Freilandgemüsebau

Der auf mehr als 18.000 ha durchgeführte Freilandgemüseanbau in der Pfalz wäre nicht denkbar ohne ein gut funktionierendes Bewässerungssystem. Das Wasser dazu wird mit Hilfe eines Großraum Bewässerungssytems bereit gestellt oder über eigene Brunnen beschafft. Standardverfahren der Bewässerung ist der Einsatz von Kreisregnern. Die Tröpfchenbewässerung nutzt man bei Gemüsekulturen mit einem größeren Reihenabstand. Beim Anbau von Zucchini ist sie weitgehend Standard.

Die Großraumberegnung Pfalz
Um die Wasserversorung zu optimieren hat man für einen Großteil des Hauptanbaugebeites eine Großraumberegnung mit unterirdisch verlegten Rohren erstellt. Auf über 13.000 Ackerland steht derzeit (2012) den Bauern an jeder Parzelle eine Zapfstelle zur verfügung. Durch Ankoppelung eines Standrohres mit geeichtem Manometer ist eine jederzeitige Wasserennahme gegen Bezahlung möglich. Organisiert wird die Großraumberegnung über den Beregnungsverband Vorderpfalz!
Laut Verband ist das unterirdische Verteilersystem 500 km lang. Der jährliche Wasserbedarf liegt etwa zwischen 10 und 17 Mio. cbm jährlich. Weitere, umfangreiche Informationen zum Beregnungsverband findet man im Internetauftritt.


Standardverfahren ist die Rohrberegnung


Weitere Beregnungstechniken im Einsatz


Beregnungsservice:
Zur Optimierung des Wassereinsatzes im Freilandgemüsebau und damit auch der Stickstoffeffizienz bietet die staatliche Beratung von Rheinland-Pfalz einen Internet Beregnungsservice an. Weitere Informationen dazu siehe Agrarmeterologie Rheinland-Pfalz: Bewässerung - Gemüse, Ackerbau und Beerenobst.


Produktionswert des Pfälzer Gemüsebaus

Wie die Landwirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, am 30. Nov. 2012, auf dem 31. Pfälzer Gemüsebautag mitteilte, erwirtschaften in Rheinland-Pfalz rund 500 Betriebe jährlich auf mehr als 18.500 ha einen Produktionswert von rund 300 Mio. €.
Wie "Die Rheinpfalz" am 29.Nov. 2012 mitteilte [3] peilt der Pfalzmarkt in Mutterstadt, mit ihrer Erzeugerorganisation, im Jahre 2012 einen Rekordumsatz von 115 Mio. € an.


Pfalz: Zentrum der Gemüsejungpflanzen Anzucht

In dem größten deutschen Freilandgemüse Anbauzentrum haben sich 5 der rund 25 großen deutschen Jungpflanzenbetriebe angesiedelt. In keiner anderen Region gibt es diese Konzentration und die Möglichkeit unterschiedlichen Jungpflanzenangebote zu vergleichen bzw. zu nutzen. Hauptvorteil der vor Ort Pflanzenanzucht in hochspezialisierten Betrieben, besteht in den kurzen Transportwegen, der großen Angebotspalette sowie der flexiblen Pflanzenauslieferung, entsprechend der Pflanzbedingungen beim Anbauer.

Weiterführende Links zu den Betrieben gibt es im Kapitel "Gemüsebau Jungpflanzenbetriebe" im Abschnitte Liste der Gemüse-Jungpflanzenbetriebe.
Pfälzer Jungpflanzenbetriebe beliefern nicht nur die regional ansässigen Anbauer sondern auch Betriebe in ganz Südwestdeutschland und sogar bis nach Frankreich, Schweiz und Österreich.
Wie "Die Rheinpfalz" am 21.März 2013 mitteilte [4] produzierten die Pfälzer Gemüse-Jungpflanzenbetriebe im Jahre 2013 Jungpflanzen im Werte von schätzungsweise 20 Mio. €. Die Anzucht findet ausschließlich in speziell eingerichteten Gewächshäusern auf über 200.000 qm statt. Für den Anbau von Gemüse in der Region und den angrenzenden Anbaugebetien stehen damit jährlich über 500 Mio. Gemüse Jungpflanzen zur Verfügung.


Die Pfalz, Zentrum der gemüsebaulichen Ausbildung und Forschung

Starke Forschung im Freilandgemüsebau
Gut motivierte Meisterschüler

Zur Unterstützung des in ganz Europa bekannten "Pfälzer Gemüsebaus" mit jährlich über 18.000 ha Anbau und einem Produktionswert von über 300 Mio. € bemüht sich die Landesregierung von Rheinland-Pfalz sehr, die Ausbildung im Bereich Berufsschule und Meisterschule sowie die gemüsebauliche Forschung auf einem hohen Niveau anzubieten.

Gemüsebauliche Berufsschule und Meisterschule:
Der Schwerpunkt des gemüsebaulichen Berufsschulunterrichtangebotes liegt beim DLR-Rheinpfalz in Neustadt/Wstr.

Gemüsebauliche Forschung im Gemüsebau:
Hier hat sich am DLR-Rheinpfalz, Neustadt/Wstr., mit seinem Versuchbetrieb, Queckbrunnerhof, in Schifferstadt, ein europaweit bekanntes Zentrum der Gemüsebauforschung etabliert.

Die Schwerpunkte der Arbeit liegen im Bereich:

  • Freilandgemüsebau
  • Pflanzenschutz
  • Bioanbau

Alle Versuchs- und Forschungsergebnisse werden in Hortigate, dem Informationsdienst des professionellen Gartenbaus, veröffentlicht.


Weitere Informationen zum Gebiet


Siehe auch in Hortipendium


"Gemüse erleben" Angebote in Hortipendium


Einzelnachweise

  1. Von Britta Willeke: Pfalzmarkt mit Rekordumsatz. In: Die Rheinpfalz. vom 29. Nov. 2012, Nr. 278
  2. Von Britta Willeke: Pfalzmarkt mit Rekordumsatz. In: Die Rheinpfalz. vom 29. Nov. 2012, Nr. 278
  3. Von Britta Willeke: Pfalzmarkt mit Rekordumsatz. In: Die Rheinpfalz. vom 29. Nov. 2012, Nr. 278
  4. Von Melissa Strassner: Pfälzer Spezialbauern fürs Junggemüse In: Die Rheinpfalz. vom 21. März 2013, Nr. 68


Weblinks