Feldsalat

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Feldsalat
Valerianella locusta
Linné
Synonyme
Ackersalat (in Schwaben), Mäuseöhrchensalat (Eifel, Hunsrück, Saarland, Luxemburg), Vogerlsalat (Österreich), Vogelsalat (Südtirol), Rapunzelsalat (Thüringen, Sachsen) Nüsslisalat oder Nüssler (Schweiz), Nüsschen (Nordhessen), Sunnewirbilin bzw. Sonnenwirbelin (Baden), Rawunze (Mittelhessen) und Rawinzchen (Schlotheim, Thüringen)
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Feldsalatpflanze
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung Kardenartige
Dipsacales
Familie Baldriangewächse
Valerianaceae
Gattung Valerianella

Der Feldsalat (Valerianella locusta) ist eine Pflanzenart in der Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae) und hat je nach Region unterschiedliche deutsche Bezeichnungen. So wird er in Schwaben als Ackersalat, in Österreich als Vogerlsalat, in der Schweiz Nüsslisalat und in Tühringen und Sachsen als Rapunzelsalat bezeichnet.

Der Feldsalat ist eine einjährige Pflanze, die je nach Sorte gut frostverträglich ist. Durch die Frostverträglichkeit gibt es auch im Winter frisch geernteten Feldsalat, wobei in Süddeutschland die Nachfrage der Verbraucher am größten ist. Durch moderne Anbautechnik, Auswahl passender Sorte sowie Anbau im Freiland als auch im Freiland ist grundsätzlich eine ganzjährige Marktbelieferung möglich.


Anbau

Feldsalat Anbau

Der Anbau von Feldsalat, vor allem im Freiland, erfolgt in den letzten Jahren immer mehr in spezialisierten Betrieben. Präzisionssaat, Handernte und maschinelle Wäsche und Verpackung sind die Merkmale.
Auch der Gewächshausanbau spielt noch eine bedeutende Rolle. Da er ohne Heizung kultiviert werden kann, wird er oft in Gewächshauskulturen als Nachfrucht eingeplant. Grundsätzlich ist Feldsalat eine relativ anspruchslose Kultur, die am besten auf mittelschweren Böden gedeiht. Im Gewächshaus liegt der Ertrag bei 1,0 - 1,5 kg/m², im Feldanbau bei 4 t/ha. Die Reihensaat bringt arbeitswirtschaftliche Vorteile mit sich. Im Gewächshaus liegt der optimale Saattermin in der ersten Septemberhälft, eine Pflanzung bis Ende Oktober ist ebenfalls möglich.


Feldsalat Botanik


Saatgut und Keimung

TKG Korngröße 1 Gramm Keimfähigkeit Keimtemperatur Keimdauer Saatgutangebot
0,9 - 1,7 g 1,8 - 2,5 mm 670 - 1.100 Korn Mindestkeimfähigkeit: 65%
Präzisionssaatgut: > 85%
15 - 20°C bei 5°C: 20 Tage
bei 12°C: 14 Tage
bei 20°C: 8 Tage
Normalsaatgut

Nährstoffversorung und Düngung


Ernteverfrühung

Hauptartikel: Ernteverfrühung im Freilandgemüsebau
Die Hinweise beruhen auf mehrjährigen Durchschnittswerten.
Anbaumethode Art der Bedeckung Bedeckungsdatum Abnahmetermin (spätestens) Erntebeginn ab ...
obere Bedeckung untere Bedeckung
nach Datum nach Datum
D-Saat Tunnel 25. Jan. Lüften
(ab 25°C)
25. März
D-Saat Vlies 15. Febr. - - 8 Wochen 15. April 25. April

D-Saat = Direktsaat


Pflanzenschutz

Botrytis

Feldsalat kann von verschiedenen Krankheiten befallen werden. Qualitätsmängel und Totalausfälle sind möglich. Ausfälle durch einen Schädlingsbefall ist eher selten.
Botrytis (Grauschimmel)
Ist eine gefährliche Krankheit im Feldsalatanbau und kann ganze Bestände zerstören
Falscher Mehltau (Peronospora valerianellae]
Ist eine gefährliche Feldsalat Krankheit. Er liebt feucht-kühler Witterung und gedeiht besonders gut im Frühjahr und im Herbst. In trockenen Jahren tritt er weniger auf.


Feldsalat Unkrautbekämpfung

Beispiel Restunkräuter

Die Unkrautbekämpfung beim Anbau von Feldsalat erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand und kostet viel Geld. Eine große Hilfe bietet in jedem Falle die optimierte Feldhygiene sowie das "Falsche-Saatbeet". Diese beiden Verfahren sind zu ergänzen mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und im konventionellen Anbau durch den Einsatz von Herbiziden.

Feldhygiene

Falsches Saatbeet

Hierbei geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dauerunkräuter möglichst schon beim ersten Auftreten ausschalten und nicht warten bis sich schon große Bestände gebildet haben. Zur Eindämmung des Samenunkräuter Drucks, diese nie Samen bilden lassen. Wird das konsequent durchgeführt, verringert sich der Unkrautdruck von Jahr zu Jahr. Nähere Infos zur Feldhygiene gibt es unter den folgenden Links.

Falsches-Saatbeet

Beispiel Hackgerät

Eine sofortige, große Erleichterung bei der Unkrautbekämpfung bringt das "Falsche-Saatbeet", das natürlich auch bei Pflanzkulturen von Nutzen ist. Nähere Infos zur Anwendung gibt es unter dem folgenden Link.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Wegen der engen Reihenabstände ist sowohl bei direkt gesätem als auch beim gepflanzen Feldsalat schwieriger als bei vielen anderen Gemüsekulturen.

  • Hilfreich ist es, den Reihenabstand der vorhandenen Hacktechnik anzupassen
  • Lieber in den Reihen enger säen bzw. pflanzen und dafür weitere Reihenabstände wählen
  • Je jünger die Unkräuter, desto leichter die mechanische Bekämpfung
  • In niederschlagsarmen Regionen und auf leichteren Böden ist die mechanische Unkrautbekämpfung am ehesten erfolgreich

Herbizideinsatz

Herbizid Effekt Unkraut

In konventionell arbeitenden Betrieben ist der Einsatz bzw. die Nutzung von Herbiziden üblich. Um damit langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind die Zulassungsbedingungen zu beachten und ein ist sachgerechte Anwendung nötig. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Anwendungen innerhalb einer Fruchtfolge, um so die Selektion von nicht erfassten Unkrautarten zu verhindern. Nähere Infos zu Herbiziden und deren Einsatz gibt es unter den folgenden Links.

Link zur Indikationssuche im Gemüsebau 


Giftige Unkräuter

Beim Anbau von Feldsalat kommt weltweit das giftige Unkraut Senecio vulgaris (Gemeines Kreuzkraut, auch Gemeines Greiskraut) genannt vor. Um eine Vergiftung zu vermeiden ist es wichtig, dieses kritische Unkraut möglichst genau zu kennen und die Verbreitung einzudämmen. Umfangreiche Hinweise helfen, vor allem dem Profianbauer, mit dem Problem fertig zu werden. Bisher sind nach umfangreichen, weltweiten Recherchen (5/2011) noch keine Vergiftungsfälle durch den Verzehr von Teilen des Gemeinen Greiskrautes bekannt geworden.


Feldsalat Anbauflächen in Deutschland

Gewächshausanbau

Wie sich die Gewächshaus Anbaufläche von Feldsalat in Deutschland entwickelt hat, zeigt die folgende Tabelle.

Gewächshaus Feldsalat Anbauflächenentwicklung in Deutschland in ha
Jahr ha
1995
  
206
2000
  
256
2007
  
266
2016
  
219
2017
  
205
2018
  
211
Quelle: Statistisches Bundesamt


Freilandanbau

Wie sich der Freiland Feldsalat Anbaufläche in Deutschland entwickelt hat, zeigt die folgende Tabelle. Die Anbaufläche stieg von 483 ha im Jahre 1992 auf 2.513 ha im Jahre 2017.

Freiland Feldsalat Anbauflächenentwicklung in Deutschland in ha
Jahr ha
1992
  
483
1996
  
705
2000
  
772
2004
  
1891
2008
  
2318
2012
  
2339
2016
  
2433
2017
  
2513
2018
  
2502
Quelle: Statistisches Bundesamt


Vermarktung

Verkaufswürdig ist nur die Ware der 1.Klasse, die fehlerfrei und einheitlich in Form und Farbe sein muss. Er wird in flachen Kisten mit 1,0 oder 2,5 kg Inhalt oder in Kunststoffbeuteln verkauft. Er wird mit dem Messer geschnitten oder gestochen.


Feldsalat Saisonkalender

Gemüse aus der Region kaufen und saisonal verzehren ist meist für den Verbraucher preislich vorteilhaft und bringt ökologische Vorteile. Die Transporte bleiben kurz und die Ware ist im Normalfall nach der Ernte schnell beim Verbraucher. In einem speziellen Saisonkalen der Gemüsearten sieht man an Hand einer großen Grafik, wann einheimischer Feldsalat, auch im Vergleich zu anderen Gemüsearten am Markt angeboten wird.


Roter Feldsalat

"Roter Feldsalat" in Wirklichkeit "Rote Romanasalat-Röschen!
Etwa seit dem Jahre 2007 findet man am Markt feldsalatähnliche, rotblättrige Salatröschen, die als "Roter Feldsalat" angeboten werden. Die Bezeichnung ist nicht korrekt und kann negative Folgen haben, die der Laie oft nicht überblickt. In Wirklichkeit ist der sogenannte "Rote Feldsalat" ein rotblättriger Romansalat, den man wie Feldsalatanbau als junge "Röschen" erntet". Der botanische Name lautet "Lactuca sativa", im Gegensatz zum eigentlichen, bekannten Feldsalat, der "Valerianella locusta" heißt. Beide Salatarten stammen von gänzlich unterschiedlichen Pflanzenfamilien bzw. Gemüsefamilien. So gehört der Romanasalat zur Familie der Korbblütler und der Feldsalat zur Familie der Baldriangewächse. Ein ganz wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Frosthärte. Der Feldsalat ist ja bekannt als winterharter Salat. Relativ frostempfindlich ist dagegen der Romanasalat und damit auch die kleinen, rotblättrigen Röschen, die als "Roter Feldsalat" angeboten werden. Die folgenden Bilder zeigen die allgemeinen Unterschiede der beiden Pflanzenarten.


Was der übliche Verbraucher nicht weiß, ist, dass für den üblichen Anbau von Feldsalat bzw. Romanasalat unterschiedliche Handelsvorschriften, Pflanzenschutzmittel vorgesehen bzw. zugelassen sind. Nehmen wir einmal an, dass dies der Anbauer weiß, so müssen das auch die Kontrollbehörden berücksichtigen. Wird einmal eine Probe des "Roten Feldsalates" aus dem Handel entnommen, so dürfen nicht die Handelsnormen, Vorschriften, Pflanzenschutzmittelzulassungen, Pflanzenschutzmittel-Höchstmengen usw. vom vom Feldsalat, sondern die vom Lactuca-Salat angewandt werden. Finden die Kontrollbehörden z.B. im "Roten Feldsalat" einmal Rückstände eines nur im Feldsalat zugelassenen Pflanzenschutzmittels, so macht sich der Anbauer strafbar.
Übrigends ist es auch interessant zu wissen, wie die Züchter ihr Produkt bezeichnen. Die beiden Hauptsorten des des "Roten Feldsalates" im Jahre 2011, sind ´Ovired´ und ´Cosni`. Die Firma Enza-Zaden in Dannstadt (Pfalz) bezeichnet sie als "Romana Babyleaf".

Was ist zu tun?
Um die angesprochenen Probleme zu vermeiden, sollte die Bezeichnung "Roter Feldsalat" nicht verwendet werden. Besser wären z.B. Bezeichnungen wie "Rote Romanasalat-Röschen" oder "Rote Salat-Röschen".


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Feldsalat kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag, eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.


Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe je 100 Gramm frischem Feldsalat:

Energie 100 (kJ)
Kohlenhydrate 3,0 gram
Eiweiß 2,0 Gramm
Fett 0,0 Gramm
Vitamin C 40,0 mg
Caroteen 1,50 mg
Vitamin B1 0,07 mg
Vitamin B2 0,07 mg
Calcium 25,0 mg
Eisen 4 mg


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Feldsalat, Rapunzel, Rapienzchen, Ackersalat, Nüsslisalat
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch corn-salad
Flag of Bulgaria.png Bulgarisch polska salata
Flag of China.png Chinesisch (Mandarin) yeh-chü
Flag of Denmark (WFB 2004).gif Dänisch varsalat
Flag of Finland.png Finnisch vuononkaali
Flag of France.png Französisch mache, valerianelle, rampon
Flag of Greece.png Griechisch nardidion
Flag of India.png Hindi mushakwali
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch valeriana, saleggia, lattughini
Japan flag - variant.png Japanisch nojisha
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch veldsla
Flag of Norway.svg Norwegisch varsalat
Flag of Portugal.svg Portugisisch alface do cordeiro
Flag of Romania.svg Rumänisch fetica de gradina
Flag of Russia.svg Russisch polevoj salat
Flag of Sweden.svg Schwedisch vintersallat
Flag of Slovakia.svg Slowakisch motovilec
Flag of Spain.svg Spanisch canonigo, valerianella
Flag of Turkey.svg Türkisch yaprak salata
Flag of Hungary.svg Ungarisch galambbegy saláta


Siehe auch in Hortipendium


Quelle

  • Josef Schlaghecken, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Hans Jessen und Helmut Schulze (1997): Botanik in Frage und Antwort. M. & H. Schaper GmbH & Co. KG. Alfeld -Hannover. ISBN 3-7944-0186-7
  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Dietrich Fritz und Werner Stolz (1989): Gemüsebau. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5132-4
  • Royal Sluis (2003): Gemüse Saatgutkatalog. Royal Sluis. Neustadt am Rübenberge. 
  • Ulrich Sachweh (1989): Der Gärtner - Baumschule, Obstbau, Samenbau, Gemüsebau. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 3-8001-1148-9
  • Joachim Ziegler und Josef Schlaghecken, DLR Rheinpfalz Ernteverfrühung mit Folie und Vlies im Freilandgemüsebau. unveröffentlicht. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Josef Schlaghecken (2016): Rund um das Saatgut: Feldsalat. In: Zeitschrift "Gemüse". 52. Nr. 11. Seite 45-46. 


Weblinks