Zweiflügler

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Zweiflügler
Diptera
Diptera1.jpg
Fliegenposter
Systematik
Klasse Insekten
Insecta
Ordnung Zweiflügler
Diptera

In der Ordnung Zweiflügler (Diptera) sind weltweit 120.000 Arten in 177 Familien bekannt. Davon leben in Mitteleuropa rund 7.000 bis 8.000 Arten. Die Zweiflügler variieren stark in Größe und Gestalt. In ihrer Entwicklung durchlaufen sie eine vollkommene Verwandlung. Der Größenbereich der heimischen Arten schwankt zwischen 1 und 25 mm Körperlänge. Die meisten Diptera sind tagsüber aktiv, da sie einen stark ausgeprägten Gesichtssinnn haben. Nur wenige Arten sind in der Dämmerung oder in der Nacht anzutreffen. Das eifrige Putzen verläuft in ganz bestimmten, in verschiedener Weise kombinierten und koordinierten Bewegungsfolgen. Zweiflügler nehmen als ausgewachsenes Insekt ausschließlilch flüssige oder durch Speichel verflüssigte Nahrung auf. Dies ist je nach Art frei gebotene Nahrung (z.B. Nektar) oder durch einen Stich gewonnene Nahrung (z.B. Blut). Der rege Blütenbesuch vieler Fliegen (Brachycera) ist wichtig für die Bestäubung der Blütenpflanzen. Dabei ist für eine Reihe von Arten eine gewisse Blütenstetigkeit nachgewiesen (Familie Bombyliidae, Syrphidae und Calliphoridae). Bei vielen Zweiflügler-Arten wird die gelbe Blütenfarbe bevorzugt, insbesondere bei gleichzeitig gebotenem Blütenduft.

Inhaltsverzeichnis

Morphologie

Die Vorderflügel der Zweiflügler sind normal entwickelt. Hingegen sind die Hinteflügel zu winzigen Schwingkölbchen (Halteren) reduziert, da sie insbesondere als Gleichgewichtsorgan dienen und die Fluglage stabilisieren. Ocellen sind bei den Zweiflüglern stets vorhanden, die Komplexaugen sind meist groß und zweilen sehr farbenprächtig. Der Bau der Antennen lässt die beiden Unterordungen unterscheiden: Bei den Mücken (Nematocera) sind die Antennen fadenförmig, nicht selten recht lang und mit sechs oder mehr gleich gestalteten Gliedern. Bei den Fliegen (Brachycera) hingegen sind die Antennen kurz und mit einer wechselnden Anzahl von Gliedern in unterschiedlicher Gestalt. Die oft stark verlängerten Mundgliedmaßen sind bei den Zweiflüglern oft stark spezialisiert. Es werden drei Haupttypen unterschieden:

  1. primär stechend-saugender Typ (bei vielen Mücken und den ursprünglichen Fliegen)
  2. leckend-saugender Typ bei der Gruppe Cyclorrhapha
  3. sekundär stechend-saugender Typ bei manchen Cyclorrhapha

Die Beine sind bei allen Zweiflüglern in der Regel gut entwickelt, bei manchen Mücken-Arten sind sie auffallend lang und dünn. Grundsätzlich haben die Zweiflügler keine große Neigung zum ausgedehnten Laufen. An dem letzten Tarsenglied befindet sich Haftapparte. Dies ermöglicht das Laufen bzw. Haften auf sehr glatten Oberflächen.

Entwicklung

Die Eiablage erfolgt eizeln oder in bezeichnend geformten Gelegen im oder nahe dem Wohn- bzw. Nährsubstrat der Larven. Dieser Ablegeplatz wird von den Weibchen optisch oder geruchlich gefunden. Die Larven der Zweiflügler haben eine sehr unterschiedliche Körpferform und Lebensweise. Charakteristisch für diese Ordnung sind die fehlenden echt gegliederten Extremitäten bei den Larven. Nach der Ausbildung der Kopfregion sind folgende Larven zu unterscheiden:

  1. eucephale Larven (bei den meisten Nematocera): Kopf ist gut ausgebildet, mehr oder weniger vollständig ausgebildete und angepasste Mundteile (angepasst an den Nahrungserwerb) mit Antennen
  2. hemicaphale Larven (manche Nematocera, ursprüngliche Brachycera): die Kopfkapsel ist von hinten mehr oder weniger aufgelöst und in den Prothorax eingesenkt. Die Mundteile sind sehr verschiedartig ausgebildet
  3. acephale Larven (Cyclorrhapha, "Maden"): Kopfkapsel ist verschwunden und der Kopf ist ganz in den Thorax eingezogen. Mundteile sind zum Teil stark zurückgebildet.

Die Puppe ist bei den meisten Nematocera und den ursprünglichen Brachycera eine Mumienpuppe (Pupa obtecta), die Cyclorrhapha und einige Brachycera bilden eine Tönnchenpuppe (Pupa coarctata). Die Anzahl der Generationen pro Jahr ist sehr unterschiedlich. Das Überwinterungsstadium erfolgt je nach Art oder Gruppe entweder als Ei, als Larve, als Puppe oder als Imago.

Systematik

Quellen

W. Jacobs, M. Renner und K. Honomichl: Biologie und Ökologie der Insekten. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-8274-0799-0.

H. Bellmann: Der neue Kosmos-Insektenführer. Kosmos, Stuttgart 1999, ISBN 3-440-07682-2.

D. V. Alford: Farbatlas der Schädlingean Zierpflanzen. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-432-27841-1.

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