Buchsbaum Schadbilder

Aus Hortipendium
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An Buchsbaum (Buxus) gibt es unterschiedliche Schaderreger und Krankheiten. Einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen an Buchsbaum insbesondere der Buchsbaumzünsler und das Buchsbaumsterben durch die Erreger Cylindrocladium buxicola und Volutella buxi.

Häufig auftretende Schadbilder

Cylindrocladium buxicola - Triebsterben

Das Triebsterben (Cylindrocladium buxicola) an Buchsbaum zeigt im Anfangsstadium als Schadbild graubraune bis orangebraune Blattflecken mit einem weißen Sporenbelag auf der Blattunterseite. Die befallenen Blätter fallen im weiteren Krankheitsverlauf ab während an den Trieben erste schwarze Striche zu erkennen sind. Im Endstadium der Krankheit sterben die befallenen Trieben ab.

Der Krankheitserreger kann über Wind, Wasser und beispielsweise Schnittwerkzeuge verbreitet bzw. verschleppt werden. Das Wachstum des Erregers beginnt bereits ab 5° C. Optimale Temperaturen liegen bei 25° C. Eingestellt wird das Wachstum bei einer Obergrenze von 30° C.

Da der Krankheitserreger zur Infektion auf Blattnässe angewiesen ist, sollte an den oberidischen Pflanzenteilen nach Möglichkeit lang anhaltende Blattnässe vermieden werden (5-7 Stunden Blattnässe). Treten befallene Pflanzen im Kulturbestand auf, sind diese Pflanzen zu vernichten (NICHT kompostieren). Das Falllaub der infizierten Blätter ist ebenfalls aus der Anlage zu entfernen, da auf diesen Blättern Dauersporen gebildet werden, von denen neue Infektionen ausgehen. Bei Pflanzungen im Freiland kann ein starker Rückschnitt der befallenen Pflanzen ein Absterben der Pflanzen verhindern. Auch hier ist es wichtig, den Rückschnitt vollständig zu entsorgen, keine Pflanzenreste in der Anlage zu belassen und das Schnittgut nicht zu kompostieren. Treten in der Anlage erneut Symptome an der zurückgeschnittenen Pflanze auf, sollte die Pflanze gerodet werden, um ein Übergriff der Krankheit auf die angrenzenden Pflanzen zu verhindern. Nach dem Schnitt ist eine Desinfektion der Schnittwerkzeuge eine präventive Maßnahme, um die Krankheit nicht auf gesunde Pflanzen zu übertragen. Weitere Informationen dazu auf der Seite Cylindrocladium buxicola.

Volutella buxi - Buchsbaumkrebs

Der Buchsbaumkrebs Volutella buxi bzw. das Volutella-Zweigsterben an Buchsbaum zeigt als Schadbild verdrehte und anliegende Blätter die sich verbräunen und abfallen. Typisch für eine Infektion mit Volutella buxi ist das Eintrocknen ganzer Zweige und die Bildung von rosafarbenen Pusteln auf den Blättern.

Die Infektionen innerhalb der Kultur bzw. der Gartenanlage erfolgen hauptsächlich durch Infektionen von befallenen Falllaub. Geschwächte Pflanzen sind besonders anfällig für eine Infektion mit Volutella buxi, was in der Regel auf einen falschen pH-Wert, Trockenstress, Staunässe oder Nährstoffmangel zurück zu führen ist. Um eine Ausbreitung zu verhindern und den Befall an kranken Pflanzen zu bekämpfen, sollten die Zweige der befallenen Pflanzen bis in die gesunden Triebteile zurück geschnitten werden. Alle erkrankten Pflanzenteile, inklusive des Falllaubes, sind nach Möglichkeit aus der Kultur bzw. Anlage zu entfernen.

Cydalima perspectalis - Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler ist seit dem Jahr 2012 in Deutschland nachgewiesen und ist insbesondere in Süddeutschen Regionen zu einem gefürchteten Schaderreger an Buchsbaum geworden. Der Buchsbaumzünsler ist ein Schmetterling, dessen Larven die Blätter und Triebe von Buchsbaum fressen. Dieser Fraß kann, je nach Befallsgrad, ganze Buchsbaumbestände vernichten bzw. ruinieren. Der Befall eines Bestandes wird in der Regel erst erkannt, wenn bereits erste Schäden sichtbar werden. Weitere Infos auf der Seite Buchsbaumzünsler.

Psylla buxi - Buchsbaumblattfloh

Der Buchsbaumblattfloh (Psylla buxi) oder auch Buchsbaumblattsauger ist ein saugendes Insekt der in Buchsbaumbeständen ab Mai mit dem Austrieb der Pflanzen auftritt. Die Eiablage erfolgt im Spätsommer auf den Pflanzen. Das typische Schadbild sind die löffelförmigen Aufwölbungen der jungen Blätter und die kohlartigen Verkrüppelungen der Triebspitzen. Ein Anzeichen für einen Befall mit Psylla buxi sind die Wachsausscheidungen (klebrige Blätter) auf denen sich Rußtaupilze bilden (schwarze Belag). Im frühen Stadium (Mai/Juni) reicht zur Bekämpfung ein Rückschnitt aus. Weitere Infos auf der Seite Buchsbaumblattfloh.

Eurytetranychus buxi - Buchsbaumspinnmilbe

Die Buchsbaumspinnmilbe ist erst seit dem Jahr 2000 in Deutschland als Schädling an Buchsbaum bekannt. Da die Spinnmilbe trocken-warme Klimate bevorzugt, ist sie im Freiland meist nur in sehr heißen Sommer ein Problemschädling. In normalen Jahren ist die Spinnmilbe gut durch natürlich vorkommende Gegner, den Raubmilben, zu kontrollieren. Das typische Schadbild sind die zuerst streifigen Aufhellungen der Blätter die später deutliche Blattsprenkelungen aufweisen. Bei sehr starkem Befall sind die Zweige von Spinnfäden umschlossen. Bei stärkerem Befall weist ein Blattfall unter den Pflanzen auf einen Befall hin. Lesen Sie mehr zum Thema Spinnmilben.

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Monarthropalpus buxi - Buchsbaumgallmücke

Wie beim Buchsbaumzünsler treten auch bei der Buchsbaumgallmücke die Larven als Schädling an den Buchsbaumpflanzen auf. Die Larven entwickeln sich in den Buchsbaumblättern, wodurch eine Bekämpfung sehr schwierig ist. Ein Befall wird in der Regel erst im August/September deutlich, wenn blattoberseits gelbe Flecken entstehen und auf der Blattunterseite blasige Aufwölbungen hervortreten. Bei einem mäßigen Befall reicht ein Rückschnitt im Frühjahr, bevor die Mücken im Mai/Juni schlüpfen und mit der Eiablage beginnen. Bei starkem Befall kann es zu einem Blattfall ab wodurch ganze Triebe vertrocken können.

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Aceria unguiculata - Triebspitzengallmilbe

Die Triebspitzengallmilbe Aceria unguiculata verursacht an Buchsbaum eine deutliche Blattdeformation durch gekräuselte und blasenförmige Auftreibungen der Blätter an den Triebspitzen. Diese Deformationen werden durch die Saugtätigkeit der Weichhautmilben verursacht. Die Knospen der Triebe können sich durch das Saugen zu Gallen umbilden, was ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zu einem Befall mit Eriophyes canestrinii ist. Bei einem starkem Befall kann es sogar zu einem Absterben der Triebspitzen kommen.

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Weitere Krankheiten und Schädlinge

  • Puccinia buxi - Buchsbaumrost: braune Rotpusteln auf beiden Blattseiten
  • Eriophyes buxi - Buchsbaumgallmilbe: Blüten- und Blattdeformationen
  • Aphis fabae - Schwarze Bohnenlaus: Deformationen an jungen Blättern, schwarze Blattläuse an jungen Trieben
  • Schmier- und Schildläuse: Ahornschmierlaus (Phenacoccus aceris), Gemeine Napfschildlaus (Eulecanium corni), Kommaschildlaus (Lepidosaphes ulmi)
  • Phyllactinia guttata - Echter Mehltau: weißer Sporenbelag an der Blattunterseite
  • Phytophthora-Arten - Wurzelfäulen: Wurzeln faulen (insbesondere bei Jungpflanzen), ganze Triebe sterben an
  • Pratylenchus-Arten, Meleidogyne-Arten - Nematoden: Wurzelgallenälchen (Meleidogyne-Arten) verusachen knotenartige Anschwellungen, Pratylenchus-Arten verursachen Wurzelverbräunungen an den Wurzeln, bronzefarbies Laub (Degeneration durch den Wurzelbefall)


Pflanzenernährung

Stickstoffmangel

Häufig nehmen die Blätter des Buchsbaumes in der kühlen Jahreszeit eine orangene Färbung an. Die Färbung weist auf eine Unterernährung mit Stickstoff hin.


Quelle