Grauschimmel

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Grauschimmel
Botrytis cinerea
Botrytis Primula.jpg
Botrytis an Primula vulgaris
Systematik
Abteilung Schlauchpilze
Ascomycota
Unterabteilung Echte Schlauchpilze
Pezizomycotina
Klasse Leotiomycetes
Ordnung Helotiales
Familie Sclerotiniaceae
Gattung Botryotinia
Hauptfruchtform Botryotinia

Der Grauschimmel (Botrytis cinerea) ist eine weit verbreitete Schaderreger. Er kann Gemüse, Obst, Weinreben und Zierpflanzen befallen. Charakteristisch für den Befall ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Früchten, bzw. Pflanzenteilen.

Inhaltsverzeichnis

Lebensweise

Botrytis ist in hohem Maße von der Luftfeuchtigkeit abhängig, seine Sporen sind allgegenwärtig und können längere Zeit auf Pflanzen lagern, bis die geeignete Luftfeuchte eine Infektion ermöglicht. Der Pilz befällt alle oberirdischen Pflanzenteile und bildet darauf massenhaft Konidien, die durch Luftbewegung verteilt werden. In manchen Fällen wächst der Pilz im Stängel und ist nur an einer braunen Verfärbung zu erkennen. Wenn die Sporen auswachsen, ist das Gewebe meistens schon zerstört. Begünstigt wird eine Infektion, wenn die Pflanze unter Stress steht, z.B. durch Überdüngung, Lichtmangel, engen Stand, Verletzungen und hohe Ozongehalte der Luft.

Klimavoraussetzungen:
Hohe Luftfeuchtigkeit (>85 %), wenig Luftbewegung und Temperaturen ab 3° C reichen Botrytis für eine Infektion, das Optimum liegt bei 22-25° C. Bei Luftfeuchte 93 % und Temperaturen von 10-20° C kann Botrytis die Pflanze in 20-30 Sekunden infizieren.

Übertragung/Verbreitung:
Die Übertragung erfolgt durch Luftbewegung und Spritzwasser. Die Hauptinfektion der Früchte erfolgt über die Blüte. Bei Erdbeeren geht die Infektion von abgestorbenen Blattstielen, bzw. mumifizierten Früchten aus, woran der Pilz in Form der Sklerotien überwintert.

Überdauerung:
Botrytis kann auf totem Pflanzenmaterial leben und sich darauf vermehren. Unter ungünstigen Bedingungen kann der Pilz zur Überdauerung Sklerotien bilden, diese sind im Durchmesser 2-5 mm groß. Im Frühjahr werden hieraus Sporen entlassen, welche mit Wind und Regen verbreitet werden. Eine Infektion erfolgt nur dann, wenn das Gewebe geschwächt oder tot ist (z.B. abgestorbene Blattstiele).

Wirtspflanzenkreis

Bekämpfung

Die Bekämpfung der Grauschimmelfäule sollte in erster Linie durch Kulturmaßnahmen erfolgen. Zu dichte Pflanzenbestände trocknen schlecht ab und sind daher besonders gefährdet. Gleiches gilt für sehr mastige Pflanzen.
In manchen Fällen ist jedoch auch eine chemische Bekämpfung notwendig. Diese sollte bei anhaltend feuchter Witterung erfolgen. Die Spritzabstände sollten 8 bis 10 Tage betragen. Die Spritzungen müssen im Zeitraum zwischen Blühbeginn bis kurz vor der Ernte erfolgen.
Indikationszulassung für Beerenobst

Indikationszulassung für Steinobst

Indikationszulassung für Kernobst

Indikationszulassung für Gemüse


Quellen

Bürki, Frutschi und Schloz: Pflanzenschutz an Zier- und Nutzpflanzen. Bernhard Thalacker, Braunschweig 1989, ISBN 3-87815-031-8.


Weblinks

http://www.gartenakademie.rlp.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Grauschimmelf%C3%A4ule
http://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_Pilze

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