Feldsalat Pflanzenschutz

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Feldsalat Schadbilder
Auch beim Feldsalatanbau gilt, vorbeugen ist besser als Heilen

Feldsalat wird im Freiland und im Gewächshaus sowohl als Direktsaatkultur als auch als Pflanzkultur angebaut. Sowohl bei der länger stehenden Standardkultur mit Direktsaat als auch bei der üblichen Pflanzkultur im Gewächshausanbau können verschiedene Krankheiten, Schädlinge und nicht parasitäre Ursachen große Schäden anrichten. Vorbeugende Maßnahmen sind deshalb anzuraten.


Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Feldsalat Anbauplanung

  • Fruchtfolge bedenken, Fruchtwechsel optimieren.
  • Die Böden vor Anbaubeginn auf ihre Nährstoffversorgung, Humusgehalt, Salzgehalt, pH-Wert usw. kontrollieren.
  • Der Sortenwahl große Bedeutung beimessen, soweit möglich Resistenzen nutzen.
  • Im Gewächshausbereich prüfen inwieweit eine Optimierung der Klimaführung möglich ist.
  • Im Gewächshausanbau die Möglichkeiten des Nützlingseinsatz abschätzen.
  • Weitere Information dazu im Hauptartikel Feldsalat
  • Die Möglichkeiten eines Einsatzes an Pflanzenschutzmittel im Pflanzenschutz-Informationssystem Gemüsebau überprüfen.

Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln
Welche Pflanzenschutzmittel beim Anbau von Feldsalat einsetzbar bzw. zugelassen sind kann in der PS-Datenbank recherchiert werden.
PS Info: Aktuelle Zulassungssituation für den Anbau von Feldsalat.

Nichtparasitäre Ursachen

An Feldsalat Bebestände können nichtparasitäre Probleme auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Getreide Durchwuchs

Getreidedurchwuchs im Feldsalatbestand

Wird Feldsalat nach einer abgeernteten Getreidekultur eingesät kann es zu Problemen durch auflaufendes Getreide kommen. Ein Totalaausfall ist möglich.

Schadbild und Problemschreibung

  • Die Probleme entstehen bei einer Feldsalat Saat auf einem abgeernteten Getreideacker.
  • Bei der Getreidernte konnten nicht alle Getreidekörner vom Feld gefahren werden.
  • Im Feldsalat Bestand laufen die nicht abgefahrenen Getreidekörner auf.
  • Da die Getreidepflanzen viel höher werden, wird der Feldsalatbestand bald überwuchert.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Problematische Getreideparzellen meiden.
  • Beim Getreidedrusch keinerlei Samen auf dem Feld fallen lassen.
  • Vor der Feldsalat-Saat die Falsche Saatbeet Technik nutzen.
  • Soweit zugelassen mit einem Herbizide den Durchwuchs ausschalten.

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Nässeschäden

Nässeschäden im Feldsaaltbestand

Feldsalatbestände können durch Starkregen stark geschädigt werden. Insbesondere Parzellen mit einer Bodensenke und Bodenverdichtungen sind gefährdet.

Schadbild und Problemschreibung

  • Auf einer Feldsalat Parzelle steht für mehr als einem Tag Wasser.
  • Regenwasser hat sich in Bodensenken gesammelt und bedeckt den aufwuchs
  • Mit dem Wasserüberschuss kommte s auch zur Erosion, Erdverlagerung uns Verschmutzung des Feldsalates.
  • Übernässte Parzellen oder Parzellenbereich könnten können für mehrere Tage oder Wochen nicht befahren werden.
  • Pflegemaßnahmen und Erntenarbeiten können nicht durchgeführt werden.
  • Es kommt zu Ertragsverlusten und Qualitätseinbußen.
  • Vereinbarte und vorgesehene Mengen zur Marktbeliferung können nicht eingehalten werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bodensenken nivelieren.
  • Bodenverdichtungen (Pflugsohlen usw.) vermeiden.
  • Vorhandene Bodenverdichtugnen mechanisch, bei trockenem Boden, auflockern und biologisch stabilisieren.

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Schäden durch eingesetzte Pflanzenschutzmittel

Eine falsche Anwendung von Pflanzenschutzmitteln kann zu Schäden an den Feldsalat Pflanzen führen.

Vertimec Schaden an Feldsalat

Schadbild und Problemschreibung

  • Ein Schadensfall durch einen falschen Vertimec Einsatz wurde bekannt.
  • Es enstanden Blattnekrosen
  • Die Feldsalat Blätter bekamen bräunliche Flecken.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nur zugelassene Pflanzenschutzmittel verwenden.
  • Keinesfalls höher dosieren als in der Gebrauchsanweisung angegeben.
  • Besondere Vorsicht ist bei extrem hohen Temperaturen geboten.
  • Keine Pflanzenschutzspritzungen bei stärkerem Wind. Abdriftgefahr!

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Bakterien Krankheitenn

An Feldsalat Bestände können Bakterienkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Acidovorax valerianellae

Die Bakteriose Acidovorax valerianella kann Feldsalatbestände stark schädigen.

Acidovorax an Feldsalat

Schadbild und Lebensweise

  • Wässerige schwärzliche Flecken auf den Blättern.
  • Befallssymptome schon im Frühstadium möglich.
  • Die Schadbild kann mit einem Phoma- oder Rhizoctonia-Befall verwechselt werden.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Eine Infektion ist bei 10 bis 30°C möglich.
  • für eine Infektion ist Blattnässe von 5 Stunden oder mehr nötig.
  • Feuchte Bedingungen fördern die Verbreitung.
  • Das Bakterium überdauert an Pflanzenreste im Boden.
  • Alle üblichen Sorten scheinen anfällig.
  • Varerianella rimosa ist wohl resistent.

Wirtspflanzen

  • Citrullus und Valerianella.
  • Nur Baldriangewächse (Valerianoideae) werden befallen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen.
  • Befallsfreies Saatgut ist wohl die wichtigste Maßnahme.
  • Warmwasserbehanlunge können einen Saatgutbefall reduzieren.
  • Beim intensiven Gewächshausanbau Erntreste so gut möglich entfernen.
  • Vorhandene Erntereste so bald möglich zur schnellen Verrottung bringen.
  • Anbaupause mindestenz 1 Jahr.
  • Eher trockene Kulturführung bevorzugen
  • Lieber seltener intensiv als häufiges Bewässern.

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Pilzkrankheiten

An Feldsalat bestände können Pilzkrankheiten auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Botrytis cinerea(Grauschimmel)

Botrytis an Feldsalat

Durch einen Botrytis Befall kann es zu ernsthaften Schäden kommen.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonyme: Botryotinia fuckeliana und Sclerotinia fuckeliana.
  • Auf den Bättern bildet sich ein grauer Pilzrasen.
  • Die Blätter sterben ab.
  • Der Pilz benötigt geschwächtes oder verletztes Pflanzengewebe.
  • Vor allem zu dicht stehende Blätter vergilben und sind gefährdet.

Wirtspflanzen

  • Feldsalat
  • Viele andere Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zu enge Saat vermeiden.
  • Die Blattnässe der Pflanzen bzw. Blätter minimieren.
  • Lieber selten und intensiv als sehr häufig mit kleinen Mengen bewässern.
  • Einsatz von Fungiziden extrem begrenzt.
  • Bei Zulassung den Einsatz von Kaliumhydrogencarbonat in Erwägung ziehen.

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Colletotrichum ssp. (Colletotrichum Blattflecken)

Colletotichum an Feldsalat.

Wenig bekannte Pilzkrankheit an Feldsalat, die jedoch in der Pfalz, (laut J.Kreiselmaier) in Einzelfällen großen Schaden anrichtete. Wird bei zunehmender Klimaerwärmung evtl.noch an Bedeutung gewinnen.
Schadbild und Lebensweise

  • Es gibt verschiedene Colletotrichum-Arten.
  • Welche Art den Feldsalat befällt ist noch unklar.
  • Schon beim Auflaufen der Feldsalat Saaten sind große Ausfälle möglich (Foto).
  • Es bilden sich bräunliche Flecken auf den Blättern.
  • Die Flecken sind teilweise rundlich.
  • Erste Symptome treten vor allem an den Rändern der ältesten Blätter auf.

Wirtspflanzen

  • Feldsalat
  • Eine große Anzahl an Gemüsearten und vielen anderen Pflanzenarten.
  • Colletotrichum acutatum an Apium graveolens, Capsicum, Helianthus annuus, Solanum, Solanum lycopersicum.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Ein Sommeranbau in wärmeren Regionen erscheint riskant.
  • In Hitzeperioden ist eine intensive, sorgfälltige Bewässerung ein Muß
  • Ein Bekämpfung mit Fungiziden ist schwierig.
  • Die Nebenwirkung des Fungizides Sigum wird diskutiert.

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Fusarium oxysporum f. sp. conglutinans (Fusarium)

Fusarium Ausfälle beim Feldsalat

Durch einen Fusarium Befall können Feldsalatbestände geschädigt werden.

Schadbild und Lebensweise

  • Fusarium oxysporum f. sp. conglutinans kann Feldsalat befallen.
  • Diese Unterart kommt vor allem in den alten Gemüseäckern der wärmeren Regionen vor.
  • Befallene Keimlinge bzw. Planzen vergilben und sterben ab.
  • Die Leitungsbahnen verbräunen und das Wurzelgewebe stirbt ab.
  • Temperaturen von über 25°C sind für die Pilzentwicklung bes. förderlich.
  • Böden mit einem pH-Wert < 6,5 scheinen für den Pilz vorteilhaft.
  • Fusarium oxisporum wird durch den Boden und Planzenreste aber auch durch belastetes Saatgut und Wind verbreitet.
  • Verletzte Wurzeln sind ideale Eintrittspforten.

Wirtspflanzen

  • Brassica, Diplotaxis, Eruca, Raphanus sativus, Valerianella

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen wählen.
  • Möglichst optimale Saatbeetbereitung und Keimbedingungen schaffen.
  • Bei Befallserwartung den Einsatz von zugelasseen Saatgubehandlungsmitteln erwägen.

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Golovinomyces orontii (Echter Mehltau)

Echter Mehltau an Feldsalat

Der Echte Mehltau ist eher selten. Insbesondere beim Anbau im Spätherbst und warmer, trockener Witterung kann er gefährlich werden.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonyme: Erysiphe orontii und Oidium lini
  • Schadbild: Weißer Belag auf den Blättern.
  • Vor allem an alten, überständigen Beständen.
  • Die Blätter bzw. Feldsalat-Röschen werden unveräuflich.
  • Der Echte Mehltau gilt als Schönwetterpilz.

Wirtspflanzen

  • Cucumis sativus, Cucurbita, Lactuca, Solanum lycopersicum, Valerianella.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zur Erntereife öftere Bestandkontrolle.
  • Bei ersten Befallssymptomen Ernte durchführen.
  • In dringenden Fällen evtl. zugelassene Fungizide einsetzen.

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Peronospora valerianella (Falscher Mehltau)

Falscher Mehltau an Feldsalat

Falscher Mehltau Befall kann zu einem Totalausfall führen. Es gibt jedoch inzwischen resistente Sorten.

Schadbild und Lebensweise

  • Verkümmerter Wuchs.
  • Kleinere Blätter mit einer helleren Blattfarbe.
  • An der Blattunterseite entsteht ein gräuliches Myzel.
  • Der Befallsbereich ist oftmals durch eine Blattader begrenzt.
  • Bald bilden sich an dem Myzel die Sporenträger.
  • Förderlich für die Pilzentwicklung sind Temperaturen von etwa 3 bis 23°C.
  • Als optimal gelten Temperaturen von 10-12°C.
  • Als Dauerform bildet der Pilz Oosporen.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Die Anfälligkeit der Sorten ist seht unterschiedlich.
  • Als bes. anfällig gelten Sorten vom Typ "Louviers"

Wirtspflanzen

  • Feldsalat

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Resistente bzw. widerstandsfähige Sorten wählen.
  • Parzellen mit Oosporenbelastung meiden
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Blatnässe durch Bewässerung minimieren.
  • Im Gewächshausanbau die Taubildung durch entsprechende Lüftung (Klimaführung usw.) minimieren.
  • Wenn ungedingt nötig den Einsatz zugelassene Fungizide erwägen.

Weitere Infos

  • Feldsalat Die Sortenempfehlung im Hauptartikel nutzen.


Pythium ssp. (Pythium)

Pythium Schäden am Beispiel Dill

Gefährliche Pilzkrankheit vor allem beim Feldsalatanbau im Gewächshaus.

Schadbild und Problemschreibung

  • Synonyme: Globisporangium irregulare
  • Es gibt mehrere Pythium spezies, die den Feldsalat befallen können.
  • Gefundene Phytium-Arten sind: P.irregulare, P. sylvaticum, P. paroecandrum, P. oligandrum, P. ultimum, P. rostratum und P.intermedium.
  • Die Wurzelentwicklung wird gestört und reduziert.
  • Es kommt zu einer Wuchshemmung und damit zu kleineren Pflanzen.
  • Die Blätter verlieren ihren Glanz und vergilben
  • Es kommt zu Welkerscheinungen.
  • Lichtarmut und niedrige Temperaturen fördern die Sporenkeimung.
  • Zu hohe Bodensalzghalte (wie sie beim Gewäcshausanbau vokommen) erhöhen das Befallsrisiko
  • Der Pilz überdauer im Boden für mehree Jahre.

Wirtspflanzen

  • Allium, Brassica , Cucumis sativus, Daucus carota, Glycine max, Lactuca, Pastinaca sativa, Phaseolus, Pisum sativum, Solanum lycopersicum, Triticum, Valerianella und Zea mays.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Optimale Bodenverhältnisse schaffen.
  • Übernässung vermeiden.
  • Vor allem im Gewächshausanbau überhöhte Salzgehalte vermeiden.

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Rhizoctonia

Rhizoctinia an Feldsalat

Sehr ernstzunehmende Pilzkrankheit, die besondere vorbeugende Maßnahmen erfordert.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonyme: Corticium sasakii, Thanatephorus cucumeris und Thanatephorus sasa.
  • Infiziert die Wurzel, den Strunk und insbesondere die am Boden aufliegenden Blätter.
  • Oft schon ein Befall im Keimblattstadium.
  • Die Schadbild kann mit einem Acidovorax- oder Phoma-Befall verwechselt werden.
  • Ein bodenbürtiger Pilz, der mit Mikrosklerotien im Boden überdauert.
  • Da Rhizoctonia im intensiven Gemüseanbau weit verbreitet ist sind viel Parzellen stark belastet.
  • Temperaturen im Bereich 15-25°C fördern die Pilzentwicklung.

Wirtspflanzen

  • Bildet verschiedene genetische Gruppen mit unterschiedlichen Wirtspflanzen.
  • Sehr viel Pflanzenarten, auch im Gemüsebereich.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Stark belastete Parzellen meiden.
  • Blattnässezeiten minimieren
  • Zu dichte Bestände vermeiden.
  • Es gibt wirksame Antagonisten (Bacillius velezensis), die den Befalleindämmen können.
  • Zugelassene Bacillius Präparate können zur Saat bzw. Pflanzung mit iner Spritzung ausbgebracht werden.

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Stagonosporopsis valerianellae (Phoma-Fäule)

Phoma Fäule an Feldsalat

Die Phoma-Fäule kann beachtlichen Schaden an Feldsalat Kulturen anrichten. Insbesondere können erhebliche Putzarbeiten nötig werden. Vorbeugemaßnahmen sind anzuraten.

Schadbild und Lebensweise

  • Synonym: Phoma valerianella.
  • Keimlinge aus befallenem Samen sterben schon bald nach der Keimung ab.
  • Am Hypokotyl bilden sich evtl. rötliche Strichelungen.
  • Bei einem späteren Befall entstehen an den Blättern bräunlich schwarze Flecken.
  • Später bilden sich kleine kugelig, bräunlich bis schwarze Sporenbehälter (Pyknidien).
  • Auch nach der Ernte kann sich ein vorhandener Befall weiterentwickeln.
  • Die Schadbild kann mit einem Acidovorax- oder Rhizoctonia-Befall verwechselt werden.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Befallenes Saatgut ist oftmals dunkler gefärbt.
  • Der Pilz überdauert an Pflanzenreste im Feld
  • Die Pilzsporen konnen viel Jahre im Boden auch bei -20C überdauern.
  • Feuchtwarmes Klima mit 10-30°C fördert den Befall.
  • Spitzwasser befördert die Pilzverbreitung.
  • Enche Fruchtfolgen erhöhen das Befallsrisiko.

Wirtspflanzen

  • Feldsalat
  • Nur Baldriangewächse (Valerianoideae) werden befallen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten für eine erfolgreiche Saatgutbehandlung.
  • Eine Heißwasserbehandlung in Fachbetriebe ist z.B. erfolgsversprechend.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Kein Feldsalat Anbau nach Feldsalat, mindestens 2 Jahre Anbaupause.
  • Optimale Saatbeetbedingungen schaffen.
  • Staunässe vermeiden.
  • Keine zu dichte Saat.
  • Keine Zulassung von Fungziden (Stand 2021)

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Schädlinge

An Feldsalat Bestände können Schädlinge auftreten, die zum Gesamtausfall führen können.

Blattläuses

Lebendgeburt Blattlaus

Blattläuse können Feldsalatbestände befallen und schädigen. Bei entsprechenden Bestandskontrollen und notfalls Bekämpfungsmaßnahmen sisnd erntstzunehmende Aufälle zu vermeiden.

Schadbild und Lebensweise

  • Läuse saugen an den Feldsalat Blättern und schädigen diese.
  • Besonders gefährlich wird es, wenn geflügelte Blattläuse auftreten.
  • Nach erstem Blattlausbefall etwa alle drei Tage die Bestände auf Befall kontrollieren.
  • Bei Verdacht auf geflügelte Blattläuse tägliche Kontrollen durchführen.
  • Bei den Kontrollen auch auf das Vorkommen auf Nützlinge achten.

Wirtspflanzen

  • Feldsalat sowie die meisten Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen Auswahl möglichst nicht neben einer Parzelle mit Blattlausbefall.
  • Beim Auftreten von geflügelten Blattläuse die Bekämung intensivieren.
  • Bei Bedarf den Einsatz von zugelassenen Insektiziden prüfen.
  • Beim Einsatz von Insektiziden unbedingt nützlingsschonende Mittel bevorzugen.

Weitere Infos



Erdraupen

Erdraupen an Feldsalat

Erdraupen können vor allem im Herbst Feldsalat Bestände schädigen.

Schadbilder und Lebensweise

  • Von Erdraupen befallene Pflanzen werden geschädigt oder ganz zerstört.
  • Besonders junge Feldsalatpflanzen sind gefährdet.
  • Erdraupen sind nachtaktiv.
  • Erdraupen sind bodenbewohnende Raupen verschiedener Eulenfalterarten.
  • Wichtige Arten sind: Agrotis segetum (Saateule), Agrotis ipsilon (Ypsilineule) und (Agrotis exclamationis (Ausrufezeichen).
  • Die Falter legen ihre Eier in Bodennähe auf Pflanzen ab.
  • Die Eulen fliegen ab Ende April, die Erdraupen erscheinen ab Juni.
  • Die älteren Raupen leben vorwiegend im Boden und fressen bzw. schädigen Gemüsepflanzen.
  • Einige Arten bilden mehrere Generationen pro Jahr.
  • Teilweise überwintern die Raupen und verpuppen sich erst im Folgejahr.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist kaum möglich.
  • Kalkstickstoffeinsatz kann nur begrenzt helfen das die Erdraupen z.T. in größeren Bodentiefen.
  • Eine feinkrümelige Bodenbearbeiten kann Erdraupen schaden.
  • Nematoden der Art Steinernema carpocapsae werden zur biologischen Bekämpfung von Erdraupen angeboten.

Weitere Infos



Gammaeulen-Raupen und andere

Schmetterlingsraupen können Feldsalat Bestände schädigen. Eine Bekämpfung ist jedoch nur selten nötig.

Gammaeulen Raupe an Feldsalat.

Schadbild und Lebensweise

  • Fraßschäden an den Pflanzen.
  • Es können die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten vorkommen.
  • Neben den Faßschäden kann der Raupenkot Probleme bereiten.

Wirtspflanzen

  • Feldalat sowie die meisten Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei den wöchentlichen Bestandskontrollen auch auf Fraßschäden und Raupen-Vorkommen achten.
  • Auf Befallsmeldungen der örtlichen Warndienste achten.
  • Bei einem starken Befall den Einsatz zugelassener Insektizide erwägen.
  • Eine nützlingsschonende Bekämpfung ist mit BT-Mittel gundsätzlich möglich.

Weitere Infos



Minierfliegen (Phytomyza und Liriomyza)

Minierfliegeschaden an Feldsalat

Durch einen stärkeren Minierfliegenbefall und der Miniertätigkeit der Larven kann es zu einem Totalausfall kommen.

Schadbild und Lebensweise

  • Insbesondere die Larven der Gattung Liriomyza und Phytomyza schädigen den Feldsalat.
  • Aktuelle Liriomyza-Arten erkennt man am gelben Fleck auf dem Kopf.
  • Die Liriomyza-Minierfliegen sind etwa 2-3 mm groß.
  • Die Minierfliegen legen ihre Eier ins Gewebe der Feldsalatpflanzen ab.
  • An den Blättern sieht man evtl. die punktförmigen Fraß- und Einstichstellen.
  • Die sich entwickelnden Larven minieren in den Blättern.
  • Schäden sind vor allem im Herbst zu erwarten.
  • Warme, sonnige Witterung mit 20-25°C sind für die Entwicklung der Minierfliegen förderlich.
  • An den Einstichstellen und Miniergängen kann es zu sekundären Fäulen kommen.
  • In den vergangen Jahren kam es nur in einigen wenigen Jahren zu größerem Schäden an Feldsalat.

Wirtspflanzen

  • Feldsalat
  • Sehr viele Gemüsearten, Beikräuter und Zierpflanzen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Minierfliegen mögen windstille Areale.
  • Anbau möglichst auf offenen, windigen Parzellen.
  • Schutznetze mit einer Maschenweite von 0,85 mm sollen Zuflug stoppen sind aber umstritten.
  • Eine Bekämpfung der minierenden Larven ist schwierig.
  • Ein Bekämpfung der Minierfliegen Maden ist grundsätzlich möglich.
  • Bei großem Befallsdruck den Einsatz zugelassener Insektizide erwägen
  • Warndiesnthinweise der anbauregion nutzen.
  • Ein eventuelle Insektizideinsatz hat möglichst früzeitig zu erfolgen.

Weitere Infos



Siehe auch in Hortipendium


Quellen

  • Artikelautor: Josef Schlaghecken
  • Crüger Gerd, Georg Friedrich Backhaus, Martin Hommes, Silvia Smoltka und Heinrich-Josef Vetten. (2002): Pflanzenschutz im Gemüsebau, 4. völlig bearbeitete und erweiterte Auflage.. Eugen Ulmer. Stuttgat-Hohenheim. ISBN 3-8001-3191-9
  • Josef Schlaghecken (2016): Rund um das Saatgut: Feldsalat. In: Zeitschrift "Gemüse". 52. Nr. 11. Seite ohne. 



Weblinks