Buschbohne

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Buschbohne
Phaseolus vulgaris var. nanus
Linné
Buschbohnen Hülsen Schlaghecken.jpg
Buschbohnen erntereif
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung Schmetterlingsblütenartige
Fabales
Familie Hülsenfrüchtler
Fabaceae
Gattung Bohne
Phaseolus

Die Buschbohne (Phaseolus vulgaris var. nanus) gehört in die Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Wie die Stangenbohne zählt sie zu den Hülsenfruchtgemüsen. Sie geht aus den lateinamerikanischen Bohnenarten hervor und wird schon seit dem 16. Jahrhundert in Europa angebaut. Auf dem Markt sind die fadenlosen Buschbohnen mit einem runden oder ovalen Querschnitt sehr gefragt. Der Saatgutbedarf beträgt je nach Pflanzmethode und Sorte 70 - 120 kg/ha.
Englisch heißt die Buschbohnen Dward bean bzw. Bush bean.

Botanik

Die Buschbohne gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler bzw. Stickstoffsammler und lebt in Symbiose mit stickstoffsammelnden Bakterien. Diese leben und arbeiten in kleinen Knöllchen an den Bohnenwurzeln. Das Wurzelsystem ist weit verzweigt und dringt tief in den Boden ein. Die Buschbohne ist eine einjährige Pflanze und im Gegensatz zur Stangenbohne ist ihr Wachstum begrenzt. Die Blüten bilden sich zunächst in der Achsel des obersten Laubblattes und später endständig an den Seitentrieben. Die Temperatur ist entscheidend für Wachstum und Entwicklung. Für die Keimung muss mindestens eine Temperatur von 6 bis 8 °C vorherrschen. Die optimale Temperatur für das Wachstum der Bohnen liegt bei 22 °C. Der Fruchtansatz wird durch Selbstbestäubung gewährleistet. Temperaturen unter 10 oder über 30 °C während der Blütenbildung und des Fruchtansatzes wirken sich negativ auf Ertrag und Qualität aus.

Standort

Die Buschbohne ist recht anspruchslos und gedeiht auf allen gärtnerisch nutzbaren Böden. Ideal sind mittelschwere, gut durchlüftete, lockere Böden mit einem hohen Humusgehalt. Vor allem während der Blütenbildung und des Fruchtansatzes ist eine gute und gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit wichtig. Nässe und Bodenverdichtungen hingegen wirken sich negativ auf die Pflanzenentwicklung aus. Aufgrund der Brüchigkeit der Blätter sollten windexponierte Lagen für den Anbau vermieden werden.


Fruchtfolge

Buschbohnen eignen sich sowohl als Vor-, als auch als Nachfrüchte sehr gut, da sie viel Stickstoff und einen gut durchlüfteten, unkrautarmen Boden hinterlassen. Sie sollten jedoch nicht nach sich selbst oder anderen Leguminosen angebaut werden, da dies zu verminderten Erträgen oder Fruchtfolgeschäden führen kann. Die Kulturdauer der Buschbohne ist sehr kurz und ermöglicht deshalb den Anbau von Vorfrüchten wie Salat und Blumenkohl oder Nachfrüchten wie Spinat.


Saatgut und Keimung

TKG Korngröße 1 kg Keimfähigkeit Keimtemperatur Keimdauer Saatgutangebot
110 - 300 g sehr unterschiedlich
z.B. 7 x 14 mm
3.300 - 9.000 Korn Mindestkeimfähigkeit: 70%
Präzisionssaatgut: > 92%
20 - 24°C° bei 5°C: -- Tage
bei 12°C: 30 Tage
bei 20°C: 11 Tage
Normalsaatgut
Fungizidbehandeltes Saatgut
Insektizidbehandeltes Saatgut

Kulturmaßnahmen

Da die Wurzeln der Buschbohne tief in den Boden eindringen, empfiehlt es sich, diesen im Fall einer Verdichtung oder Verkrustung durch eine auflockernde Bodenbearbeitung im Herbst vorzubereiten. Trotz der Fähigkeit von Leguminosen Luftstickstoff zu binden, empfiehlt sich des weiteren eine zusätzliche Düngung. Hierfür eignet sich das Ausbringen von 2l Kompost oder maximal 50 g Blaukorn-Entec pro m2.
Wenn die Bodentemperatur 10 °C erreicht hat, kann ausgesät werden. Dies ist ab etwa Mitte Mai der Fall. Es sollte maximal bis Juli gesät werden, um die Gefahr von Frühfrosten zu umgehen. Durch eine zeitlich versetzte Aussaat kann außerdem eine häufigere Ernte erreicht werden. Eine Horstsaat ist empfehlenswert, es kann jedoch auch als Reihensaat gesät werden. Für die Horstsaat werden etwa 5 bis 10 Körner je Horst gelegt. Der Abstand sollte ungefähr 60 mal 25 bis 30 cm betragen. Eine Saattiefe von 2 bis 3 cm ist optimal. Anhäufeln ab einer Höhe von 15 cm empfiehlt sich, da so die Standfestigkeit verstärkt werden kann. Sehr wichtig ist eine regelmäßige und ausreichende Wasserversorgung während der Blütenbildung und des Fruchtansatzes. Des weiteren schützt das Auftragen von Mulchschichten aus Rasenschnitt vor Verunkrautung und hält den Boden feucht und warm.
Erntezeit ist von Ende Juli bis Ende September. Pro Satz liegt die mittlere Erntedauer bei 8 bis 14 Tagen. Verbleiben die Bohnen zu lange am Stock, werden sie fädig. br>


Bohnen Fotos

Ernteverfrühung

Hauptartikel: Ernteverfrühung im Freilandgemüsebau
Die Hinweise beruhen auf mehrjährigen Durchschnittswerten.
Anbaumethode Art der Bedeckung Bedeckungsdatum Abnahmetermin (spätestens) Erntebeginn ab ...
obere Bedeckung untere Bedeckung
nach Datum nach Datum
D-Saat Vlies/Folie 20. Febr. 4 Wochen 20. Mai 6 Wochen 05. Juni 05. Juli
D-Saat Vlies 01. Mai - - 5 Wochen 05. Juni 20. Juli

D-Saat = Direktsaat


Buschbohnen Unkrautbekämpfung

Beispiel Restunkräuter

Die Unkrautbekämpfung beim Anbau von Buschbohnen erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand und kostet viel Geld. Eine große Hilfe bietet in jedem Falle die optimierte Feldhygiene sowie das "Falsche-Saatbeet". Diese beiden Verfahren sind zu ergänzen mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und im konventionellen Anbau durch den Einsatz von Herbiziden.


Feldhygiene

Falsches Saatbeet

Hierbei geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dauerunkräuter möglichst schon beim ersten Auftreten ausschalten und nicht warten bis sich schon große Bestände gebildet haben. Zur Eindämmung des Samenunkräuter Drucks, diese nie Samen bilden lassen. Wird das konsequent durchgeführt, verringert sich der Unkrautdruck von Jahr zu Jahr. Nähere Infos zur Feldhygiene gibt es unter den folgenden Links.

Falsches-Saatbeet

Effekt Hackgerät

Eine sofortige, große Erleichterung bei der Unkrautbekämpfung bringt das "Falsche-Saatbeet", das auch bei den eher selten gepflanzten Bohnen von Nutzen ist. Nähere Infos zur Anwendung gibt es unter dem folgenden Link.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Beim Anbau von Buschbohnen kann eine mechanische Unkrautbekämpfung hilfreich und sinnvoll sein.

  • Besonders erfolgreich in regenarmen Regionen
  • Öfter nutzbar auf leichteren Böden, die schneller abtrocknen
  • Haupteffekt zwischen den Reihen

Herbizideinsatz

Herbizid Effekt Unkraut

In konventionell arbeitenden Betrieben ist der Einsatz bzw. die Nutzung von Herbiziden üblich. Um damit langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind die Zulassungsbedingungen zu beachten und ein ist sachgerechte Anwendung nötig. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Anwendungen innerhalb einer Fruchtfolge, um so die Selektion von nicht erfassten Unkrautarten zu verhindern. Nähere Infos zu Herbiziden und deren Einsatz gibt es unter den folgenden Links.

Link zur Indikationssuche im Gemüsebau 


Buschbohnen Pflanzenschutz

Bohnenbestände, aber auch die Trockenbohnen als Saatgut oder als Speisebohnen können von einer ganzen Reihe von Krankheiten und Schädlingen befallen werden.

Bohnenkäfer

Trockenbohnen können schnell vom Bohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus) befallen werden. Insbesondere ungeschützte Partien sind gefährdet. Die Käfer vermehren sich schnell führen durch seinen und der Larven-Fraß innerhalb weniger Wochen zu einem Totalausfall. Aus diesem Grunde, insbesonder Bohnensaatgut, aber auch Speisebohnenvorrate gut schützen und öfter auf Befall kontrollieren. Umfassende Informationen zur Biologie des Schädlings und der Befallsvermeidung siehe den Hortipendium Artikel: "Bohnenkäfer".

Weiter Probleme


Klimawandel beim Anbau von Buschbohnen beachten

  • Beim Anbau gibt es neue Herausforderungen.
  • Es gibt aber auch neue Chance.

Buschbohnen Anbau in Deutschland

Wie sich die Anbaufläche in Deutschland entwickelt hat, zeigt die folgende Tabelle. Die Anbaufläche verringerte sich von 5.726 ha im Jahre 1992 auf 3.952 ha im Jahre 2019.

Buschbohnen Anbauflächenentwicklung in Deutschland in ha
Jahr ha
1992
  
5726
1996
  
4631
2000
  
4255
2004
  
4252
2008
  
4640
2012
  
4063
2016
  
4040
2017
  
4356
2018
  
4262
2019
  
3952
Quelle: Statistisches Bundesamt


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Buschbhonen kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.


Buschbohnen Saisonkalender

Gemüse aus der Region kaufen und saisonal verzehren ist meist für den Verbraucher preislich vorteilhaft und bringt ökologische Vorteile. Die Transporte bleiben kurz und die Ware ist im Normalfall nach der Ernte schnell beim Verbraucher. In einem speziellen Saisonkalen der Gemüsearten sieht man an Hand einer großen Grafik, wann einheimische Buschbohnen, auch im Vergleich zu anderen Gemüsearten am Markt angeboten werden.


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Buschbohne
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch dward bean, bush bean
Flag of France.png Französisch haricot nain
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch fagiolo nano
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch stamboon, struikboon
Flag of Poland.svg Polnisch fasola zwykla karlowa
Flag of Russia.svg Russisch Фасоль обыкновенная, кустовая
Flag of Hungary.svg Ungarisch bokor paszulybab

siehe auch Internationale Bezeichnung Gemüsearten


Siehe auch in Hortipendium

Literatur

  • Schlaghecken Josef, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Josef Schlaghecken (2007): 145 Gemüsearten und Küchenkräuter mit Bilder und Namen in 9 Sprachen. DLR Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Hans Jessen und Helmut Schulze (1997): Botanik in Frage und Antwort. M. & H. Schaper GmbH & Co. KG. Alfeld -Hannover. ISBN 3-7944-0186-7
  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Dietrich Fritz und Werner Stolz (1989): Gemüsebau. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5132-4
  • Royal Sluis (2003): Gemüse Saatgutkatalog. Royal Sluis. Neustadt am Rübenberge. 
  • Ulrich Sachweh (1989): Der Gärtner - Baumschule, Obstbau, Samenbau, Gemüsebau. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 3-8001-1148-9
  • Joachim Ziegler und Josef Schlaghecken, DLR Rheinpfalz Ernteverfrühung mit Folie und Vlies im Freilandgemüsebau. unveröffentlicht. Neustadt an der Weinstraße. 


Weblinks