Florfliegen

Aus Hortipendium
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Florfliegen
Chrysopidae
Synonyme
Goldaugen, Stinkfliegen, Blattlauslöwen
Florfliege JS red.jpg
Florfliege
Systematik
Klasse Insekten
Insecta
Ordnung Netzflügler
Planipennia

Florfliegen, (Chrysopidae), sind eine Familie in der Ordnung der Netzflügler. Weltweit sind über 200 Arten bekannt, von denen ungefähr 22 Arten in Mitteleuropa beheimatet sind. Die häufigsten Vertreter dieser Familie sind die Arten Chrysoperla carnea und Chrysoperla perla. Die ausgewachsenen Florfliegen sind 10 mm groß und haben eine Flügelspannweite von 30 mm. Charakteristisch für Florfliegen sind ihre großen Flügel, ihre goldenen Augen und ihre gelblich/grüne Körperfärbung. Die Flügeladerungen sind in der Regel ebenfalls grünlich und ähneln ein wenig kleinen Libellen.

Verhalten

The media player is loading... Florfliegen sind nachtaktive Tiere, die sich im Sommer in der Nacht an Lichtern tummeln. Die ausgewachsenen Florfliegen ernähren sich von kleinen Insekten, insbesondere von Blattläusen. Ihre Larven stellen Kleininsekten und besonders Blattläusen nach. Im Herbst und Winter finden sich die Florfliegen häufig auf Dachböden oder in Schuppen und Gartenhäusern, wo sie einen trockenen Überwinterungsplatz suchen. Grundsätzlich ist die Überwinterung artspezifisch. Entweder sie erfolgt als Imago, als Larve oder als verpuppungsreife Larve.


Biologie

Die Florfliegen legen ihre Eier auf dünnen Stielchen ab, die meist in Gruppen in der Nähe von Blattlauskolonien zu finden sind. Aus diesen Eiern schlüpfen die gefräßigen Larven, die auch als Blattlauslöwen bezeichnet werden. Die Larven sind langgestreckt und besitzen ja nach Art zahlreiche kürzere oder längere, zum Teil gekrümmte Borsten. Mit ihren langen schlanken Saugzangen am Mund vertilgen sie eifrig Blattläuse und andere kleinere Insekten. Auch vor Ihresgleichen machen sie nicht halt. Dieser Kannibalismus kann auch ein Grund sein, warum der Florfliegeneinsatz häufig nicht zum gewünschten Erfolg führt. Die Florfliegen-Arten, die auf dem Larvenkörper Hakenborsten tragen, tarnen sich mit leeren Blattlaushäuten, damit sie nicht von den blattlaushütenden Ameisen erkannt werden. Bestimmte Larven-Arten ernähren sich nur von Schmierläusen und verwenden in diesem Fall die ausgeschiedene Wachswolle der Läuse zur Tarnung.

Nach abgeschlossener Larvenentwicklung findet die Verpuppung in einen Kokon in einem geeigneten Versteck statt. Die Puppe (Pupa dectica) verlässt mit Hilfe ihrer Mandibeln den Kokon und häutet sich danach zur Imago. In der Regel wird pro Jahr eine Generation gebildet. Bei einem Nützlingseinsatz unter Glas verlässt die erwachsene Florfliege in der Regel das Gewächshaus, so dass es hier nicht zu einer Vermehrung des Nützlings kommt.

Als Nützlinge

Florfliegenlarven können als "Universalnützlinge" zur Bekämpfung verschiedener Schädlinge eingesetzt werden. So werden neben Blattläusen auch Thripse und Wollläuse biologisch mit Florfliegenlarven bekämpft. Siehe dazu Gemeine Florfliege - Chrysoperla carnea



Quelle

W. Jacobs, M. Renner und K. Honomichl (1998): Biologie und Ökologie der Insekten. Gustav Fischer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8274-0799-0