Züchtung und Saatgutproduktion von Blumenkohl

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Hauptartikel: Blumenkohl

Durch jahrzehntelange Zucht- und Selektionsarbeit entstand eine wohlgeformtere, meist blütenweiße "Blume". Intensive Zuchtarbeit hat in jahrzehntelanger Arbeit von wildwachsenden Urformen den Blütenstand verändert, indem uniforme Sorten mit weißen, gelbgrünen bzw. violetten Blumenkohlköpfen geschaffen wurden, die mit ihrer gelbgrünen oder violetten Kopffarbeimmer immer noch eine Seltenheit in Mitteleuropa sind. Zur Zeit der üblichen Blumenkohlernte ist der Blütenstand noch extrem gestaucht. Die Blütenbildung ist noch nicht zu erkennen.


Inhaltsverzeichnis

Zunächst nur Selektionen

Kohlzüchtung durch Kreuzung unterschiedlicher Eltern
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es beim Blumenkohl nur regionale bzw. individuelle Selektionen mit zum Teil klaren Bezeichnungen. Dazu gehören z.B. ´Erfurter Zwerg´, ´Erfurter Langlaubiger´ und ´Delfter Markt´. Diese Selektionen wurden später als erste Sorten geführt.

Entwicklungen der Züchtung in den Regionen

Ostdeutschland: Hier wurde die Tradition der Erfurter, Quedlinburger und Ascherslebener Saatzuchtbetriebe im Bereich der Blumenkohlzüchtung mit Sorten wie: ´Edelstein´, ´Frühernte´, ´Sechswochen´, ´Elektra´, ´Heinemann´, ´Erfurt´, ´Roba´, ´Clivia´, ´Sollux´, und ´Consista´ fortgesetzt.
Westdeutschland: Hier übernahmen nach dem Krieg immer mehr holländische Züchter den Markt. Bis Ende der achtziger Jahre wurden vorwiegend Sorten wie ´Alpha´, ´Mechelner´, ´Opaal´, ´Fortuna´ und ´Celesta´angebaut.


Siegeszug der Hybridsorten

Mit Einführung der Hybridzüchtung beim Blumenkohl, in den achtziger Jahren, hat sich die Zuchtarbeit rasant entwickelt. 1986 erhielt z.B. die Sorte ´Plana F1´ ihre Zulassung. Bei der Züchtung heutiger Hybridsorten müssen die Merkmale der unterschiedlichsten Sortentypen kombiniert werden. Der sichere Blumenansatz wird aus den europäischen und tropischen Sorten gewonnen, die aber eine schlechte (lockere) Qualität aufweisen. Die hohen Qualitäten findet der Züchter in den langsam wachsenden Wintersorten die erst bei Temperaturen von unter 16°C vernalisieren.
Rasches Wachstum und ein sicherer Blumenansatz kombiniert mit hoher Qualität, guter Selbstdeckung und einer guten Krankheitsresistenz ist nicht sehr einfach. Da Blumenkohl in der Natur nicht als Wildform zu finden ist, ist auch die genetische Vielfalt nicht so groß wie bei vielen anderen Gemüsearten.

Wichtige, allgemeine Zuchtziele bei der Blumenkohlzüchtung

Mit Hilfe einer Krankheitsprovokation Resistenz prüfen
  • Feinkörnige, feste und schwere Blume mit der Standardsortierung 6er
  • Gute Selbstdeckung bei weißen Sorten
  • Sicherere Vernalisation, mindestens so wie bei der Pälzer Standardsorte Fremont im Jahre 2000
  • Kein Durchwuchs und keine Haarigkeit
  • Resistenz besonders im Bereich Falscher Mehltau (Peronospora parasitica), Alternaria brassicae, Mycosphaerella, Verticillium, Xanthomonas und Fusarium
  • Unempfindlich für Herzlosigkeit (blindness)
  • Kulturdauer im Sommer im Bereich von 60 Tagen
  • Etwa 3 bis 5 Erntegänge (mehr ist meist zu aufwendig, weniger als 3 ist problematisch, wenn es zu Vernalisationsverschiebungen kommt)


Besondere Zuchtziele für spezielle Bedürfnisse

- Frühzeitigkeit bei den ersten Frühjahrspflanzungen (meist im März)
- Kältetoleranz bei Früh- und Spätanbau
- Winterhärte bei Winterblumenkohl
- Sehr feinkörnige und runde Blume für den Kleinkopfanbau (ca. 10 cm Durchmesser)
- Gute Blumenqualität und Blumenausfärbung sowie ausreichende Vernalisationssicherheit bei gelben und violetten Sorten
- Bessere Vernalisations- und Ertragssicherheit bei Romanescosorten

So entsteht eine neue Sorte

Auswahl der Elternlinien zur Herstellung der Inzuchtlinien durch kontrollierte Selbstbestäubung Selektion der Eltern und Durchführung von Testkreuzungen Selektion in einer Vielzahl von Testkreuzungen und Auswahl der Kombinationen die als aussichtsreich erscheinen (10.000 Testkreuzungen pro Jahr sind nicht ungewöhnlich). Produktion von Testsaatgut und Probeanbau der neuen Sorte unter vielen Klimabedingungen

CMS Züchtung (Stand 2002)
Hierbei handelt es sich um die Züchtung von männlich sterilen Pflanzen, die frei sind von Inzuchtpflanzen aber einen geringen Prozentanteil an Fehlpflanzen aufweisen können. Die Abkürzung “CMS” bedeutet:

Cytoplasmatic Male Steril”. Von den Elternsorten der Hybriden ist nur die Muttersorte männlich steril. Die Hybridsorte selbst ist zu 100 % männlich steril. CMS-Sorten gibt es seit langem als Standard bei Möhren, Radies und Zwiebeln. Seit einigen Jahren gibt es einige CMS-Sorten bei Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Rotkohl und Wirsing.

Fehlpflanzen
Beim Anbau von Blumenkohl sieht man immer wieder Einzelpflanzen, die nicht die gewünschte Blumenqualität bringen. Diese Pflanzen erkennt man an der zum Teil abweichenden Blattfarbe, Blattform, Blattstellung und zum Teil in einer abweichenden Reifezeit. Die Pflanzen sind meist schwachwüchsig und die Blumenausbildung durchweg unbefriedigend

Welcher Anteil ist vertretbar? Die gesetzlichen Vorgaben sind hier nicht eindeutig. Die meisten Zucht- bzw. Saatgutbetriebe haben sich jedoch eine interne Grenze gesetzt:
> Präzisionssaatgut: max. 5 % Fehlpflanzen
> CMS-Präzisionssaatgut: max. 2 % Fehlpflanzen
Empfehlung: Jeden Bestand auf den Anteil an abweichenden Pflanzen (Fehlpflanzen) prüfen. Liegen die Werte über 2 bzw. 5 % Kontakt zum Züchter bzw. Saatgutlieferanten aufnehmen!

Adressen der wichtigsten europäischen Blumenkohlzüchter

Weitere Hinweise zur Blumenkohlzüchtung

findet man im Internet beim Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln
Homepage: [1]
Blumenkohlzüchtung: [2]

Saatgutproduktion

Die Produktion von hochwertigem Blumenkohlsaatgut ist eine hohe Kunst. Bei den heute üblichen Hybridsorten werden zwei ausgewählte Inzuchtlinien gekreuzt. In den ersten Stadien der Züchtung einer neuen Sorte sind es noch Einzelpflanzen von denen man Saatgut gewinnt. Angebaut wird dabei meist in einem durch Schutznetze, Folien oder Glas geschütztem Gewächshaus.
Die eigentliche Masservermehrung findet vorwiegend im Freiland statt. Zur Risikominimierung wählen die Zuchtfirmen dazu weltweit unterschiedliche Anbauregionen. Um z.B. die Verbreitung von Xanthomonas campestris bei der Züchtung und Saatgutproduktion möglichst gering zu halten, hat sich zum Teil die Saatgutproduktion im Gewächshaus durchgesetzt.


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