Chicorée im Hausgarten

Aus Hortipendium
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Chicorée ist ein Bleichgemüse, welches im Produktionsgartenbau in großen Treibereien in völliger Dunkelheit angezogen wird. Der botanische Name Cichorium intybus var. foliosum beschreibt ebenso die Gemüsearten Zuckerhut und Radicchio. Hinsichtlich der Fruchtfolge ist zu beachten, Chicorée nicht nach sich selbst anzubauen. Eine Anbaupause von 3 bis 4 Jahren ist günstig. Günstige Mischkulturen sind Tomaten, Stangenbohnen, Kopfsalat, Möhren und Fenchel.

Standort

Chicorée stellt an den Standort keine besonderen Ansprüche. Zu nasse und zu trockene Standorte sind für den Anbau ungeeignet. Der Boden sollte tiefgründig und steinfrei sein und keine Verdichtungen aufweisen, die die Wurzelausbildung behindern. Mittelschwere, humose Böden sind gut geeignet.

Kultur

Die Chicorée-Kultur umfasst zwei Bearbeitungsschritte. Dazu zählt erstens die Anzucht im Freiland im Gemüsegarten und dann folgend die Treiberei in einem dunklen Raum.

Im Freiland

Ab Mitte Mai werden die Samen in einem Abstand von 40 cm an einem trockenen Standort mit ausreichend Bodenfeuchtigkeit augesät. Die Saattiefe liegt zwischen 2 bis 3 cm. Chicorée bevorzugt tiefgründigen, nährstoffreichen Boden in einem warm, feuchten Klima.

Etwa 4 Wochen nach der Aussaat werden die Pflanzen in der Reihe auf 10 cm vereinzelt (Reihenabstand 30 cm, in der Reihe 10 cm). Für eine gleichmäßige und gute Rübenausbildung ist auf eine gleichbleibende Feuchtigkeit zu achten. Trockenheit wirkt sich negativ auf die Rübenbildung aus.

Nach 18 bis 20 Wochen Wachstum im Freiland (Mitte September) werden die 3 bis 6 cm dicken Rüben geerntet. Die Rüben sollten für die spätere Treiberei möglichst gleichmäßig geformt sein. Der Blattschopf wird 4 cm über der Rübe abgeschnitten. Das Herz (fingerdicke Knospe) muss unverletzt bleiben. Anstatt die Blätter abzschneiden können diese auch rund um die fingerdicke Knospe ausgebrochen werden. Die Rüben werden vorerst für die Treiberei zusammen mit dem Wurzelgemüse eingelagert.

Im Treibraum

Für die Treiberei sind Temperaturen zwischen 12 und 18 °C sowie völlige Dunkelheit notwendig. Für den privaten Gebrauch hat sich das Antreiben ohne eine komplette Erdabdeckung bewährt. Anstelle der Erde wird eine lichtundurchlässige Folie (z.B. Mulchfolie) verwendet.

Die Rüben werden Kopf an Kopf in einen Eimer oder einen festen Kunststoffbeutel gestellt, das Gefäß bis zu einem Viertel mit Erde gefüllt und die Erde gut befeuchtet. Die Schoßtriebe dürfen beim Einfüllen des Wassers nicht naß werden. Nun wird die lichtundurchlässige Folie aufgelegt.

Ernte

Nach 3 bis 5 Wochen können die ausgewachsenen, aber noch fest geschlossenen Sprosse von den Rüben abgeschnitten werden. Die ist in der Regel zwischen Oktober und November der Fall. Jede Rübe kann nur einmal beerntet werden.

Quellen