Bundzwiebel

Aus Hortipendium
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Ein Großteil der Bundzwiebeln gehören zur Gattung Allium fistulosum und damit zur Gattung Lauch. Sie wird auch Frühlings- oder Frühzwiebel, Lauchzwiebel, Jungzwiebel, Zwiebelröhrl, Zwiebelröhrchen, Röhrenlauch, Schluppenzwiebel, Schlottenzwiebel, Schnittzwiebel, Ewige Zwiebel, Winterheckenzwiebel, Winterhecke, Weiße Florentiner, Grober Schnittlauch, Jakobslauch, Johannislauch, Fleischlauch, Hohllauch, Negi oder Schnattra genannt. Die grünen Blätter der Bundzwiebel werden Schloten genannt, manchmal wird auch die ganze Bundzwiebel so bezeichnet.[1][2][3] Ein kleinerer Teil der unter dem Namen Bundzwiebeln vermarkteten Zwiebeln gehören zur Gattung Allium cepa und bilden eine normale Zwiebel, die aber weder schalenfest noch gut lagerbar sind.

Bundzwiebel
Allium fistulosum
Linné
Synonyme
Winterheckenzwiebel, Frühlingszwiebel, Schlotten, Bundzwiebel, A. altaicum, A. ceratophyllum, Cepa sissilis, C. ventricosa
Bundzwiebel.JPG
Bundzwiebeln
Systematik
Klasse Bedecktsamer
Magnoliopsida
Gruppe Monokotyledonen
Ordnung Spargelartige
Asparagales
Familie Lauchgewächse
Alliaceae
Gattung Lauch
Allium


Bundzwiebel Botanik


Saatgut und Keimung

Saatgutdaten der Zwiebeln:
TKG Korngröße 1 Gramm Keimfähigkeit Keimtemperatur Keimdauer Saatgutangebot
1,5 - 2,5 g Länge: 2,0 - 3,0 mm
Breite: 1,5 - 2,5 mm
Kalibrierung auf 0,75 mm
400 - 650 Korn Mindestkeimfähigkeit: 70%
Präzisionssaatgut: > 90%
5 - 12°C bei 5°C: 61 Tage
bei 12°C: 21 Tage
bei 20°C: 12 Tage
Normalsaatgut
Präzisionssaatgut
Insektizidbehandeltes Saatgut

Pflanzenschutz

Bundzwiebel Bestände können von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen und empfindlich geschädigt werden. Vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen sind unbedingt nötig. Ansonsten sind Totalausfälle zu befürchten.

Krankheiten:
Botrytis Blattflecken (Botrytis squamosa)
Bedeutende Pilzkrankheit. Vorallem im Frühjahr und Herbst gefährlich.
Falscher Mehltau (Peronospora destructor)
Der Falsche Zwiebelmehltau gehört zur großen Gruppe der Falschen Mehltaupilze, in der eine Vielzahl verwandter Pilzarten zusammengefasst ist, die besonders gut bei feuchtkühler Witterung - also im Frühjahr und Herbst - gedeihen. In trockenen Jahren tritt er weniger auf. Er befällt hauptsächlich Zwiebeln und Schalotten, seltener ist er an Schnittlauch oder Porree zu finden. Falsche Mehltauerkrankungen an Kopfsalat oder Gurke werden durch andere Vertreter aus dieser Gruppe verursacht. Befallene Zwiebeln stellen somit keine Gefahr für benachbarte Gemüsekulturen dar. Da alle Falschen Mehltaupilze Feuchtigkeit benötigen, kann die Krankheit in Regenperioden verstärkt auftreten. Der Schaden am Zwiebellaub zeigt sich vor allem während feuchter Witterungsphasen duch längliche, ovale grünbraune Flecken und ebenso gefärbte Blattspitzen an. Zum Teil ist auf diesen Stellen ein violettgrauer Sporenrasen zu finden. Das Zwiebellaub kann bei stärkerem Befall ganz absterben. Gelegentlich wird auch Schnittlauch von diesem Krankheitserreger befallen. Da der Pilz Dauersporen bilden kann, die über Jahre im Boden aktiv bleiben, ist eine weitgestellte Fruchtfolge empfehlenswert. Befallenes Zwiebellaub gehört aus dem selben Grund nicht auf den Kompost. Dichte Pflanzabstände schaffen ein günstiges Kleinklima für die Krankheit, so dass auf einen lockeren Pflanzenbestand zu achten ist.
Iris Yellow spot virus (IYSV)
Unregelmäßige Flecken. Neuartige Viruskrankheit. Übertragung durch Thripse. Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)
Bodenbürtige Pilzkrankheit. Weiter Fruchtfolge einplanen. Befallene Flächen meiden.
Rost (Puccinia allii)
Samtfleckenkrankheit (Cladosporium allii-cepae)

Schädlinge:
Erdraupen (Agrotis -Arten)
Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella)
Es schädigen die Raupen des Falters
Lauchminierfliege (Napomyza gymnostoma)
Da zwei Generationen möglich, Schäden im April/Mai und im Aug./Sep.
Nematoden (Ditylenchus und andere)
Zwiebeln können von verschiedenen Nematodenarten befallen werden, von denen Ditylenchus dipsaci der wirtschaftlich bedeutendste ist. Oberirdisch sichtbare Symptome sind gestörtes Wachstum bis hin zu Absterben der Pflanzen, Verdrehungen und Verformungen des Stängels können auf einen Nematodenbefall hinweisen. Nähere Details siehe unter Zwiebel: Nematodenschäden
Thripse (Thrips tabaci)
In wärmeren und trockneren Region wohl der bedeutendste Schädling.
Zwiebelfliege (Delia antiqua)
Die Maden der Fliegen schädigen in der Zwiebel.

Bundzwiebel Unkrautbekämpfung

Restunkräuter beseitigt

Die Unkrautbekämpfung beim Anbau von Bundzwiebeln erfordert einen beachtlichen Zeitaufwand und kostet viel Geld. Eine große Hilfe bietet in jedem Falle die optimierte Feldhygiene sowie das "Falsche-Saatbeet". Diese beiden Verfahren sind zu ergänzen mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und im konventionellen Anbau durch den Einsatz von Herbiziden.

Feldhygiene

Falsches Saatbeet

Hierbei geht es um vorbeugende Maßnahmen. Dauerunkräuter möglichst schon beim ersten Auftreten ausschalten und nicht warten bis sich schon große Bestände gebildet haben. Zur Eindämmung des Samenunkräuter Drucks, diese nie Samen bilden lassen. Wird das konsequent durchgeführt, verringert sich der Unkrautdruck von Jahr zu Jahr. Nähere Infos zur Feldhygiene gibt es unter den folgenden Links.

Falsches-Saatbeet

Beispiel Hackgerät

Eine sofortige, große Erleichterung bei der Unkrautbekämpfung bringt das "Falsche-Saatbeet". Nähere Infos zur Anwendung gibt es unter dem folgenden Link.

Mechanische Unkrautbekämpfung

In bestimmten Fällen kann eine mechanische Unkrautbekämpfung hilfreich und sinnvoll sein.

  • Besonders erfolgreich in regenarmen Regionen
  • Öfter nutzbar auf leichteren Böden, die schneller abtrocknen
  • Bei Bundzwiebel zwischen den Reihen nutzbar

Herbizideinsatz

Herbizid Effekt Unkraut

In konventionell arbeitenden Betrieben ist der Einsatz bzw. die Nutzung von Herbiziden üblich. Um damit langfristig erfolgreich arbeiten zu können, sind die Zulassungsbedingungen zu beachten und ein ist sachgerechte Anwendung nötig. Dazu gehört auch eine Begrenzung der Anwendungen innerhalb einer Fruchtfolge, um so die Selektion von nicht erfassten Unkrautarten zu verhindern. Nähere Infos zu Herbiziden und deren Einsatz gibt es unter den folgenden Links.

Link zur Indikationssuche im Gemüsebau 


Ernte und Vermarktung

Bundzwiebeln erntet man von Hand. In den stark spezialisierten Anbaubetrieben, vor allem in der Pfalz, sieht man oft 100 und mehr Erntekräfte, auf dem Boden knieend, bei der Arbeit.
Am Markt findet der Verbraucher die Bundzwiebeln als Bündel, meist auf ca. 35 cm Länge eingekürzt.

Bundzwiebeln Saisonkalender

Gemüse aus der Region kaufen und saisonal verzehren ist meist für den Verbraucher preislich vorteilhaft und bringt ökologische Vorteile. Die Transporte bleiben kurz und die Ware ist im Normalfall nach der Ernte schnell beim Verbraucher. In einem speziellen Saisonkalen der Gemüsearten sieht man an Hand einer großen Grafik, wann einheimische Bundzwiebeln, auch im Vergleich zu anderen Gemüsearten am Markt angeboten werden.


Wert als Nahrungsmittel

Der Verzehr von Bundzwiebeln kann einen wertvollen Betrag zur gesunden Ernährung des Menschen leisten. So empfehlen z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ und die „Deutsche Krebsgesellschaft“ im Rahmen der Kampagne „5 am Tag“, fünf Mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse zu essen.
Einen umfassenden Überblick über gesundheitliche Wirkungen von Gemüse findet man über die Internetseite „Gemüse-ist-mehr als eine Nahrungsmittel“. Hier werden Forschungsergebnisse aus der ganzen Welt in knapper, gut lesbarer Form aufgelistet und die vorbeugende Wirkung von Gemüse auf viele, meist chronische Erkrankungen dargelegt.


Bundzwiebeln Anbau in Deutschland

Wie sich die Anbauflächen von Bundzwiebeln in Deutschland entwickelt haben, zeigt die folgende Tabelle. Die Anbaufläche stieg von 1.644 ha im Jahre 2008 auf 2.269 ha im Jahre 2016

Bundzwiebeln Anbauflächenentwicklung in Deutschland in ha.
Jahr ha
2008
  
1644
2009
  
1633
2010
  
1698
2011
  
1949
2012
  
1965
2013
  
2005
2014
  
2191
2015
  
2297
2016
  
2269
2017
  
2285
2018
  
2212
Quelle: Statistisches Bundesamt


Zwiebel Saisonkalender

Gemüse aus der Region kaufen und saisonal verzehren ist meist für den Verbraucher preislich vorteilhaft und bringt ökologische Vorteile. Die Transporte bleiben kurz und die Ware ist im Normalfall nach der Ernte schnell beim Verbraucher. In einem speziellen Saisonkalen der Gemüsearten sieht man an Hand einer großen Grafik, wann einheimische Zwiebeln, auch im Vergleich zu anderen Gemüsearten, am Markt angeboten wird.


Internationale Bezeichnung

Flag of Germany.svg Deutsch Winterzwiebel, Winterheckenzwiebel, Röhrenlauch, Frühlingszwiebel, Bundzwiebel
Flag of the United Kingdom (1801).png Englisch welsh onion, japanese bunching onion, spring onion, japan leek
Flag of Bulgaria.png Bulgarisch zimen luk
Flag of China.png Chinesisch (Mandarin) tsung, kiai, kiai-pe
Flag of Denmark (WFB 2004).gif Dänisch pibelog
Flag of Finland.png Finnisch talvispuli
Flag of France.png Französisch ciboule, ail fistuleux
Flag of India.png Indisch bawang daoen
Flag of Italy (1946–2003).png Italienisch cipollotto
Japan flag - variant.png Japanisch rakkyo, negi
Flag of the Netherlands.svg Niederländisch bosui, stengelui
Flag of Norway.svg Norwegisch piplok
Flag of Poland.svg Polnisch siedmiolatka
Flag of Portugal.svg Portugisisch cebolinha commun
Flag of Romania.svg Rumänisch ceapa de tuns
Flag of Russia.svg Russisch luk batun
Flag of Sweden.svg Schwedisch piplök
Flag of Slovakia.svg Slowakisch zimski luk
Flag of Spain.svg Spanisch cebolleta
Flag of Hungary.svg Ungarisch téli hagyma

siehe auch Internationale Bezeichnung Gemüsearten


Siehe auch in Hortipendium

Quellen

  • Georg Vogel (1996): Handbuch des speziellen Gemüsebaus. Ulmer Verlag. Stuttgart. ISBN 3-8001-5285-1
  • Royal Sluis (2003): Gemüse Saatgutkatalog. Royal Sluis. Neustadt am Rübenberge. 
  • Schlaghecken Josef, Gerhard Engl, Achim Maync, Joachim Ziegler (10/2002): Neustadter Hefte - Anbau und Sortenhinweise für den Gemüsebau 2003/2004. DRL Rheinpfalz. Neustadt an der Weinstraße. 
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold (2008): Der große Zander - Enzyklopädie der Pflanzennamen. Bd. 2 - Arten und Sorten. Verlag Eugen Ulmer. Stuttgart. ISBN 978-3-8001-5406-7


Einzelnachweise

  1. K.F. Dobel, Synonymisches Wörterbuch der in der Arzneikunde und im Handel vorkommenden Gewächse, 1830, S. 11-12.
  2. J. Becker-Dillingen, Handbuch des gesamten Gemüsebaues, einschliesslich der Küchenkräuter., 6. Auflage, P. Parey, 1956, S. 686.
  3. J. Becker-Dillingen, Handbuch des gesamten Gemüsebaues,5. Auflage, Verlag Paul Parey, 1950, S. 802-804


Weblinks