Feuerbohne

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Phaseolus coccineus

Feuerbohne
Phaseolus coccineus
Linné
Synonyme
Käferbohne, Prunkbohne, Arabische Bohne, Blumenbohne, Schminkbohne, Türkische Bohne
Feuerbohnen.JPG
Feuerbohnenpflanze
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Ordnung Schmetterlingsblütenartige
Fabales
Familie Hülsenfrüchtler
Fabaceae
Gattung Bohnen
Phaseolus

Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) zählen, wie die verwandte [Stangenbohne[[ und Buschbohne, zu den Hülsenfrüchtlern bzw. Schmetterlingsblütlern. Die Feuerbohnen-Pflanzen gelten, im Vergleich zu den normalen Stangenbohnen, als robuster. Der Anbau ist auf Grund der nötigen Auflautsysteme und der der mehrmaligen Handernte sehr arbeitsintensiv. Vorteilhaft ist der hohe Ertrag pro qm.
Im Erwerbsanbau hat die Feuerbohnen wenig Bedeutung. Wegen der verschiedenen Sorten mit schönen, weißen oder roten Blüten und den interesannten Bohnenausfärbungen findet man sie jedoch recht häufig in Hausgärten.

Botanik

Die Feuerbohne gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler bzw. Stickstoffsammler und lebt in Symbiose mit stickstoffsammelnden Bakterien. Diese leben und arbeiten in kleinen Knöllchen an den Bohnenwurzeln.
Eine Besonderheit der Feuerbohne ist die Arte der Keimung. Bei deiser bleiben die Samenteile im Boden.

Blüten, Früchte, Samen

Saatgut und Keimung

TKG Korngröße 1 kg Keimfähigkeit Keimtemperatur Keimdauer Saatgutangebot
110 - 300 g sehr unterschiedlich
z.B. 7 x 14 mm
3.300 - 9.000 Korn Mindestkeimfähigkeit: 70%
Präzisionssaatgut:
> 92%
20 - 24°C° bei 5°C: -- Tage
bei 12°C: 30 Tage
bei 20°C: 11 Tage
Normalsaatgut
Fungizidbehandeltes Saatgut
Insektizidbehandeltes Saatgut


Sorten

Scarlet Emperor
  • Buttler
  • Painted Lady
  • Preisgewinner
  • Scarlet Emperor
  • Weiße Riesen


Anbau

Als erstes werden die Stangen in Doppelreihen auf 80 bis 100 cm Abstand aufgestellt. Reihenabstand 60 - 80 cm. Dazwischen wird ein breiter Ernteweg frei gelassen. Doppelwellstäbe aus Stahl erwiesen sich als besonders praktisch. Diese werden in 2,20 m Höhe an einem Spanndraht festgehalten. Horstweise werden 6 - 7 Korn ausgelegt (Saatgutbedarf pro ha: 80 - 100 kg).


Pflanzenschutz

Bohnenbestände, aber auch die Trockenbohnen als Saatgut oder als Speisebohnen können von einer ganzen Reihe von Krankheiten und Schädlingen befallen werden.

Bohnenkäfer

Trockenbohnen können schnell vom Bohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus) befallen werden. Insbesondere ungeschützte Partien sind gefährdet. Die Käfer vermehren sich schnell führen durch seinen und der Larven-Fraß innerhalb weniger Wochen zu einem Totalausfall. Aus diesem Grunde, insbesonder Bohnensaatgut, aber auch Speisebohnenvorrate gut schützen und öfter auf Befall kontrollieren. Umfassende Informationen zur Biologie des Schädlings und der Befallsvermeidung siehe den Hortipendium Artikel: "Bohnenkäfer".

Weitere Krankheiten und Schädlinge


Bohnen nicht roh verzehren

Bohnen und Erbsen sind wertvolle Nahrungsmittel und haben im Rahmen der Welternährung weltweit eine große Bedeutung. Sehr wichtig ist jedoch zu wissen, dass man sie nicht roh verzehen darf. So schreibt unter anderem die Universität Bonn, Informationszentrale gegen Vergiftungen, auf ihrer Homepage am 07.02.2013 zur

Giftigkeit von Grünen Bohnen:

  • Giftigkeit : sehr giftig
  • Giftige Pflanzenteile: Bohnenhülsen und ihre Samen.
  • Giftig durch: In Samen und Hülsen befindet sich Lectin ("Phasin"). Da es sich beim Phasin um ein Protein handelt, wird dieses beim Kochen zerstört, nicht aber beim Trocknen.
  • Kritische Dosis: Nicht bekannt. Schon wenige Samen einer Bohnenhülse können Krankheitszeichen verursachen.
  • Mögliche Symptome: Krankheitszeichen treten in der Regel nach 2 bis 3 Stunden auf. Die Schwere der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich. Es kommt zu Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen. Begleitende Durchfälle können blutig sein. Neben Fieber, Schüttelfrost und Schweißausbrüchen kann es zu Krampfanfällen und Schock kommen.

Trockenbohnen und Trockenerbsen vor dem Verzehr kochen! Da Bohnen und Erbsen sehr oft als Trockenbohnen bzw. Trockenerbsen verzehrt werden ist auch hier auf die vorhandene Giftigkeit bei einem rohen Verzehr hinzuweisen. Frau Dr. Claudia Müller vom -aid- infodienst, Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V., schreibt dazu in der Pressemitteilung 06/13 vom 06.02.2013 unter anderem...

Trockenhülsenfrüchte: Verlesen, einweichen, kochen!
(aid) " Nach kurzem Abspülen in einem Sieb unter fließendem Wasser müssen getrocknete Hülsenfrüchte - mit Ausnahme von Linsen und geschälten Erbsen - vor dem Kochen eingeweicht werden. Das Einweichen verkürzt die Garzeit. Die Hülsenfrüchte sind dann besser verträglich. Am besten lässt man sie über Nacht in Wasser stehen. Hülsenfrüchte sollten in keinem Fall roh verzehrt werden. Rohe Hülsenfrüchte enthalten eine Reihe gesundheitsschädigender Substanzen wie Lektine, Protease-Inhibitoren und Blausäure, die beim Kochen zerstört werden. Der Verzehr gekochter Hülsenfrüchte ist daher unbedenklich. Je nach Größe und Art der Hülsenfrucht variiert die Garzeit: Während rote Linsen in nur 15 Minuten verzehrsfähig sind, benötigen Bohnen 60 bis 90 Minuten und Kichererbsen sogar bis zu 120 Minuten. Deutlich verkürzen lässt sich die Garzeit im Schnellkochtopf.


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Bohnen kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.


Bohnen Videos


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Feuerbohne, Feuerfiole, Türkische Bohne, Prunkbohne
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch scarlet, runner bean, multiflora bean, ayocote
Flag of Bulgaria.png Bulgarisch mnogocveten fasul
Flag of China.png Chinesisch (Mandarin) to-hua-tou
Flag of Denmark (WFB 2004).gif Dänisch pralbonne
Flag of France.png Französisch haricot d´espagne
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch fagiola di spagna
Japan flag - variant.png Japanisch benibanaingen
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch pronkboon
Flag of Norway.svg Norwegisch pralbönne
Flag of Poland.svg Polnisch fasola wielokwiatowa
Flag of Portugal.svg Portugisisch faijao escarlate
Flag of Romania.svg Rumänisch fasole mare
Flag of Russia.svg Russisch tureckie boby
Flag of Sweden.svg Schwedisch blomsterböna
Flag of Spain.svg Spanisch judia roja
Flag of Hungary.svg Ungarisch tűzbab


Siehe auch in Hortipendium


Quellen

  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Royal Sluis (2003): Gemüse Saatgutkatalog. Royal Sluis. Neustadt am Rübenberge. 
  • Schlaghecken Josef, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 


Weblinks