Bodenansprüche, Bodenpflege und Nährstoffversorgung von Blumenkohl
Aus Hortipendium
Blumenkohl stellt hohe Ansprüche an den Boden bzw. die Bodenfruchtbarkeit. Beim Anbau entsteht in kurzer Zeit ein sehr großer Aufwuchs, so dass eine enorme Menge an Nährstoffen bereitstehen muss.
Feldauswahl
Blumenkohl bevorzugt tiefgründige, schwerere Böden mit einem hohen bis sehr hohen pH-Wert. Ideal sind Lehm- und Lößböden. Auf Grund des hohen N-Bedarfs und der nicht vorhandenen Nitratprobleme im Ernteprodukt sind Böden mit hohem Humusgehalt ideal. Nur in einer üppig gewachsenen Pflanze kann sich die vom Markt bevorzugte 6er-Kopfgröße gut entwickeln. Flächen mit Bodensenken und Wasserstau sind zu vermeiden. Anbau auf Sandböden ist bei optimierter Düngung und guter Bewässerung auch möglich, jedoch viel aufwendiger.
Fruchtfolge
Grundsätzlich ist Blumenkohl gut selbstverträglich. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es langfristig zu einer Reihe von bodenbürtigen Problemen kommen kann. In erster Linie sind Kohlhernie, Xanthomonas und Verticillium zu nennen. Wer langfristig Blumenkohl anbauen will, sollte eine möglichst weite Kreuzblütler-Fruchtfolge einhalten. Jährlich Kreuzblütler auf einer Fläche anzubauen ist langfristig riskant. Gute Blumenkohlvorfrüchte sollten keine der aktuellen Blumenkohlkrankheiten fördern und möglichst viel organische Masse hinterlassen. Vorteilhaft erscheinen Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide, Mais und Gründüngungsarten wie Futterhirse, Phacelia und Kleegrasgemische.
Bodendurchwurzelung
Das Wurzelsystem des Blumenkohls ist gekennzeichnet durch seine Pfahlwurzelbildung, die jedoch bei der üblichen Pflanzmethode verhindert wird. Johne E. Weaver und Williame Bruner von der University of Nebraska untersuchten die Details der Wurzelbildung (siehe Abbildung). Sie pflanzten ihren Versuch am 19.April im Gartenland der Universität von Nebraska in den USA. Man untersuchte die Wurzelbildung 21, 57 und 91 Tage nach der Pflanzung. Zur Ernte hatte die abgebildete Pflanze 17 Hauptwurzeln mit einem Durchmesser von 3-10 mm. Vom Strunk aus gesehen entwickelten sich die Wurzel bis zu einer Entfernung von 30 cm und durchwurzelten damit eine Kreisfläche von 60 cm. Wie sich die Bodendurchwurzelung im Laufe der Kulturzeit in tiefere Bodenschichten entwickelte, zeigt die folgende Tabelle.
Obwohl durch die Pflanzkultur die natürliche Pfahlwurzelbildung gestört war, fand man die tiefsten Wurzeln in einer Tiefe von 137 cm. Das prächtige Wurzelbild des Versuches auf Gartenland ist im deutschen Anbau vermutlich nicht überall üblich. Durch die Ernte bei oft zu nassem Boden sowie dem Einsatz des Pfluges sind im Gemüsebau gewisse Bodenverdichtungen, weit verbreitet. Die Bodendurchwurzelung ist deshalb vermutlich in der Praxis oft weniger ideal als in der amerikanischen Untersuchung dargestellt.
Langjährige Beobachtung zeigen, dass im deutschen Blumenkohlanbau mit 9 Wochen Kulturzeit im Sommer, in den ersten 5 Wochen vorwiegend nur die erste Bodenschicht (0-30 cm) genutzt wird. Gegen Ende der Kultur wird dann meist auch die zweite Bodenschicht (30-60) durchwurzelt.
Da bekanntlich die Kultursicherheit mit jedem cm tieferer Bodendurchwurzelung besser wird, sollte bei der Feldauswahl und Bodenpflege auf eine möglichst tiefe Durchwurzelung achten. Auf jeden Fall ist vorteilhaft seine benutzten Böden genau zu kennen und immer wieder die übliche Durchwurzelung zu prüfen bzw. begutachten. Zeigen sich Durchwurzelungsstörungen, so kann frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.
| Blumenkohl: Geschätzte Wurzelanteile (in% )in den einzelnen Bodenschicht, unter Berücksichtigung des Wurzelbildes von Weaver und Bruner | |||
| Pflanzung: 19.April | 1. Beurteilung am 10. Mai | 2. Beurteilung am 15. Juni | 3. Beurteilung am 19. Juli |
|---|---|---|---|
| Bodenschichten | Nach 3 Wochen (21 Tagen) | Nach 8 Wochen (57 Tagen) | Nach 13 Wochen (91 Tagen) |
| 0-30 cm | 95% | 80% | 50% |
| 30-60 cm | 5% | 18% | 30% |
| 60-90 cm | 0% | 2% | 15% |
| 90-120 cm | 0% | 4% | |
| 120-150 cm | 1% | ||
| Summe | 100% | 100% | 100% |
Humusversorgung und Humusbilanz
Eine gute Humusversorgung ist die Grundlage jeder Bodenfruchtbarkeit und insbesondere beim Anbau von Blumenkohl vorteilhaft. Dauerhumus sichert dabei die Bodengare und verbessert die Wasser- sowie Nährstoffhaltekraft. Nährhumus aus Ernterückständen oder Gründüngung ernährt und fördert das Bodenleben. Dabei werden auch eine ganze Reihe von meist notwendigen Nährstoffen freigesetzt.
Mit welchen Aufwuchsmengen, Feldabfuhren (Ernte) und Ernterückständen man es beim Anbau von Blumenkohl zu tun hat, zeigt die folgende Bilderreihe. Für die Erhaltung oder sogar Verbesserung der Humusversorgung und Bodenfruchtbarkeit kann das beachtliche Wurzelwerk sowie die enormen Ernterückstände einen Beitrag leisten.
| Blumenkohl: Aufwuchs, Feldabfuhr und Erntereste | ||
| Der gesamte Aufwuchs | Ernte = Feldabfuhr | Erntereste |
|---|---|---|
| 1.000 dt/ha müssen ernährt werden | 600 dt/ha gehen vom Feld | 400 dt/ha bleiben auf dem Feld |
Geht es um die Frage nach einer Humusbilanz und einer diesbezüglichen Beurteilung eines intensiven Blumenkohlanbaus, so kann die folgende Berechnung Klarheit schaffen. Maßstab bei der Berechnung ist die Menge an organischer Trockensubstanz, die 1 Jahr nach der Einarbeitung z.B. von Ernterückständen oder einer Gründüngung noch im Boden vorhanden ist. Um sie von der Gesamtmenge an organischer Trockensubstanz zu unterscheiden, wird sie hier als Dauerhumus, gemessen als organische Trockenmasse (TM) bezeichnet.
| Humusbilanz beim Anbau von Blumenkohl | |||
| Humuszufuhr durch | Frischmasse (FM) | Organische Trockensubstanz (TS) | Dauerhumus als Trockenmasse (TM) pro 1 Kultur |
|---|---|---|---|
| Ernterückstände 1 x Blumenkohl | 600 dt/Frischmasse je ha | 40 dt TS/ha | ergibt 11 dt TM/ha |
| Topfsubstrat: 4 cm EPT | 5 dt TM /ha | ergibt 4 dt TM/ha | |
| Humusabbau durch | Dauerhumus in TM | Anteil bei 2 Kulturen pro Jahr | Dauerhumus (TM) pro Kultur |
| 2 x Hackfruchtanbau pro Jahr | 30 dt TM/ha | 50 % für 1 x Blumenkohl | ergibt 15 dt TM/ha |
| Dauerhumus-Bilanz pro 1 Blumenkohlkultur | +/- 0 dt TM/ha | ||
Bewertet man die obige Humusbilanz, so ist festzustellen, dass sich beim Anbau von Blumenkohl ausgeglichene Humusbilanz ergibt. Zufuhr und Abbau gleichen sich auf Grund der riesigen an Ernterückständen sowie der Humuszufuhr über die Topfpflanzen aus.
- Humuszufuhr:
Vor allem bei Böden mit niedrigem Humusgehalt empfiehlt es sich, diesen zu erhöhen. Je nach Region ist dafür Stallmist, Kompost oder eine Gründüngung interessant. Im Ökoanbau hat sich der einer ganzjährigen Kleegrasmischung bewährt.
- Ernterückstände:
Mit rund 600 dt/ha Ernterückständen bei Blumenkohl wird die Bodenfruchtbarkeit bzw. das Bodenleben enorm gefördert. Ein weiterer wertvoller Rohstoff ist der darin enthaltene Stickstoff von rund 200 kg N/ha. Während der Vegetationszeit von Mai bis September können frisch eingearbeitete Ernterückstände von Gemüsekulturen etwa 70% ihres N-Gehaltes in rund 8 Wochen freisetzen. Diese N-Menge ist unbedingt bei der Planung der Folgekultur zu berücksichtigen. Um N-Verluste zu vermeiden, sollte nach einem Blumenkohlanbau möglichst der Anbau eines Tiefwurzlers folgen. Dies ist besonders nach den Herbstsätzen vorteilhaft.
pH-Wert und Kalkversorgung
Für eine gute Bodenfruchtbarkeit muß ein, der Bodenart entsprechende, pH-Wert vorliegen und eine ausreichend Kalk vorhanden sein. In der folgendne Tabelle befinden sich die anzustrebenden pH-Werte.
| pH-Werte (CaCl2-Methode) | ||||
| Bodenart | Sand | Lehmiger Sand | Sandiger Lehm | Lehm, Schluff, Schwach toniger Schluff, Toniger Schluff |
|---|---|---|---|---|
| pH-Wert | 5,8 - 6,0 | 6,0 - 6,5 | 6,5 - 7,0 | 7,0 - 7,5 |
Bei pH-Wert-Unterschreitungen von 0,2 bis 0,5 Einheiten genügen pauschale Erhaltungskalkungen mit 5-10 dt CaO je ha jährlich, die man als Kohlensauren Kalk, Branntkalk oder ähnlich verabreichen sollte. Bei deutlich niedrigeren pH-Werten bedarf es größerer Kalkmengen, die z.B. mit einem Bodenlabor abzustimmen sind. Auch mit dem Einsatz von Kalkstickstoff läßt sich der Bedarf an CaO decken. Der pH-Wert sowie die Kalkzufuhr haben auch einen großen Einfluß auf das Auftreten von Kohlhernie. Vor Anbaubeginn sollte der pH-Wert des Bodens deshalb optimiert worden sein. Zur Bekämpfung von Kohlhernie ist die Verwendung von 40-80 dt/ha Branntkalk geeignet. Den Dünger auf trockenem Boden ausbringen und gut einmischen. Sobald Feuchtigkeit dazu kommt ist die Ätzphase vorbei und Feldbestellung bzw. Pflanzung ist möglich.
Datenbasis für die Nährstoffversorgung
Zur Optimierung der Nährstoffversorgung beim Anbau von Blumenkohl ist es notwendig, die im Bestand enthaltenen Nährstoffe zu berücksichtigen. Wie viele Nährsoffe werden für den Aufwuchs benötigt, welche Nährstoffmengen gehen mit der Ernte (Feldabfuhr) verloren, welche bleiben mit den Ernterückständen auf dem Feld und gehen so zurück in den Nährstoffkreislauf?
| Blumenkohl: Die Nährstoffmengen pro Hektar dienen als Datenbasis | ||||||||||
| Üblicher Anbau | Frischmasse | N-Gehalt | N | P2O5 | K2O | MgO | S | B | Mn | Mo |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einheit | dt/ha | Promille | kg/ha | kg/ha | kg/ha | kg/ha | kg/ha | g/ha | g/ha | g/ha |
| Aufwuchs | 1.000 | 3,2 | 320 | 110 | 400 | 25 | 80 | 500 | 1.000 | 20 |
| Feldabfuhr | 400 | 2,8 | 110 | 40 | 145 | 10 | 20 | 200 | 400 | 8 |
| Ernterückstände | 600 | 3,4 | 210 | 70 | 255 | 15 | 60 | 300 | 600 | 12 |
Berechnung des Nährstoffbedarfs für P2O5, K2O, MgO und B
Die Versorgung der Gemüsekulturen wie z.B. Blumenkohl Mit Phosphor (P2O5), Kali (K2O), Magnesium (Mg) und Bor (B) erfolgt unter Berücksichtigung der Bodenversorgung sowie der mit der Ernte abgefahrenen Nährstoffmengen.
Die Ermittlung der zu düngenden Nährstoffemngen erfolgt in drei Schritten: a) Bodenanalyse mit Feststellung der Bodenart b) Ablesen der Nährstoffgehaltsklasse an Hand der Bodenanalysenergebnisse c) Ermittlung des zu düngenden Nährstoffbedarfs
- Feststellung der Bodenart: Die in der Praxis vorkommenden Bodenarten haben sehr unterschiedliche Eigenschaften wie z.B. Anteil Sand bzw. Nährstoffhaltekraft. Aus diesem Grunde hat man auch unterschiedliche Nährstoffgehaltsklassen festgelegt. Hierbei berücksichtigt man "leichte", "mittelschwere" und "schwere" Böden
- leicht: Sand (S) und schwach lehmiger Sand (l´S)
- mittel: stark lehmiger Sand (lS), sandiger Lehm (sL) und schluffiger Lehm (uL)
- schwer: schwach toniger Lehm (t´L), toniger Lehm (tL), lehmiger Ton (lT), Ton (T) und Moorboden (Mo)
- leicht: Sand (S) und schwach lehmiger Sand (l´S)
- Ermittlung der Nährstoffgehaltsklasse an Hand der Bodenanalysenergebnisse: Hat man vom Bodenlabor die üblichen, nach den Lufamethoden ermittelten Analyseergebnisse bekommen so lassen sich mit der folgenden Tabelle die Versorgungsstufen bzw. vorliegenden Nährstoffgehaltsklassen ablesen.
| Nährstoffgehaltsklassen für Böden im Acker- und Gemüsebau | ||||||||||
| Die Nährstoffgehaltsklassen (mg/100g Boden bei Phoshor, Kali und Magnesium sowie mg/kg bei Bor) | ||||||||||
| Nährstoff | Bodenart | A | B1 | B2 | C1 | C2 (anzustrebende Werte) | C3 | D1 | D2 | E |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| P2O5 | alle | <6 | 6-8 | 9-11 | 12-13 | 14-17 | 18-20 | 21-25 | 26-30 | >30 |
| K2O | alle | <5 | 5-7 | 8-9 | 10-11 | 12-13 | 14-15 | 16-19 | 20-23 | >23 |
| K2O | mittel | <6 | 6-8 | 9-11 | 12-13 | 14-17 | 18-20 | 21-25 | 26-30 | >30 |
| K2O | schwer | <7 | 7-10 | 11-13 | 14-17 | 18-21 | 22-25 | 26-32 | 33-38 | >38 |
| MgO | leicht | <2 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7-8 | 9 | >9 |
| MgO | mittel | <3 | 3 | 4-5 | 6-7 | 8-9 | 10 | 11-13 | 14-15 | >15 |
| MgO | schwer | <4 | 4-5 | 6-7 | 8-10 | 11-12 | 13-14 | 15-18 | 19-21 | >21 |
| B | leicht | <0,2 | 0,3-0,4 | 0,5 | 0,6 | 0,7 | 0,8 | 0,9-1,0 | 1,1-1,2 | >1,2 |
| B | mittel | <0,3 | 0,4-0,5 | 0,6 | 0,7 | 0,8 | 0,9 | 1,0-1,1 | 1,2-1,3 | >1,3 |
| B | schwer | <0,4 | 0,5-0,6 | 0,7 | 0,8 | 0,9 | 1,0 | 1,0-1,2 | 1,3-1,4 | >1,4 |
- Ablesen des Nährstoffbedarfs bei P2O5, K2O, Mg und B: Entsprechend der vorliegenden Nährstoffgehaltsklasse (A-E), läßt sich mit Hilfe der folgendne Tabelle der Nährstoffbedarf ermitteln. Liegt die Versorgungsstufe C2 vor, so wird nur die mit der Ernte abgefahrende Nährstoffmenge gedüngt. Zeigt die Bodenanalyse einen erhöhten Bodengehalt eines Nährstoffs an, so reduziert sich der Nährstoffbedarf mit jeder höhren Versorgungsstufe. Liegt die Versorgungsstufe E vor, so kann ganz auf eine Düngung verzichte werden. Zeigt die Bodenanalyse eine schlechte Bodenversorgung an, so steigt mit jeder schlechteren Versorgungsstufe der Nährstoffbedarf um einen Schritt.
| Der P-K-Mg-B-Nährstoffbedarf des Blumenkohls bei unterschiedlicher Bodenversorgung (kg/ha) | ||||||||||
| Die Nährstoffgehaltsklassen (Versorgungsstufen) A-E | ||||||||||
| Nährstoff | A | B1 | B2 | C1 | C2 (anzustrebende Werte) | C3 | D1 | D2 | E | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nährstoffe | Erhöhter Nährstoffbedarf bei unterversorgten Böden | Standard-Nährstoffbedarf bei einer Feldabfuhr von 400 dt/ha | Reduzierter Nährstoffbedarf be erhöhtem Bodenvorrat | |||||||
| P2O5 | 120 | 100 | 80 | 60 | 40 | 30 | 20 | 10 | 0 | |
| K20 | 265 | 235 | 205 | 175 | 145 | 110 | 75 | 40 | 0 | |
| MgO* | 70 | 60 | 50 | 40 | 30 | 20 | 15 | 10 | 0 | |
| B | 1,6 | 1,2 | 0,8 | 0,4 | 0,2 | 0,2 | 0,1 | 0 | 0 | |
Beachte (*): Bei den Magnesium-Nährstoffmengen ist bereits ein Zuschlag von 20 kg MgO/ha für Auswaschungsverluste enthalten. Bei Sandböden kann man den Wert um weitere 20 kg MgO je ha erhöhen.
Die optimale Versorgung des Blumenkohls mit Stickstoff (N)
Stickstoff gehört zu den besonders wichtigen Nährstoffen beim Anbau von Blumenkohl. Ein Mangel hat schnell einen Etrags- un dQualitätsverlust zur Folge. Eine Überangebot an Stickstoff verschlechtert die Qualität und belastet die Umwelt auf Grund der Nitratbelastung des Grund- und Oberflächenwassers.
- Model zur Berechnung des N-Sollwertes
Der N-Sollwert gibt an, wieviel Stickstoff (N) einem Blumenkohlbestand pro Hektar angeboten werden sollte, damit ein optimalen Ertrag bei guter Qualität möglich wird.
| Ermittlung des N-Sollwertes für die Einmaldüngung zur Pflanzung | |
|---|---|
| N-Sollwertes für die Einmaldüngung zur Pflanzung' | 1 Hektar |
| N-Aufnahme durch den Aufwuchs von 1.000 dt/ha | 320 kg N |
| + N-Mindestangebot zu Kulturende | + 40 kg N |
| = N-Sollwert in der nutzbarer Bodenschicht (0-30 cm) | 320 kg N |
- Model zur Berechnung des N-Bedarfs für die Einmaldüngung bei der Pflanzung
Ist bekannt welcher N-Sollwert ein Hektar Blumenkohl benötigt, läßt sich einfach ermitteln welche N-Menge zu düngen ist. Zu diesem Zweck sollten unbedingt der aktuelle Nmin-Bodenvorrat bekannt sein. Zusätzlich kan man N-Dünger sparen, wenn man die zu erwartende N-Nachlieferung aus dem Humus sowie den Ernterückständne der letzten Kultur abschätzt und anrechnet. Wie das im Einzelnen geht, zeigt die folgende Tabelle.
| Ermittlung des N-Bedarfs | |
|---|---|
| N-Sollwert minus N-Vorräte | 1 Hektar |
| N-Sollwert zur Pflanzung (siehe vorherige Tabelle) | 360 kg N |
| - gemessener Nmin Bodenvorrat kurz vor der Pflanzung und Düngung, z.B. | - 60 kg N |
| - N-Mineralisierung, aus Humus und Ernterückständen, geschätzt, z.B. | - 24 kg N |
| = N-Bedarf (zu düngende N-Menge) | 276 kg N |
- N-Bedarfsberechnung für alle wichtigen Standard-Düngetermine vom Frühjahr bis zum Herbst
Mit Hilfe dieser Tabelle läßt sich der N-Bedarf für die verschiedensten Düngertermin bei den üblichen Anbausätzen von Frühjahr bis zum Herbst ablesen In den gewählten Beispielsrechnung wurden die in der Prxis oft vorkommenden Nmin-Mengen sowie übliche N-Mineralisierungsmengen angenommen. Es wird dringend empfohlen für den konkreten Düngusfall die aktuellen Werte zu nehmen.
| N-Bedarf für alle wichtigen Standard -Düngetermine | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ausgangsdaten | Frühsorte | Sommersorten | Winterbluko | |||||||
| mit den aktuellen Anbauterminen | --- | 3.März | 10.März | 1.April | 12.Mai | 2.Juni | 4.Juli | 1.Aug. | 10.Aug. | |
| Kulturdauer und Erntedauer (mittlere Werte der Pfalz) | Tage | 70 + 7 | 84 + 7 | 70 + 7 | 63 + 7 | 63 + 7 | 70 + 7 | 77 + 14 | 240 + 7 | |
| Wurzeltiefe zum Kulturende | cm | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 60 | |
| Aufwuchs | dt/ha | 700 | 1.000 | 1.000 | 1.000 | 1.000 | 1.000 | 1.000 | 1.000 | |
| N-Gehalt im Aufwuchs | kg N/ha | 225 | 320 | 320 | 320 | 320 | 320 | 320 | 320 | |
| N-Mindestangebot zum Ernteende | kg N/ha | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | |
| 1) Einmaldüngung (nur bei besonders tiefgründigen, gut wasserhaltefähigen Standorten) | ||||||||||
| N-Sollwert zur Pflanzung (Aufwuchs + Mindestangebot) | kg N/ha | 265 | 360 | 360 | 360 | 360 | 360 | 360 | nicht | |
| -minus gemessener Nmin-Bodenvorrat (30 bzw. 60 cm) z.B. | kg N/ha | 7 | 13 | 20 | 36 | 54 | 80 | 89 | - | |
| -minus zu erwartende N-Mineralisierung, z.B. | kg N/ha | 18 | 27 | 30 | 34 | 36 | 40 | 41 | üblich | |
| N-Bedarf zur Pflanzung (Beispiele) | kg N/ha | 240 | 320 | 310 | 290 | 270 | 240 | 230 | ||
| 2) Zweimaldüngung (Beispielrechnungen beim Standardverfahren) | ||||||||||
| N-Sollwert zur Pflanzung (hier pauschales Mindestangebot in 0-30 cm) | kg N/ha | 200 | 200 | 180 | 150 | 150 | 150 | 150 | 200 | |
| -minus gemessener Nmin-Bodenvorrat (30 bzw. 60 cm) z.B. | kg N/ha | 10 | 11 | 19 | 36 | 54 | 84 | 90 | (0-60 cm)120 | |
| -minus zu erwartende N-Mineralisierung, z.B. | kg N/ha | 4 | 9 | 11 | 14 | 16 | 16 | 20 | 30 | |
| a) N-Bedarf zur Pflanzung | kg N/ha | 180 | 180 | 150 | 100 | 80 | 50 | 40 | 50 | |
| Kopfdüngungstermine | kg N/ha | A.April | E.April | 6-Blatt | 6-Blatt | 6-Blatt | 6-Blatt | 6-Blatt | M.Febr. | |
| N-Gehalt im gesamten Aufwuchs | kg N/ha | 225 | 320 | 320 | 320 | 320 | 320 | 320 | 320 | |
| minus N-Aufnahme bis zum Kopfdüngungstermin | kg N/ha | 15 | 15 | 10 | 10 | 10 | 10 | 10 | 160 | |
| =restliche N-Aufnahme bis zum Kulturende | kg N/ha | 210 | 305 | 310 | 310 | 310 | 310 | 310 | 160 | |
| plus N-Mindestangebot zum Ernteende | kg N/ha | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | |
| =N-Sollwert zum Kopfdüngungstermin | kg N/ha | 250 | 345 | 350 | 350 | 350 | 350 | 350 | 200 | |
| minus gemessener Nmin-Bodenvorrat in 30 bzw. 60 cm Boden, z.B. | kg N/ha | 156 | 197 | 181 | 140 | 140 | 136 | 139 | 22 | |
| minus N-Mineralisierung aus Humus bzw. Ernterückstände, z.B. | kg N/ha | 14 | 18 | 19 | 20 | 20 | 24 | 21 | 8 | |
| b) N-Bedarf zur Kopfdüngung | kg N/ha | 80 | 130 | 150 | 190 | 190 | 190 | 190 | 170 | |
Spezielle Ernährungsfragen und Düngungshinweise
Beim Anbau von Blumenkohl zeigt sich sehr schnell, dass er ganz spezielle Bedürfnisse hat. Wie die im Einzelnen ausehen wird im Folgenden erörtert.
Mögliche Nährstoffmangel- und -Überschusserscheinungen in der Praxis
Stickstoff (N)
Dieser Nährstoff hat den größten Einfluss auf den Anbauerfolg. Mangel führt schnell zu Ertrags- und Qualitätsproblemen. Die Pflanzen bleiben kleiner und die Blattfarbe ist meist weniger dunkelgrün. Bei einem überhöhten N-Angebot kommt es zu einem gewissen Luxuskonsum und manchmal auch zu Spaltköpfen und hohlen Strünken. Bei schnell wachsenden Sorten und starkem Wurzelwerk kommt es in der Praxis deshalb manchmal zu Ausfällen.
Die N-Versorgung hat auch einen Einfluss auf die innere Qualität des Blumenkohls. Eine erhebliche Überversorgung führt dazu, dass Blumenkohl beim Kochen in der Küche unangenehm riecht. Ein besonders Anliegen bei der Optimierung der N-Versorgung ist die Berücksichtigung der N-Mengen von frisch eingearbeiteten Ernterückständen der Vorkultur. Frischmassemengen von 400-600 dt/ha kommen öfter vor. Insbesondere bei Anbau von Blumenkohl nach Blumenkohl ist mit Ernteresten von rund 600 dt Frischmasse pro ha zu rechnen. In den Resten sind rund 200 kg N/ha enthalten. Im Einzelfall kann deshalb auf eine N-Düngung ganz oder teilweise verzichtet werden. Die Abbildung zeigt einen solchen Vergleich in einem Praxisdüngeversuch.
Da in den meisten Fällen ohne N-Düngung mit einem Stickstoffmangel zu rechnen ist, sollte man herausfinden welche N-Menge der Boden im eigenen Betrieb, oder noch besser das einzelne Feld, pro Woche mineralisiert bzw. nachliefert. Die Anlage eines Düngefensters mit Null- oder reduzierter N-Düngung kann dabei hilfreich sein. Die aktuelle Jahreszeit dafür ist der Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte September. Auf ein paar Meter eines Beetes z.B. 30% weniger N geben, zeigt sehr deutlich, ob man mit weniger N-Dünger einen gleich guten Ertrag erzielen kann.
- Nitrat (NO3 im Blumenkohl Ernteprodukt
Mit etwa 400 mg (40-1.000 mg) NO3/kg sind die Nitratwerte im Blumenkohl relativ niedrig. Nitratgrenzwert von 250 mg NO3/kg gibt es nur für diätetische Lebensmittel.
- Viel Stickstoff in den Ernterückständen
Beim erfolgreichen Anbau von Blumenkohl fallen etwa 600 dt/ha Frischmasse als Ernterückstände an. Das ist sehr positiv für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und bringt eine große Menge an Nährstoffe zurück in den Kreislauf. Beim Stickstoff handelt es sich um rund 200 kg N/ha, die beim Folge Anbau der Folgekultur genutzt werden sollten. Insbesondere beim letzten Herbstanbau von Blumenkohl besteht die Gefahr, dass die Ernterückstände schon vor der nächsten Kultur im Frühjahr mineralisieren und insbesondere der dabei frei werdende Stickstoff nicht mehr genutzt werden kann. Dabei ergibt sich die unerwünschte Nitratanreichung des Grund- und Oberflächenwassers.
Kalium (K2O)
Kalium ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, bei dem es heute kaum noch zu Mangel- oder Überversorgung kommt. Die Abbildung links zeigt die typische Blattrandnekrose bei K-Mangel. Er tritt zunächst an den ältesten Blättern auf. Bei einem zu geringen Kaliumangebot im Boden verlagert die Pflanze Kalium von den älteren Blättern in Richtung Vegetationspunkt, um so die neuen Blätter ausreichend zu versorgen.
Magnesium (Mg)
Magnesium-Mangel kommt heute in der Praxis kaum noch vor. Er zeigt sich zunächst an den älteren Blättern, bei denen sich die Interkostalfelder (Bereich zwischen den Blattadern) aufhellen (sieh Abbildung rechts. Der Blattrand und die Blattadern bleiben zunächst noch grün. Bei Einhaltung der empfohlenen Bodenversorgung und Düngung lassen sich Mangelerscheinungen vermeiden.
Schwefel (S)
Schwefel ist ein wichtiger Pflanzennährstoff und wird in größeren Mengen benötigt. Eine regionale Unterversorgung ist möglich. Durch die vorbeugende Verwendung sulfathaltiger N-, K- oder Mehrnährstoffdünger ist die S-Versorgung meistens jedoch gesichert. Gemüsebauliche Fruchtfolgen erfordern ca. 30-50 kg S/ha und Jahr.
Beginnender S-Mangel ist evtl. mit einem Mg-Mangel zu verwechseln, deshalb bei Verdacht Beratung hinzuziehen. Einen starken S-Mangel zeigt die Abbildung.
Bor (B)
Bormangel tritt nur sehr selten auf und zeigt sich durch Nekrosen am Vegetationspunkt, Verbräunungen im Strunk (Abbildung rechts) und an der Blume durch Verbräunung einzelner Röchen.
Zur Optimierung der Bodenversorgung ist es notwendig, die Bodenversorgung und den pH-Wert zu optimieren. Für die Bor-Bodendüngung eignen sich z.B. Bor-Ammonsulfatsalpeter mit 0,3% B oder Solubor mit 20,5% B. Die Ausbrignung der geringen Mengen erfolgt z.B. problemlos über eine Spritzungen mit 1,5-3,0 kg B/ha vor der Pflanzung.
In akuten Mangelsituationen sind borhaltige Blattdünger mit 0,3 bis 0,5 kg B/ha im Rhamen einer flüssigen Kopfdüngung zu spritzen.
Generell ist bei der Bor-Düngung Vorsicht geboten, da es schnell zu einer Überversorgung mit Pflanzenschäden kommen kann.
Molybdän (Mo)
Beim praktischen Anbau von Blumenkohl im Feld tritt Molybdänmangel äußerst selten auf. Kommt es trotzdem zu einem Mangel, so liegt es zumeist an einem zu niedrigen pH-Wert des Bodens. So eine Situation gab es z.B. einmal nach einem Wiesenumbruch mit nachfolgender Blumenkohlpflanzung. Der pH-Wert des sandigen Lehmbodens lag bei unter 5.
Beim Schadbild zeigt sich der Verlust des Vegetationspunktes. Es kann mit der genetisch bedingten Herzlosigkeit verwechselt werden. Eindeutige Merkmale eines Molybdänmangels sind die "Peitschenblättrigkeit" (Bild) und die "Klemmherzigkeit" (Bild).
Bei Böden mit einem zu niedrigen pH-Wert unbedingt vor dem Anbau von Kohl, den pH-Wert durch eine Aufkalkung in Ordnung bringen.
Bei Mo-Mangel kann auch ein Aufdüngen mit Natriummolybdat sinnvoll sein. Für die Anhebung des Bodengehaltes um 0,1 mg/1.000g sind 7,5 kg Natriummolybdat je ha nötig. Als Blattdüngung 200g B/ha in 1000 l spritzen.
Auch bei der Anzucht ist auf eine ausreichende Molybdänversorgung der Substrate zu achten. Da die Azuchtsubstrate meist sehr arm an Molybdan sind, ist in den meisten Fällen eine Einmischung von Natriummolybdat bei der Substraterstellung notwenig. Bei den heute im Handel erhältlichen Anzuchtsubstraten für den Gemüsebau ist die notwendige Menge an Molydän schon enthalten.
Calcium (Ca)
Herzblattnekrosen kommen vor allem in den wärmeren Gebieten Deutschlands, meist im Sommer und Herbst, immer wieder mal vor. Die Folgen sind Qualitätsmängel, die im Einzelfall auch zu einem Totalausfall führen können.
Ca- Mangel kann das Auftreten von Herzblattnekrosen (siehe Abbildung) verstärken. Die Wirkung einer Ca-Blattdüngung enttäuscht jedoch häufig. Der Ca-Mangel entsteht vorwiegend auf Grund einer unzureichenden Herzblattversorgung, die bei einem zu schnellen Wachstum mit plötzlicher, schlechter Wasserversorgung einhergeht. Auf eine ausreichende Bewässerung ist deshalb besonders zu achten.
In der Praxis kam es mehrmals zu einer Herzblattnekrose nach einer späten N-Kopfdüngung mit 70 oder mehr kg N/ha. Eine bedarfsgerechte und gleichmäßige N-Versorgung ist deshalb sehr wichtig, größere, späte N-Kopfdüngungsgaben sind möglichst zu vermeiden.
Wie verschiedene Sortenscreenings zeigten, hat auch die Sorte einen großen Einfluss. Offensichtlich gehören aber die üblichen Standardsorten eher zu der empfindlichen Gruppe. Der Sortenunterschied berungt teilweise auf die unterschiedliche Ausbildung des Wurzelwerks. Je größer das Wurzelwerk desto sicherer wird die Calcium- Bor- und Wasserversorgung.
Chlorid (Cl) und Salzverträglichkeit
Blumenkohl besitzt eine relativ hohe Chlorid- und Salzverträglichkeit. Die Verwendung chloridhaltiger Kali- bzw. Mehrnährstoffdünger ist deshalb auch zur Pflanzung möglich. Bei größeren Düngermengen empfiehlt sich jedoch eine Ausbringung schon einige Wochen vor der Pflanzung. Auf jeden Fall ist eine gründliche Einmischung der Dünger in den Boden wichtig. Um auch dem hohen Schwefelbedarf gerecht zu werden, wird man neben den chlorhaltigen Düngemitteln einen Teil der Nährstoffversorgung mit schwefelhaltigen Düngemitteln durchführen.
Vermeidung von Ernährungsstörungen durch Bodenanalysen
Vorbeugende Bodenanalysen
Durch Optimierung der Bodenfruchtbarkeit, vorbeugende Bodenanalysen und Optimierung der Nährstoffversorgung sind Ernährungsstörungen weitgehend auszuschalten. Um diese Sicherheit zu erreichen, sind Bodenuntersuchungen in folgendem Rhythmus empfehlenswert:
| Empfohlene Häufigkeit von Bodenanalysen im Freilandgemüseanbau | ||||||||||
| Nährstoffe | pH | Humus | N | P205 | K2O | MgO | S | B | Mn | Mo |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Untersuchungshäufigkeit in Jahren | 3 | 6 | zu jeder Kultur | 3 | 3 | 3 | evtl. | 3 | - | - |
In Problemfällen empfehlen sich zusätzliche Bodenuntersuchungen. Um vertrauenswürdige Analysenwerte zu bekommen ist auf eine zuverlässige und repräsentative Bodenprobennahme zu achten. Kurz nach einer Düngemaßnahme ist eine Bodenanalyse sehr problematisch. Ein Düngerkörnchen in der Mischprobe kann das ganze Ergebnis verfälschen. Ideal ist die Bodenprobennahme (ohne Nmin) im Spätherbst und Winter. Nur zuverlässige und extern geprüfte Bodenlabore sind zu empfehlen. Vorteilhaft ist es die vorliegenden Bodenanalysen-Ergebnisse über die Jahre hinweg aufzulisten, um so die Entwicklung der Gehalte bzw. den Trend der Bodenversorgung gut sichtbar zu machen. Manchmal kommt es aber trotz Überwachung und Optimierung der Bodennährstoffgehalte zu Nährstoff-Mangel-Symptomen. Können diese nicht eindeutig einer Ursache zugeordnet werden ist eine zusätzliche Blattanalyse vorteilhaft.
Dazu ist eine fachmännische Probenahme und der richtige Entnahmezeitpunkt wichtig. Bei Schadsymptomen, die nicht gleichmäßig im Feld auftreten, die Boden- und Blattanalyse im Zentrum des Befalls entnehmen. Im Extremfall sogar im Nahbereich einer Pflanze bzw. von einer Pflanze.
Pflanzenanalysen
Zu Beurteilung von Blattanalysen benötigt man Richtwerte (sihe Tabelle. Diese geben den üblichen Nährstoffgehalt an. Generell ist es vorteilhaft bei Problemen sowohl eine Pflanzenanalyse von den kranken Pflanzen als auch von den gesunden Pflanzen durchführen zu lassen. Auf diese Weise ist ein interner Vergleich der Werte möglich.
| Anzustrebende Nährelementgehalte in den mittleren Blättern zum Zeitpunkt der Blumenbildung | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| N | P | K | Ca | Mg | B | Mo | Cu | Mn | Zn |
| Prozent (%) in der Trockensubstanz | mg/kg Trockensubstanz | ||||||||
| 3,00-4,50 | 0,40-0,70 | 3,00-4,20 | 1,00-1,50 | 0,25-0,50 | 30-80 | 0,50-1,00 | 5-12 | 30-150 | 30-70 |
| Quelle: Nährstoffgehalte in der Trockensubstanz (TS) nach Bergmann, 1993 | |||||||||
Hinweise zur Düngemittelauswahl und -ausbringung
Die N-Versorgung erfolgt standardgemäß mit ammonnitrathaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdüngern. Wenn es auf eine besonders schnelle Wirkung ankommt kann auch ein reiner Nitratdünger sinnvoll sein. Wird gleichzeitig auch Bor benötigt lässt sich dieser als Mehrnährstoffdünger ausbringen. Stabilisierte N-Dünger haben den Vorteil, dass sie auf vor allem auf leichten Böden die unerwünschte N-Verlagerung im Boden reduzieren. Entec-Düngung z.B. kann in einer Gabe zur Pflanzung erfolgen. Vor der N-Düngung ist der Nmin-Bodenvorrat zu ermitteln und anzurechnen. Beim Entec-Verfahren ist vor einer Folgedüngung neben dem Nitrat- auch der Ammonium-Bodenvorrat
zu messen. Die notwendige Entec-Düngermenge entweder 5-10 cm einarbeiten oder aufstreuen. Beim Aufstreuverfahren lässt sich nur bei entsprechender Feuchtigkeit die gewünschte Düngewirkung erzielen.
Bei Problemen z.B. mit Kohlhernie und Unkraut kann ein Kalkstickstoffeinsatz sinnvoll sein. Die Kalkstickstoffmenge beträgt vor der Pflanzung bis zu 10 dt/ha (= 200 kg N/ha) bei guter Einarbeitung. Die übliche Wartezeit pro dt/ha ist zwei Tage. Sie kann im Frühjahr etwas länger und im Sommer etwas kürzer sein. Entscheidend für die Verkürzung der Cyanamidphase sind Bodenfeuchte und Bodentemperatur. 10-14 Tage nach der Pflanzung können mit einem Exaktstreuer maximal 4 dt/ha (= 80 kg N/ha) auf trockene Pflanzen ausgebracht werden. Wegen einer evtl. Wurzelverbrennung die Kalkstickstoff-Kopfdüngung niemals auf reinen Sandböden durchführen. Exakte Ausbringung: Gezielte Nährstoffversorgung bedeutet auch die benötigten Düngemittel exakt auszubringen. Der Einsatz von Exaktstreuern ist empfehlenswert. Dies gilt vor allem bei der
Ausbringung von N-Düngern und Kalkstickstoff nach der Pflanzung.br>
Grundsätzlich kann Blumenkohl sowohl mit Einzelnährstoffdüngern als auch mit Mehrnährstoffdüngern sowie Volldüngern gut versorgt werden. Entscheidend ist, dass der Nährstoffbedarf und der Bodenvorrat berücksichtigt werden.
Wegen der recht guten Salzverträglichkeit kann die Düngung zur Pflanzung erfolgen. Den N-Bedarf vor allem bei leichteren Böden in zwei Gaben verabreichen. Ein Versuch im Queckbrunnerhof zeigt die Möglichkeiten einer Einmaldüngung mit Entec zur Pflanzung. Die Ergebnisse waren besser oder zumindest gleich gut wie Kalkammonsalpeter-Einsatz
zur Pflanzung am 1.März und am 10.April zur Kopfdüngung. Reihendüngungsversuche zeigen, dass mit Hilfe einer Reihendüngung ausgebrachte N-Dünger besser von den Pflanzen genutzt werden können. In Belgien gab es die besten Ergebnisse, wenn man Entec 12 cm neben der Reihe, 10 cm tief, mit einem Messersech in den Boden ausbrachte. Für ein
zügiges Anwachsen muss jedoch ein beachtliches N-Angebot direkt zur Verfügung stehen. Liegt zum Pflanztermin der Nmin-Gehalt in 0-30 cm Boden unter 150 kg N/ha so ist ein Teil der N-Düngung breitwürfig auszubringen.
Flüssige Kopfdüngung: Während der Blumenkohlsaison kann es vorkommen, dass insbesondere im Bereich Stickstoff eine spätere Kopfdüngung nötig wird. In diesen Fällen empfiehlt sich die Ausbringung über die Beregnung. Das Feld muss dazu, z.B. nach einem Gewitterregen, nicht befahren werden. Die Verteilung ist zwar so ungenau wie die Beregnung, entspricht aber in Gebieten mit starker Beregnung weitgehend dem Bedarf.
Bei Verdacht auf einen N-Mangel nach dem üblichen Kopfdüngungstermin den N-Bedarf durch eine Nmin-Bodenuntersuchung quantifizieren. Dann die nötige Düngermenge z.B. als Kalksalpeter, AHL oder Harnstoff in ein Düngereinspeisegerät einfüllen. Die Beregnung eine halbe Stunde laufen lassen und erst dann mit der Düngerinjektion in die laufende Beregnung beginnen. Nach der Injektion ist in Abhängigkeit von der Düngermenge eine halbe bis ganze Stunde nach zu beregnen. Je heißer es ist und je größer die auszubringende N-Menge pro ha, desto wichtiger ist die sorgfältige Vor- und Nachberegnung. Bevorzugt bei Windstille die flüssige Kopfdüngung ausbringen. Die Düngerausbringung mit Hilfe einer Pflanzenschutzspritzung bringt zwar eine gute Verteilung ist aber nicht zu empfehlen. In der Praxis gab es schon enorme Verbrennungen. Grundsätzlich erhöht eine späte N-Kopfdüngung das Risiko der Herzblattnekrose. Deshalb grundsätzlich als letzten Kopfdüngungstermin das 6-Blattstadium wählen, bei dem die üblichen Düngemittel
noch in gekörnter Form ausgebracht werden können.
Weblink
BOLAP GmbH, Speyer
Hortigate: Gartenbauinformationssystem
University of Nebraska: "Root Development of Vegetable Crops"
