Erhaltung historischer Gemüse- und Obstsorten

Aus Hortipendium
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Alte Möhrensorten

Immer mehr Menschen werden sich bewußt, dass alte Nutzpflanzensorten ein Kulturgut darstellen, das teilweise bereits verloren ist bzw. ohne entsprechende Bemühungen verloren geht. Beschleunigt wird der Sortenverlust durch die enorme Konzentration im Bereich der Zuchtfirmen und Saatgut produzierenden Betriebe. Gab es früher hunderte von kleinen Zuchtbetrieben, die an das örtliche Klima angepaßte Sorten entwickelten und davon Saatgut vermehrten, so versorgen und beherrschen heute weltweit agierende Zuchtbetriebe und Saatgutkonzerne den Markt. Das erlaubte einerseits die Anwendung teure Zuchtverfahren mit Nutzung hilfreicher Resistenzen usw. verringerte aber auch das Sortenangebot enorm. Damit gehen viele, vorteilhafte Sorteneigenschaften verloren, die man evtl. in der Zukunft braucht bzw. von großem Nutzen sein könnten. Es spricht deshalb vieles dafür, alte Sorten nicht verloren gehen zu lassen, sondern diese wie einen wertvollen Schatz zu hüten.

Bei den Bemühungen alte Sorten zu erhalten können die Hobbygärtner und Selbstversorger eine großen Beitrag leisten. Gerade im Bereich der Privatgärten finden sich die Nischen, in denen diese Sorten, wenn überhaupt, bisher überdauern konnten. Einige Projekte und Vereine bemühen sich intensiv um die Erfassung und Vermehrung dieser Sorten. Über Tauschbörsen oder gegen Unkostenbeitrag ist es möglich, hier Saatgut alter Sorten zu erhalten und/oder sich an der Vermehrung dieser Sorten zu beteiligen.


Biodiversität: Alte Obst- und Gemüsesorten erhalten

Samengarten Eichstetten

Inzwischen gibt es einige staatliche Stellen und gemeinnützige Organisationen, die sich um den Erhalt alter Sorten und Arten bemühen.


Alte Gemüsesorten erhalten bzw. Saatgut anbieten

Alte Spitzkohlsorte: Filderkraut


Alte Obstsorten erhalten

Purpur roter Cousinot

Arbeitskreis Historische Obstsorten der Pfalz (Mitglied im Pomologen-Verein e.V.)
Klaus Hünerfauth
Haardtweg 12
67377 Gommersheim
Tel.: (06327) 53 04
Fax: (06327) 53 20
E-Mail: klaus.huenerfauth@t-online.de


Internationale und weltweite Saatgut- und Sortensicherung

Eingang des Svalbard Global Seed
Eingang des Svalbard Global Seed

Das Svalbard Global Seed Vault, zu deutsch Weltweiter Saatgut-Tresor auf Svalbard, ist ein Projekt des Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (engl. Global Crop Diversity Trust, GCDT) zur langfristigen Einlagerung von Saatgut zum Schutz der Arten- und Varietäten-Diversität von Nutzpflanzen.
Es befindet sich am Platåberget (dt. Plateauberg) in der Nähe der Stadt Longyearbyen auf der zur Inselgruppe Svalbard gehörenden Insel Spitzbergen. Am 19. Juni 2006 fand der Spatenstich durch den norwegischen Staatsminister Jens Stoltenberg im Beisein seiner nordischen Kollegen aus Finnland, Dänemark, Island und Schweden statt. Im November 2007 nahm die Saatgutbank ihre Arbeit auf, die feierliche Eröffnung der Saatgutbank erfolgte am 26. Februar 2008 im Beisein internationaler Repräsentanten. Bis zu 4,5 Millionen Samenproben (eine Probe enthält 500 Samen, das entspricht 2,25 Milliarden Samen) sollen im Bunker eingelagert werden, der nach Abschluss der Arbeiten von Schweden aus ohne Personal vor Ort via Fernwartung überwacht werden soll.

Global Seed Vault

Siehe auch in Hortipendium


Weblinks

Global Seed Vault
Wikipedia: Weltweites Saatgut-Gewölbe auf Spitzbergen