Chinakohl Pflanzenschutz

Aus Hortipendium
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Schadbilder Chinakohl
Vorbeugen ist besser als Heilen
Bestandsreste sofort nach Ernteende beseitigen.

Chinakohl, der vor allem im Freiland angebaut wird, kann von einer großen Anzahl an Nichparasitären Problemen, Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Totalausfälle sind durchaus möglich. Aus diesem Grunde ist eine kluge Anbauplanung mit einer optimierten Fruchtfolge und einem vorbeugenden Pflanzenschutz dringend anzuraten.

Vorbeugender Pflanzenschutz schon bei der Chinakohl Anbauplanung bedenken

  • Fruchtfolge optimieren.
  • Ein Anbau von Chinakohlanbau in wenig gut geeignet für Betriebe mit einem größeren Anteil an Kreuzblütler-Arten.
  • Eine günstige Fruchtfolge ergibt sich im Wechsel mit Getreide.
  • Die Parzellen sollten frei sein von bodenbürtigen Kohlrankheiten.
  • Die Böden wegen der Kohlherniegefahr vor Anbaubeginn ausreichend mit Kalk versorgen und einen optimalen (hohen) pH-Wert einstellen.
  • Der Sortenwahl große Bedeutung beimessen, soweit möglich Resistenzen nutzen.
  • Im Gewächshausbereich prüfen inwieweit eine Optimierung der Klimaführung möglich ist.
  • Im Gewächshausanbau hohe Boden-Salzgehalte und überhöhte Nmin-Werte vermeinden.
  • Weitere Informationen dazu siehe im Hauptartikel Chinakohl
  • Die Möglickheiten eines Einsatzes von Pflanzenschutzmittel im Pflanzenschutz-Informationssystem Gemüsebau überprüfen.

Feldhygiene
Vielen Anbauern ist nicht bewußt, dass zunehmende Probleme mit Krankheiten, Schädlingen oder Unkraut oftmals auf fehlende oder unzureichende Feldhygiene-Maßnahmen beruhen.
Hier die Aufmerksamkeit zu schärfen bringt große Vorteile. Was würde geschehen, wenn auf dem Feld nie eine Unkrautpflanze in Samen gehen würde? Brächte es Vorteile, wenn z.B. Pilzkrankheiten wie Sklerotinia, Phoma, Septoria usw. keine Gelegenheit bekämen, ihre Dauerkörper wie Sklerotien oder Pyknidien zu bilden?
Mehr dazu siehe: Feldhygiene in Hortipendium.

Aktuell möglicher Einsatz von Pflanzschutzmitteln
Welche Pflanzenschutzmittel beim Anbau von Chinakohl einsetzbar bzw. zugelassen sind kann in der PS-Datenbank recherchiert werden.
PS Info: Aktuelle Zulassungssituation für den Anbau von Chinakohl.

Pflanzenschutzempfehlung zum Chinakohlanbau aus Rheinland Pfalz


Nichtparasitäre Probleme

Verschiedene Nichtparasitäre Probleme können beim Anbau von Chinakohl große Probleme bereiten und sogar zu einem Totalausfall führen.

Düngerschaden

AHL-Verbrennung nach Flüssigdüngung bei Chinakohl.
  • Durch eine falsche Düngemittel Ausbringung kann es zu Pflanzenschäden kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Bei einer Blattdüngung über die Beregnung kann es zu Blattrandnekrosen kommen.
  • Bei einer zu hoch dosierten Blattdüngung kann es zu einer Blattverbrennungen kommen.
  • Erhöhtes Risiko bei höheren Temperaturen, etwa ab 25°C.
  • Eine Ausbringung bei Wind ist sehr risikoreich.
  • Bei zu größer Mineraldüngermenge Wurzelverbrennungen.

Kulturen mit ähnlichem Schaden

  • Blatt- und Kopfsalat-Salat

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Benötige Düngermenge exakt berechnen
  • Bei Flüssigdüngung über Kopf, erst vorberegnen, dann Dünger ausbringen, danach nachberegnen.

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Glasigkeit

Glasigkeit an Chinakohlblatt

Bei extremen Witterungsbedingungen kommt es evtl. durch Glasigkeit zu leichteren Schäden an Chinakohlbeständen.

Schadbild und Beschreibung

  • Meist sind kleinere Blattpartien, bes. an den Blattränder betroffen.
  • Betroffene Blattpstien verfärben sich dunkler und wirken durchtränkt.
  • Bei längerem Auftreten sterben die Partien ab und nekrotisieren.
  • Tritt auf, wenn es bei sehr wüchsigen Bedingung plötzlich zu einer Abkühlung und Periode mit extem hoher Luftfeuchtigkeit kommt.
  • Fördernd wirken sich aus: Hoher Wassergehalt im Boden, niedriger Salzgehalt im Boden, hohe Bodentemperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, starkes Wurzelwerk, überhöhtes N-Angebot
  • Es gibt gewiss eSortenunterschiede.

Gemüsearten mit ähnlichen Problemen

  • Salat, Kohlrabi, Gurken usw.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Grundsätzlich überhöhte N-Angebote vermeiden.
  • Vor Temperaturstürze mit erwarterter Periode mit extemer Luftfechte die Beregnung minimieren.

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Hagelschäden

Hagelschaden an Chinakohl

Schadbild und Beschreibung

  • Je nach Intensität, leichte Umblattschäden bis zum Totalschaden.
  • Erhöhtes Risiko in arrondierten Betrieben.

Vorbeugung

  • Beim satzweisen Anbau nicht alle Sätze in eine Gemarkung.
  • Abschluß einer Hagelversicherung.

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Innenbrand

INnenbrand (Blattrandnekrose) an Chinakohl

Insbesondere beim Anbau im Gewächshaus sowie bei ungünstigen Anbaudingungen im Freiland kann es zu Blattnekrosen durch Innenbrnd kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Blattrandnekrosen
  • Calciummangel, bes. im Blattrandbereich schwächt das Gewebe so stark, dass es zu Nekrosen kommt.
  • Im Boden ist meist genügend Calcium, es wird jedoch reicht nicht ausreichens in die kritischen Bezirke geliefert.
  • Extrem schnelles Wachstum erhöht das Befallsrisiko stark.
  • Ein überhöhtes N-angebot erhöht das Befallsrisiko.
  • Je kleiner das Wurzelwerk, desto größer das Befallsrisiko.
  • Es gibt gewisse Sortentunterschide

Ähnliche Schäden an anderen Kulturen
Äpfel, Endivien, Kopfsalat, Radicchio.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vorkulturen mit hohen Mengen an N-reichen Ernteresten meiden.
  • Höhere Nmin-Vorräte unbedingt bei der N-Düngung anrechnen.
  • Soweit möglich, die Bildung eines großen und tiefgehenden Wurzelwerkes befördern.
  • Sortenunterschiede beachten und Nutzen

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Schosserbildung

Schosserbildung

Beim Frühanbau und ungünstigen Bedingungen während der Anzucht sowie der ersten Kulturwochen kann es zu einer frühzeitigen Blütenbildung und damit zu Totalausfällen kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Bevor die Chinakohlköpfe verkaufsfähig sind bildet sich eine Blüte.
  • Chinakohlköpfe mit einer Blütenbldung sind nicht verkaufsfähig.
  • Bevor man wußte, wie es zu einer Blütenbildung beim Chinakohl kommt, gab es beim Frühanbau oftmals große Ausfälle.
  • Es gibt beachtliche Sortenunterschiede.

Kulturen mit ähnlichen Problemen
Kohlrabi und Kopfkohl

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Sortenwahl
  • Warme Anzucht
  • Frühanbau mit Vlies bedecken

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Wasserschäden

Wasserschäden im Gemüsebau

Auf Parzellen mit Bodensenken und Starkniederschlägen kann es zu erheblichen Schäden und sogar zu Totalausfällen kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Wuchsstockungen durch Übernässung, Bodenverschlämmung un dSauerstoffmangel im boden.
  • Durch Nährstoffverlagerungen Stickstoffmangel mit nachfolgender Blattvergilbung.
  • Insbesondere auf leichten Böden kann eine Starkregen Stickstoffdünger auswaschen (verlagern) und so zu einem Mangel führen.
  • Förderung von Krankheiten, z.B. Bakteriosen
  • Totalausfälle sind möglich.

Kulturen mit ähnlichen Problemen

  • Alle Gemüsearten

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen einebnen
  • Bodenverdichtungen beseitigen
  • Wo sinnvoll, Humusgehalt erhöhen
  • Regenverdaulichkeit des Bodens verbessern.
  • Regenvorhersage nutzen. Keine Beregnung mehr vor angesagtem Starkregen.

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Viruserkrankungen

Chinakohl kann von verschiedenen Virosen geschädigt werden.


Kohlschwarzringflecken-Virus (Turnip mosia virus)

Chinakohl von Turnip mosaic virus befallen

Sehr gefährliche Viruskrankheit für den Chinakohlanbau.

Schadbild und Beschreibung

  • Ist ein Potyvirus aus der Familie der Potyviren.
  • Blattfarbenveränderung in Mosaikform.
  • Blattformveränderungen.
  • Übertragung non-persistent durch Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae).
  • Übertragung non-persistent durchund Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae).
  • Inkubationszeit 2-4 Wochen.
  • Keine Saatgutübertragung.

Wirtspflanzen

  • Allium, Armoracia rusticana, Beta vulgaris, Brassica napus, Brassica oleracea, Coriandrum sativum, Cynara, Eruca, Lactuca, Nasturtium officinale, Physalis, Pisum sativum, Raphanus sativus, Sinapis alba, Spinacia oleracea und Vicia faba.

Vorbeutgung und Bekämpfung

  • Insektenschutznetzte können die Übertragung weitgehend reduzieren.

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Bakterienkrankheiten

Verschiedene bakterielle Erreger können beim Anbau von Chinakohl große Probleme bereiten und sogar zu einem Totalausfall führen

Bakterielle Naßfäule (Pectobacterium carotovorum)

Bakterielle Naßfäule an Chinakohl.

Vor allem bei extrem, feuchtwarmer Witterung in Kombination mit Gewebeverletzungen können bakterielle Naßfäulen Schaden anrichten.

Schadbild und Beschreibung

  • Synonym: Erwinia carotivorum.
  • Neben Pectobacterium carotovorum kann auch noch Erwinia eine Weichfäule hervorrufen.
  • Besonders im Strunkbereich entstehen manchmal Stellen mit einer Weichfäule.
  • Befallen werden oft auch die dicken breiten Blattrippen.
  • Bei einem stärkeren Befall können ganze Pflanzen unverkäuflich werden.
  • Gewebeverletzungen sind oft die Eintrittpforten für die Erreger.
  • Gewebeverletzungen entstehen z.B. durch Kohlfliegenmaden und anderen Larvn, aber auch durch pilzliche Umfallkrankheiten.
  • Kommt es nach einer Gewebeverletzung zu einer längern Nässerperiode mit höheren Temperaturen, so haben die Erwinia Erreger optimale Bedingungen.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Beta vulgaris, Brassica-Arten, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis sativus, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Helianthus annuus, Ipomoea batatas, Lactuca Cucumis melo, Raphanus sativus, Rheum, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Pflanzenverletzungen minimieren.
  • Den Befall bzw. Verletzungen durch Kohlfliegenmaden und anderen Schädlingen möglichst ausschließen
  • Eine direkte Bekämpfung mit Bakteriziden ist nicht zugelassen.

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Pilzkrankheiten

Verschiedene Krankheiten können beim Anbau von Chinakohl große Probleme bereiten und sogar zu einem Totalausfall führen.

Alternaria (Alternaria brassicae und brassicicola]

Alternaria an Chinakohl

Durch einen Alternariabefall kann es zu einer Qualitätsminderung und sogar zu einem Totalausfall kommen.

Schadbild und Beschreibung

  • Alternaria brassicae und brassicicola.
  • Es bilden sich rundliche Blattflecken
  • Auch Befall der breiten Blattrippen.
  • Die Krankheit kann sich auch noch Chinakohl Lager weiter entwickeln.
  • Bei 10°C vermehrt sich der Pilz noch.
  • Ein eLagertempertur unter 5°C stoppt die Weiterentwicklung der Pilzkrankheit.
  • Eine Übertragung durch Erdflöhe wurde festgestellt.
  • Eine Saatgutübertragung ist möglich.
  • Ein leichter Befall der Umblätter ist akzeptabel, da die bei der Marktaufbereitung entfernt werden.

Wirtspflanzen

  • Amoracia, Brassica, Eruca und Rhaphanus

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallfreies Saatgut verwenden.
  • Bei Jungpflanzenzukauf auf befallfreie Ware achten.
  • Sortenunterschiede beachten.
  • Widerstandsfähige (resistente) Sorten wählen.
  • Feldhygiene optimieren.
  • Keine Pflanzung neben Befallene Bestände.
  • Der Einsatz von zugelassenen Fungiziden kann nötig und hilfreich sein.

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Falscher Mehltau (Hyaloperonospora parasitica)

Falscher Mehltau an Chinakohl

Chinkohlbestände können durch Falschen Mehltau geschädigt werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Synonyme: Peronospora parasitica.
  • Fleckige Blattvergilbungen.
  • Blattpartien sterben ab.
  • Infektion durch Konidien oder Oosporen.
  • Konidienkeimung bei 8-12°C.
  • Sporulation schon nach 4-5 Tage nach der Infektion.
  • Temperaturen um 15°C bei hoher Luftfeuchte und längeren Tauperioden gelten als besonders pilzfördernd.
  • Überdauerung auch an Pflanzenreste.

Wirtspflanzen

  • Diplotaxis, Brassica napus, Brassica oleracea, Brassica rapa subsp. pekinensis, Eruca und Raphanus sativus.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen auswählen.
  • Feldhygiene optimieren
  • Kein satzweiser Anbau nebenenander.
  • Wo möglich lange bBattnässe vermeiden.

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Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae)

Kohlhernie mit den typischen Wurzelverdickungen

Beim Anbau in mit Kohlhernie versuchten Regionen muß mit starken Ausfällen gerechnet werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Es bilden sich verdickte, knollige Wurzeln.
  • Die Pflanzen welken, insbesondere in warmen, sonnigen Perioden.
  • Bei einer stärkeren Bodenverseuchung ist mit einem Totalausfall zu rechnen.
  • Es handelt sich um einen Schleimpilz, der einzellige Schwärmsporen bildet.
  • Im Bodenwasser können sich die Schwärmsporen frei bewegen.
  • Der Pilz kann viele Jahre lang im Boden überdauern.
  • Bei Temperaturen von etwa 10 bis 30°C kann der Pilz Pflanzen befallen.
  • Leichte Böden sind für den Pilz günstiger als schwere Böden.
  • Ein niedriger pH-Wert des Bodens ist förderlich für die Pilzentwicklung.
  • Plasmodiophora brassicae kann auch an einigen Beikräutern vorkommen.
  • Der Pilz bildet eine ganze Anzahl an Patotypen.

Wirtspflanzen
alle Kreuzblütler-Arten, insbesonder Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Kopfkohl.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen auswählen.
  • Weier Fruchtwechsel mit Kreuzblütler
  • Teilresistente Sorten testen.
  • Versuche mit 100 dt/ha Brandkalk, rechtzeitig vor der Pflanzung ergaben eine beachtliche Ertragsverbesserung.

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Phoma-Blattflecken (Plenodomus lingam)

Typischer Plenodomus lingam Befall

Die Pilzkrankheit kann Chinakohlbestände stark schädigen

Schadbild und Beschreibung

  • Synonym: Phoma lingam
  • Der Erreger bildet verschiedene Rassen bzw. Stämme.
  • Am Raps findet man andere Stämme als am Kohl.
  • Bildet bei Chinakohl Blattflecken, die vergilben und absterben.
  • In den rundliche Flecken entstehen bald die Pyknidien (Dauerkörper).
  • Bei einem starken Befall kommt es zu Ertragverlusten.
  • Bei der Chinakohlagerung kann der Pilz sich etwa ab 3°C weiter entwicklen.
  • Die Hauptübertragung erfolgt über Samen, befallene Pflanzenreste, Wind und Regen.
  • In Pflanzenreste überdauer der Pilz solgabe bis das Gewebe vollkommen zersetzt ist.

Wirtspflanzen

  • Brassica Arten

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreies Saatgut verwenden
  • Befallenes Saatggut mit einer Heißwasserbeize behandeln
  • Befallene Parzellen vermeiden bis Pflanzenreste total zersetzt sind.
  • Ein Fruchtwechsel mit Brassicaceaen von 2 Jahre einhalten.
  • Beim Satzweisen Anbau möglichst nicht nebeneinander
  • Im Bedarfsfalle mit zugelassenen Fungiziden beahndeln

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Sklerotinia (Sclerotinia sclerotiorum)

Sklerotinia Befall an Chinakohl

Insbesondere auf verseuchte Parzellen mit einem Vorrat an Sklerotien ist mit Ausfällen zu rechnen.

Schadbild und Beschreibung

  • Es bilden sich Faulstellen mit einem weißlichen Mycel.
  • Erstbefall vor allem in Bodennähe und an den Hauptblattrippen.
  • Nach einigen Wochen bilden sich die schwarzen Sclerotien (Dauersporen).
  • Die Sclerotien können über viele Jahre im Boden überdauern.
  • 6 und 10 °C sind optimale für eine Auskeimen der Sclerotien.
  • Etwa ab 1°C beginnt das Sclerotinia Mycel zu wachsen.
  • Optimale Temperaturen für das Mycelwachstum sind 15 bis 25°C.

Wirtspflanzen

  • Enorm große Anzahl an Wirtspflanzen, dabei die meisten Gemüsearten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen vermeiden.
  • Feldhygine optimieren.
  • Bei einem stärkeen Sclerotiniabefall möglischt den Bestand beenden bevor sich die Dauerkörper (Sklerotien) bilden).
  • Eine biologische Bekämpfung prüfen.

Weiter Infos

  • Sclerotinia sclerotiorum in PestWiki.
  • Sclerotinia sclerotiorum Sclerotinia sclerotiorumin in Hortipendium.
  • J. Schlaghecken und J. Kreiselmaier (2002): Blumenkohl CD-ROM, Bild- und Textdokumentation. DLR Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 

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Verticillium (Verticillium Welke)

Verticillium Welke

Auf Parzellen mit jahrelangem Kohlanbau kommt es vielfach zu einem auftreten von Verticillium, der vor allem Blumenkohl, aber auch an anderen Kohlarten befällt. Bei starkem Befallsdruck kann auch Chinakohl geschädigt werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Pflanzen Welken
  • Die älteren Blätter zeigen eine einseitige Vergilbung
  • Im Strunk findet man verbräute Leitungsbahnen

Wirtspflanzen
Große Anzahl an Wirtspflanzen, darunter die Brassica-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Parzellen meiden
  • Der Befallsgrad einer Parzelle kann durch eine Bodenuntersuchung ermittelt werden.

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Weißfleckigkeit Neopseudocercosporella capsellae)

Weißfleckigkeit an Chinakohl

Diese Pilzkrankheit verursacht Blattfleckenprobleme an Chinakohl und den verwandten Brassicaceaen.

Schadbild und Beschreibung

  • Synonym 1: Mycosphaerella capsellae.
  • Synonym 2: Pseudocercosporella capsellae.
  • Auf den Blättern bilden sich zunächst kleine helle Flecken.
  • Der englische Name beschreibt es so: White leaf spot of Brassicaceae.
  • Bei einem stärkeren Befall sterben ganz Blattpartein ab.
  • Blattrippen und Schoten können jedoch auch befallen werden.
  • Es wird eine unterschiedliche Anfälligkeit der Sorten vermutet.
  • Eine Übertragung durch Wind und Regen ist etwa über 250 m möglich.
  • Der Pilz produziert das Mycotoxin cercosporin.
  • Schon länger eine bedeutende Rapskrankheit.
  • Eine Saatgutübertragung0 ist möglich.
  • Der Pizk kann auf überwinternden Brassicaceaen und Unkräutern überdauern.
  • Mohe Feuchtigkeit und Temperaturen im Bereich von 13 bis 18°C befördern die Pilzentwicklung.

Wirtspflanzen

  • Eruca und Brassica-Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Feldhygiene optimieren.
  • Befallene Bestände sobald möglich beenden.
  • Kein satzweiser Anbau nebeneinander.
  • Befallsfreies Saatgut verwenden.
  • Befallsfreie Jungpflanzen zukaufen.
  • Keine verwandten Beikräuter zulassen.

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Schädlinge

Verschiedene Arten von Schädlinge können beim Anbau von Chinakohl große Probleme bereiten und sogar zu einem Totalausfall führen.


Blattläuse (Myzus persicae und andere )

Pfirsichblattlaus geflügelt

Blattläuse können insbesondere durch ihre Übertragung von Viruskrankheiten sehr gefährlich werden.

Schadbild und Beschreibung

  • Besonder gefährlich ist die Pfirschblattlaus (Myzus persicae].
  • Synonyme: Aphis dianthi, Aphis malvae, Myzodes persicae und Myzus tabaci.
  • Ein starker Befall kann die Vermarktungsfähigkeit stören.
  • Tritt vor allem von Mai bis September auf.
  • Die ungeflügelten Tiere sin etwa 1,8-2,5 mm groß
  • Eine schnelle Verbreitung wird durch geflügelte Tiere möglich.
  • Ein Lebenszyklus dauert im Sommer 2 Wochen.
  • Pro Jahr gibte etwa 10 Generationen
  • Die im Herbst gelegten Eiern dienen der Überwinterung.
  • Gefährlich ist insbesondere die Übertragung von Viruskrankheiten.

Wirtspflanzen

  • Allium, Apium graveolens, Asparagus officinalis, Beta vulgaris, Borago officinalis, Brassica Arten, Brassica napus, Brassica oleracea, Capsicum, Cichorium, Citrullus, Cucumis melo, Cucurbita, Cynara, Daucus carota, Eruca, Glycine max, Ipomoea, Ipomoea batatas, Lactuca, Lens culinaris, Phaseolus, Pisum sativum, Raphanus sativus, Solanum lycopersicum, Solanum melongena, Solanum tuberosum, Spinacia oleracea, Vicia faba und viele andere Zierpflanzen usw..

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Erdflöhe(Psylliodes Arten)

Datei:Phyllotreta cruciferae IPM2200093.jpg
Gewöhnlicher Kohlerdfloh an einem Kohlblatt

Erdflöhe könne insbesondere bei Direktsaatkulturen die jungen Keimflinge und junge Pflanzen schädigen.

Schadbild und Beschreibung

  • Vor allem Phyllotreta cruciferae (Gewöhnlicher Erdfloh)und Ph.undulata (Geschweiftstreifiger Kohlerdfloh).
  • Vor allem die erwachsenen Tiere fressen kleine Löcher in die Kohlblätter.
  • Im Keim- und Sämlingsstadium ist schnell ein Totalschaden möglich.
  • Bei Direktsaaten von Chinakohl kann der Anbauerfolg gefährdet werden.
  • Erwachsenn Tiere sind ungefähr 3 mm lang.
  • Es gibt eine Generation pro Jahr.
  • Die Käfer legen ihre Eier an der Basis der Pflanze ab.
  • Die Larven ernähren sich von den Wurzeln.
  • Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert ca. 3 Monate.
  • Erdflöhe können das gefährliche Turnip yellow mosaic Virus übertragen.

Wirtspflanzen

  • Brassica oleracea, napus und andere, Eruca und Sinapsis alba.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Für den Anbau eine Gemarkung mit wenige oder besser keinen Wirtspflanzen auswählen.
  • Schutznetzte vrwenden.
  • Maschenweite maximal 0.9 mm.
  • Vor der Auflage muß die Parzelle Befallsfrei sein.
  • Bei Bedarf Einsatz zugelassener Insektizide.
  • Vrwende Insektizide sollten nicht nützlingsschädigend sein.

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Kohlfliege (Delia floralis und radicum)

Kohlfliegenmaden in Chinakohl Blattrippe

Die Maden der Kohlfliegen können, insbesondere in Regionen mit einem starken Kreuzblütleranbau, gefährlich werden.

Schadbild und Beschreibung

  • die Maden der KOhlfliegen fressen am Strunk und den Blattrippen.
  • Geschädigte Blattrippen sind nicht mehr verkäuflich.
  • An den befallen Stellen können sich eine sekundäre Fäulnis entwickeln.
  • Insbesondere Lager-Chinakohl sollte befallsfrei bleiben.

Wirtspflanzen

  • Armoracia, Barbarea, Brassica Arten, Sinapsis

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsfreie Parzellen (ohne Kohlfliegen Puppen)wählen.
  • Insektenschutznetzte auflegen
  • Bei starker Befallsvermutung evtl. auch zugelassene INsektizide verwenden.

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Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae)

Mehlige Kohlblattläuse

Ein Befall von der Mehligen Kohlblattlaus kann zu Qualitäts- und Ertragsverlusten führen.

Schadbild und Beschreibung

  • Die bepuderten Blattläuse besiedeln vor allem die Blattunterseiten.
  • Die grünlichen Tiere zeigen sich auf Grund ihrer Wachsbepuderung eher blaugrau.
  • Die befallen Blätter werden fleckig und buckelig.
  • An den Befallsstellen findet man Wachs und Honigtau.
  • Läuse sind etwa 2,0 bis 2,7 mm groß.
  • Sie überwintert als Ei auf Kreuzblütlerpflanzen.
  • Im Frühjahr shlüßfen aus den Eiern Stamm Mütter.
  • Später entwicklen sich geflügelte Tiere
  • Pro Jahr gibt es mehrere Generationen.
  • Nach mehreren Wochen gewinnen natürliche Gegenspieler an Bedeutung.

Wirtspflanzen

  • Pflanzenarten der Kreuzblütlerfmilie

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Nützlinge wie die Brackwespe Diaeretiella rapae und die Larven von Gallmücken, Schwebfliegen und Marienkäfern fördern.
  • Feldhygine optimieren und befallene Bestände nach Ertnende sofort mulche.
  • INsektenschutznetzte rechtzeitig auflegen.
  • Zugelaasene Insektizide nutzen
  • Nützlingsschonende Insektizide vevorzugen.

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Rapsglanzkäfer (Brassicogethes aeneus)

Rapsglanzkäfer an Chinakohl Blüten

Rapsglanzkäfer können blühende Chinakohlpflanzen, z.B. bei der Saatgutgewinnung stark schädigen.

Schadbild und Beschreibung

  • Synonym: Meligethes aeneus
  • Weit verbreiterter Schädling in Europa.
  • die Käfer sind etwa 2-3 mm groß.
  • Die Käfer fressen an den Blütenpollen
  • Die Käfer legen ihre Eier in die ungeöffneten Blüten.
  • Die sich entwicklenden Larven gefährden die Samenbildung.
  • Die Verpuppung erolgt im Boden.
  • Je nach Entwicklungsbedingen dauert ein Lebenszyklus 25-30 Tage.
  • Die üblicherweise vorkommende zweite Generation überwintert.

Wirtspflanzen

  • Barbarea, Brassica oleracea, Brassica napus, Sinapsis alba

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Chinakohlanbau in Gewnanne mit wenig blühenden Wirtspflanzen.
  • Zuflug genau beobachten und Schadschwell ebedenken.
  • Zuflug wohl erst bei 15°C oder wärmer.
  • Wenn nötig, Insektizideinsatz mit zugelassenen Mitteln.
  • Zur Blütezeit ist bes. auf den Bieneschutz zu achten

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Raupenfraß (Mamestra, Pieries, Plutella)

Kohlweißling Raupen

Die Raupen verschiedener Falterarten können dne Chinakohl stark schädigen. Neben dem Fraßschaden kann auch der Raupenkot Probeme bereiten.

Schadbild und Beschreibung

  • Folgene Arten sind bes. oft anzutreffen.
  • Großer Kohlweißling (Pieris brassicae).
  • Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae.
  • Kohlleulen (Mamestra brassicae).
  • Kohlmotten (Plutella xylostella.
  • Alle schädigen durch den Fraß der Raupen.
  • Insbesondere beim Auftreten der Kohleulen ist mit einer Kotverschmutzung des Erntegutes zu rechnen.
  • Die Schmetterlingsarten haben jeweils ihre speziellen Zeiten der Eiablage.
  • Es können pro Jahr mehrere Generationen vorkommen.

Wirtspflanzen

  • Insbesondere alle Kreuzblütler Arten.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Parzellen wählen, die nicht mit den Puppen der Schädlinge bestückt sind.
  • Nützlingspopulationen befördern.
  • Bei Befallsverdacht rechtzeitig Insektenschutznetzte auflegen.
  • Mit zugelassenen Insektiziden bekämpfen.
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.

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Kohlrübenblattwespe (Athalia rosae)

Kohlrübenblattwespen Schaden an Chinakohl
  • Die Raupen der Kohlrübenblattwespe sind ein gefährlicher Schädling des Chinakohls.

Schadbild und Beschreibung

  • Athalia rosae ist eine Pflanzenwespe aus der Familie der Blattwespen
  • Die Raupen fressen an den Blättern des Chinakohls
  • In wenigen Tagen können sie einen enormen Schaden anrichten.
  • Die Wespen sind etwa 6-8 mm groß
  • Im Gegensatz zu den normalen Wespen haben sie 10-gliedrige, zum ende hin verdickte Fühler.
  • Die Wespen fliegen etwa von Mai bis Oktober.
  • Man findet die Wespen vor allem auf den Blüten von Doldenblütler.
  • Die Larven werden bis zu 17 mm lnag. Ihre Farbe wechselt von graungrün zu schwärzlich.
  • Die Larvengestalt enspricht der Form einer Afterraupe.
  • Die Larve fressen täglich etwa die Masse ihres Anfangskörpergewichtes an Blattgewebe

Wirtspflanzen

  • Armoracia rusticana, Brassica napus, Brassica oleracea, Raphanus sativus, Sinapis alba

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Ständige Kontrolle der Bestände ist nötig
  • Warndienste der amtlichen und privaten Beratungsdienste nutzen.
  • Insekten Schutznetzte können helfen
  • Eine Raupenbekämpfung ist mit zugelassenen INsektiziden möglich
  • Nützlingsschonende Insektizide bevorzugen.

Weitere Infos

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Siehe auch in Hortipendium


Quellen

  • Artikelautor: Josef Schlaghecken
  • Schlaghecken Josef, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Josef Schlaghecken (2017): Rund um das Saatgut: Chinakohl. In: Zeitschrift "Gemüse". 53. Nr. 11. Seite 41-42. 


Weblinks