Endivie

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Endivie
Cichorium endivia
Endivien.JPG
Endivien (links Frisee, rechts Glattblättriger)
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung Doldenblütlerartige
Apiales
Familie Korbblütler
Asteraceae
Gattung Zichorien
Cichorium

Die Endivie (Cichorium endivia) gehört zur Gattung der Zichorien (Cichorium) und damit zur Familie der Korbblütler. Das ursprüngliche Heimatgebiet ist das Mittelmeergebiet. Mittelweile wird sie aber über dieses Gebiet hinaus als Salatpflanze kultiviert. In den Alpen kann sie noch in Höhen von 1500 bis 2000 Meter angepflanzt werden. Die bekanntesten Arten sind: Cichorium endivia var. latifolium (Escariol, Eskarol, Glatte Endivie, Winterendivie und Cichorium endivia var. crispum (Frisée, Krausblättrige Endivie). [1]
Verzehrt werden die Endivienblätter meist kleingeschnitten als roher Salat. Oftmals findet man in auch Beigemischt in abgepackten Salatmischungen.


Blüten, Früchte und Samen

Saatgut und Keimung

TKG Korngröße 1 Gramm Keimfähigkeit Keimtemperatur Keimdauer Saatgutangebot
1,3 - 1,6 g 1,0 - 1,3 mm x 2,0 - 2,0 mm
Pillen 3,0 - 3,5 mm
620 - 770 Korn Mindestkeimfähigkeit: 65%
Präzisionssaatgut: > 90%
20 - 22°C° bei 5°C: 33 Tage
bei 12°C: 30 Tage
bei 20°C: 5 Tage
Normalsaatgut
Erdtopfpillen
Präzisionssaatgut


Nährstoffversorgung und Düngung


Endivien Bilder


Ernteverfrühung

Hauptartikel: Ernteverfrühung im Freilandgemüsebau

Risiko der Schosserbildung beachten: Temperaturen unter 17°C fördern die Schosserbildung. Kritisch sind insbesondere Werte um die 4°C. Gefördert wird die Schosserbildung zusätzlich noch durch den Langtag. Somit sind niedrige Temperaturen z.B. Ende April kritischer als Anfang März. Den besten Schosserschutz erhält man durch eine warme Anzucht bei über 17°C und Wahl einer schosstoleranten Sorte. Über den so genannten Antivernalisationseffekt können dann sogar später auftretende Kühlperioden besser verkraftet werden. Zu bemerken ist aber, dass es bei Endivien keine Devernalisation gibt. Einmal induzierte Schosserbildung kann durch später angebotene, hohe Temperaturen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Damit auch nach der Auspflanzung kein Schossimpuls möglich ist, sollten die Jungbestände in kritischen Perioden (März-April) auf jeden Fall mit Vlies bedeckt werden.
Doppelbedeckung mit Vlies/Folie: Für die frühesten Pflanzungen, z.B. Anfang März, ist in der Pfalz eine Doppelbedeckung sinnvoll. Normalerweise sollte sie bis zum 7. April drauf bleiben. Danach ist die DD nur noch bei ungewöhnlich kühler Witterung vorteilhaft. Bei extremer Hitze sollte die Doppeldeckung schon vor dem 7. April abgenommen werden.
Einfachbedeckung mit Vlies: Bei den frühesten Pflanzungen kann das Vlies (Untere Bedeckung) normalerweise bis 3 Tage vor Erntebeginn aufliegen. Bei Tageshöchsttemperaturen von 22°C und höher zu der Zeit ist eine frühere Abnahme, etwa 7 Tage vor Erntebeginn sinnvoll. Bei Tageshöchsttemperaturen unter 12°C, kann Vlies auch bis zur Ernte drauf bleiben. 2007 begann die Ernte extrem früh, um den 3. Mai bei rund 500 g. Die Dauer der einfachen Vliesbedeckung bei den Folgesätzen hängt von der aktuellen Temperatur ab. Bei Werten von über 22°C bringt die Bedeckung nach dem 1. Mai kaum noch Vorteile. Liegen die Temperaturen jedoch unter 16°C, so erscheint eine verlängerte Vliesbedeckung, insbesondere bei jungen Pflanzungen, vorteilhaft. Das durch den zunehmenden Langtag und die niedrigen Temperaturen bestehende Schosserrisiko kann man so weitgehend minimieren.
Schäden beim Frühanbau: 2007 gab es bei der ersten Ernte um den 2. Mai (extrem früh) Probleme durch bakterielle Fäule an den ältesten, bodennahen Blättern. Vermutlich war das Gewebe zu weich gewachsen, so dass Erwinia bzw. Pseudomonas eindringen konnten. Es empfiehlt sich deshalb bei extrem hohe Temperaturen kurz vor und während des Erntebeginns, den Bestand lange genug stabilisieren zu lassen.
Erfahrungsberichte: 2008: Vom 22.2. bis zum 22.4.2008 lagen die Temperaturen unter Vlies immer unter 15°C und haben somit einen starken Schossreiz ausgeübt. Wegen der wenigen Sonnenstunden ergaben sich auch nur wenige Stunden der Antivernalisation. Devernalisation ist nicht möglich.

Durchschnittswerte zur Ernteverfrühung von Endivien.
Anbaumethode Art der Bedeckung Bedeckungsdatum Abnahmetermin (spätestens) Erntebeginn ab ...
obere Bedeckung untere Bedeckung
nach Datum nach Datum
5 cm ET Vlies/Folie 07. März 4 Wochen 07. April 8 Wochen 07. Mai 10. Mai
4 cm ET Vlies 20. März - - 7 Wochen 10. Mai 15. Mai

ET = Erdtopfgröße in cm


Endivien Unkrautbekämpfung

Beispiel Restunkräuter

Die Unkrautbekämpfung beim Anbau von Endivien erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand und kostet viel Geld. Eine große Hilfe bietet in jedem Falle die optimierte Feldhygiene sowie das "Falsche-Saatbeet". Diese beiden Verfahren sind zu ergänzen mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und im konventionellen Anbau durch den Einsatz von Herbiziden. Im Einzelfall kann auch der Anbau in Mulchfolie hilfreich sein.

Feldhygiene

Falsches Saatbeet

Hierbei geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dauerunkräuter möglichst schon beim ersten Auftreten ausschalten und nicht warten bis sich schon große Bestände gebildet haben. Zur Eindämmung des Samenunkräuter Drucks, diese nie Samen bilden lassen. Wird das konsequent durchgeführt, verringert sich der Unkrautdruck von Jahr zu Jahr. Nähere Infos zur Feldhygiene gibt es unter den folgenden Links.

Falsches-Saatbeet

Beispiel Hackgerät

Eine sofortige, große Erleichterung bei der Unkrautbekämpfung bringt das "Falsche-Saatbeet", das natürlich auch bei Pflanzkulturen von Nutzen ist. Nähere Infos zur Anwendung gibt es unter dem folgenden Link.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Beim üblicherweise gepflanzten Endivien kann eine mechanische Unkrautbekämpfung hilfreich und sinnvoll sein.

  • Hilfreich ist es, den Reihenabstand der vorhandenen Hacktechnik anzupassen
  • Lieber in den Reihen enger säen bzw. pflanzen und dafür weitere Reihenabstände wählen
  • Je jünger die Unkräuter, desto leichter die mechanische Bekämpfung
  • In niederschlagsarmen Regionen und auf leichteren Böden ist die mechanische Unkrautbekämpfung am ehesten erfolgreich

Herbizideinsatz

Herbizid Effekt Unkraut

In konventionell arbeitenden Betrieben ist der Einsatz bzw. die Nutzung von Herbiziden üblich. Um damit langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind die Zulassungsbedingungen zu beachten und ein ist sachgerechte Anwendung nötig. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Anwendungen innerhalb einer Fruchtfolge, um so die Selektion von nicht erfassten Unkrautarten zu verhindern. Nähere Infos zu Herbiziden und deren Einsatz gibt es unter den folgenden Links.

Link zur Indikationssuche im Gemüsebau 

Mulchfolie

Frisee in Mulchfolie

Zur Unkrautbekämpfung beim Endivien-Anbau ist die Pflanzung in Kunststoff-Mulch Materialien gut möglich. Bei sachgerechter Anwendung erhält man weitgehend unkrautfreie Bestände. Als Materialien ist z.B. schwarze Mulchfolie oder Vliesmaterial geeignet. Damit das Unkraut nicht durch die Pflanzlöcher wächst, müssen diese so klein wie möglich gehalten werden. Da die Radspuren weiterhin verunkrauten ist dort auf anderem Wege das Unkraut zu bekämpfen.
Im Praxisalltag hat sich jedoch gezeigt, dass das Mulch Verfahren den meisten Betrieben wohl zu teuer ist.


Endivien Anbau in Deutschland

Wie sich der Endivien Anbau in Deutschland entwickelt hat, zeigt die folgende Tabelle. Die Anbaufläche stieg von 346 ha im Jahre 1992 auf den Höchstwert von 522 ha im Jahre 2008.

Endivien Anbauflächenentwicklung in Deutschland in ha.
Jahr ha
1992
  
346
1996
  
356
2000
  
402
2004
  
408
2008
  
522
2012
  
522
2016
  
500
2017
  
475
2018
  
496
Quelle: Statistisches Bundesamt


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Endivien kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.


Endivien Saisonkalender

Gemüse aus der Region kaufen und saisonal verzehren ist meist für den Verbraucher preislich vorteilhaft und bringt ökologische Vorteile. Die Transporte bleiben kurz und die Ware ist im Normalfall nach der Ernte schnell beim Verbraucher. In einem speziellen Saisonkalen der Gemüsearten sieht man an Hand einer großen Grafik, wann einheimischer Endivien, auch im Vergleich zu anderen Gemüsearten am Markt angeboten wird.


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Endivie
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch broad-leaved endive
Flag of France.png Französisch scarole a larges feuilles, chicorée scarole
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch indivia riccia, foglie larghe
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch breedbladandijvie
Flag of Poland.svg Polnisch endywia
Flag of Russia.svg Russisch Эндивий
Flag of Spain.svg Spanisch escarol, escarola de hoja ancha
Flag of Hungary.svg Ungarisch endívia


Siehe auch in Hortipendium


Einzelnachweise

  1. Wikipedia Endivie


Literatur

  • Josef Schlaghecken, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Hans Jessen und Helmut Schulze (1997): Botanik in Frage und Antwort. M. & H. Schaper GmbH & Co. KG. Alfeld -Hannover. ISBN 3-7944-0186-7
  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Dietrich Fritz und Werner Stolz (1989): Gemüsebau. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5132-4
  • Royal Sluis (2003): Gemüse Saatgutkatalog. Royal Sluis. Neustadt am Rübenberge. 
  • Ulrich Sachweh (1989): Der Gärtner - Baumschule, Obstbau, Samenbau, Gemüsebau. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 3-8001-1148-9
  • Joachim Ziegler und Josef Schlaghecken, DLR Rheinpfalz Ernteverfrühung mit Folie und Vlies im Freilandgemüsebau. unveröffentlicht. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Josef Schlaghecken (2007): 145 Gemüsearten und Küchenkräuter mit Bilder und Namen in 9 Sprachen. DLR Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Josef Schlaghecken (2015): Rund um das Saatgut: Endivie. In: Zeitschrift "Gemüse". 51. Nr. 11. Seite 43-44. 


Weblinks